Sehen, lesen, hören

Montag, 16. Januar 2012

Taunuskrimis bald im Fernsehen

Mit Freude las ich heute in einer Pressemitteilung, dass die Taunuskrimis von Nele Neuhaus vom ZDF verfilmt werden. Als erstes soll “Schneewittchen muss sterben” gedreht werden, das ist auch das erste Buch, das ich aus dieser Reihe gelesen habe. Gerade bin ich in der Mitte der “unbeliebten Frau” angelangt.
Die Privatgeschichten des Ermittlerduos wird für die Filme aber wohl angepasst werden müssen, denn beim “Schneewittchen” handelt es sich schließlich schon um das vierte Buch.

Samstag, 7. Januar 2012

Hänsel und Gretel

Gestern Abend besuchten wir zum zweiten Mal die Oper in Hannover. Vor zwei Jahren hatte ich Karten für “La Cenerentola”, das Aschenputtel, für eine Vorstellung kurz vor Weihnachten gekauft.
Das hatte uns sehr gut gefallen, daher schaute ich nach, was die Staatsoper ansonsten noch zu bieten hat. “Hänsel und Gretel” gefiel mir spontan, doch da diese Oper nur um Weihnachten herum aufgeführt wird, muss man rechtzeitig daran denken, Karten zu besorgen. Ich dachte natürlich erst recht spät in diesem Jahr daran, doch wir hatten Glück und es gab Ende November noch ein paar gute Plätze für die letzte Vorstellung, die eben gestern Abend stattfand.
Es war eine sehr schöne Aufführung, klassisch-romantisch, wie es zu einem Märchen gar nicht anders passt (es scheint aber tatsächlich auch moderne Versionen zu geben mit Hänsel als Punk und Ähnlichem).
Das Libretto zur Oper habe ich allerdings erst nachträglich gefunden, ich hätte besser vorher mal einen Blick hineingeworfen, dann hätte ich mich am Ende nicht gefragt, woher die vielen Kinder gekommen sind.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Verschmelzung

Uschi-TV* ist zur Entspannung manchmal ganz lustig. Gestern bei “Bauer sucht Frau” stellte ein Landwirt seiner Auserwählten die unfreiwillig (?) komische Frage: “Möchtest du mit mir zusammen eine Bäuerin werden?” Wie sollte das gehen? Durch wundersame Verschmelzung der Körper? Etwa wie im “Dunklen Kristall” wo Urus und Skekse durch die Heilung des Kristalls wieder zu den Urskeksen wurden? (Den Film muss ich unbedingt wieder einmal anschauen!)
*Liebevolle Abkürzung für die abwertende Bezeichnung “Unterschichtenfernsehen”, das aber längst nicht nur von dieser Zielgruppe gesehen wird

Montag, 7. November 2011

Verhörer aus der Jugend

Als ich am Wochenende den Stecker des Mixers aus der Steckdose zog, fiel mir ein besonderer Stecker aus meiner Jugend ein: der Schokostecker. Ich stellte nie in Frage, ob dies tatsächlich die offizielle Bezeichnung war, denn schließlich gab es ja auch einen Bananenstecker. Die Sache mit dem vermeintlich süßen Stecker klärte sich relativ schnell auf, ein anderes Relikt blieb mir jedoch viel länger erhalten: der Bautenzug. Auch hier wurde meine Vorstellung von der Schreibweise durch eine vielleicht etwas undeutliche, vor allem aber eingedeutsche Aussprache geprägt. Aufgrund meiner Schreibweise hatte ich jedenfalls eine genaue Vorstellung von dem Gerät. Es handelte sich um diese Seil-Rollen-Konstruktion, mit der man Lasten an der Fassade eines Gebäudes wahlweise hochziehen oder herunterlassen konnte. Später lernte ich zwar, dass ein Bautenzug damit gar nichts zu tun hatte, aber geschrieben habe ich ihn nach wie vor noch auf diese Weise. Sehr lange sogar. Man lernt also durchaus noch im höheren Alter dazu.

Freitag, 14. Oktober 2011

Vorstellungsvermögen gefragt

Kürzlich hatten wir den Weihnachtskatalog eines Designversandhauses im Briefkasten. Viele dekorative Dinge gab es da zu Bestaunen und bei diesem mussten wir sehr schmunzeln:

Eine puristische Krippe:

Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt! Übrigens, man staune (oder vielleicht auch nicht): Der Künstler hat für dieses Werk einen Designpreis erhalten. Also mir gefällt ja das Schaf am besten …

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ich werde keine berühmte Schriftstellerin

Ende letzter Woche fand ich eine durchaus ernst gemeinte Anfrage einen Verlages in meinem E-Mail-Postfach. Man habe bei Recherchen im Internet meine Glosse “Männer im Supermarkt” entdeckt und mein Schreibstil habe Gefallen gefunden. Ob ich wohl Interesse hätte, zwei Bücher zu schreiben? Zitat: “Wir planen zwei Bücher (à 160 Seiten), die klischeehafte Situationen zwischen Mann und Frau behandeln, indem sie diese in einem witzigen, glossenartigen Stil beschreiben.”
Interesse hätte ich schon, aber ich zweifelte ein wenig, ob ich das auch konnte. In letzter Zeit waren mir keine solch netten Texte mehr eingefallen wie die Supermarktgeschichte oder etwa die Zulassungsstelle und Silvester, die meine Favoriten sind. Absagen wollte ich aber auch nicht sofort, also bat ich um einige weitere Informationen, wie zum Beispiel den Zeitrahmen. Es ist schließlich nicht zu vernachlässigen, dass ich einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe, mich nebenbei noch um Einkäufe und Haushalt kümmere und vielleicht gelegentlich etwas ausspannen will.
Gestern erhielt ich weitergehende Informationen und es hieß unter anderem, der Abgabetermin sei Ende November/Anfang Dezember. Das könne wohl eng werden neben der Berufstätigkeit, aber falls doch noch Interesse bestünde, könne ich gern einen Probetext zum Thema “Er hört nie zu” schreiben. Spaßeshalber versuchte ich mich an dem Thema, aber ich stellte schnell fest, dass mir der persönliche Bezug fehlte. In allen meinen Glossen stecken mindestens Spuren von eigenen Erlebnissen, die ich aber dann durchaus fantasievoll ausschmücken kann. Aber zu Männern, die nie zuhören, habe ich gerade keinen direkten Bezug und es fällt mir schwer, darüber zu schreiben. Und angesichts der Tatsache, dass ungefähr 300 Buchseiten gefüllt werden sollen (im Vergleich dazu würden meine über die Jahre geschriebenen Texte gerade mal ein 100-seitiges Taschenbuch ergeben), sagte ich heute ab. So wird es erst einmal nicht mit der schriftstellerischen Karriere. Aber ich bedaure es nicht, denn so kann ich nach der Arbeit guten Gewissens die Füße hochlegen und die von anderen Leuten geschriebenen Texte lesen.

Mittwoch, 17. August 2011

Heiße Lüft

Gerade begegnete mir auf einer Internetseite mit Kochrezepten dieses Werbebanner (hier ein Ausschnitt):

Da musste ich doch mehrmals hinschauen. Lüftschlösser? Ich kenne nur Luftschlösser. Ich wartete auf die Auflösung und eine Erklärung für diesen Schreibfehler, aber es kam nichts. Ich war enttäuscht. Und gleichzeitig entsetzt darüber, wie ein solcher Fehler durchgehen kann. Oder steht doch eine Absicht hinter den zwei Pünktchen auf dem “u”? Wenn ja, dann komme ich absolut nicht dahinter. Und damit keiner denkt, ich hätte die Pünktchen darauf gesetzt, kann man sich beim Original selbst ein Bild machen.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Tootsie

Fast dreißig Jahre alt ist dieser Film, der gestern Abend im Fernsehen lief. Auf ZDFneo, lasen wir in der Fernsehzeitung. Es stellte sich die Frage, ob wir dieses Programm überhaupt empfangen. Eine Suche nach dem Film brachte die Bestätigung, dass dem so ist. Allerdings hat es der Receiver noch als ZDF Dokukanal oder Ähnliches gespeichert, ein dezenter Hinweis darauf, dass die Daten wieder einmal aktualisiert werden sollten.
Wie dem auch sei, wir kamen in den Genuss, diesen Film nach langer Zeit wieder einmal sehen zu können. Ich habe ihn schon oft gesehen, ich müsste jetzt raten, ob es zwanzig- oder dreißigmal war. Hunderte Mal jedenfalls nicht, und trotzdem habe ich das Gefühl, beinahe alles mitsprechen zu können. Wie lautet noch einmal einer der letzten Sätze des Films: “Ich war bei dir als Frau ein besserer Mann, als ich es jemals als Mann bei anderen Frauen war.”?

Sonntag, 15. Mai 2011

ESC 2011

Gestern Abend war es endlich wieder soweit und 25 europäische Nationen traten zum Sangeswettstreit an. Eingangs präsentierten die Moderatoren (Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers) den Vorjahressieger “Satellite” in einer sehr flotten Version, und Lena sang am Ende auch kurz mit.
Dann durften wir die neuen Kandidaten erleben:

  1. Finnland – Paradise Oskar: Da Da Dam
    Hier kommt der fröhliche Junge mit der Gitarre! Der Titel klingt recht einfältig, die Melodie ist ganz schön. Inhaltlich geht es nicht nur um Bla-Bla oder Da-Dam, sondern um einen Jungen, der die Erde vor Umweltproblemen retten will.
  2. Bosnien und Herzegowina – Dino Merlin: Love in Rewind
    Wieder ist der Hauptdarsteller ein Mann mit Gitarre, dieses Mal ein älterer, bärtiger Herr. Umringt von seinen Mitsingern lässt er Balkangitarrenrhythmen erklingen, die begleitet von einem Feuerwerk enden. Danke. Hat mir nicht gefallen.
  3. Dänemark – A Friend in London: New Tomorrow
    Immer wieder war der dänische Beitrag als Rocksong angekündigt worden, aber mich haben die vier Jungs mit Popsöngchen enttäuscht. Ich hatte definitiv mehr Rock erwartet, da fehlte der Pfeffer. Auch des Sängers merkwürdiges Hemd ohne Rückenteil konnte da nicht helfen.
  4. Litauen – Evelina Sašenko: C’est ma vie
    Jetzt ist eine Ballade an der Reihe. Untermalt mit getragenen Klavier- und Geigenklängen trägt die dunkelhaarige Sängerin ihr Lied vor und verstärkt die Dramatik mit ausdrucksvollen Gebärdensprachengesten. Bei der Auswahl ihres Kleides hätte sie besser den zentralen Aufbau der Bühne berücksichtigen sollen. Als die Kamera sie umkreist, springt überdeutlich der ausladende Po unter dem im mittleren Körperbereich arg figurbetonten Kleid ins Auge.
  5. Ungarn – Kati Wolf: What About My Dreams
    Nun geht es in die Disko. Die blonde “ältere” Dame (immerhin schon Mitte 30) trägt ein Discopopliedchen mit flottem Rhythmus vor. Yeah – die ungarische Madonna? Was unten am blauglänzenden Kleid fehlt, hängt bei ihr über dem linken Arm. Insgesamt nicht schlecht, ist auf jeden Fall als Gute-Laune-Lied zum Autofahren geeignet.
  6. Irland – Jedward: Lipstick
    Die irren – ach nein, irischen Zwillinge … 80er-Jahre Synthiepop mit extremen Hochfrisuren und rote, uniformähnliche Glitzerjacken mit genauso extremen Schulterpolstern hüpfen und springen da über die Bühne, während sie immer wieder dasselbe singen. Okeee, man muss es wohl nur oft genug hören, dann findet man es plötzlich auch ganz gut. Aber es ist wahrscheinlich zu verrückt für einen Siegerplatz.
  7. Schweden – Eric Saade: Popular
    Gutaussehender Schwede mir sehr poppigem Popsong – na ja, er will ja schließlich “popular” werden. Am Ende sperren ihn seine Mittänzer in einen Glaskasten, dessen Scheibe dann zerspringt. Hat er sie etwa zersungen? Oder zerschlagen? Nein, wir erfahren, es wurde mit technischen Hilfsmitteln ausgelöst. Wahrscheinlich wurde das Lied auch so produziert: Europopsongmaschine mit Namen und Titel gefüttert, und schon war’s da.
  8. Estland – Getter Jaani: Rockefeller Street
    Aha, Getter ist eine Frau! Im rosa Kleid bewegt sie sich zwischen Häusermodellen zum Stampfrhythmus. Ähem. Gezählt wird dabei “1, 2, 7, 3 …” Was soll uns diese Reihenfolge sagen?
  9. Griechenland – Loukas Yiorkas feat. Stereo Mike: Watch My Dance
    Müssen griechische Sänger eigentlich immer Tempel und Säulen im Hintergrund haben? Ist das Vorschrift? Und was soll diese Kombination: Rap, altbekannter Griechenpop und dann noch ein traditioneller Tanz mit Feuersäulen und Jackenwegwurf?
  10. Russland – Alexei Vorobyov: Get You
    Lichstrahl an, es fängt russisch an. Sänger, Tänzer, und irgendwas noch soll er sein – vermutlich der russische Mädchenschwarm. Und dann lässt er sich das Lied auch noch von dem Komponisten der Lady schreiben. Trotz Salto beim Singen kann mich der Jüngling nicht überzeugen.
  11. Frankreich – Amaury Vassili: Sognu
    Oh – ein Opernsänger! Und: Ah – die moderne Version mit Mopp aufm Kopp! Ob das hier die richtige Plattform für ihn ist? Interessant: Frankreich lässt korsisch singen, was sich wie italienisch anhört und deswegen besser zur Oper passt. Das Lied passt aber nicht hier rein.
  12. Italien – Raphael Gualazzi: Madness of Love
    Canzone italiano mit Jazz und Blues – das ist überhaupt nicht mein Geschmack. Der Sänger spielt Klavier und dann kommen noch kreischende Blechinstrumente dazu. Macht, dass ihr schnell zum Ende kommt, das halten meine Ohren nicht aus!
  13. Schweiz – Anna Rossinelli: In Love for a While
    Die Sängerin tritt in Begleitung von Gitarre und Bass auf. Eine schöne Stimme hat sie ja. In der Kategorie Reggae hätte ich die Melodie jedoch nicht eingeordnet. Leider hat man ein wenig am Text gespart, viel zu oft und viel zu lange trällert sie “Nananana…”.
  14. Vereinigtes Königreich – Blue: I Can
    Großbritannien macht einen verzweifelten Versuch mit einer Ex-Boy-Band und einem Titel, der wohl den Sieg suggerieren soll. Die “Blauen” sind zwar ganz blau gekleidet, aber in grünes Licht getaucht. Merken: Take That kann man nicht nachmachen! Und ob dieser typische Boybandsong erfolgreich sein wird, werden wir sehen.
  15. Moldau – Zdob si Zdub: So Lucky
    Zu Hilfe: die sieben Zwerge mit Spitzhüten! Ach nein, es sind nur drei, aber das macht es auch nicht besser. Ska heißt das, was sie da veranstalten, wilde Trompeten und Gepfeife. Zwischendurch rollt eine Zwergenfrau auf einem Einrad über die Bühne. Ich sehne das Ende herbei.
  16. Deutschland – Lena: Taken by a Stranger
    Auch wenn’s „unsere“ Lena ist, diese Musik trifft nicht meinen Geschmack. Das klingt zwar interessant, aber es ist irgendwie düster und “strange”. Bei den Tänzern in silberfarbenen Ganzkörperanzügen, die auf der Leinwand auch noch vervielfältigt werden, muss ich an Aliens denken. Da wäre es doch als Schlusseffekt passend gewesen, wenn ein Raumschiff aufgetaucht wäre, seine Luke geöffnet und Sängern Lena auf einem Lichtstrahl ins Innere gezogen hätte.
  17. Rumänien – Hotel FM: Change
    Der Sänger in schwarzweiß gestreifter Hose tritt mit Klavierbegleitung auf. Er präsentiert einen netten Popsong, der mir irgendwie bekannt vorkommt. Liefe das im Radio, würde ich nicht direkt wegschalten, aber es plätscherte mehr oder weniger an mir vorbei.
  18. Österreich – Nadine Beiler: The Secret Is Love
    Österreich ist auch wieder dabei: Die Sängerin mit Mireille-Mathieu-Gedächtnisfrisur und Celine-Dion-ähnlicher Stimme trägt ihr langsames Liebeslied vor, während sie relativ unbeweglich auf einem Podest steht. Gegen Ende tauchen aus dem Dunkel noch vier oder fünf schwarzgewandete Backgroundsängerinnen auf, die wie schwarze Krähen kräftig die Schlusstöne des Liedes unterstützen. Schöne Ballade, aber meiner Meinung nach keine Chance auf einen vorderen Platz.
  19. Aserbaidschan – Ell & Nikki: Running Scared
    Endlich einmal ein Duett, das fehlte bisher noch. Zuerst sehen wir eine vielarmige Frau – ach so, das war ein Trick, da standen mehrere hintereinander und bewegten ihre Arme schlangenartig. Alles in allem ein schönes Liedchen, mir gefiel es ganz gut. Und endlich wieder einmal ein Vokuhila-Kleid, das habe ich schon so vermisst!
  20. Slowenien – Maja Keuc: No One
    Die Sängerin tritt im schwarzen Kleid auf, darüber trägt sie so etwas wie eine Glitzergardine oder ein Kettenhemd. Eine schöne, kräftige Stimme und eine gut anzuhörende, rockige Pop-Ballade – das trifft meinen Geschmack auch ganz gut.
  21. Island – Sjonni’s Friends: Coming home
    Eine Sechs-Mann-Combo mit Blechbläsern im Hintergrund versucht, mit viel Lalala-Gesang zu überzeugen. Vielleicht gibt es ein paar Extrapunkte wegen der tragischen Vorgeschichte mit dem verstorbenen eigentlichen Interpreten des Liedes. Fazit: Der Moderator bezeichnet es als Kneipenmusik und mich erinnert es ein wenig an Texas Lightning.
  22. Spanien – Lucía Pérez: Que me quiten lo bailao
    Die Spanier beginnen umgehend auf der Bühne zu hüpfen und zu tanzen, die Sängerin trägt einen Netzglitzerrock am pinkfarbenen Kleid. Gibt es nichts Einfallsreicheres als spanischen Tanzgesang? Irgendwie geht es auch ums Tanzen, aber dieses Lied passt besser zur Party im spanischen Strandurlaub als in meine Ohren. Der Titel bedeutet übrigens so viel wie: “Das kann mir keiner mehr nehmen.” Was meint sie damit, den letzten Platz vielleicht?
  23. Ukraine – Mika Newton: Angel
    Oh ja, Sandmalerei! Das finde ich klasse. Stört auch nicht, wenn jemand nebenbei singt. Auch fallen die Engelsflügelstummelärmel am Kleid nicht besonders ins Gewicht. Ich jedenfalls habe nicht auf den musikalischen Beitrag geachtet, die sandstreuende Künstlerin fand ich viel beeindruckender.
  24. Serbien – Nina: Caroban
    Jetzt geht es zurück in die bunten 60er-Jahre: Sängerin plus drei Begleiterinnen in Minikleidern mit Blümchenbordüren und buntbestrumpften Beinen performen leicht jazzigen Sound vor bunten Kreisen auf der Leinwand. Nicht mein Fall.
  25. Georgien – Eldrine: One More Day
    Aber jetzt: Es wird hardrockiger! Etwas in Richtung Lordi oder Teräsbetoni hat mir sowieso noch gefehlt. Sehr schön! Nun, es wird ein Rock-Rap, gesungen von Mann und Frau. Die Sängerin trägt schwarz mit giftgrün, und ich frage mich, warum man ihr vorn auf den Rock ein Sofakissen getackert hat.

Obwohl mir einiges ganz gut gefallen hatte, war ich nach diesen Darbietungen recht unschlüssig, wem ich meine Punkte geben würde, sofern ich welche hätte.
Es folgte die Zwischenunterhaltung. Oh nein, Jan Delay!? Ich habe ernsthaft gefragt, welche Sprache er singt, denn ich habe gar nichts verstanden. abgesehen davon, dass ich diese Art Musik überhaupt nicht mag, macht es der Gesang doppelt so schlimm. Endlich war es vorbei und es folgte die Punkteverteilung.
Da ging es ja ganz schön hin und her, drunter und drüber. Mal der vorn, dann wieder ein ganz anderer. Eben noch auf Platz 8, schon kurze Zeit auf den hintersten Rängen – so ähnlich lief es ab. Natürlich blieb es nicht aus, dass hier und da Nachbarschaftspunkte vergeben wurden, aber es war meinem Eindruck nach nicht mehr so extrem wie in einigen vergangenen Jahren. Gegen Ende wird dann klar, dass Aserbaidschan gewinnen wird. Sei’s ihnen gegönnt, ist ja auch ein nettes Lied. Es stellt sich nur die Frage, wie dieses Land einen derart teuren Wettbewerb finanzieren wird. Wir werden es erfahren. Sehr überraschend landet der italienische Beitrag auf Platz Zwei, damit hätte ich nie gerechnet. Dritter wird der “populäre” Schwede, na, da hat der Titel doch geholfen. Und die Sandmalerin schafft es auf den vierten Platz (wohl eher nicht die Sängerin). Und “unsere” Lena: Platz Zehn – na, immerhin, ist doch in Ordnung.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Das Ende vom Endlosen

Wie macht man das eigentlich, eine über viele Jahre laufende Fernsehserie irgendwann zu beenden? Werden alle Geschichten zum Zeitpunkt X gleichzeitig zu Ende erzählt sein? Gibt es ein großes Abschiedsfest? Lässt man die Charaktere nach und nach auswandern, wegziehen oder sterben? Geschieht ein großes Unglück, bei dem alle gleichzeitig das Zeitliche segnen? Oder hört man einfach mittendrin auf, als wäre nichts gewesen, als ob am nächsten Tag alles weiterginge?
Aus aktuellem Anlass habe ich mir darüber Gedanken gemacht: Der vor 19 Jahren bei der ARD ins Leben gerufene “Marienhof” wird in Kürze eingestellt und wie werden die Macher wohl das Ende gestalten? Mein erster Vorschlag wäre ein Happy End, eine große Hochzeitsfeier zum Beispiel. Zum Abschied winken alle Mitwirkenden glücklich und zufrieden in die Kamera und wir Zuschauer können uns vorstellen, dass diese fiktiven Figuren ihr erfundenes Leben fortführen, nur eben ohne von der Kamera dabei beobachtet zu werden. Schließlich ist das beim Film genauso. Genauer betrachtet finde ich allerdings diese Variante ein wenig langweilig. Also überlegte ich mir Version Zwei: Nach und nach verlassen alle Leute den Ort, bis zum Schluss nur noch eine einzige Person zurückbleibt. Die könnte dann entweder gramgebeugt im Staub auf der leer gefegten Straße zwischen den schon teilweise verfallenen Gebäuden hocken, während die Nacht hereinbricht. Zum Schluss ist es stockfinster, es endet mit einem schwarzen Bild. Wollte man das Ganze ein wenig freundlicher gestalten, könnte man auch diese letzte verbleibende Person mit einem Koffer die Straße entlanggehen lassen, den Rücken zum Zuschauer gewandt. Nun ja, ganz zufrieden war ich mit diesem Ende noch nicht. Die jetzt folgende Version Drei ist meine favorisierte: Es endet mit einem großen Knall! Da die Serie in Köln spielt, ist das Geschehen naheliegend. Natürlich müsste schon vorher der U-Bahn-Bau in die Geschichten eingebaut werden: Die Bewohner sprechen darüber, manchmal hört man grummelnde Geräusche aus der Tiefe und in Einblenden werden Risse gezeigt, die aber niemand bemerkt. Am Tag X kommt es schließlich zum Unglück, das alles auslöscht. Die Erde öffnet sich und lässt sämtliche Häuser und Menschen in die Tiefe stürzen. Danach ergießen sich die Fluten des nahegelegenen Rheins in den Trümmerkrater, sodass ganz bestimmt niemand mit dem Leben davonkommt und den Zuschauern doch noch Hoffnung auf eine Fortsetzung der Serie machen könnte. So wird’s gemacht!
Nach momentanem Informationsstand ist leider eher davon auszugehen, dass es einfach so mittendrin aufhört. Schade eigentlich.

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