Januar 2009

Donnerstag, 1. Januar 2009

Silvester 2008

Den Silvesterabend haben wir ganz gemütlich mit einem befreundeten Paar bei uns zu Hause verbracht. Ich hatte italienisch gekocht: Als Vorspeise gab es Cocktailtomaten mit Büffelmozzarellawürfeln und selbstgemachtem Rucolapesto, dazu Focaccia aus einem Teig mit Oliven, getrockneten Tomaten und Pecorino; als Hauptgericht servierte ich ein Kaninchenragout mit sehr viel Knoblauch, Oliven und getrockneten Tomaten, dazu Rosmarinkartoffeln; das Dessert bildeten italienische Getränke (Espresso und Grappa). Die Rezepte werde ich demnächst auf meinen Küchenseiten veröffentlichen, die Fotos habe ich immerhin schon einmal fertig.

Um Mitternacht waren wir nur ganz kurz draußen und haben lediglich zwei Feuerwerksbatterien abgefeuert.

In unserer Straße war wenig los und auch am Himmel gab es nicht viele Raketen zu sehen. Das war zwar einerseits schade um die Fotos, die ich nicht machen konnte, andererseits aber muss meinetwegen nicht so viel Geld in die Luft gefeuert werden und alles zugenebelt werden.

Nach dem Essen spielten wir eine Runde Tabu mit etwas abgewandelten Regeln. Es ist eines der Spiele, die ich gerne mag, ansonsten bin ich kein großer Fan von Gesellschaftsspielen. Tabu jedoch ist immer wieder lustig und schließlich werden auch Einfallsreichtum und Fantasie gefordert.

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Sonntag, 4. Januar 2009

Gemogelt

Heute haben wir den 4. Januar und ich habe hier bei den Einträgen ein bisschen „gemogelt“. Da ich dieses hier als mein Tagebuch ansehe, in dem ich selbst gerne oft etwas nachlese, wollte ich einige Dinge aus dem Dezember ergänzen. In den letzten Wochen kam ich nicht dazu oder hatte keine Lust und Energie, etwas zu schreiben und die Fotos dazu zu bearbeiten. Ich wollte nun aber nicht ständig schreiben „am Sonntag vor drei Wochen“ oder „vor zehn Tagen“ etc, also habe ich das nun nachgeholt und es gibt jetzt noch einige Dinge aus dem alten Jahr zu lesen.

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Montag, 5. Januar 2009

Vereist

In der letzten Woche war es schon sehr winterlich kalt, aber meistens trocken. Dann begann es abends ganz fein zu schneien und der wenige Schnee blieb auch liegen. Ich freute mich schon auf die angekündigten Schneefälle am gestrigen Sonntag und die darauf folgende Kälte. Da würde man doch schöne Spaziergänge und bestimmt auch schöne Fotos machen können.
Leider kam es ein wenig anders. Gestern schneite es vorsichtig mehr oder weniger den ganzen Tag, aber bei Temperaturen knapp über Null wurde das Weiß auf dem Boden nur matschig und nass. Da aber für die folgende Nacht Minustemperaturen angesagt waren, konnten wir uns auf eisige Straßen am Montagmorgen freuen. Ganz entspannt konnten wir das betrachten, da wir doch noch eine Woche Urlaub haben.
Tatsächlich war der Schneematsch heute Morgen fest gefroren und befindet sich bis jetzt noch in diesem Zustand. Kein Wunder, die Temperatur ist um 19 Uhr abends bereits wieder auf minus 7 Grad Celsius gefallen.
Ich war heute Nachmittag nur kurz beim benachbarten Aldi-Markt, ging sogar den Weg durch die Grünanlage, doch selbst dort war der Weg zugefroren, sodass ich lieber auf der Wiese daneben ging. Kälte und Eis konnten mich jedoch nicht davon abhalten, direkt danach noch zu Fuß eine kleine Fototour rund ums Gelände zu machen.

Dies ist unsere vereiste Einfahrt:

Hier ging ich auf dem Weg südlich unseres Wohngebiets entlang. Selbst dieser Feldweg war so vereist, dass man besser auf die Wiese am Rand auswich.

Insgesamt war ich dann doch fast eine Stunde unterwegs, vor allem weil ich auf gute Sonnenuntergangfotos hoffte. Und hier habe ich doch so eine Art von Sonnenuntergang erwischt, auch wenn die Sonne in diesem Fall hinter den Wolken unterging.

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Freitag, 9. Januar 2009

Seebegehung

Heute Vormittag wurde der Maschsee zum Betreten freigegeben, denn die Eisschicht hatte die erforderliche Dicke von 13 Zentimetern erreicht. Ich wollte unbedingt dorthin, doch es war bewölkt und unangenehm kalt und deshalb wurde es nur ein kurzer Spaziergang.

Immerhin konnten wir dokumentieren, dass wir tatsächlich übers Wasser gegangen sind:

Wie gut nur, dass ich mein Tagebuch hier schreibe, sonst hätte es viel länger gedauert, um herauszufinden, wann der Maschsee zum letzten Mal zugefroren war: es war vor fast drei Jahren, Ende Januar 2006.

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Montag, 12. Januar 2009

Hannover geht aufs Eis

Gestern Nachmittag fuhren wir erneut zum zugefrorenen Maschsee und wagten uns wie ungefähr 100.000 andere aufs Eis. Ein kleines Wagnis war schon die Anfahrt, denn es gab kaum noch Parkplätze. Wir parkten beinahe am äußersten Ende des Schützenplatzes und schlidderten dann vorsichtig über die weitgehend vereisten Fußwege zum See. Bei strahlendem Sonnenschein war der See voller Menschen, und deswegen war an Bratwurst oder Glühwein nicht zu denken – es sei denn, man hatte Lust, sich dafür eine halbe Stunde in langen Schlangen anzustellen.

Ich habe die Schlittschuhfahrer ein wenig beneidet, denn die gleiten freiwillig übers Eis und müssen nicht wie die Fußgänger aufpassen, dass sie unfreiwillig dahingleiten und auf dem Hintern landen.
Jetzt wartet man ab, ob die Eisdicke bei den ansteigenden Temperaturen erhalten bleibt und am nächsten Wochenende eine zweites Fest auf dem See stattfinden kann. Ich glaube, mich zieht es dort erst einmal nicht mehr hin.

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Donnerstag, 15. Januar 2009

Aufsteigend

Wenn ich in Tagebuch- oder Weblogarchiven lese, dann tue ich das gern in der „richtigen“ Reihenfolge: Ich lese von oben nach unten vom Anfang bis zum Ende eines Monats und nicht umgekehrt. Deshalb habe ich auch meine Archivseiten hier so sortiert. In der Vergangenheit benutzte ich ein WordPress-Plugin, mit dem man ganz einfach die Sortierreihenfolge ändern konnte. Nun habe ich im letzten Jahr brav einige WordPress-Updates gemacht und dabei gar nicht festgestellt, dass die Sortierung in den Archiven nun nicht mehr aufsteigend, sondern genau wie auf der Startseite absteigend war. Vermutlich lief das einige Monate so, ohne dass ich es bemerkte.
Grund dafür war, dass das Plugin nicht mehr mit den neuen Versionen kompatibel war. Ich fand zwar zwei Updates, aber die waren offensichtlich auch schon wieder veraltet, jedenfalls funktionierten sie nicht. Also machte ich mich im Forum auf die Suche nach einer Lösung. Da man sich ja nicht unbedingt beliebt macht, wenn man gleich mit einer Frage in ein Forum stürzt, ohne vorher zu recherchieren, machte ich mich also auf die Suche nach anderen Beiträgen zu diesem Thema. Im Grunde wurde ich recht schnell fündig, das Problem war aber, dass nun auch die Startseite aufsteigend sortiert wurde und als erstes immer der Uralt-Eintrag von 1974 aus meinem nachgetragenen Jugendtagebuch erschien. Wie „sage“ ich es nur, dass lediglich die Archivseiten anders sortiert werden sollen? Wenn man sich mit PHP nicht auskennt, ist es nicht so einfach. Aber ich gab nicht auf, suchte und suchte weiter im Forum und fand schließlich die Lösung. Nun ist alles wieder für mein Empfinden richtig sortiert.

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Italienisch kochen

Nun habe ich endlich meine Silvesterrezepte zusammengeschrieben und auf meine Küchenseite gestellt. Es ist ja nicht immer so einfach, wenn man mehr oder weniger nach Gefühl kocht und sich die Mengen nicht merkt oder gleich aufschreibt. So musste ich heute im Supermarkt nachschauen, wie viel Rauke in der Packung gewesen war und wie viel Gramm getrocknete Tomaten ich verwendet haben könnte.
Jetzt aber sind die Rezepte zum Anschauen, Appetit bekommen und Nachkochen da:
Rauke-Pesto
Focaccia
Italienisches Kaninchenragout

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Die Trennung steht bevor

Bisher konnten wir uns von unserem Weihnachtsbaum nicht trennen. Während des Urlaubs sollte er auf jeden Fall stehen bleiben. Ursprünglich hatte ich vor, Anfang dieser Woche Kugeln und Lichterkette abzunehmen. Doch nach Feierabend war es zu dunkel und eigentlich gibt er ja eine gemütliche Beleuchtung ab. Wir werden trotzdem den Baum nicht bis Ostern stehen lassen, aber die Demontage ist auf morgen oder Samstag verschoben. Schließlich kann man bei Tageslicht auch besser die abgefallenen Nadeln erkennen.

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Montag, 19. Januar 2009

Wochenendaktivitäten

Am Freitagnachmittag habe ich mich als allererstes mit unserem Weihnachtsbaum beschäftigt. Nun ist der Schmuck ordentlich im Keller verstaut und die mittlerweile sehr, sehr trockene Tanne liegt im Garten und wartet auf den Abtransporttermin. Jetzt haben wir wieder viel Platz im Wohnzimmer, so ein Baum nimmt doch eine Menge Raum ein.
Am Samstag habe ich spontan etwas Gartenarbeit gemacht. Das Wetter war nicht danach, aber nach dem Staubsaugen – eine Strafarbeit, wenn der Kaminofen schon in Betrieb ist! – war mir so warm, dass ich kurz entschlossen unsere drei Obstbäumchen zurückschnitt. Das Pfirsichbäumchen musste unbedingt in Form gebracht werden, denn es hatte durch Kräuselkrankheit im vorletzten und Frostschäden im letzten Jahr nur drei dünne Ästchen, die steil nach oben wuchsen. Ich habe radikal abgeschnitten und bin jetzt sehr gespannt, ob sich da eine schöne Baumkrone entwickeln wird. Das Apfelbäumchen gefällt mir nicht so gut, aber es hat nun mal einen Mittelstamm, an dem abwechseln Äste in die verschiedenen Richtungen abzweigen. Nach Anleitung einer Gartenzeitung habe ich es jedoch richtig gemacht. Am besten gefällt mir unsere Kastanie, die wird einmal eine richtig schöne Baumkrone bekommen, ich habe nur alles gekürzt, was zu steil nach oben wuchs.
Gestern haben uns Wind und Regen einen Sofanachmittag verordnet. Ich habe eine ganze Menge Fotos mit Beschreibungen versehen, was ja auch immer ein wenig Aufwand ist, und einen Teil schon zu einer Bildagentur hochgeladen. Reich werden kann man mit ein paar Fotoverkäufen gewiss nicht, aber wenn ein paar Euro zusammengekommen sind, kann ich mir neues Zubehör für meine Kamera kaufen.

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30 Jahre?

Der „Blöd-Markt“ macht seit einiger Zeit Werbung und erzählt uns, es gäbe ihn bereits seit dreißig Jahren? Kann das tatsächlich stimmen, dass schon 1979 ein solcher Laden irgendwo eröffnet wurde? Das war das Jahr, in dem ich Abitur machte und neben einem Radio gerade mal einen Plattenspieler in meinem Zimmer stehen hatte. Im Herbst begann ich meine Ausbildung in Frankfurt und ich kann mich nicht erinnern, dort in der Stadt so ein Geschäft gesehen zu haben.
Ich musste also wieder einmal das Internet bemühen, um mich schlauer zu machen. Nun weiß ich also, dass der erste Markt in München eröffnet wurde. Ich kann mir nur daran erinnern, dass es dann irgendwann einen Markt in Bischofsheim gab. Meine erste HiFi-Anlage kaufte ich jedenfalls Anfang der achtziger Jahre in Wiesbaden bei den HiFi-Profis.

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Dienstag, 20. Januar 2009

Hartnäckige Haarfarbe

Meine zunehmend weißer werdenden Haare decke ich gern mit einer Intensivtönung ab. Das hat gegenüber einer Färbung den Vorteil, dass die Farbe so nach und nach verblasst und nicht so einen extrem harten Übergang am Haaransatz hinterlässt. Außerdem kann ich alle paar Wochen je nach Lust und Laune den Farbton wechseln. Wie gesagt, normalerweise wäscht sich die Farbe nach ungefähr sechs bis acht Wochen raus. Dieses Mal nicht. Es muss im Oktober gewesen sein, als ich dieses Dunkelbraun aufgetragen habe, denn bei der Geburtstagsfeier meiner Mutter Anfang November hatte ich es schon eine ganze Weile im Haar. Nun wollte und wollte es nicht verblassen. Die Haare behielten das Braun und am Ansatz konnte man deutlich das Weiß erkennen. Im November besorgte ich mir Farbe für den Haaransatz und färbte nach. Das Braun blieb und der Ansatz wurde nach und nach wieder sichtbar. Im Dezember probierte ich es wieder einmal mit der Creme, die die natürliche Haarfarbe hervorbringen soll. Leider vergaß ich beim ersten Mal, dass man die Haare vorher nicht waschen soll. Die Creme zeigte keine Wirkung. Eine Woche später trug ich die Creme erneut auf, aber wiederum war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Letzte Woche kaufte ich mir eine neue Intensivtönung in der Nuance „Goldblond“. Die weißen Haare am Ansatz sind jetzt vielleicht ein klein wenig heller als der Rest, aber insgesamt sind die Haare immer noch dunkelbraun. Ob ich jemals wieder die Chance haben werde, einen anderen Farbton als Dunkelbraun auf dem Kopf zu tragen?

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Donnerstag, 22. Januar 2009

Hier kommt die Sahne …

Mir ist es lange Zeit nicht aufgefallen, was da ständig im Radio vor sich hin dudelt, und ich mag es sowieso nicht hören. Bis der Mann mich eines Tages darauf hinwies, dass die Sängerin gar nicht „Sonne“ singt. Das passt nicht einmal mehr in die Schublade „etwas undeutliche Aussprache“, denn sie singt klar und deutlich „Sahne“ – wieder und wieder.
Das schrie nach einer Umdichtung, in etwa so:

Gib mir Sahne, gib mir Torte, gib mir Creme,
alle Kalorien wieder zurück,
verbrenn das Obst, das Zeug muss weg.
Schenk mir ’n Kaffee ein.
Wann kommt die Sahne?
Kann es denn sein, dass der Kuchen zu trocken ist?
Wann kommt die Sahne?
Kannst du nicht sehn, dass ich gleich daran erstick‘?

Hier kommt die Sahne,
hier kommt das Fett.
Siehst du den Zucker?
Kommt alles zurück.
Hier kommt die Sahne,
hier kommt das Fett.
Siehst du den Zucker?
Kommt alles zurück.
Hier kommt die Sahne …

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Freitag, 23. Januar 2009

Der Fuchs und der Lebkuchenmann

Gestern Abend haben wir uns den Film „Gingerbread Man“ angeschaut. Darin wird eine Kellnerin von ihrem Vater bedroht und hofft auf die Hilfe eines Anwalts, den sie per Zufall kennen gelernt hat. In einer Szene erzählt sie ihm, dass ihr Vater ihr in der Kindheit mit grausamen Geschichten Angst gemacht hat. Eine dieser Geschichten handelte von einem Lebkuchenmann, der sich von einem Fuchs über einen Fluss tragen lässt und am Ende von ihm aufgefressen wird.
Tja, was soll man dazu sagen? Davor hat doch schon Krise Börg immer gewarnt: Don’t pay the ferryfuchs*!
(*spontane Wortkreation des Mannes bei dieser Szene in Anlehnung an „Don’t pay the Ferryman“ von Chris de Burgh)

Die bebilderte Geschichte des Lebkuchenmanns im Original: The Gingerbread Man

Meine Übersetzung:

Der Lebkuchenmann

Es waren einmal eine kleine alte Frau und ein kleiner alter Mann, die in einem kleinen Häuschen lebten. Eines Tages knetete die kleine alte Frau einen Lebkuchenmann mit Rosinenaugen. Sie schob ihn zum Backen in den Ofen.
Die kleine alte Frau und der kleine alte Mann waren sehr hungrig und wollten den Lebkuchenmann essen. Als er fertiggebacken war, öffnete die kleine alte Frau die Backofentür. Der Lebkuchenmann hüpfte vom Blech, sprang durch das geöffnete Fenster nach draußen und rief: „Esst mich nicht!“
Die kleine alte Frau und der kleine alte Mann rannten dem Lebkuchenmann hinterher. „Halt! Halt!“, riefen sie. Der Lebkuchenmann schaute sich nicht um. Er rannte weiter und sagte dabei: „Renn, renn so schnell du kannst! Du kannst mich nicht fangen, ich bin der Lebkuchenmann!“
Als er die kleine Straße entlangsauste, begegnete ihm ein Schwein. „Halt! Halt! Ich möchte dich fressen!“, brüllte das Schwein. Aber der Lebkuchenmann war zu schnell. Er rannte weiter und sprach: „Renn, renn so schnell du kannst! Du kannst mich nicht fangen, ich bin der Lebkuchenmann!“
Ein Stückchen weiter traf er eine Kuh. „Halt! Halt, kleiner Mann!“, rief die hungrige Kuh, „ich will dich fressen.“ Aber wieder war der Lebkuchenmann zu schnell. Er flitzte weiter die Straße entlang und sprach: „Renn, renn so schnell du kannst! Du kannst mich nicht fangen, ich bin der Lebkuchenmann!“
Die Kuh begann, zusammen mit dem Schwein und der kleinen alten Frau den Lebkuchenmann zu jagen. Aber der Lebkuchenmann war zu schnell für sie.
Es dauerte nicht lange, bis der Lebkuchenmann zu einem Pferd kam. „Halt! Halt!“, schrie das Pferd. „Ich möchte dich fressen, kleiner Mann.“ Doch der Lebkuchenmann blieb nicht stehen. Er sagte: „Renn, renn so schnell du kannst! Du kannst mich nicht fangen, ich bin der Lebkuchenmann!“
Das Pferd schloss sich der Jagd an. Der Lebkuchenmann lachte und lachte, bis er zu einem Fluss kam. „Oh nein!“, rief er. „Sie werden mich fangen. Wie kann ich den Fluss überqueren?“
Ein schlauer Fuchs trat hinter einem Baum hervor. „Ich kann dir über den Fluss helfen“, sagte der Fuchs. „Spring auf meinen Schwanz und ich werde hinüberschwimmen.“ „Du wirst mich doch nicht fressen?“, fragte der Lebkuchenmann. „Natürlich nicht“, versicherte der Fuchs. „Ich möchte dir nur helfen.“
Der Lebkuchenmann kletterte auf den Schwanz des Fuchses. Doch schon bald begann der Lebkuchenmann nass zu werden. „Steig auf meinen Rücken“, sprach der Fuchs. Das tat der Lebkuchenmann. Als er weiterschwamm, sagte der Fuchs: „Du bist zu schwer. Ich bin müde. Spring auf meine Nase.“ Und der Lebkuchenmann tat, wie ihm geheißen.
Kaum hatten sie die andere Seite des Flusses erreicht, warf der Fuchs den Lebkuchenmann in die Luft. Dann öffnete er sein Maul und „Schnapp!‘ war das Ende des Lebkuchenmannes gekommen.

Übrigens wurde die Geschichte unter dem Titel „Der Fuchs und der Lebkuchenmann“ sogar als Pixi-Buch herausgegeben.

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Mittwoch, 28. Januar 2009

Loriot-Sketch bei der Post

Leider kommt es manchmal vor, dass meine Pakete nicht brav in der Packstation landen, sondern in die Postfiliale umgeleitet werden. Bisweilen liegt es daran, dass die Versandhäuser dreimal so viel Luft wie Inhalt verpacken und das Paket dann schlicht und einfach zu groß ist. Gelegentlich muss ich die Ursache in meiner eigenen Gedankenlosigkeit suchen, denn es ist nicht besonders geschickt, kurz vor Weihnachten eine Ladung Katzenfutter zu bestellen, weil zu solchen Zeiten mit überfüllten Packstationsfächern zu rechnen ist. Ich öffne also meine Nachricht und lese: „Guten Tag Frau D., eine Sendung liegt für Sie in der Filiale XYZ am nächsten Werktag zur Abholung bereit.“ Neeeiiin, bitte nicht! Ich will nicht zur Post fahren müssen! Aber es hilft alles nichts, ich muss dorthin. Und natürlich reicht die Schlange wieder einmal bis knapp vor die Tür. Jetzt heißt es ruhig bleiben und durchhalten, bis ich an der Reihe bin. Dann einmal tief durchatmen und mit freundlichem Lächeln einem Postmitarbeiter gegenübertreten, der mir das Gefühl vermittelt, selbst Schuld an der Misere zu sein. „Wie kommen Sie nur dazu, sich etwas schicken zu lassen, das wir hier jetzt auch noch suchen müssen?“, scheint auf seine Stirn geschrieben zu sein. Mit leisem Stöhnen geht er in den Nebenraum, um hoffentlich fündig zu werden.
Aber vielleicht sind wir Kunden tatsächlich selbst schuld an dem Missmut und der Unfreundlichkeit, die uns häufig entgegengebracht wird. Ich konnte während der Wartezeiten immer wieder beobachten, dass sich ständig Kunden mit befremdlichen Anliegen in einer Postfiliale versammeln. Da haben sie keine Ahnung von Maßen und kommen mit einem riesigen Briefumschlag an in der Hoffnung, diesen auch als Brief verschicken zu können. Falsch gedacht, der geht nicht einmal mehr als Päckchen durch. Die junge Dame muss nun einen Paketschein ausfüllen und ist damit ganz überfordert. Unsicher steht sie da und fragt stotternd nach, ob sie sich nach dem Ausfüllen wieder ganz hinten anstellen muss. Immerhin hat sie da Glück und es bleibt ihr erlassen. Zwei Herren versuchen mit dem Postmitarbeiter darüber zu diskutieren, warum ihr Paket nicht zugestellt worden sei, da sie doch eigentlich zu Hause waren oder wenn doch nicht, warum es nicht bei den Nachbarn abgegeben worden sei. Sie wollen wissen, was der Paketausfahrer gesagt und gemacht hat und müssen sich damit begnügen, dass der Filialmitarbeiter nichts weiß, weil die Pakete einfach bei der Filiale abgestellt werden und er nicht persönlich mit dem Fahrer spricht. Schließlich muss noch die Nachnahmegebühr entrichtet werden und das verursacht eine Suche nach einem passenden Zahlungsmittel. Ein junger Mann möchte doch genau wissen, warum seine Lieferung an die Packstation nicht dort gelandet ist. Er wird belehrt, dass man Briefe nicht an diese Automaten schicken darf und der Brief deshalb hier in der Filiale gelandet ist. Der junge Herr versucht, sich damit zu entschuldigen, er habe nicht gewusst, dass seine Bestellung in Briefform verschickt würde. Den Postangestellten interessiert das wenig bis gar nicht und er antwortet nur mit einem Achselzucken. Eine energische junge Dame knallt der Postmitarbeiterin ein Päckchen auf den Tisch, auf das sie auch einen Päckchenschein geklebt hat. Dann verlangt sie einen Beleg und bringt Frau Missmut hinter der Theke beinahe zum Explodieren. Bei Päckchen gebe es keinen Beleg, sie müsse dann schon einen Paketschein ausfüllen. Die Dame wird erhebt ihre Stimme und weigert sich, einen Schein auszufüllen. Sie stampft wütend mit dem Fuß auf und behauptet, es gäbe immer diese Probleme, wenn sie mit einem Päckchen ankomme. Ich frage mich, warum sie daraus noch nicht gelernt hat und gleich einen Paketschein aufklebt. Nach einigem lauten Hin und Her kommt sie irgendwie doch noch zu ihrem Beleg und rauscht hocherhobenen Hauptes aus dem Laden.
Neben den lauten gibt es auch die leiseren Begegnungen. Dazu zählen schier endlos dauernde Beratungen, wie man was wohin schicken könnte oder auch einmal ein Verkaufsgespräch zum Thema Briefmarken. Leider konnte ich nicht alles verstehen, doch aus dem Kopfschütteln einiger vor mir Wartender schloss ich, dass ich einigermaßen richtig verstand.

So in etwa muss es sich abgespielt haben:
K = Kundin, P = Postangestellte

  • K: „Ich hätte gern Briefmarken für zehn Euro.“
  • P: „Welcher Wert soll es denn sein, für Briefe, für Postkarten …?“
  • K: „Also am liebsten gemischt, meistens brauche ich welche für normale Briefe. Ach ja, Postkarten auch.“
  • P: „Dann nehmen Sie doch zwölf Marken zu fünfundfünfzig Cent und acht zu fünfundvierzig, das wären dann insgesamt zehn Euro zwanzig.“
  • K: „Hm, also manchmal schicke ich auch so einen großen Umschlag, wissen Sie, wie ’ne Zeitschrift ungefähr.“
  • P: „Dann brauchen Sie eine Marke für einsfünfundvierzig. Wenn sie dann also zum Beispiel zwei zu einsfünfundvierzig, zehn zu fünfundfünfzig und fünf zu fünfundvierzig nehmen, kommen Sie auf zehn Euro fünfundsechzig.“
  • K: „Ich könnte aber doch auch nur vier zu fünfundvierzig nehmen, dann müsste ich nur zehn Euro zwanzig zahlen.“
  • […] (beliebig verlängerbar)

Mich erinnerte diese Szene an etwas und ich glaubte, Ähnliches in einem Sketch von Loriot gesehen zu haben. Allerdings war es schwierig, ohne jeglichen Anhaltspunkt herauszufinden, ob ich damit richtig lag.
Irgendwann suchte und suchte ich und wurde schließlich fündig: Es handelt sich um die „Theaterkasse“.
Hinter Loriot mit Frau steht ein ungeduldiger Kunde, der schließlich von Loriot vorgelassen wird. Dann entwickelt sich folgender Dialog zwischen dem Kunden (K) und dem Mitarbeiter an der Kasse (M):

  • K: „Also, ich hätte gerne für heute Abend fünf Plätze so sechste bis neunte Reihe Mitte.“
  • M: „Tut mir leid, ich habe nur vier in der dritten und einen hinten.“
  • K: „Aha.“
  • M: „Oder zwo in der ersten und drei in der elften.“
  • K: „Und weiter vorne?“
  • M: „Drei in der zwoten, einen in der vierten und einen in der neunten.“
  • K: „Und fünf in der sechsten?“
  • M: „Nein, leider.“
  • […] (und so ging es noch weiter)

Den gesamten Sketch kann man sich auch ansehen.

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Donnerstag, 29. Januar 2009

Aus die Maus

Gestern Morgen rief mich der Mann in die Küche. Es sei etwas unter der Spüle, erklärte er mir. Was konnte sich dort schon befinden, fragte ich mich. Unter der Spüle ist ein Schrank und zwischen Schrank und Fußboden befindet sich eine Abschlussleiste. „Ist Wasser ausgelaufen?“, war das einzige, was mir zu diesem Thema einfiel. In der Küche angekommen, bemerkte ich als erstes die gelben Krümel vor dem Spülenunterschrank. Ich öffnete die Tür und mein Blick fiel auf einen ausgehöhlten Topfreiniger, der von weiteren gelben Schaumstoffkrümeln aus seinen Innenleben umgeben war. Sofort war mir klar: Hier hatte eine Maus versucht, ihren Hunger zu stillen. Da hatte also wieder einmal einer unserer netten Plüschtiger ein lebendes Mäuschen mit ins Haus gebracht und es dort ausgesetzt. Die Maus war dann hinter die Küchenschränke geflüchtet und auf der Suche nach Nahrung durch das Loch im Schrankboden zum Topfreiniger gelangt. Ich konnte das so genau diagnostizieren, weil wir einen identischen Vorfall bereits im Jahr 2004 erlebt haben.
Ich rettete schnell Handtücher und Wischlappen aus der Gefahrenzone, entsorgte das angefressene Ding mitsamt Krümeln und platzierte an seine Stelle „Lizzy 2“, unsere Lebendmausefalle, bestückt mit einem Eckchen Camembert.
Als wir von der Arbeit nach Hause kamen, hatte sich in Sachen Maus noch nichts getan. Erst am späteren Abend vernahm der Mann ein Geräusch, das aus dem Schrank zu kommen schien. Eine Kontrolle desselben bestätigte den Verdacht, und heraus kam eine Falle mit Maus und Käse.

Vor der Befreiung erlaubte ich mir, die Maus im Käfig zu fotografieren, auch mal dekorativ zusammen mit Katze. Dann entließ ich sie in den Garten, wo sie umgehend unter der Terrasse verschwand.

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