November 2008

Montag, 10. November 2008

Wochenende in Hessen

Am Freitagnachmittag machten wir uns auf den Weg nach Hessen, zur Feier des 70. Geburtstags meiner Mutter. Zum Glück war es trocken, und so ließ es sich bei einbrechender Dunkelheit noch recht angenehm fahren. Kurz vor Frankfurt machten wir noch einmal Halt am der neuen Raststätte „Taunusblick“. Vor einem halben Jahr war sie noch in Bau gewesen, aber der Aussichtsturm stand bereits. Nun war also die Raststätte eröffnet und ich hoffte auf einen schönen Blick auf Frankfurt am Abend.

Aussichtsturm auf der Raststätte

Ich war mir ziemlich sicher, das Betreten des Aussichtsturms würde mit Kosten verbunden sein. Aber kaum zu glauben, dem war nicht so! Ich holte also schnell meine Kamera und dann fuhren wir mit dem Aufzug nach oben. Zunächst einmal konnten wir den kilometerlangen Stau aus von Frankfurt Richtung Norden bewundern. Welch Glück, dass wir Richtung Süden unterwegs waren.

Blick vom Aussichtsturm auf den Stau

Der Blick auf Frankfurt war nicht ganz so schön wie erwartet. Zu weit weg für meine Kamera, ohne Teleobjektiv und Stativ war da nicht viel zu machen. Und ob man vom Aussichtsturm tatsächlich einen schönen Blick auf den Taunus hat, kann man sowieso nur am Tag beurteilen.
Links im Bild sieht man den Europaturm, auch „Ginnheimer Spargel“ genannt, weiter rechts kann man etwas von Frankfurts Skyline erahnen.

Blick auf Frankfurt am Abend

Gefeiert wurde am Samstag in der Gaststätte „Zum schönsten Wiesengrunde“.

rot-weiße Fachwerkfassade der Gaststätte

Dies hier war die leckere Vorspeise, Feldsalat mit Räucherlachs.

Feldsalat mit Räucherlachs

Ich habe versucht, ein paar schöne Fotos von der Feier zu machen, aber ich bin ganz und gar nicht damit zufrieden. Vielleicht hätte ich einfach meine kleine Coolpix mitnehmen sollen, da kann man nicht so viel falsch machen. Aber es hat mir einfach gezeigt, dass ich mich ein wenig mehr mit der Kamera beschäftigen sollte. Immerhin habe ich mir kürzlich ein Fotolehrbuch geschenkt, da stehen auch eine Menge nützlicher Dinge drin.
Während der Feier war Gelegenheit für das eine oder andere Schwätzchen mit der Verwandtschaft, die man nur alle paar Jahre einmal sieht.
Gegen 18 Uhr war die Feier zu Ende und die Verwandtschaft verabschiedete sich nach Hause. Wir blieben noch eine Nacht und traten am Sonntagmittag den Heimweg an. Wieder viereinhalb Stunden Fahrt, aber bis auf einen Stau hinter Bad Homburg, den uns das Navigationsgerät umfahren ließ, und etwas Regen bis Kassel kamen wir gut durch.
Die Katzen waren auch brav gewesen und hatten weder neben dem Napf gefressen noch Futter auf den Teppich erbrochen und auch keine Mäuse mitgebracht.

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Mittwoch, 12. November 2008

Der Spuk ist vorbei

In den letzten beiden Tagen hatte ich ungefähr doppelt so viele Besucher auf meiner Website wie sonst. Im ersten Moment wunderte ich mich über den rasanten Anstieg, aber beim genaueren Hinsehen entdeckte ich sofort den Grund: es waren meine Tagebucheinträge zum alljährlichen Martinisingen am 10. und 11. November. Sowohl im November 2006 als auch 2007 hatte ich darüber geschrieben, und wenn man bei Frau Guhgel nach „Matten Matten Meeren“ sucht, findet man diese Beiträge auf den Plätzen 2 und 3 der Ergebnisse. Ich hoffe, die Leute haben bei mir das gefunden, wonach sie gesucht haben – Rückmeldungen habe ich jedenfalls nicht bekommen.
Bei uns waren in diesem Jahr nur wenig Sänger und Süßigkeitensammler unterwegs. Zum Glück hatte ich nicht viel gekauft und die restlichen Waffeln mit Schokofüllung und Riegel mit Milchschokolade „muss“ ich eben selbst essen.

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Montag, 17. November 2008

Französische Tischwäsche

Ich bin kein großer Tischdeckenfan, aber manchmal sind sie einfach praktischer als Platzsets. Wenn man mit vielen Leuten am Tisch sitzt, „kollidieren“ die Platzsets häufig, gerade bei unserem ovalen Tisch. Ich besitze auch eine weiße Tischdecke, aber einfarbige Tischdecken finde ich langweilig, weiße ganz besonders.
Vor einiger Zeit konnte ich bei einer Bekannten sehr schöne Bassetti-Stoffe bewundern, die sie als Tischdecken verwendet hatte. Ich schaute mich im Internet um, fand zwar viel Schönes, aber nichts, was zu unserem Geschirr passte. Tja, wenn man ein weiß-blau-grün gemustertes Geschirr besitzt, ist es mit farbigen und vor allem gemusterten Tischdecken nicht so einfach, man könnte beinahe sagen, es ist eine gewagte Sache.
Ich schaute mich nach Stoffen mit Provence-Muster um, aber entweder passten die Farben absolut nicht oder der Lavendel war zu lila oder die Musterung zu rustikal.
Dann entdeckte ich französische Tischwäsche von Garnier Thiebaut. Grandios, einfach wunderbar! Das gefiel mir auf Anhieb. Allerdings ist auch der Preis beeindruckend. Unser Tisch misst mit allen Einlegeplatten 120 x 200 cm und für eine entsprechend große Tischdecke muss man zwischen 150 und 175 Euro hinlegen. Das war mir entschieden zu teuer.
Doch dann wurde ich in der E-Bucht fündig: Jemand versteigerte seine gebrauchte Tischdecke in genau den Farben, die ich haben wollte. Und sie hatte auch noch die passende Größe! Nun bin ich also für ein Drittel des Neupreises Besitzerin einer edlen französischen Tischdecke geworden. Sie sieht aus wie neu und passt tatsächlich zum Geschirr:

blau-grün gemusterte Tischdecke mit Geschirr

Es handelt sich um die Serie „Mille couleurs“ in der Farbe „Azur“. Auf der Internetseite von Garnier Thiebaut sieht das Blau viel intensiver aus und die Grüntöne kann man nicht als solche identifizieren. Zum Glück aber hatte die Verkäuferin sehr naturgetreue Fotos gemacht, auf denen die tatsächliche Farbe sehr gut zu erkennen war.

Am Samstagnachmittag habe ich sie probeweise aufgelegt und wollte sie gestern eigentlich wieder wegräumen. Doch da machten mir die Katzen einen Strich durch die Rechnung: Ständig lag mindestens ein Felltier auf dem Tisch. Ähem, so etwas kommt eben vor in Katzenhaushalten; wenn wir essen, liegt aber keine Katze auf dem Tisch.

Gesamtansicht Tisch mit Tischdecke

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Donnerstag, 20. November 2008

Winter und Bereifung

Seit dem letzten Freitag ist mein Auto winterbereift, und wenn die Wettervorhersagen eintreffen, kann es das ab morgen vermutlich gut gebrauchen.
Bei sehr vielen Autos sieht man auf den ersten Blick, dass sie mit Winterreifen fahren: Hässliche, nackte, schwarze Stahlfelgen identifizieren sie als solche. Es ist für mich unverständlich, wieso man nur ein halbes Jahr Wert auf das Aussehen des Fahrzeugs legt. Vielleicht, weil es im Winter länger dunkel ist und man nicht so viel davon sieht? Selbst Autos im Wert von mehreren zehntausend Euro werden mit diesen gruseligen Felgen durch die Gegend gefahren. Da hat man nicht einmal mehr fünfzig Euro für ein paar Radzierblenden übrig? Ich weiß, man kann auch mehr dafür ausgeben, muss man aber nicht. Wenn ich nicht sowieso welche gehabt hätte, dann hätte ich sie auf jeden Fall gekauft, es soll ja doch einigermaßen vernünftig aussehen.
Jedenfalls kann nun das Winterwetter kommen. Ich bin gespannt, ob es auch bei uns im Flachland schneien wird und was mit dem Schnee dann passiert. Winterwettermäßig habe ich mich durch meinen Umzug vor zehn Jahren nicht verändert. In Hannover und der näheren Umgebung gibt es genau wie im Rhein-Main-Gebiet normalerweise nur Schneematsch und in manchen Wintern fragt man sich, wozu man eigentlich die anderen Reifen auf dem Auto hat.

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Samstag, 22. November 2008

Kurze Zeit weiß

Der Wintereinbruch kam gestern später als erwartet. Immer wieder schaute ich das Niederschlagsradar an, denn nach der Vorhersage waren spätestens ab Mittag Schneefälle zu erwarten. Doch da kam zunächst nichts bei uns an. Die ersten Flocken fielen schließlich um 18 Uhr, nur kurz und nur wenig. Die heftigen Schneefälle setzten dann kurz nach 21 Uhr ein, und gegen Mitternacht war der Himmel hell vor lauter Wolken und Schnee. Das hatte zur Folge, dass unser Fernsehempfang ausfiel. Kein Wunder, wenn man sich diesen Himmel anschaute, da war die Verbindung zum Satelliten schlicht und einfach unterbrochen.

Nach dem ersten Schnee am Abend sah unsere Straße so aus:
schneebedeckte Straße am späten Abend

Das war unser Garten heute Morgen:
Garten mit dicker Schneedecke

Obwohl die Temperaturen nicht wesentlich über Null stiegen und die Sonne kaum zu sehen war, taute der schöne, trockene und zuerst gar nicht matschige Schnee erstaunlich schnell weg. Schnellentschlossen fuhr ich heute Mittag in die Herrenhäuser Gärten, um die einmal in schneebedeckter Form zu sehen. Das Wetter war nicht ideal und der Schnee schmolz auch schon dahin, aber wer weiß, ob und wann wieder einmal Gelegenheit dazu sein würde. Die Fotos sind teilweise recht gut geworden und ich werde wohl demnächst einmal meine Fototour-Seite über die Herrenhäuser Gärten aktualisieren.

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Mittwoch, 26. November 2008

Aufgefahren

Dreißig Jahre lang fahre ich Auto und dann passiert mir so was Blödes: Ich bin gestern einem anderen hintendrauf gefahren! Ein klitzekleiner Moment der Unachtsamkeit im stockenden Verkehr vor einer Ampel, dann bremst Vordermann und ich nicht und mein Auto trifft mit einem kleinen „Rums“ die Stoßstange seines Autos. Ich war gerade dabei, mich nach rechts einzuordnen, weil es dort einspurig wurde, musste auf eine Lücke in der rechten Spur achten und war außerdem noch abgelenkt durch einen Autofahrer weiter hinten, der ständig seine Lichthupe betätigte. Da ich also noch auf dem Weg nach rechts rüber war, kollidierte nur die äußerste rechte Ecke meines Autos mit der linken des vorausfahrenden, und das auch nur mit Schrittgeschwindigkeit. Der Schaden an beiden Autos war nicht groß, aber der Geschädigte bestand darauf, die Polizei zu rufen. Er habe in diesem Jahr bereits einmal schlechte Erfahrungen in einer ähnlichen Situation gemacht. Der Polizeibeamte von der Notrufstelle schlug ihm vor, zu nächstgelegenen Revier zu fahren, um dort den Unfall aufnehmen zu lassen. Mir war schon klar, dass die wegen solch einer Lappalie keinen vorbeischicken und meinetwegen hätten wir ganz auf die Polizei verzichten können. Ich habe nun mal nicht aufgepasst und bin an der Sache schuld. Aber da der Herr darauf bestand, etwas Schriftliches in den Händen zu haben, fuhren wir zur Polizei. Das Verhalten der junge Polizeibeamtin war so, wie man es leider oft erlebt und ich kann es schwer in Worte fassen: nicht direkt unfreundlich, aber doch eher abweisend, belehrend, beamtenhaft. Mir war es direkt unangenehm, sie mit dieser Sache zu belästigen. Zunächst befragte sie uns zum Unfallhergang und ich durfte eine Skizze malen. Ich hatte ein wenig das Gefühl, an ihr vorbeizureden. Vielleicht hätte ich mich einfach darauf beschränken sollen, zu erklären, ich habe nicht aufgepasst und sei auf sein Auto aufgefahren und damit basta. Die Polizistin klärte uns dann über die drei Möglichkeiten auf: Einigung ohne Polizei, vereinfachtes Verfahren, bei dem ein Formular ausgefüllt wird oder normales Verfahren mit allem Drum und Dran, bei dem ich dann auch mit einem Bußgeld zu rechnen hätte. Da der gute Mann immer wieder betonte, er wolle etwas in der Hand haben, einigten wir uns auf das vereinfachte Verfahren. Die Beamtin forderte uns dann auf, unsere Autos vor die Tür zu fahren, damit sie einen Blick darauf werfen konnte. Wir warteten draußen, während sie das Formular ausfüllte. Es dauerte und dauerte und meine Füße wurden schon ganz kalt. Endlich kam sie raus und beguckte sich den Schaden. Selbst meinen Worten, an meinem Auto sei ja gar nicht viel beschädigt, musste sie widersprechen. „Aber schauen Sie mal da …“ Okay, das nächste Mal sage ich in so einer Situation wirklich nichts mehr. Interessiert ja sowieso keinen. Dann ging es wieder nach drinnen, jeder von uns bekam einen Durchschlag des Formulars. Mein Unfallgegner machte dann auch noch den Fehler, die Beamtin als Zeugin zu bezeichnen. Sie sei keine Zeugin, wurde er zurechtgewiesen, sie habe den Vorgang nur aufgenommen. Tja, und dann stellte sich noch heraus, dass ich auch bei diesem vereinfachten Verfahren ein Bußgeld von 35 Euro würde zahlen müssen. Ich nahm das recht emotionslos entgegen, wenn es eben so ist, dann würde ich eben zahlen müssen. Aber der gute Mann war ganz erschrocken und sagte, das wolle er nun nicht. Die Polizistin wurde dann beinahe ungehalten, wies noch einmal darauf hin, dass wir uns auch ohne Polizei einigen könnten, sie würde dann das Formular zerreißen. Er fragte dann mich allen Ernstes, was ich denn wolle. Wie bitte? Ich antwortete ihm, ich würde gewiss nicht freiwillig 35 Euro zahlen, wenn ich nicht müsste. Er betonte noch einmal, er wolle mir das ersparen. Wenn es nur sonst keine Probleme gäbe … Es endete schließlich damit, dass wir auf das Formular verzichteten – also eher er, denn ich hätte es sowieso nicht gebraucht. Die Polizeibeamtin kassierte die Durchschläge wieder ein und verabschiedete uns umgehend. Klar, dass sie uns so schnell wie möglich loswerden wollte. Mir war es unangenehm und ich sagte noch: „Es tut mir leid, dass Sie sich diese Arbeit machen musste, aber es sah ja vorhin anders aus.“ So richtig freuen konnte sie sich nicht über mein Mitgefühl, es sah eher so aus, als wolle sie uns das Formular an den Kopf werfen. Also nichts wie raus da! Die Geschichte endete vorerst mit Austausch der Adressen und Kennzeichen und das hätten wir ohne langes Hin und Her auch eine halbe Stunde früher haben können. Gestern Abend habe ich die Sache noch der Versicherung gemeldet und harre nun der Dinge, die noch kommen werden.
Ich ärgere mich weniger über den kleinen Schaden an meinem Auto als über mich selbst. Was muss ich auch in der Gegend rumgucken anstatt nach vorn zu schauen?

So sieht mein Auto jetzt vorne rechts aus:
vordere rechte Stoßstange und Scheinwerfer
Der linke Pfeil zeigt auf den kleinen Knick in der Stoßstange, der rechte auf den abgeschabten Lack. Auch das Scheinwerferglas ist etwas angeschrammt.

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