Februar 1980

Samstag, 9. Februar 1980

Februar 1980

Dienstag abend waren wir (Pit, Uschi, Carola, Moni, Christa, Kerstin und ich in Mainz Schlittschuhlaufen. Anschließend im Eigenheim. Friedel, Norbert, waren auch da. Ich merkte genau, daß Friedel etwas von mir wollte, aber ich dachte, laß mir doch meine Ruhe.
Mittwoch abends dann auf dem Hexenball (nach dem Training) erfuhr ich was los war. Er tanzte mit mir, um es mir zu erzählen, daß es ihm leid täte, noch mal mitgegangen zu sein, usw. Ich hatte es schon überwunden, aber dann kam doch noch mal der Schmerz und entsprechend war dann meine Stimmung.
Ich hatte diesen Mittwoch allerdings auch herbeigesehnt, weil ich dann den Typen wiedersehen wollte. Nur das Problem: ich konnte mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, wie er aussah. Aber dann, als ich ihn sah, wußte ich es wieder! Ich ging zu ihm hin und redete kurz mit ihm. Ich hoffte, er würde mit mir tanzen, tat er aber nicht, außerdem war noch ein Mädchen dabei, könnte doch seine Freundin sein.
Samstags war Maskenball in der Turnhalle. Ich ging ca. um 10 Uhr hin, nachdem wir aus Wiesbaden zurückgekommen waren. (schon wieder 2mal verloren).
Ich stand, wie immer, zuerst ein bißchen rum, tanzte dann mal und dann traf ich ihn wieder. Er heißt Wilfried. Er sagte, wir tanzen nachher mal, und das taten wir dann auch. Anschließend gingen wir hoch in die Sektbar. Dort traf ich Reinhard, er war auch auf dem Planck, hat 1 Jahr vor mir Abi gemacht.
Gabi war auch wieder da. Ich tanzte mit verschiedenen Typen, auch mit einem aus Ingelheim, der wollte was von mir, aber er war irgendwie blöd und ich ließ ihn dann sitzen und ging zu Wilfried.
Reinhard fragte mich dann später, ob ich mal mitkommen wolle, Freitags ins „Cosy-Shack“ und dann ins „Sounds“. Ich sagte ja, denn dort war ich noch nie gewesen.
Er holte mich dann am Freitag abend ab (1. Tag vom Seminar), holte dann Gabi in Rüsselsheim und Wilfried in Bischofsheim.
Im Cosy traf ich Sigrid, wir unterhielten uns eine Weile, aber später sah ich sie nicht mehr. Es war ganz nett. Einige andere Bekannte waren auch noch da, u. a. Rainer, gen. Tommi. Auch ein bißchen langweilig, denn lange Zeit stand ich nur mit Reinhard draußen (in der Nähe der Tanzfläche).
Später fuhren wir ins Sounds. Die Musik ist dort besser, das Publikum ganz anders, viele Kiffer, Rocker und Farbige. Und Verrückte. Wie zum Beispiel der Vogel, der hat echt einen Schlag. Seine Freundin soll beschissen sein in jeder Hinsicht.
Mutti dachte wahrscheinlich, daß ich mit Reinhard gehe, denn sie sagte, er sähe ganz goldig aus. Ich meinte, na, das ist wohl Geschmackssache. Ich finde ihn ganz nett, das ist alles. Ich fühle mich mehr zu Wilfried hingezogen. Allerdings wußte ich nicht (bin mir immer noch nicht so sicher), ob er mit Gabi geht oder nicht. Einmal, kurz bevor wir gingen, daß ich auf der Lehne einer Bank an der Tanzfläche. Er faßte mich an und tat so, als wollte er mich herunterwerfen. Das Gefühl war ganz toll. Aber so richtig merkte ich das erst am Mittwoch. Hexenball. Kein Training, da wir Sektbar-Dienst hatten. War ganz gut, nur war ich ein bißchen erkältet und hatte Kopfschmerzen. Die Bischofsheimer kamen ziemlich früh. Ich sah sie dann lange nicht, weil ich oben zu tun hatte. Dann kamen immer mehr vom Verein, und schließlich flüchtete ich, weil wir uns hinter der Sektbar auf die Füße traten. Irgendwann stand ich an der Treppe und ein Typ quatschte mich an, wir tanzten, gingen dann in die andere Sektbar. Er wollte mich dann unbedingt küssen und fragte mich ziemlich blödes Zeug. Mir reichte es dann und ich wollte wieder rausgehen. Wir standen draußen an der Tanzfläche, es war gerade 24:00 und oben auf der Bühne standen Wilfried und Tommi mit Gabi auf den Schultern, denn sie wurde am Donnerstag 18.
Ich gab dem Typen meinen Kamm, als ich auf der Toilette war, aber als ich rauskam, war er verschwunden. Ich suchte ihn, und fand ihn schließlich auch, auf der Tanzfläche mit einem anderen Mädchen. Idiot! Ich war aber froh. Ich ging zu den Bischofsheimern, um mich ein bißchen mit ihnen zu unterhalten. Wilfried aber fragte mich gleich, ob wir tanzen wollten – und dann waren wir die restliche Nacht auf dem Hexenball zusammen. Gegen Ende waren wir unten in der Sektbar und der Typ, der im Cosy bedient, war auch da, und er tat, als sei er wahnsinnig begeistert von mir.
Donnerstag rief Wilfried mal kurz an. Freitags konnte ich nicht mitfahren, weil wir Besprechung hatten wegen Fastnachtssamstag.
Samstag war dann in Bischofsheim Maskenball.
Ich war gegen 20 Uhr dort, sah zum Glück gleich Gabi, Vogel, u. a. Mädchen, die dabeisaßen, z. B. auch die Schwester von Reinhard.
Die anderen liefen dann ein, so auf die Art „Frankfurt Kaiserstraße“. Es war wirklich stark.
Dann tanzte ich ein paarmal, mit Wilfried und Reinhard, um 10 Uhr liefen sie das 2. Mal ein, mit Baströckchen und Sonnenschirmchen und führten ein Ballett vor, bei dem aber auch gar nichts exakt klappte. Wir konnten nicht mehr vor lachen. Nachher war es dann noch toll, aber allgemein war nicht so viel los wie bei uns. Als wir rausgeworfen wurden, gingen wir zu einem Typen Kaffee trinken. Wir waren 6 Leute (Winfried, Simona, Gabi, Tommi, Wilfried und ich). Eigentlich wollten wir bei Wilfried übernachten, aber wir blieben dann dort bis Sonntag 11 Uhr und es war saukalt in der Nacht. Wilfried brachte Gabi und mich nach hause und das wars dann. Sonntag schlief ich den ganzen Nachmittag. Gestern abend hoffte ich, er würde anrufen. Natürlich tat er es nicht. Ich ging früh ins Bett, weil mir alles so egal war. Heute abend war ich gerade auf dem Weg nach Hause (vom co-op), kam an die Ampel, es war rot und da stand ein grüner Golf. Die sehe ich mir immer genau an, weil ich mir einen (vielmehr einen Polo) kaufen will. Ich war schon fast vorbei, als ich sah, daß es Wilfried war. Er hatte mich auch gesehen. Er fuhr mich nach Hause. Wir unterhielten uns eine Weile, u. a. sagte er, ich werde doch am Samstag zu seiner Party kommen. Morgen abend, beim Hexenball, sehen wir uns auch. Aber sonst – ich hoffe nicht, daß er Nummer 9 ist (ich habe heute gerade mal alle Typen nach meinem ersten und einzigen Freund gezählt). Das wäre wirklich schlimm, ich darf gar nicht daran denken.

Dienstag, 26.02.80

Samstag, 16.02. Fußballer und Volleyball-Mädchen eingelaufen als Zigeuner. war klasse. Wollte in Trebur bleiben, besonders, weil ich Hubi gesehen hatte.
STOP – Zuvor Mittwoch Hexenball. War mit Wilfried zusammen, Mäusi fragte mich dann, ob wir tanzen wollten. Ja. Dann in Sektbar hinten. Nur noch Mist. Mit ihm zusammen. Wilfried war gemein. Hatte ja recht. Knutschte sich mit anderen Mädchen rum. Ich weinte. Mäusi brachte mich nach Hause. Ich hielt es nicht aus, ging wieder hin. War schon ziemlich zu von dem Scheiß-Sekt. Am Ende dann mit Wilfried geredet. Er hat mich und ein anderer Christel L. nach Hause gebracht. – STOP
Also dann Samstag. Hatte vorher schon mit Wilfried telefoniert (er hatte Donnerstag angerufen). Jedenfalls fand ich Hubi nicht mehr, und es war viel zu voll. Bei den anderen war ich auch irgendwie Außenseiter.
Fuhr dann doch noch nach Bischofsheim (Papa hat mich gebracht):
Party war gut, gute Musik, leider ging’s mir nachher schlecht, weil ich zu viel durcheinander getrunken hatte.
Montag = Rosenmontag. Weinprobe in der Schule. Abends Rosenmontagsball im Eigenheim. Langweilig, viele ältere Leute. Bei den Bischofsheimern tolle Stimmung, ich konnte keinen Sekt mehr sehen. Ein Typ (ganz nett) holte mich zum Tanzen, mit ihm war ich dann ziemlich lange zusammen, dann ging ich runter zu den anderen in die Sektbar. Wilfried wieder mit der Christel L. Ich war sauer. Blöd. Er tanzte mit einer anderen. Dann gingen sie. Ich auch. Er war übrigens ziemlich zu gewesen an diesem Abend, deshalb dachte ich, laß mir doch meine Ruhe.
Dienstag wollte er mich abholen, nach Bischofsheim, rief aber an, er sei bei seiner Cousine eingeladen. Zum Glück! Denn ich ging allein in die Turnhalle, es war relativ voll, aber ich saß erst mal längere Zeit rum. Gleich zu Anfang hatte ich einen Typ gesehen, den ich unheimlich süß fand. Er tanzte gerade mit einem Henker (Mädchen von der Landjugend). Ich sah ihn dann noch ein paar Mal und überlegte, ob ich ihn fragen sollte, ob wir mal tanzen. Ich entschloß mich, es zu tun, wenn er bei mir vorbeikäme. Dann endlich! Er kam. Aber was tat er? Er fragte mich! Toll. Wir gingen dann mal in die Sektbar, tanzten wieder und saßen noch eine Weile unten. Er heißt Bernhard, arbeitet bei Opel und geht demnächst für 4 Monate nach Kanada. Sein Bruder war auch mal auf dem Planck, er war auch da, ich kenne ihm vom sehen.
Sein Hobby ist Musik und er mag Edgar Allan Poe, den ich auch unheimlich gut finde.
Wir verabredeten dann ein Treffen, diesen Freitag (29.02.) im Candy. An diesem Abend wußte ich schon, daß ich dann ein Auto haben würde. Mittwochs holten wir es dann. Klasse. Es macht wirklich Spaß.
Freitag konnten wir früher gehen, und ich traf Wilfried und Gabi im Zug.
Abends waren wir bei Stefan (Jumbo) eingeladen, der hatte Geburtstag. Wilfried holte mich ab, ich war ziemlich müde. Ich wußte auch nicht mehr, was er überhaupt wollte.
Später fuhren wir noch mal ins „Sounds“, dort wollte er Reinhard treffen, aber es war schon geschlossen worden. Wahrscheinlich von der Polizei.
Er brachte mich nach Hause und erklärte mir, daß er Angst habe, weil er mir weh tun könnte, weil es schon bald wieder aus sein könnte. Er wisse nicht, was er wolle.
Nachher noch das mit dem Typen am Fenster. Schrecklich!
Samstag mittag rief er mich an, wegen abends. Wir spielten an diesem Tag in Wiesbaden, ich sollte abends mit meinem Auto nach Mainz kommen, ins Kino (Rocky Horror Picture Show). Ich sagte, es geht bestimmt nicht, um 20 Uhr könnte ich noch nicht in Mainz sein. Davon abgesehen wollte ich auch nicht. Er sollte mal ein bißchen Zeit haben zum Nachdenken. Deshalb fuhr ich erst gar nicht mit meinem Auto nach Wiesbaden. Schon wieder verloren. Abends froh, daß ich zu Hause war.
Sonntag wollt er nach Fußball vorbeikommen, kam aber nicht, rief später an, war ziemlich kaputt, verabredeten uns für morgen, Mittwoch. Ich werde sogar das Training schwänzen. Heute hatten wir um halb 4 Schluß, ich dachte, ich sehe ihn im Zug, aber nein, auch Gabi nicht.

Freitag, 29.02.80

Date mit Bernd. Sollte ich hingehen? Zum Glück ging ich doch. Traf ihn gleich im Candy. Wir gingen dann etwas trinken und fuhren spät noch mal nach Mainz ins „Gypsy“.

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