Oktober 2005

Mittwoch, 5. Oktober 2005

Neuigkeiten

Die HAZ schreibt heute:

„Zentrum für Blinde bleibt“
Das Sozialministerium will das Landesbildungszentrum (LBZ) für Blinde in Kirchrode „auf jeden Fall erhalten“. Bei Plänen des Landes für ein neues Konzept des Zentrums gehe es nicht darum, „Geld zu sparen oder eine Schule zu schließen“, sagte Sozialstaatssekretär Gerd Hoofe am Dienstag. Mit dem organisatorischen Umbau des Landeszentrums wolle das Ministerium vielmehr eine zeitgemäße Struktur mit verbesserter Qualität schaffen. Kritik von Lehrern des Zentrums, die eine „Zerschlagung“ der Einrichtung befürchten, wies der Staatssekretär zurück.
Wie berichtet, erwägt die Landesbehörde, eine zum LBZ gehörende Schule mit derzeit 30 blinden Grund- und Hauptschülern mit der Franz-Mersi-Schule für Sehbehinderte in der Südstadt zu fusionieren. Zudem will das Land die berufliche Ausbildung im Blindenzentrum reformieren. Statt derzeitiger Ausbildungsgänge etwa zum Korbflechter strebe das Ministerium nach Angaben Hoofes „marktgerechte“ Ausbildungen im Bereich Hauswirtschaft oder Bürokommunikation an.

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Zurück im Alltag

Eine Woche ist mein letzter Eintrag schon her! Aber kein Wunder, ich hatte überhaupt keine Zeit, hier etwas zu schreiben oder anderswo zu lesen. Wir hatten nämlich von Donnerstagabend bis Montagabend Elternbesuch. Meine Eltern kamen mit Wohnwagen aus dem Odenwald angereist, um bei uns einige Tage Station zu machen, bevor es dann weiter Richtung Bremen und eventuell Nordsee ging. Genächtigt haben sie auf dem Arnumer Campingplatz, aber zum Abendessen am Donnerstag und Freitag waren sie bei uns zu Hause. Freitags mussten wir noch arbeiten, die übrigen drei Tage waren wir unterwegs. Am Samstag wagten wir uns trotz Regens in die Stadt. Markthalle und Altstadt wollten besichtigt werden, und ich hatte mich mit Infos aus dem Internet auf eine kleine Führung vorbereitet. Leider hörte der Regen nur kurz auf und so war das Ganze eine etwas feuchte Angelegenheit.
Sonntags gab es Frühstück bei uns, dann einen etwa eineinhalbstündigen Rundgang durch unser Wohngebiet. Danach fuhren wir zu meinem Arbeitsplatz. Schließlich wollten die Eltern wollten alle einmal meine Wirkungsstätte und vor allem das große und schön gelegene Schulgelände sehen. Mit dem Wetter hatten wir mehr Glück, in der Sonne war es richtig warm. Wieder zurück, verabschiedeten sich meine Eltern zunächst einmal in Richtung Campingplatz und es blieb Zeit, die Füße ein wenig hochzulegen. Dann gab es wieder Abendessen bei uns.
Am Montag wollten wir nach dem gemeinsamen Frühstück eine Fahrradtour machen. Doch der Nebel wollte und wollte nicht weichen, es war kühl und feucht. Auch die partielle Sonnenfinsternis konnten wir wegen des Nebels nur im ersten Drittel beobachten. Wir entschlossen uns, statt der Radtour einen Ausflug mit dem Auto ans Steinhuder Meer zu machen. Kurz nach der Abfahrt am frühen Nachmittag brach dann auch die Sonne wieder durch. Am „Meer“ war recht viel los, jede Menge Menschen promenierten am Ufer in Steinhude. Wieder zurück, verabschiedeten sich meine Eltern nach einem kurzen Aufenthalt bei uns zu Hause, weil sie noch in Ruhe ihren Wohnwagen reisefertig machen wollten.
Ich war froh, dass wir vom Vortag noch genügend Boeuf Stroganoff übrig hatten und ich dies nur aufwärmen musste.
Abends lief ein James-Bond-Film und mir fielen dann irgendwann die Augen zu. Als ich wieder zu mir kam, wunderte ich mich, dass ein Mann den Superagenten mit „Karl-Heunz“ ansprach. Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, dass Jörg auf „Das Boot“ umgeschaltet hatte und es sich bei der Anrede nicht um den Vornamen „Karl-Heinz“ auf Hessisch, sondern um die Bezeichung „Kaleu“ (= Kapitänleutnant) handelte.
In weiser Voraussicht hatten wir beide den Dienstag frei genommen, denn nach drei Tagen unterwegs waren wir doch einigermaßen geschafft. Ein Ruhetag wurde es trotzdem nicht, denn wir wollten zu Ikea, um den Kerzenvorrat aufzustocken und um Bilderrahmen zu kaufen. Danach war Shopping in der Stadt geplant, denn Jörg brauchte Schuhe und ich eine Jacke. Bei Ikea haben wir außer den Kerzen und zwei Bilderrahmen nur noch ein Innenleben für einen Küchenschrank gekauft, nämlich ein ausziehbares Regal für Putzutensilien. Auf dem Rückweg kehrten wir im Altwarmbüchener Einkaufszentrum beim goldenen M ein. Das zweite Mal in diesem Jahr, dass wir bei McD aßen, und ich hatte lange danach einen extremen Durst und irgendwie lag es mir auch etwas schwer im Magen. Jedenfalls entdeckte ich einen Adler-Modemarkt, als wir dort vorfuhren. Mensch, dachte ich – und sprach es auch aus – ich könnte ja dort erst einmal nach einer Jacke schauen, bevor wir in die Stadt fahren. Ich hatte früher schon hin und wieder etwas bei Adler gekauft, das letzte Mal allerdings vor ungefähr sechs Jahren. Dieses Mal kam ich mir allerdings etwas fehl am Platz vor. Außer uns bewegten sich dort nur Kunden jenseits der sechzig; viele von ihnen wurden sogar mit riesigen Reisebussen angekarrt. Ich stellte fest, dass der Großteil der Bekleidung auf dieses Klientel ausgerichtet ist. Nichtsdestotrotz konnte ich drei Jacken in die engere Wahl ziehen und entschied mich schließlich für eine terracottafarbene aus atmungsaktiver Faser („Aus unserer Werbung!“). Die Frage nach einer Kundenkarte musste ich verneinen und lehnte eine solche auch ab. Vielleicht lohnt es sich in zwanzig Jahren …
Dann kehrten wir noch bei Reno ein. Jörg wurde bei den Schuhen fündig, ich fand zunächst keine, die meiner Vorstellung entsprachen, stolperte aber dann auf dem Weg zur Kasse per Zufall doch noch über ein Modell, das mir gefiel.
Kurz vor unserem Zuhause machte ich den Vorschlag, beim nahegelegenen Gärtner Bäume anzugucken. Wir suchen noch einen Kleinbaum für den Vorgarten und haben uns bisher noch nicht festlegen können. Ein Tulpenbaum (keine Magnolie!) gefiel mir sehr gut, aber der wird auch wieder 25 Meter hoch. Vielleicht nehmen wir doch einen Zierapfel …
Nach dem Gärtner bogen wir dann noch zur Autowerkstatt ab. Jörg wollte fragen, ob der Besitzer und Freund mit Frau abends zum Abendbrotessen kommen wolle. Das zerschlug sich aber, weil sie mittags unter Vollnarkose operiert worden war und sich davon erst einmal erholen musste. Immerhin habe ich einen Termin für mein Auto gemacht, denn es ist wieder einmal HU und AU fällig.
Zu Hause haben wir ein wenig herumgewurschtelt, das Rationell in den Küchenschrank gebaut, Schnittlauchbild gerahmt und aufgehängt …
Ich habe dann geduscht und Haare gewaschen und ließ mich dann mit nassen Haaren auf dem Sofa nieder, um ganz gemütlich die Füße hochzulegen und den „Marienhof“ vom Freitag anzuschauen. Jörg war in sein Kellerbüro gegangen, um Solitär zu spielen. Fünf gemütliche Minuten saß ich da … ich sah jemanden am Küchenfenster vorbeigehen … wird Besuch für die Nachbarn sein … ding-dong … oh, nein, es klingelte bei uns … Vor der Tür stand ein befreundetes Paar, das gerade in der Nähe zu tun gehabt hatte und mal kurz reinschauen wollte. Ich schaltete also den Videorekorder ein und nahm auch noch die aktuelle „Marienhof“-Folge auf. Etwa eine Stunde später verabschiedeten sich die beiden wieder. Aber jetzt! Aufs Sofa und Kassette zurückspulen! Jörg ging wieder in den Keller … Keine fünf Minuten später … ding-dong … beinahe fluchend ergriff ich die Fernbedienung und schaltete die Geräte aus … Dieses Mal war es ein Arbeitskollege von Jörg, der von der heutigen Projektbesprechung berichten wollte. Die beiden gingen in den Keller und ich schaltete dann wieder den Fernseher ein. Nach einer Weile kamen sie aus dem Keller und ließen sich in der Küche nieder. Da konnte ich nicht in Ruhe weitergucken, schaltete also wieder aus und verzog mich solange nach oben in mein Büro.
Danach hatte ich aber endgültig genug, ich hätte garantiert jegliches Klingeln, ob an der Tür oder das vom Telefon, ignoriert!

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Freitag, 7. Oktober 2005

Manchmal gärt es noch

Manche Dinge gären sehr lange in mir, sie kommen immer wieder zum Vorschein, vor allem wenn ich nicht einschlafen kann.
Meine Erlebnisse in der Zeitarbeits-Zeit quälten mich sehr lange. Irgendwann schrieb ich sie dann auf, schrieb sie weg von mir, und dann quälten sie mich auch nicht mehr. Gelegentlich denke ich zwar noch daran, aber ich kann es aus größerer Distanz sehen und habe auch nicht mehr die Gedanken, die vorzugsweise mit „hätte, würde, könnte“ anfangen.“
Es gibt allerdings einige Ereignisse, die ich noch nicht aufgeschrieben habe. An eines wurde ich gestern Abend erinnert. Eine Freundin rief an, weil ihr PC urplötzlich den Geist aufgegeben hatte. Das erinnerte mich an dieselbe Situation, vor der ich vor vier Jahren stand. Es war November oder Dezember 2001, kurz vor dem Abgabetermin für den zweiten Wellenbrecher-Adventskalender. Meine Geschichte war fertig, aber sie befand sie ausschließlich auf meinem PC. Normalerweise hätten wir vermutlich die Festplatte meines PCs an den von Jörg angeschlossen, aber wir waren zu der Zeit im Hausbaustress, wollten Ende des Jahres einziehen und Jörg hatte auf der Baustelle alle Hände voll zu tun. Ich vereinbarte daher einen Termin bei Atelco, wo er damals meinen PC in Einzelteilen gekauft hatte. Den Zusammenbau hatte ein Freund von Jörg erledigt, und der hatte das nicht zum ersten Mal gemacht.
Die Mitarbeiter des Computerladens waren zwar diagnose- und reparaturfähig, aber nicht, ohne die entsprechenden Anmerkungen anbringen zu müssen. Man erklärte und zeigte mir, dass zu viel Kleber beim Aufbringen des Prozessors auf das Motherboard verwendet worden war, dieser im Laufe der Zeit weich wurde und das Herz des PCs vernichtete. Natürlich gab es bei Fehlern dieser Art keinerlei Garantie. Ich stand unter Termindruck und wollte nur einen funktionierenden PC wieder mitnehmen. Man bot mir den Kauf und Einbau eines neuen Motherboards und Prozessors an, der Preis war auch in Ordnung, allerdings hätten sich die Mitarbeiter bestimmte Bemerkungen ersparen können. „Guck mal, selbst zusammengebaut, sogar die falschen Schrauben genommen!“ Oder der nette Hinweis an mich: „Den Bekannten, der Ihnen das zusammengebaut hat, würde ich verklagen!“ Ich hatte mir das defekte Bauteil sogar noch verständnisvoll angeschaut und beteuert, dass ich davon überhaupt nichts verstehe. Verständnis hatten die Mitarbeiter trotzdem nicht. Ich saß dann nur noch ganz still auf meinem Stuhl und hoffte, das Ganze würde bald vorbei sein und ich könnte mit einem funktionierenden PC wieder nach Hause fahren.
Dabei hätte ich so gerne das Gerät geschnappt, verkündet, ich würde dort nie wieder etwas kaufen, und wäre wütend von dannen gerauscht.
Zumindest hätte ich die Frage anbringen können: „Können Sie das jetzt reparieren und wenn möglich auch ohne weitere Kommentare?“
Irgendwann war es überstanden und ich versuchte, dieses Erlebnis zu vergessen. Wie man sieht, ist es mir bis heute nicht ganz gelungen.

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Unruhig

Die Freitage im Büro sind eigenartigerweise immer unruhiger als die anderen Wochentage – so als ob jeder schon im Aufbruch ins Wochenende wäre. Da wird geräumt, gelaufen, gefrühstückt, geklappert, geraschelt …
Zum Glück bearbeite ich heute nicht das zähe Physikbuch, sondern den Vokabelteil eines Französischbuchs, und das geht viel lockerer von der Hand.

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Der Baum

Plötzlich und unerwartet haben wir gestern einen Baum gekauft. Und ganz überraschend ist es ein Baum geworden, an den ich bisher überhaupt nicht dachte und deshalb nicht in der engeren Wahl hatte: eine Edelkastanie.

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Donnerstag, 13. Oktober 2005

Unhöflich

Öffentliche Toiletten und solche Örtlichkeiten in Bürogebäuden verfügen in der Regel über besondere Schlösser. Man kann an ihnen von außen an einem „frei“ oder „besetzt“, manchmal auch an einem schlichtem Weiß oder Rot in dem Fensterchen erkennen, ob dort schon jemand hinter verschlossener Tür sitzt oder nicht. Es wäre also für sehende Menschen ein Leichtes, mit einem kurzen Blick den jeweiligen Zustand des Örtchens festzustellen und sich entsprechend zu verhalten, falls schon jemand dort drinnen sitzt. Daher empfinde ich es als sehr unangenehm und unhöflich, wenn jemand eiligen Schrittes in den Raum stürmt, den Blick auf das Schloss offensichtlich verweigert, mit kräftigem Ruck die Klinke herunterdrückt und dann wortlos wieder verschwindet. Ein Glück nur, dass die Tür tatsächlich gut verschlossen war, sonst wäre diejenige vermutlich schwungvoll auf meinem Schoß gelandet.

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Im Wald

Gestern nutzte ich das schöne Wetter, um in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang zu machen. Meine Kamera hatte ich auch dabei und ich habe wieder einmal versucht, einige schöne Fotos zu machen. Auf dem Schulgelände wird es mittlerweile allerdings etwas langweilig, denn ich habe schon so viel fotografiert und finde kaum noch neue und interessante Motive.
Im Wald hinter dem Gelände fließt ein kleiner Bach, der Landwehrgraben.

Dort habe ich Stöckchen ins Wasser geworfen, um die Wellen zu fotografieren. Das ist mir leider nicht gelungen, jedenfalls nicht mit der Automatik-Einstellung. Ich muss doch noch ein wenig mit der Kamera experimentieren.
Danach ging ich über den Baumkundeweg zurück, immer auch auf der Suche nach Eichhörnchen. Tatsächlich lief eines über den Weg und flitzte einen Baumstamm hinauf. Ich hatte absolut keine Chance, es zu fotografieren.

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Montag, 17. Oktober 2005

Vorzeichen?

Von Freitag auf Samstag hatte ich einen äußerst unappetitlichen Traum, in dem viele Häufchen Sch… vorkamen. Hineingetreten bin ich nicht, daher sollte dies ein Vorzeichen für Gewinn oder Glück sein. Der große Lottogewinn ist jedoch am Samstag noch nicht eingetreten, nicht einmal ein winzigkleiner. Aber vielleicht braucht es eine gewisse Anlaufzeit und ich habe nächste oder übernächste Woche Glück?

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Gewohnheitstier

Am letzten Freitag musste ich nach der Arbeit noch einkaufen. Wie üblich wollte ich Real aufsuchen; dort gehe ich meistens einkaufen, weil der Laden sozusagen direkt nebenan liegt und ich keinen Umweg fahren muss. Außerdem kriege ich dort alles, was ich in der Regel brauche. Allerdings wurde am Freitag in diversen Real-Märkten gestreikt. Ich finde das völlig in Ordnung (bin schließlich selbst seit vielen Jahren Gewerkschaftsmitglied), dennoch wollte ich nicht riskieren, ins Einkaufschaos zu gelangen, weil nur die Hälfte der Kassen besetzt war. Nach einigem Hin- und Herüberlegen entschloss ich mich, zu Walmart nach Pattensen zu fahren. Das ist nur ein kleiner Umweg und auch dort würde ich alles bekommen, was auf meiner Liste stand. So war es auch, aber ich habe wieder einmal festgestellt, dass ein Einkauf in einem mir nicht oder wenig bekannten Laden bestimmt doppelt so lange dauert. Da nützt es auch nichts, dass über den Regalgängen große Schilder hängen, ich musste trotzdem das eine oder andere suchen. Dann gab es auch keine H-Sahne in kleinen Tetrapaks, sondern nur im Becher. Da muss man wieder beim Transport so vorsichtig sein, weil ein Aludeckel schnell mal kaputtgehen kann. H-Milch in Halbliterpackungen gab es auch nicht, und die nehme ich sonst gerne, weil wir außer zum Kaffee am Wochenende kaum Milch brauchen. Bei den Duschbädern dachte ich zuerst, sie hätten dort nur eine einzige Marke, aber nachdem ich drei Gänge abgelaufen war, fand ich schließlich doch das gesamte Angebot. Leider entdeckte ich nicht einmal irgendwelche Dinge, die es in anderen Supermärkten nicht gibt, das hätte mich immerhin ein wenig entschädigt. Aber wenigstens machte ich ein unerwartetes Schnäppchen. Die ohnehin sehr preiswerte schwarze Hose, die ich kaufte, hatte leider kein Preisschild. Zum Glück hatte ich das gar nicht bemerkt, wer weiß, ob ich sie sonst mitgenommen hätte. Der junge Mann an der Kasse hatte allerdings sehr schnell telefonisch die Nummer für das gute Stück bekommen und ich war froh, dass ich meinen Mund gehalten hatte und ihm nicht den Hinweis gegeben hatte, wie viel sie kosten sollte. Denn zu meiner Freude leuchtete auf dem Display dann nur die Hälfte des Preises auf!
Trotzdem werde ich in Zukunft wieder den Real-Markt heimsuchen, da bin ich in Nullkommanichts durch und an der Kasse. Es sei denn, man überlegt sich, alles umzugestalten und damit die Kunden zu verwirren.

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Donnerstag, 20. Oktober 2005

Der Schlaf und die Traumphasen

Ich befürchte, dass ich in letzter Zeit meistens in der Traumphase durch den Wecker gestört werde. Gesünder wäre es ja, nach der Traumphase aufzuwachen, weil man dann den besseren Schlaf hatte und ausgeruhter ist. Ich frage mich nur, wie ich das hinkriegen soll. Ich kann mich zwar um elf Uhr abends ins Bett legen und dann ausrechnen, dass ich entweder um fünf oder um halb sieben aufwachen muss, denn jeder Schlafzyklus, bestehend aus Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Phase (in der man träumt) dauert 90 Minuten. Auf diese Uhrzeit könnte ich auch den Wecker stellen. Aber was passiert, wenn ich erst eine halbe Stunde später einschlafe? Dann stimmt ja meine gesamte Rechnung nicht mehr, und ich werde wieder mitten in einer Traumphase aus dem Schlaf gerissen. Ich habe dafür noch keine Lösung gefunden. Immerhin hat dieses Aus-dem-Traum-gerissen-werden den Vorteil, dass ich mich an viele Träume erinnern kann.
Heute Morgen war ich wieder einmal in der unangenehmen Situation, schnell irgendwohin gehen zu wollen (dieses Mal war es ein Duschhaus im Wald), konnte meine Beine aber kaum bewegen. Schwer wie Blei waren sie, und ich kam kaum von der Stelle. In diesem Traum befand ich mich mit einer Gruppe von Leuten auf einem Ausflug; ich hatte mit mehreren zusammen ein Gemeinschaftszimmer und die Duschgelegenheit gab es eben nur etwas entfernt im Wald. Ansonsten kamen im Traum zwei Männer vor, zwischen denen ich mich zunächst nicht entscheiden konnte; erst, als der eine sich mit jemandem prügelte, entschied ich mich für den anderen. Zum Glück konnte ich die Zeit ein wenig zurückdrehen, sodass der Auserwählte gar nichts von meinem Fauxpas mitkriegte. Dann gab es noch eine blonde Popsängerin in weißen Dessous, die um die Hüften herum ziemlich dick war und man bewunderte meinen Bauch im Bikini, der längst nicht so dick wie in Wirklichkeit war. Da muss mir wohl noch die Werbung mit „das macht sogar ’nen flacheren Bauch“ im Gehirn herumgespukt sein.

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Montag, 24. Oktober 2005

Schmerz auf dem Kopf

Seit einigen Monaten – ich weiß gar nicht mehr, wann es genau begann – habe ich hin und wieder Schmerzen auf dem Kopf. Hinten links oben. Es sind keine Kopfschmerzen im gewöhnlichen Sinn, denn ich weiß, wie sich diese von den einfachen Kopfschmerzen durch zu wenig Schlaf bis hin zu migräneähnlichen Kopfschmerzen anfühlen. Diese aber kommen eher von außen, es ist eindeutig ein Ziehen und eine Druckempfindlichkeit außerhalb der Schädeldecke. Beim ersten Mal überlegte ich, ob ich mir davor die Haare zu straff zusammengebunden hatte, denn es fühlt sich an wie ein Haarwurzelschmerz. Wenn ich auf die schmerzende Stelle drücke, ist das aber keineswegs unangenehm, sondern eher entspannend. Es ist auch keineswegs einschränkend, sondern nur ein wenig lästig. Mittlerweile bilde ich mir ein, eine mögliche Erklärung gefunden zu haben: Vor etwa vier Jahren, als wir gerade eingezogen waren, tapezierte ich das Badezimmer. Da ich im voll eingerichteten Bad keinen Tapeziertisch aufstellen konnte, musste ich immer vom Tapeziertisch im Keller mit den eingekleisterten Tapeten bis ins erste Obergeschoss gehen – und dann wieder zurück in den Keller. Es begab sich zu gleicher Zeit, dass Jörg auf dem Dachboden zu tun hatte, die Luke stand offen und bei einer unachtsamen Bewegung stieß ich mir sehr heftig den Kopf an der Ecke der Luke. Sehr heftig. Nach dem anfänglichen Schmerz hatte ich die Sache wieder vergessen, aber seitdem ich immer wieder einmal diese Stelle des Kopfes intensiver spüre, bin ich mir sicher, dass ich mich genau dort gestoßen habe. Ich vermute, dass dieses Ziehen (oder ist es ein Drücken?) an bestimmten Tagen auftritt, die durch eine besondere Wetterlage geprägt sind. Ich konnte bisher noch nicht feststellen, dass ich in irgendeiner Weise wetterfühlig bin, aber man weiß ja nie, wie sich der Körper so verhält. Die Biowettervorhersage für morgen in Norddeutschland lautet: „Unter dem Einfluss atlantischer Frontensysteme kann die Schmerzempfindlichkeit erhöht sein.“ Das könnte passen, denn schon jetzt spüre ich meine Kopfstelle mehr als gewöhnlich.

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Wartung heißt Warten

Da wir für unsere Heiztherme einen schicken Wartungsvertrag haben, dachte ich mir vor kurzem, ich sollte endlich einmal den jährlichen Wartungstermin vereinbaren. Das könnte ich ausgezeichnet mit meinem Urlaub in dieser Woche verbinden. Gedacht, getan. Der Techniker schlug einen Termin für heute, halb acht vor. Huch, so früh! Aber sein Argument war, dass er spätere Termin am Tag nicht so fest zusagen könne, weil eventuell Störungsmeldungen dazwischen kommen könnten. Also gut. Ich bin daher an meinem ersten Urlaubstag um viertel vor sieben aufgestanden und habe zur Freude von Jörg Kaffee gekocht. Dann habe ich gewartet. Um acht traf der Techniker endlich ein. Er begann sofort, die Therme auseinanderzunehmen, unterstützt von einem Kaffee, den ich ihm servierte. Meine Planung hatte bis dahin so ausgesehen, dass ich ungefähr bis halb neun – wenn der dann schon längst wieder weg sein sollte – gemütlich Kaffee trinken wollte, anschließend hatte ich vor, mein Auto zu waschen und dann einkaufen zu gehen. Um halb neun fuhr der gute Mann mit einem Schlauchinnenteil der Therme zur Tankstelle, um es dort mit einem Hochdruckreiniger zu säubern. Zwanzig Minuten später kehrte er zurück, schraubte und machte weiter, und ich hatte schon die Befürchtung, er könnte etwas kaputtmachen statt nur alles zu überprüfen. Eben musste ich Jörg noch anrufen, weil ich nicht wusste, wie man das Gerät wieder mit Wasser befüllt. Nun ist es gleich halb zehn und die endlose Wartung scheint dem Ende entgegenzugehen. Wenn ich mich recht erinnere, dauerte es beim letzten Mal (damals war Jörg zu Hause) maximal eine Viertelstunde. Wie gut, dass ich Urlaub habe …
10:30 Uhr: Noch immer kein Ende in Sicht, er misst und misst und misst … jetzt gerade ist er hinausgegangen, vielleicht jemanden anrufen, der Ahnung davon hat … Ich bin nahe dran, vor Wut und Ärger zu heulen … hätte man besser nichts machen lassen, dann liefe jetzt noch alles …
11:00 Uhr: Mir wird jetzt richtig warm, denn auf Anweisung des Technikers musste ich alle Heizkörper voll aufdrehen. Er ist übrigens auf dem besten Weg, sagte mir gerade, die Werte seien ganz schlecht gewesen und es hätte vermutlich nicht mehr lange gedauert, bis die Therme sich auf Störung geschaltet hätte. Nun gut, gedulden wir uns also und warten es ab …
11:35 Uhr: Es ist geschafft, alles wieder ordnungsgemäß eingestellt. Der Techniker verabschiedet sich mit den Worten: „Die hätte nicht mehr lange gemacht. Und dann bis zum nächsten Jahr.“ Ich sage: „Und hoffentlich nicht vorher.“ Jetzt wird erst einmal gelüftet und dann kann ich meine weitere Tagesplanung – wenn auch ziemlich verspätet – fortsetzen.

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Tatort Hannover

Der gestrige „Tatort“ im Ersten spielte in Hannover. Klar, dass wir uns den angesehen haben, wohnen wir doch direkt nebenan.
Von Hannover hat man jedoch nicht viel gesehen. Da war die tödlich endende Autofahrt auf einem Schnellweg (?) zu Anfang, dann die Tote an der Maschseequelle und irgendwann die Residenz der Kripo im Nord/LB-Glashaus, ach ja, und der Niedersächsische Landtag im Leineschloss. Den Rest kannte ich jedenfalls nicht, aber ich wohne schließlich auch erst seit knapp sechs Jahren hier. Jörg hat allerdings auch nicht mehr von der Stadt erkannt.

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Mittwoch, 26. Oktober 2005

Winterspeck

Seit es kühler geworden ist, verwenden unsere Katzen all ihre Energie darauf, sich den offensichtlich erforderlichen Winterspeck anzufuttern. Am Trockenfutter merkt man es nicht so sehr, denn der große Napf ist immer gefüllt. Doch die Anzahl der Dosen, die wir öffnen müssen, hat sich auf einen Schlag immens gesteigert. Anfang dieser Woche habe ich eine neue Ration gekauft, doch ich denke, ich werde morgen noch einmal losfahren, weil es gerade im Angebot ist. Das Fell wird auch schon wieder dicker, und besonders der Norweger Mika mit seinen ungewöhnlich kurzen und kräftigen Beinen sieht dann wie ein kleiner Muskelprotz aus. Gewichtsmäßig kann er trotzdem mit Sammy, dem Maine Coon, nicht mithalten, denn der ist wirklich ein sehr, sehr großer Kater. Ich muss mal wieder die aktuellen Maße nehmen …

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Donnerstag, 27. Oktober 2005

Bedenklich

Wenn ich Urlaub habe, stehe ich normalerweise nicht vor neun Uhr auf. Ich schlafe gerne lang, dafür kann ich dann abends auch lange aufbleiben. Diese Woche habe ich Urlaub und bin nun schon den dritten Tag zwischen sieben und acht aufgestanden. Das ist nicht normal. Nun gut, am Montag musste ich ganz früh aufstehen, denn der Heizungstechniker hatte sich für halb acht angemeldet. Am Dienstag musste ich auch einigermaßen früh aufstehen, weil ich mein Auto in die Werkstatt gebracht habe. Gestern habe ich eine Ausnahme gemacht; ich war zwar um viertel nach acht unten und habe etwas getrunken, überlegte kurz, ob ich aufbleibe und entschied mich dann doch, mir den Luxus des langen Schlafens zu gönnen. Gestern Abend sagte Jörg (zum Spaß), ich könne ihm heute Morgen wieder einen Kaffee kochen. Und ich nahm ihm beim Wort, stand um kurz vor sieben auf und setzte die Kaffeemaschine in Gang. Nun habe ich noch ein wenig im Internet herumgesurft, werde mich gleich umziehen und zum Einkaufen fahren. Ich glaube, so früh bin ich noch nie einkaufen gegangen! Jedoch frage ich mich, ob ich mich jetzt gerade vom Langschläfer zum Frühaufsteher entwickle.

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Freitag, 28. Oktober 2005

Stadtfriedhof Engesohde

Als ich vor dem Besuch meiner Eltern im Internet nach interessanten Örtlichkeiten in Hannover und Umgebung suchte, stieß ich auf Informationen über die Stadtfriedhöfe. Als besonders sehenswert wurde der Friedhof Engesohde geschildert, auf dem viele berühmte Persönlichkeiten aus Hannover ruhen. Viele der Grabmäler sind künstlerisch gestaltet und man findet auch einige Mausoleen dort.
Beim Elternbesuch hatten wir dann anderes vor, aber für mich stand fest, dass ich mir diesen Friedhof unbedingt einmal ansehen wollte. Als ich gestern wieder mein Auto hatte, machte ich mich nach dem Einkauf auf den Weg dorthin. Das Wetter war gut, allerdings hatte ich beim Fotografieren häufig Probleme durch die tief stehende Sonne.

Ich lief einfach drauflos, ohne zu wissen, wo sich etwas Sehenswertes befand. Trotzdem stieß ich auf die Gräber von den Herren Kröpcke, Rasch, Kamarsch und Droste, beim Letzteren stellte ich dies allerdings erst zu Hause beim Betrachten der Fotos fest. Ich war zwei Stunden unterwegs, habe über siebzig Fotos gemacht und hatte hinterher platte Füße. Fest steht aber, dass ich diesen Besuch wiederholen werde.

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Sonntag, 30. Oktober 2005

Zeitgefühl

Das Gefühl für die (vergangene) Zeit kann durchaus unterschiedlich sein. Normalerweise habe ich nach zwei oder drei Wochen Urlaub das Gefühl, die Zeit sei viel zu schnell verflogen und ich hätte gerade einmal zwei oder drei Tage frei gehabt. Ganz außergewöhnlich, dass es nach dieser einen Woche Urlaub ganz anders ist. Wochen entfernt scheint es mir zu sein, dass der Heizungstechniker da war, dabei war das gerade erst am letzten Montag. Ob es vielleicht daran liegt, dass ich an drei Tagen sehr früh aufgestanden bin und deshalb mehr vom Tag hatte? Wie auch immer es ist, jedenfalls muss ich morgen wieder arbeiten und gleichzeitig bricht auch die frühe abendliche Dunkelheit über uns herein. Das gute Wetter haben wir heute Nachmittag mit einer kurzen Radtour genossen. Leider ist Jörg körperlich etwas angeschlagen, weil er mit zwei anderen zusammen gestern im Wald Holz gesägt und gestapelt hat – eine ziemlich ungewohnte Anstrengung, die noch ihre Nachwirkungen hat. Ich habe lediglich im Garten ein klein wenig aufgeräumt und die Rosen eingepflanzt, da hielt sich die Anstrengung noch in Grenzen. Von der Zeitumstellung merke ich physisch nichts, wie immer, aber es gibt bestimmt genügend Leute, die tage- oder wochenlang darunter leiden müssen.

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