Juli 2009

Freitag, 3. Juli 2009

Gleich drei Dinge auf einmal

Das gibt’s doch sonst nur beim Überraschungsei, nicht wahr?
Ich erlebte die Überraschung, dass drei Aufnahmen des Perfekten Dinners nicht da waren. Wie das? Ich hatte sie doch sogar als Serie programmiert, weil ich seit einige Zeit hinterherhinke und alle Sendung erst einmal aufnehmen muss. Als nächstes stellte ich fest, dass die letzte Aufnahme zwar funktioniert hatte, aber ich sie nicht anschauen konnte. „Verschlüsselt“ und schwarzes Bild, das war das Einzige, was ich erkennen konnte. Anschauen hingegen konnte man den Sender, nur nicht mehr aufnehmen? Was war denn das jetzt für ein Trick? Hatte man die Aufnahmemöglichkeit gesperrt? Würde man womöglich bald den Sender nur noch gegen Bezahlung schauen können? Zwei Überraschungen waren aber noch nicht genug, dann bemerkte ich schließlich noch, dass ich während einer Aufnahme nicht auf ein anderes Programm umschalten konnte. Wie es manchmal so ist, machte ich im ersten Augenblick das neue HDMI-Kabel dafür verantwortlich. Einer muss doch schuld sein!
Eine logische Vorgehensweise verspricht aber mehr Erfolg als unsinnige Schuldzuweisungen an unschuldige Kabel, dachte ich mir. Also machte ich erst mal ein Software-Update und speicherte dann alle Sender neu. Aha – jetzt gab es Vox wieder unverschlüsselt!
Das letzte Problem musste der Mann lösen. Logischerweise hat ein Twin-Sat-Receiver zwei Antennenanschlüsse, und in einem der Stecker hatte sich das Kabel gelöst.
Wunderbar, jetzt funktioniert wieder alles wie zuvor!

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Sonntag, 5. Juli 2009

Heil- und Giftpflanzen und die Polizei

Heute waren wir mit dem Fahrrad unterwegs. Eigentlich war es mir ja schon wieder ein wenig zu sonnig, aber was soll’s. Immerhin dachte ich dieses Mal daran, mein Gesicht mit Sonnenschutzcreme zu schützen, sodass ich nachher nicht ganz so rötlich war.
Unser Ziel war der Heil- und Giftpflanzengarten im Westfalenhofpark auf dem Gelände der Tierärztlichen Hochschule. Eine Kollegin hatte vor einiger Zeit einmal den Tipp gegeben. Bisher hatte ich noch nie etwas von diesem Garten gehört, obwohl er schon zur Expo 2000 eröffnet wurde. Gerade damals sammelte ich als Mitarbeiterin bei Easy Room (der offiziellen Zimmervermittlung der EXPO-Stadt Hannover) unter anderem alle möglichen Infos rund um die Weltausstellung. Auch im Internet findet man nur sehr wenige Informationen über diesen Apothekergarten, dabei ist er doch deutschlandweit der einzige, der auch Heil- und Giftpflanzen für Tiere berücksichtigt.

Auf dem Rückweg fuhren wir durch die Eilenriede am Döhrener Turm vorbei Richtung Maschsee. Auf einer Parkbank auf der westlichen Seite der Hildesheimer Straße machten wir eine kurze Pause. Im Vorbeifahren hatte ich zwar zwei Leute in Radfahrerkleidung bemerkt, die dort neben dem Weg standen, aber mehr war mir nicht aufgefallen. Erst als wir saßen und der Mann mich aufmerksam machte, erkannte ich, dass es sich um zwei Polizeibeamte handelte. Was machen die hier, Radfahrer anhalten, die mit nicht verkehrssicheren Gefährten unterwegs sind, überlegte ich laut. Nein, meinte der Mann, die schauen, ob jemand bei Rot über die Straße fährt und halten ihn dann an.

Nach den ersten fünf Minuten zweifelte ich noch am Erfolg einer solchen Aktion, denn alle Radfahrer überquerten brav bei Grün die Hildesheimer Straße. Na, die haben einen ganz schön langweiligen Job, behauptete ich noch. Doch kurz darauf: Guck, da, der schaut sich um und fährt gleich los. Tatsächlich, ein älterer Herr ignorierte das Rotlicht und rollte über die Straße. Die beiden Polizisten traten ein paar Schritte nach vorn und stoppten den Radfahrer. Wenig später zückte er seinen Geldbeutel und durfte bezahlen. Und so ging es weiter. Es folgte eine einzelne Dame und als nächstes ging ein älteres Paar den Beamten in die Falle. Ein dritter Radfahrer hatte da Glück, mit dem konnten sie sich in diesem Augenblick nicht mehr beschäftigen. Der nächste auf frischer Tat ertappte drehte sich um, so als ob er die Ampel gar nicht gesehen hätte. Innerhalb von ungefähr zwanzig Minuten waren da doch sechs Radfahrer erwischt worden. Und erstaunlicherweise handelte es sich bei allen, die wir beobachtet haben, um ältere Herrschaften.

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Hier sind noch zwei Zeitungsartikel über den Heil- und Giftpflanzengarten:
Pflücken verboten
Veterinaermedizin: Tod im Wohnzimmer

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Dienstag, 21. Juli 2009

Überraschungsgeschenk

Vor ungefähr drei Wochen bestellte ich am frühen Abend eine Ladung Katzenfutter. Am nächsten Tag wunderte ich mich sehr über die Benachrichtigung, das Paket sei bereits in der Packstation angekommen. Aber es konnte nichts anderes sein, ich hatte sonst nichts bestellt.
Sehr erstaunt blickte ich dann auf ein flaches Päckchen meines Lieblings-Online-Buchhändlers. Einen Moment dachte ich noch an einen Fehler, denn einmal lag tatsächlich ein Paket für einen anderen Empfänger in meinem Fach. Doch die Adresse stimmte. Ich öffnete die Verpackung gleich vor Ort, denn ich musste sofort wissen, was es damit auf sich hatte.
Eine kurze Nachricht auf dem Lieferschein gab Aufschluss über die Herkunft: Es handelte sich um ein Dankeschön eines offensichtlich regelmäßigen und begeisterten Besuchers meiner Internetseiten.
Vielen Dank also mit Verspätung unbekannterweise nach Bayern!

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Mittwoch, 22. Juli 2009

Paten-Katze oder einfach Spende

Da wir nun leider eine Katze weniger haben, dachte ich mir vor kurzem, das müsse ausgeglichen werden. Daher bin ich jetzt also Patin eines Katers, der in Granada im Tierheim sitzt. Wobei diese Patenschaft mehr symbolisch zu sehen ist, im Grunde ist es einfach eine Spende ans Tierheim, aber man bekommt eine Patenschaftsurkunde mit dem Foto des Tieres.

Das ist er: Garfield

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Donnerstag, 23. Juli 2009

Gefangen im Baumarkt

Gestern musste ich zum dritten Mal in den Baumarkt fahren, um eine Toilettenbürstengarnitur umzutauschen. Schon einmal hatte ich das Pech, einen Handtuchständer mit fehlenden Eckteilen zu erwischen, und das bemerkte ich natürlich erst zu Hause beim Zusammenbauen.
Dieses Mal traf es mich noch schlimmer.
Am Montagabend machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatz für das alte Ding, bei dem die Verschraubung des Stiels nicht mehr hielt. Ich entschied mich für ein Modell aus mattem Edelstahl, was immerhin 23 Euro kostete.
Zu Hause angekommen, wollte ich es mal schnell zusammenschrauben (unten Bürste, dann der Deckel, dann der Stiel. Aber oh Schreck, das Gewinde war viel zu kurz und ließ sich kein bisschen hineindrehen. Offensichtlich ein Herstellungsfehler.
Also machte ich mich am Dienstag erneut auf den Weg, um das Teil umzutauschen. Dies war auch kein Problem, und im Beisein des Mitarbeiters konnte ich die Packung öffnen und einen Schraubversuch machen. Ja, das passte.
Wieder zurück, musste ich leider feststellen, dass es doch nicht so ganz passte. Sobald der Deckel dazwischenkam (den ich im Baumarkt beim Ausprobieren blöderweise weggelassen hatte), ließ sich das Ganze schon wieder nicht zusammenschrauben. So ein Mist!
Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich gestern zum dritten Mal auf den Weg zu machen. Dieses Mal geriet ich an einen jungen, sehr freundlichen Mitarbeiter, der ein neues Teil aus dem Regal holte und selbst zusammenbaute. Endlich klappte es, auch mit Deckel. Dann schnell durch die Kasse und ab nach Hause, dachte ich.
Falsch gedacht. Es war nur eine einzige „richtige“ Kasse geöffnet und man hatte wohl als Unterstützung das Service-Center auch als Kasse freigegeben. Lange Schlangen also auf beiden Seiten. Ich musste zwar nur meinen Karton mit Quittung vorzeigen, aber trotzdem wollte ich mich nicht vordrängeln, denn auch da muss der Kassenmitarbeiter einen Moment draufschauen. Also stellte ich mich an die etwas kürzere Schlange an und dachte mir, so lange könne es ja nun doch nicht dauern. Langsam ging es vorwärts und langsam brach mir auch der Schweiß aus, denn die Luft dort war sehr warm und stickig. Dann hatten die Damen vorn ihre Pflanzen bezahlt und es kamen nur noch zwei Herren mit mehreren Holzplatten dran.
Der Preis von der Holzplatte wurde eingescannt: 59,90. „Das war’s? „Nein, blablablabla …“ Verstehen konnte ich es nicht, aber anscheinend war der Preis nicht korrekt. Die Mitarbeiterin griff zum Telefon und ich lehnte mich leise stöhnend an den Tresen. Es dauerte und dauerte, da ging wohl keiner ans Telefon. Das war der Punkt, an dem es mir zu viel wurde. Ich wollte nicht für weitere Ewigkeiten im Baumarkt gefangen sein. „Entschuldigen Sie“, wandte ich mich an einen der Holzplatten-Herrn, „würden Sie mich vielleicht durchlassen, ich habe dies hier umgetauscht und muss es nur kurz vorzeigen.“ „Aber gerne“, antwortete er, „wenn Sie hier durchkommen, der Wagen lässt sich nämlich nur schlecht bewegen.“ „Ja, das geht schon, vielen Dank!“ In der Tat war der Spalt zwischen Transportwagen und Absperrung sehr schmal, aber ich wollte durchpassen und quetschte mich mit aller Gewalt daran vorbei. Hinter der Kasse wollte ich dann kurz meinen Umtausch zeigen, das würde sich wohl einschieben lassen. Und was sah ich da? Die Mitarbeiterin entschwand in Richtung Baumarktinnenbereich, wohl um die Holzabteilung höchstpersönlich aufzusuchen. Jetzt war mir alles egal, ich verschwand einfach ohne Kontrolle durch den Ausgang, sollte mich doch jemand aufhalten! Es passierte aber nichts, keiner, der hinter mir herrief: „Haltet den Dieb!“. Dabei hatte ich den Karton ganz offen und deutlich in der Hand und es war für einen Außenstehenden keinesfalls ersichtlich, dass ich bereits brav bezahlt hatte.

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Man nehme sich in Acht …

… vor sehr kleinen Männern, die kaum übers Lenkrad gucken können. Trifft man im Straßenverkehr auf tiefer gelegte Karossen mit dicken Reifen und lärmenden Auspuffen, dann sitzt nicht selten ein solches Exemplar von Mann hinter dem Steuer. Jedoch neigen auch einige Exemplare dieser Spezies in Durchschnittsfahrzeugen offensichtlich aus lauter Frust zu riskanten Fahrmanövern.
Ich hatte es heute Morgen schon fast geahnt, dass dieser Kerl hinter mir sich nicht damit zufrieden geben konnte, verkehrsbedingt hinter einem Kleinwagen herfahren zu müssen. Nein, als sich eine winzige Lücke ergab, scherte er rechts aus, quetschte sich vor mir wieder rein, um nur wenige Meter später nach rechts auf den Messeschnellweg abzufahren. Tja, Männchen, wenn ich einen schlechten Tag hätte, könnte ich dein Auto verhexen und dann faulen dir im nächsten Stau die Reifen unter dem Gefährt weg. Aber ich hatte einen guten Tag und deshalb nur Mitleid mit dir armem Geschöpf.

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So nicht

Wer hier über eine Suchmaschine zufälligerweise hereinschneit und dann meint, einen pampigen Kommentar abgeben zu müssen, kann lange warten, bis der erscheint. Nämlich bis in alle Ewigkeit.
Jeder darf gern seine Meinung hinterlassen, aber ich finde es einfach unverschämt, wenn fremde Leute denken, sie können im Internet – wenn auch nur verbal – nach Lust und Laune um sich schlagen.
Wer darüber hinaus noch eine offensichtlich falsche E-Mail-Adresse à la „ikea@regal.de“ hinterlässt, hätte sich von vornherein die Mühe des Schreibens ersparen können.
So geht’s eben nicht!

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Samstag, 25. Juli 2009

Heidelbeerjogurt

Nach und nach müssen in unserem Haus die Räume gestrichen werden, und anstelle des schlichten Weiß kommt nun hier und da ein wenig Farbe an die Wand.
Vor zwei Jahren habe ich die Hälfte des Wohnzimmers in „Vanillequark“ gestrichen. Eine Wand in der Küche verzierte ich im letzten Jahr mit einer leckeren „Avocadocreme„.
Auch das Gäste-WC sah nicht mehr ganz frisch aus, das Weiß hatte sich alterungsbedingt verdunkelt. Auch hier wollte ich nicht erneut komplett weiß streichen, sondern stellte mir einen zarten Farbton vor. Die Wahl fiel auf ein helles Lila (oder auch heidelbeerjogurtfarben), denn das passte zum lila Badezimmerteppich und den vorhandenen Bildern.
Etwas mühsam war das Streichen der oberen Kante. Ich hatte mir zwar extra ein Kantenstreichwerkzeug besorgt, aber mit Rigipsplatten verkleidete und mit Raufaser tapezierte Wände und Decken sind nie hundertprozentig gerade. Vermutlich streicht man dann doch besser mit feinem Pinsel und ruhiger Hand die Kanten nach. Ich entschied mich für eine andere Variante: Nachdem alles ordentlich getrocknet war, klebte ich rundum ungefähr einen Zentimeter unterhalb der Decke ab und überpinselte den oberen Streifen zur Decke hin mit Weiß. So haben wir nun eine Farbkante, die nicht identisch mit Wand- und Deckenkante ist, aber sie ist sehr gerade!

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Montag, 27. Juli 2009

Gut verkauft

Bei manchen gebrauchten Dingen, die man los werden will, lohnt es sich wirklich, diese zum Verkauf anzubieten. Im Keller stand nämlich noch das alte Notebook, ein FSC Lifebook der E-Serie, das ich im Jahr 2005 bereits gebraucht gekauft hatte und das damals schon an die fünf Jahre alt gewesen sein durfte. Ein Blick in die E-Bucht auf vergleichbare Angebote brachte mich zu der Einschätzung, dass eine Versteigerung einen Versuch wert sei. Und siehe da, es Hunderte haben reingeschaut, ungefähr zwanzig waren interessiert und zum Schluss habe ich noch 51 Euro dafür bekommen.
Leider gilt Ähnliches nicht für meinen Scanner, der seit Jahren unbenutzt herumsteht. Er stammt allerdings aus dem Jahr 1997 und ist demzufolge ein Riesending. So was will keiner mehr geschenkt haben.

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Freitag, 31. Juli 2009

Neues Kleidchen

Gestern habe ich meinen Tagebüchern ein neues Kleidchen verpasst. Das vorherige trugen sie seit dem Umzug zu WordPress, und das war im Februar 2006. Mir hat das Design zwar nach wie vor noch gefallen, trotzdem wollte ich aber einmal etwas Neues sehen.
Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich alles angepasst hatte. Ich habe natürlich nicht tagelang dran gesessen, sondern hin und wieder abends das eine oder andere gemacht. Am Anfang musste ich erst einmal viel suchen, denn nachdem ich lange, lange Zeit nichts mehr an den Dateien verändert hatte, kannte ich mich gar nicht mehr aus.
Dieses „Seasons“-Thema verändert sich übrigens automatisch mit den Jahreszeiten. Also haben die Tagebücher nicht nur ein neues Gewand, sondern sogar vier bekommen.

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Löwenmauls Worte zur Werbung

Autowerbung mit Gruselfaktor und Gedicht

Mir fällt immer wieder auf, dass im Fernsehen unglaublich viel Werbung für Autos gemacht wird. Ich frage mich da immer, wer all diese Gefährte kaufen soll. Um mich zu einem Autokauf zu animieren, müsste man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Vor allem etwas Schönes und nicht solch grauenvolle Werbespots, bei denen mir Schauer über den Rücken laufen.
Zwei davon häufen sich in letzter Zeit:
Da ist einmal der Autoverkäufer, der sich vor lauter Begeisterung fast nur noch onomatopoetisch (beeindruckendes Wort, nicht?) äußern kann. „Uuuh aaah – hmmm – aaah – iiiiiia – wawawuwu …“ Müsste ich mit diesem Mann mein Verkaufsgespräch in Comicsprache führen? Seufz. Ächz. Uääärgshhh!
Viel besser gelungen war der Werbespot des Herstellers für eines seiner anderen Modelle: „Brichst du auf gen Ithaka …“ Das klang interessant und geheimnisvoll, als vom zornigen Poseidon, Zyklopen und solch wenig bekannten Wesen wie Lästrygonen gesprochen wurde. Die für die Werbung etwas abgewandelten Zeilen stammen aus dem Gedicht „Ithaka“ von Konstantinos Kavafis und bei den Lästrygonen handelt es sich um ein Menschen fressendes Riesenvolk der griechischen Sage, dem Odysseus auf seiner Irrfahrt nur mit knapper Not entkam.
Dann gibt es noch den Klampfenspieler, der zusammen mit seinem Auto aus den Achtzigern gealtert ist, und sich nun mit einem letzten Ständchen von ihm verabschiedet. Mir fehlen da immer die Worte, also ich habe den Eindruck, er singt seine Sätze nicht zu Ende. „… ein letzter Blick …“ Zurück, denke ich dann immer, du musst noch ein „zurück“ dranhängen. Dann sitzt er endlich, aber unermüdlich weiter singend im neuen, hässlich silberfarbenen Gefährt. „… du bist mein, du bist mein …“ Genauso ungeduldig wie der „dadada“ summende Autoverkäufer auf die Abfahrt des Sängerknaben wartet, hoffe ich auf ein letztes Wort: Glück, jetzt sing endlich noch „Glück“ als letztes, das reimt sich dann auch auf „zurück.“ Aber ich warte vergeblich und es bleibt leider nur die fürchterliche Melodie im Kopf: „Gutbai, wirr waren gutte Frohoinde …“

Minderjährige Gebühreneintreiber

Der Auftritt einer uns allen bekannten Zentrale hat immer etwas leicht Bedrohliches. Man schaue sich nur einmal den Schriftzug eines ihrer Slogans in weißer Schreibmaschinenschrift auf schwarzem Grund an. Da überkommt einem leicht das Gefühl, er wurde bei der Verhaftung auf einer alten Polizeischreibmaschine getippt.
Beim Fernsehwerbespot stellte ich mir kürzlich die Frage, ob die Verantwortlichen die eigenen Kinder unter Androhung von Fernsehentzug zwingen, für sie zu werben. Ein scheinbar 12-jähriges rotblondes Gör mit kindlicher Quäkstimme belehrt uns mit vorwurfsvollem Blick, warum man unbedingt zahlen muss. Selbst als ordentlicher, seit ewigen Jahren Gebühren zahlender Mensch bekomme ich beinahe ein schlechtes Gewissen. Brötchenklau und Zechprellerei? Oh je, weiß dieses Schulkind überhaupt, wovon es spricht und woher in aller Welt hat es das Geld, um im Restaurant zu essen? Geht es vielleicht etwas glaubwürdiger und vor allem ohne Negativbeispiele?

Das Nicht-Überraschungs-Ei

Originell und witzig finde ich den neuen Werbespot des lebensmittelliebenden Einzelhandelsunternehmens. Da entdeckt ein kleines Mädchen im Supermarkt die Paletten mit losen Eiern, nimmt eines, schüttelt es vorsichtig, legt es wieder weg, nimmt ein zweites, dann ein drittes, schüttelt dieses etwas heftiger und fragt dann den weißbekittelten Mitarbeiter: „Was ist denn da drin?“ Der kennt selbstverständlich genauestens alle Produkte, die dort verkauft werden und gibt bereitwillig Auskunft: „13 % Eiweiß, Kalzium, Eisen und die Vitamine A, D, B1 und B2!“ Das ist natürlich nicht die Antwort, die das kleine Mädchen erwartet hat, kennt es doch offensichtlich nur Schokoladeneier mit einer Überraschung im Innern. Mit einer Mischung aus Verwirrung, Respekt und dem Gedanken: „Das klingt gefährlich, bloß schnell das Ding wieder los werden“, befördert die Kleine das rohe Ei wieder in sein Pappbehältnis zurück.
Ich sag mal, das ist eine absolut gelungene und witzige Werbung, die ich mir gerne immer wieder anschaue.

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