Oktober 2011

Sonntag, 2. Oktober 2011

Sonnentag in der Stadt

„Oh, heute ist verkaufsoffener Sonntag in der Stadt!“, stellte ich fest, als ich vor dem Frühstück eine Runde im Internet surfte. „Wollen wir da hinfahren?“ Wir wollten, und das war eine gute Gelegenheit, die fehlende Stricknadel zu besorgen. Gekauft haben wir sonst nichts, mir wäre auch gar nichts eingefallen, was ich unbedingt bräuchte. Zwar suche ich noch nach einem Einkaufskorb, aber solche Autokörbe aus Weide findet man gar nicht mehr in Kaufhäusern. Demnächst findet der Pöttemarkt statt, vielleicht habe ich da mehr Glück.
So nutzten wir diesen schönen, warmen, sonnigen Sonntag zu einem Stadtspaziergang. Raus aus den Einkaufsstraßen zum Leineufer, wo ich ein paar neue Nana-Fotos machte, und dann in die Altstadt.

Beim Eiscafé in der Kramerstraße wurde gerade ein Tisch draußen frei, und so konnten wir uns am vermutlich letzten richtig warmen Tag in diesem Jahr einen Eisbecher gönnen. Bei der Gelegenheit gab es auch noch ein kleines Fremdschäm-Erlebnis: Am Nebentisch nahm kurz nach uns ein älteres Paar Platz, wie ich aus dem Augenwinkel bemerkte. Einige Zeit später sagte der Mann zur Frau: „Also jetzt sitzen wir schon zehn oder fünfzehn Minuten hier und kein Mensch lässt sich blicken!“ Nur wenige Augenblicke später erschien die Bedienung, und die erste Bemerkung des Herren war: „Italien ist auch bald pleite.“ Fragezeichen bei mir, aber offensichtlich auch bei der Bedienung, denn der Herr wiederholte: „Italien wird bald pleite sein. Wollen sie kein Geld von uns Deutschen?“ Oh weh, wie würde das Gespräch wohl weitergehen, schoss es mir für den Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf. Und schon hörte ich den Kellner distanziert-höflich entgegnen: „Tut mir leid, dazu kann ich gar nichts sagen, ich selbst bin Brasilianer.“ Innerliches Grinsen bei mir. Der Herr, mit seiner Provokation nicht zum Zuge gekommen, orderte mit Nachdruck: „Wir hätten gern ein Eis!“ Nachdem die Bestellung aufgenommen und die Bedienung wieder verschwunden war, grummelte er noch vor sich hin: „Das musste doch mal gesagt werden … so kann das ja nichts werden, bei DER Einstellung …“ Was seine Frau darauf antwortete, konnte ich leider nicht hören.

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Sonntag, 9. Oktober 2011

Herrenhausen

Heute Nachmittag haben wir einen kleinen Ausflug nach Herrenhausen gemacht. Dort kann man von einer Aussichtsplattform auf dem Info-Pavillon einen Blick auf die Baustelle werfen. Viel ist im Moment noch nicht zu sehen, liegt doch gerade einmal die Decke auf den Kellergeschossen.

Anschließend machten wir noch einen Spaziergang durch den Großen Garten und danach noch einen Abstecher in den Berggarten, denn die Eintrittskarte gilt für beide Gelände.
Im Großen Garten gibt es zu dieser Jahreszeit kaum noch blühende Pflanzen, aber die Fontäne ist noch in Betrieb.

Der Berggarten hingegen ist ein Paradies für Pflanzenliebhaber, dort kann man unendlich viele verschiedene und teilweise auch sehr ungewöhnliche Gewächse entdecken. Alle Pflanzen sind beschildert, sodass man auch gleich weiß, wovor man steht. Wie zum Beispiel dieser Blaugurkenbaum aus China:

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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ich werde keine berühmte Schriftstellerin

Ende letzter Woche fand ich eine durchaus ernst gemeinte Anfrage einen Verlages in meinem E-Mail-Postfach. Man habe bei Recherchen im Internet meine Glosse „Männer im Supermarkt“ entdeckt und mein Schreibstil habe Gefallen gefunden. Ob ich wohl Interesse hätte, zwei Bücher zu schreiben? Zitat: „Wir planen zwei Bücher (à 160 Seiten), die klischeehafte Situationen zwischen Mann und Frau behandeln, indem sie diese in einem witzigen, glossenartigen Stil beschreiben.“
Interesse hätte ich schon, aber ich zweifelte ein wenig, ob ich das auch konnte. In letzter Zeit waren mir keine solch netten Texte mehr eingefallen wie die Supermarktgeschichte oder etwa die Zulassungsstelle und Silvester, die meine Favoriten sind. Absagen wollte ich aber auch nicht sofort, also bat ich um einige weitere Informationen, wie zum Beispiel den Zeitrahmen. Es ist schließlich nicht zu vernachlässigen, dass ich einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe, mich nebenbei noch um Einkäufe und Haushalt kümmere und vielleicht gelegentlich etwas ausspannen will.
Gestern erhielt ich weitergehende Informationen und es hieß unter anderem, der Abgabetermin sei Ende November/Anfang Dezember. Das könne wohl eng werden neben der Berufstätigkeit, aber falls doch noch Interesse bestünde, könne ich gern einen Probetext zum Thema „Er hört nie zu“ schreiben. Spaßeshalber versuchte ich mich an dem Thema, aber ich stellte schnell fest, dass mir der persönliche Bezug fehlte. In allen meinen Glossen stecken mindestens Spuren von eigenen Erlebnissen, die ich aber dann durchaus fantasievoll ausschmücken kann. Aber zu Männern, die nie zuhören, habe ich gerade keinen direkten Bezug und es fällt mir schwer, darüber zu schreiben. Und angesichts der Tatsache, dass ungefähr 300 Buchseiten gefüllt werden sollen (im Vergleich dazu würden meine über die Jahre geschriebenen Texte gerade mal ein 100-seitiges Taschenbuch ergeben), sagte ich heute ab. So wird es erst einmal nicht mit der schriftstellerischen Karriere. Aber ich bedaure es nicht, denn so kann ich nach der Arbeit guten Gewissens die Füße hochlegen und die von anderen Leuten geschriebenen Texte lesen.

Freitag, 14. Oktober 2011

Vorstellungsvermögen gefragt

Kürzlich hatten wir den Weihnachtskatalog eines Designversandhauses im Briefkasten. Viele dekorative Dinge gab es da zu Bestaunen und bei diesem mussten wir sehr schmunzeln:

Eine puristische Krippe:

Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt! Übrigens, man staune (oder vielleicht auch nicht): Der Künstler hat für dieses Werk einen Designpreis erhalten. Also mir gefällt ja das Schaf am besten …

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Donnerstag, 20. Oktober 2011

Älterwerden

Normalerweise habe ich keine Angst vor dem Älterwerden und habe sowieso vor, bei bester Gesundheit hundert Jahre alt zu werden. Knapp die Hälfte des Lebens läge also noch vor mir, man stelle sich das einmal vor.
Doch dann tauchen im Familienkreis Krankheiten oder Todesfälle auf und dann fürchte ich mich manchmal ein wenig vor den kommenden Jahren. Dann ist es vielleicht gut zu wissen, dass man eben nicht weiß, was noch kommen wird.

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Sonntag, 30. Oktober 2011

Baustellen über Baustellen

Ich kröne dieses Jahr zum Baustellenjahr für meinen Arbeitsweg. Angefangen hat es bereits im Frühjahr mit der Sperrung der beiden direkten Zufahrtsstraßen auf dem letzten Stück zwischen Schnellweg und meiner Arbeitsstelle. Dort entsteht das neue Wohngebiet Büntekamp, und dafür mussten Versorgungsleitungen gelegt werden. Zum Leidwesen aller betroffenen Autofahrer wurde die Straßensperrung mehrmals verlängert, und erst seit kurzem ist die Strecke wieder befahrbar.
Im Juli, zu Beginn der Sommerferien, begann die zugegebenermaßen heiß ersehnte Sanierung der Brückstraße, der Verbindung zwischen Hemmingen und Hannover-Döhren. Bis Ende September sollte die Straße gesperrt sein, und das würde nach der ruhigeren Ferienzeit endlos lange Staus auf der B3 durch Hemmingen bedeuten. Ich hatte ein klein wenig Glück, weil ich nach Kirchrode fahren muss, und wich auf die Wilkenburger Straße aus. Immer neue Schleichwege suchte ich mir wie zum Beispiel ganz genial hinten um den Baumarkt herumfahren, um lange Wartezeiten an den Ampeln zu vermeiden. Ende September nahte und wir mussten leider in der Zeitung lesen, dass der Bau aufgrund des nicht so stabil wie angenommenen Untergrunds länger dauern würde. Ende Oktober war nun angesagt. Na ja, immerhin lagen da noch einmal zwei Wochen Herbstferien dazwischen. Dann erfolgte eine erneute Aktualisierung: 11. November. Oh nein, nicht noch länger diese elende Stauerei! Des Weiteren kam nun der Bau einer Vollampel an der Straße zwischen unserem Kreisel und der B3 hinzu. Immerhin sollte dies innerhalb der Herbstferien erledigt werden. Durch die Baustelle konnte nun immer nur jeweils eine von drei Richtungen fahren, und wieder entstanden lange Autoschlangen. Und natürlich lief auch dies nicht reibungslos ab: Beim Aufgraben stellte man fest, dass die Leitungen nicht so verliefen wie in den Plänen eingezeichnet, was zur Folge hat, dass die Bauarbeiten noch bis Ende dieser Woche andauern werden. Mit Freude las ich daher gestern in der Zeitung von der baldigen Fertigstellung der Brückstraße. Am Donnerstag soll sie endlich wieder befahrbar sein. Hurra, es geht aufwärts – oder besser gesagt vorwärts.

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Montag, 31. Oktober 2011

Novemberanfragen und Vampire

Ich stelle bei den Suchanfragen schon wieder fest, dass der November vor der Tür steht. Wie in jedem Jahr treffen gehäuft Leute auf mein Tagebuch, die nach „Matten meeren“ in dieser oder ähnlicher Schreibweise gesucht haben. Aktuell landet schon ein Viertel aller Besucher aus diesem Grund auf meinen Seiten. Am 10. und 11. November ist es soweit, dann werden die singenden Kinder vermutlich wieder an der Haustür klingeln. Von den zu Halloween umherziehenden Gruppen sind wir bisher verschont geblieben, im letzten Jahr war bei uns keiner unterwegs. Möge es auch in diesem Jahr so sein, wir haben jedenfalls nichts zu verteilen.
Passend zu Halloween (weil’s da ja unter anderem Vampire gibt) fällt mir gerade Folgendes aus der Werbung ein: „Spucken Sie auch Blut beim Zähneputzen?“ – „Dann sind Sie ein Vampir! Jetzt neu speziell für Sie: die neue Vampirodontax, damit die Hauerchen auch morgen noch schön spitz sind!“
(Nur die Eingangsfrage stammt tatsächlich aus der Werbung, der Rest ist passend dazugedichtet.)

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