September 2009

Dienstag, 1. September 2009

Es herbstelt

Am heutigen Tag hat sich das Aussehen hier geändert und hält es damit wie die Meteorologen: Am 1. September wird der Herbst eingeläutet.
Aber warum beginnt für die Wetterwissenschaft der Herbst schon heute und nicht erst am 23. des Monats? Wieso gibt es eigentlich den Unterschied zwischen meteorologischem und kalendarischem Jahreszeitenbeginn? Die Erklärung ist erstaunlich einfach: Als es noch keine elektronische Datenverarbeitung gab, war es für die Meteorologen leichter, immer komplette Monate zu erfassen und auszuwerten.

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Dienstag, 8. September 2009

Definitiv zu früh

Vorletzte Woche hatte man im Supermarkt einen Sonderstand mit Dingen aufgebaut, die für mich in den Oktober und November gehören: Flaschen mit weißem und rotem Federweißen, daneben Zwiebel- und Flammkuchen, sowohl fertig zum sofortigen Backen als auch in Form von Backmischungen. Wir hatten noch August! Sommer! Nun, ich gestehe, ich habe vor nicht allzu langer Zeit – sprich im Juli – ein Stück Flammkuchen gegessen, warum auch nicht? Aber diese geballte Ladung herbstlicher Lebensmittel war für mich einfach fehl am Platz.
Seit Jahren dürfen wir uns nicht mehr wundern, wenn im September bereits Regale mit Lebkuchen befüllt werden, aber als ich gestern zum ersten Mal in diesem Jahr an einem solchen vorbeikam, bin ich doch etwas erschrocken. Oh nein, Lebkuchen? Und das, wo gerade für heute und morgen 27 bis 28 Grad vorausgesagt wurden.
Fest steht auf jeden Fall, dass heute (und vielleicht auch morgen) noch einmal gegrillt wird. Ich habe gestern Abend die restlichen Grillbestände aus dem Gefrierfach geholt und der Mann wird vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr seinen fantastischen Kartoffelsalat zubereiten. Dabei fällt mir ein, dass ich endlich einmal das Rezept dafür aufschreiben sollte. Nun ja, Herbst und Winter kommen bald, dann gibt es Zwiebelkuchen ohne Federweißen (ist mir zu süß) und ich werde vielleicht ein wenig Zeit haben, die neuen Rezepte aufzuschreiben.

Mittwoch, 9. September 2009

Einmal Kreisel und zurück

Der Südschnellweg wird manchmal zur langsamen Strecke oder gar zur Staufalle, denn er hat keinen Standstreifen. Es muss nicht einmal ein Unfall passieren, ein Fahrzeug mit einer Panne reicht schon aus, um lange Staus zu produzieren. Heute Morgen war es wieder einmal soweit. Ich kam noch einigermaßen durch Hemmingen durch, doch kurz vor dem Landwehrkreisel war deutlich zu sehen, dass es sich nach rechts hin staute. Dort wollte ich mich nicht mitstauen. Zum Glück befand ich mich auf der linken Spur und drehte also eine fast vollständige Runde im Kreisel. Zurück nach Hemmingen, ab nach Osten und über Döhren und Wülfel zum Messeschnellweg. In der verkehrsberuhigten Berliner Straße behinderte ich einen dicht auffahrenden älteren Herrn in einem kleinen Möchtegern-Geländevehikel. Immerhin fuhr ich schon 35, aber schließlich habe nicht ich die Schilder aufgestellt, da muss er nicht so drängeln. Nach einem kurzen 70-Stundenkilometer-Geschwindigkeitsrausch auf der Döhrener Straße ging es wieder runter. Zwar rollte ich noch mit 60, wo nur 50 wegen des immens schlechten Zustands der Brückstraße gestattet sind, aber trotzdem musste der Herr mit seinem Sportgeländewägelchen an mir vorbeirauschen. Ich war dann doch etwas überrascht. Nicht wegen des Überholvorgangs, der war vorhersehbar gewesen. Es war das Auto selbst: Was in meinem Rückspiegel so unscheinbar und wie gewollt und nicht gekonnt ausgesehen hatte, entpuppte sich als die Chiligewürz-Modellvariante eines bekannten Sportwagenbauers. Ich wusste gar nicht, dass die Autos bauen, die vorne so nichtssagend aussehen.
Heute Nachmittag werde ich auf jeden Fall den Schnellweg wieder umfahren, denn man erwartet starkes Verkehrsaufkommen wegen des Fußballspiels Deutschland – Aserbaidschan.

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Freitag, 11. September 2009

Wörterforschung

Ich bearbeite zurzeit ein Deutschbuch für die 5. Klasse und stelle beim aktuellen Kapitel gerade fest, dass die Schulbuchautoren nicht nur über pädagogische Kenntnisse verfügen, sondern manchmal auch eine gehörige Portion Fantasie mitbringen.
Es geht um die verschiedenen Wortarten, und diese werden von Sprachforschern auf einer Forschungsreise erkundet.
Zuerst fangen die drei Forscher Nomen ein und bringen sie in ihr Forschungszelt, um sie zu untersuchen. Plötzlich hören sie Lärm vor dem Eingang des Zeltes. Dort hatte sich nämlich eine aufgebrachte Menge kleiner Wörter versammelt, die hinein wollen. Es waren die Begleiter der Nomen, die Artikel. In ihrem Unwissen hatten die Sprachforscher diese Wortpaare getrennt. Die Forscher untersuchten weiter und stellten zum Beispiel fest, dass der Artikel „das“ schreiend wegrennt, wenn man ihn zu einem Hund stellt. An einem der folgenden Tage sind die Nomen plötzlich verschwunden. Es stellt sich heraus, dass sie von den Pronomen gefangen genommen wurden. Die Pronomen wollen die Nomen erst wieder freilassen, wenn die Forscher auch über sie schreiben.
Später, in einer zweiten Forschungsreise, untersuchen die Sprachwissenschaftler die Lebensgemeinschaften der Wörter und finden zum Beispiel heraus, dass im Land der wilden Wörter die Wörter in Sätzen zusammenleben.
Es macht Spaß, so etwas zu lesen, da sieht man, dass Themen auch auf unterhaltsame Weise behandelt werden können.

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Montag, 14. September 2009

Weder Berg noch Rosen

Gestern war Entdeckertag in der Region und wir hatten vorgehabt, wie im letzten Jahr auf den Kaliberg in Ronnenberg zu steigen. Dann hätte ich mal ausprobieren können, was mein neues Telezoom-Objektiv leisten kann. Allerdings regnete es gestern, teilweise auch recht heftig. Die kurzen Sonnenlücken waren zu kurz, um auf den Gipfel zu kommen, außerdem war es rundum bewölkt und die Sicht wäre nicht gut gewesen. Dann hatte ich auch keine Lust mehr, bei dem trüben und feuchten Wetter in die Historischen Rosengärten zu gehen. Auch Rosen wollen Sonne.
Ich bastelte also ein wenig an einem Fotobuch über unseren Hausbau herum, das ich schon seit langer Zeit zusammenstellen wollte. Mit der entsprechenden Software ist es ein Leichtes, auch eine große Menge Fotos hineinzukopieren und ihnen ein Layout zu verpassen. Das geht recht schnell, doch dann überlegte ich hin und her, ob ich noch Text ergänzen soll oder nicht. Wenn ja, ist das wieder ein Riesenaufwand, und ich habe das Projekt erneut auf das nächste Regenwochenende verschoben.

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Donnerstag, 17. September 2009

Bekannte Gesichter

Nach langer Zeit haben wir wieder einmal „Aktenzeichen XY … ungelöst“ angeschaut. Das ist ja durchaus eine interessante Sendung und es erstaunt mich immer wieder, dass viele Fälle so lange zurückliegen und man trotzdem noch auf Hinweise hofft. Ich könnte mich wahrscheinlich nicht mehr erinnern, welches Auto vor zwölf Jahren in der Lahnstraße in Frankfurt hinter mir parkte. Interessant ist die Sendung auch wegen der Filmchen, in denen die Verbrechen nachgespielt werden. Da sieht man nicht nur unbekannte Darsteller, sondern durchaus auch bekannte Gesichter. In der vorletzten Sendung tauchte neben einer aus RTL Samstag Nacht bekannten Schauspielerin die Darstellerin der „Bianca Guther“ auf, die bis 1988 in der Lindenstraße zu sehen war. Auch gestern Abend erschien wieder ein früherer Lindenstraßen-Darsteller, der „Zorro“, außerdem hatten zwei ehemalige junge Darsteller aus einer Vorabendserie einen Auftritt. Es ist ja nun nichts Außergewöhnliches, Schauspieler immer wieder in anderen Rollen zu sehen, doch bei solchen Sendungen geht es mir immer so, dass ich dann sage: „Ach guck mal, der XY aus der Serie Z!“ oder: „Ach nee, die Frau XX aus der Krankenhaussendung!“ Muss wohl daher kommen, dass ich nicht erwarte, bekannte Gesichter bei nachgespielten Verbrechen zu sehen.

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Montag, 21. September 2009

Hoch hinauf

Gestern war es noch einmal richtig schön warm und darum machten wir uns mit dem Fahrrad auf zum Walderlebnisturm in der Waldstation Eilenriede.
Der Holzturm wurde in diesem Jahr erbaut und kann seit Juli bestiegen werden. Ungefähr 180 Stufen führen hinauf auf eine Höhe von 32 Metern, aus der man einen Blick über die Baumwipfel auf Hannover und Umgebung werfen kann. Bei guten Sichtverhältnissen soll man sogar bis zum Brocken im Harz schauen können, aber gestern war es leider etwas dunstig.
Mit dem kleinen Teleobjektiv konnte ich schon etwas näher dran als früher. Besonders gut ließen sich das INI und der Telemax ablichten. Die Innenstadt ist dann doch etwas zu weit entfernt, um vernünftige Fotos machen zu können.

Tiere gab es auch noch zu sehen: Am Teich entdeckte ich kleine, grüne Frösche und eine Libelle, die sich zum Ausruhen auf einen Balken gesetzt hatte. Kranke Vögel, zum Beispiel mit gebrochenen Flügeln, werden in einer Krankenstation gehalten, es gibt ein Haus für Fledermäuse und ein Freigehege mit Iltissen, von denen sich einer blicken ließ.

Nach dieser 25-Kilometer-Tour schmerzten meine Beine heftiger als sonst, aber kein Wunder, schließlich waren wir zusätzlich noch im Turm 180 Stufen nach oben und auch wieder nach unten gegangen.

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Mittwoch, 23. September 2009

Verwirrende Bescheide

Vor drei Jahren habe ich zum ersten Mal eine komplett papierlose Einkommensteuererklärung beim Finanzamt eingereicht. Damals dauerte es nur drei Wochen, und der Bescheid war Anfang Mai da. Auch in den beiden Jahren darauf ging es ähnlich schnell. Dieses Mal war ich etwas später dran, habe die Daten erst im Mai übermittelt. Dieses Mal war nach drei Monaten noch nichts da. Ich hätte ja durchaus einmal anrufen und nachfragen können, aber das habe ich immer wieder vergessen oder erst abends daran gedacht. Als mir im August an einem Wochenende wieder einmal einfiel, dass noch immer keine Nachricht vom Finanzamt eingetroffen war, habe ich kurzerhand die Datei kopiert und nochmals hingeschickt. Dann, nach gut vier Wochen traf endlich die Post ein, und es war sogar richtig, was das Programm vorausberechnet hatte.
Allerdings stand auf dem Bescheid nicht der erfreuliche Satz: „Das Guthaben in Höhe von XXX Euro wird in Kürze auf das Konto Nr. YYY überwiesen“, sondern man kündigte an, uns mit einem gesonderten Bescheid über die Verwendung des Geldes zu informieren. Liest man so etwas zu ersten Mal, wundert man sich bestimmt. Mir ging es so, als man dies im vorletzten Jahr mit dem damaligen Bescheid ankündigte. Ich hatte mich nämlich erdreistet, auf der Steuererklärung meine Kontonummer anzugeben statt wie bisher die Kontonummer des Mannes. Als (Ehe-)Frau ist man offensichtlich in den Augen des Finanzamtes nach wie vor noch ein Anhängsel, denn als Steuerpflichtiger wird immer der Mann genannt. Als ob ich nicht genauso steuerpflichtig wäre …
Jedenfalls dachte ich mir damals, so eine Frechheit, wieso erlaubt sich die Finanzbehörde über mein Geld zu entscheiden? Sie sollen überweisen, und dann ist es gut. So einfach war es nicht, denn einige Tage später trudelte ein Formular ein, in dem die nun zu verwendende Kontonummer anzugeben war und das von Steuerpflichtigem und Ehefrau unterschrieben werden musste. Ich legte es, bereit zum Ausfüllen, auf meinen Schreibtisch. Das Schicksal meinte es nicht gut mit dem Papier, denn kurz darauf kam eine nass geregnete Katze an, die sich auf dem Schreibtisch trocknen wollte. Das Ergebnis war ein feucht gewordenes Formular, auf dem einige Stellen ziemlich unleserlich geworden waren. Ich überlegte noch, ob ich das in diesem Zustand zurückschicken könnte, da zeigte mir ein Blick auf mein Konto, dass das Geld eingetroffen war. Ich freute mich und beförderte das nutzlos gewordene Formular in die Papiertonne. Seitdem finden wir auf jedem Bescheid den Hinweis, man würde uns in einem weiteren Schreiben über die Verwendung des Guthabens informieren und zwei Tage später ist das Geld auf dem Konto.

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Montag, 28. September 2009

Auf dem Kaliberg

Gestern war es noch einmal so richtig warm (im Gegensatz zu heute, wo sich der Herbst wieder durchgesetzt hat), und das war die Gelegenheit für einen Ausflug. Am regnerischen Entdeckertag hatten wir den Gang auf den Berg ausfallen lassen. Schade, dachte ich, denn die renaturierte Kalihalde in Ronnenberg-Empelde ist nur geöffnet, wenn dort Veranstaltungen stattfinden. Doch dann entdeckte ich im Internet, dass im Rahmen des Projekts „Gartenregion Hannover“ die Kunstausstellung „Pretty Hill“ noch bis zum 11. Oktober auf der Kalihalde installiert ist. Also hieß es: Auf zur Bergbesteigung!

Die Kunstobjekte waren interessant anzuschauen, wobei sich einem Nicht-Kunstkenner und dann noch ohne Beschreibung der Sinn nicht ohne weiteres erschließt. Bei einigen gab es eine kleine Infotafel, bei anderen wiederum nicht. So erfuhr ich erst aus dem Internet (hätte ich mal vorher genau lesen sollen), was der alte Doppeldeckerbus mit den Tierfiguren darstellen soll: Das sind nämlich vom ansteigenden Meeresspiegel bedrohte Tierarten, die im Bus auf einen Berg flüchten.

Die Aufnahmen des Stadtpanoramas sind nicht so gut gelungen wie ich mir das gewünscht habe, leider stimmte wohl wieder einmal das Licht nicht. Aber man kann ja nicht immer im passenden Moment auf dem Berg stehen.

Nach dem schweißtreibenden Auf- und Abstieg – die Sonne brannte nämlich recht heftig – statteten wir dem direkt nebenan aufgebauten Flohmarkt einen Besuch ab. Jedoch schmeckte die Bratwurst, die der Mann sich gekauft hatte, nicht besonders gut, auch das Eis vom mobilen Italiener war bis auf die Geschmacksrichtung Zitrone nur mittelmäßig. Dann hörte ich noch im Vorbeigehen, wie ein Verkäufer eine Interessentin anschnauzte: „Nee, lass mal liegen, für drei Euro gebe ich das lieber dem Roten Kreuz oder ich werfe es auf die Autobahn!“

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