September 1974

Sonntag, 1. September 1974

September 1974

Heute war ich ziemlich müde von gestern. Hoffentlich hat die Party allen gefallen. Und nun etwas, was ich gestern noch nicht geschrieben habe: abends sind Sigrid, Silvia, Christiane, Christina und ich zum Telefonhäuschen gerannt. Sigrid wollte Michael R. anrufen, aber er war nicht zuhause. Sabine und Helga haben sich geärgert, erstens mal, weil wir sie nicht mitgenommen hatten, und dann hat Sabine auch nicht geglaubt, daß Michael nicht dran war. Sie sind hinterher gelaufen und dann sind wir noch ein Stück spazieren gegangen, am Friedhof vorbei, wo die „Knochenlutscher“ abends sind. Roland, Achim, Peter und andere waren dort. Susi und Petra gehen auch öfters hin. Für den Rest der Party waren Sabine und Helga ziemlich sauer, natürlich besonders Sabine.
Und nun zu heute. Wie gesagt, ich war ziemlich müde. Am Nachmittag haben wir eine Radtour gemacht. Ich habe die meiste Zeit an Joachim gedacht, als ich ihn das erste mal gesehen habe, das war bei der Treburer Kerb, Dienstags beim Feuerwerk. Er war sicher auf der Astheimer Kerb, denn die haben jetzt. Ich wäre so gern hingegangen. Aber allein, nein! Vielleicht mit Christina? Doch sie wäre wahrscheinlich nicht mitgegangen. Wenn Ute noch in Trebur wohnen würde! Dann hätte ich zwar Berlin nicht gesehen, aber was ist das schon gegen einer guten Freundschaft! Eine richtige Freundin habe ich bis jetzt nicht, denn Christina geht jetzt mehr mit Sigrid zusammen. Vielleicht finde ich eine andere Freundin, oder einen Freund. Ach, man weiß nie, was am nächsten Tag passiert. Leider!!!

Dienstag, 17. September 1974

Am Sonntag waren wir in Schweinfurt. Michael hatte Geburtstag. Sie haben im Garten gefeiert. Da habe ich im Haus gegenüber einen Jungen gesehen. Er hat mir sehr gefallen. Später hat er dann zum Fenster hinaus geschaut. Leider sind wir bald wieder nach Hause gefahren. Auf der Autobahn war Stau, und das fand ich ganz toll, denn ich konnte den anderen Leuten winken. Es war schon ziemlich dunkel. Einmal habe ich einem Auto gewunken, da hat ein Junge dringesessen. Sie sind dann noch zweimal an uns vorbeigefahren. Sie waren aus dem Kreis Offenbach. Heute war ich im Schwimmbad. Ich wollte schon wieder nach Hause gehen, doch dann kam Joachim, und ich blieb noch etwas. Leider konnte ich nicht mehr lange bleiben, denn meine Bademütze ging kaputt.
Ich fuhr dann gleich wieder zum Schwimmbad und beobachtete Joachim. Als er mit seiner Freundin (vermute ich) wegfuhr, verfolgte ich ihn, denn ich wollte wissen, wo er wohnt. Er wohnt in Trebur, welch ein Glück, ich weiß sogar, in welcher Gegend. Leider nicht, in welchem Haus, denn Sabine, Helga und Sigrid sind mir über den Weg gelaufen, und da mußte ich abbremsen. So habe ich „seine Spur“ verloren. Hoffentlich sehe ich ihn noch öfters …

Montag, 23. September 1974

Gestern sind wir so um fünf mit den Rädern an den Rhein gefahren. Auf dem Heimweg sind wir noch einmal zu Oma. Joachim hat sich bei Ewald die Schallplatten angeschaut. Zur Zeit gefällt er mir sehr gut. Der Schweinfurter und der aus Holland nicht mehr so sehr, wahrscheinlich kommt das auch daher, weil ich sie überhaupt nicht mehr sehe und Joachim wenigstens einmal in der Woche. Ja, aufs Gymnasium müßte man gehen! Dann würde ich ihn jeden Tag sehen. Er geht auch nach Rüsselsheim aufs Planck, das weiß ich von Ute.
Gestern hatte Sabine Geburtstag. Sie feiert am 2. Oktober.
Jetzt werde ich noch ein bißchen lesen, im Bio-Buch; weil ich sonst nichts besonderes zum Lesen habe. Wenn ich Aufgaben gemacht habe, weiß ich sowieso nicht, was ich machen soll.
Ich glaube, dieser Winter wird sehr kalt. Das hat der „Wettervorhersager“ beim Opel gesagt, und ich habe mir das auch gedacht, denn jetzt, am Herbstanfang, ist es schon sehr kalt. Hoffentlich friert das Stück draußen am Rhein zu, dann werde ich oft, wenn ich Zeit habe, zum Schlittschuhlaufen rausfahren. Aber jetzt ist das ja egal, es ist noch lange Zeit bis dahin.

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