Mai 2007

Donnerstag, 3. Mai 2007

Die Tücken des Ausbauhauses

Ich habe ja bisher immer behauptet, ein Vorteil eines Ausbauhauses sei der, dass man viele Arbeiten selbst erledigen muss und daher auch weiß, wie (gut) sie gemacht wurden. Wenn sich dann aber nach über fünf Jahren ein Fehler als Montagefehler herausstellt, schrumpft der Vorteil doch etwas zusammen …
In der letzten Woche hatten wir Besuch vom Schornsteinfeger, dem dritten übrigens, seitdem wir in unserem Haus wohnen. Das Schornsteinfegerbezirkswechselspiel scheint hier sehr beliebt zu sein. Leider stellte er bei seiner Messung fest, dass die Heiztherme mehr Abgas als erlaubt absondert. Wir bestellten also einen Servicetechniker, der gestern einige Stunden mit der Fehlersuche und der Reparatur verbrachte. Als Ursache des Übels stellte sich heraus, dass das Abgasrohr ein Stück zu kurz war. In allem Unglück hatten wir jedoch unverschämtes Glück, denn es lag noch ein ausreichend langes Rohr auf dem Dachboden. Wie gut, dass manche Materialien reichlich mitgeliefert worden waren und noch besser, dass wir nicht gleich alles übrig gebliebene weggeworfen haben. Der Techniker war so freundlich, alles wieder in Ordnung zu bringen, obwohl es fraglich war, ob es zu seinen Aufgaben gehörte. Es ist nämlich gut möglich, dass ihn alles, was über der Therme hängt, nichts mehr angeht und er auf einen Klempner verweisen müsste. Zum Glück kannte auch er diese Details in den Vertragsbedingungen nicht und war vor allem gewillt, das Ding zu reparieren.
Ein kleines Rätsel ist noch, wer das Rohr damals überhaupt eingebaut hat, denn der Mann des Hauses kann sich nicht daran erinnern – vielleicht handelt es auch um eine baustresslich verursachte Erinnerungslücke. Ich weiß es jedenfalls ganz bestimmt nicht, denn ich bekam während der Bauzeit keinen Urlaub und war deswegen die meiste Zeit nicht zugegen. Wir wissen nur sicher, dass es nicht der Allkauf-Klempner angeschlossen hat, wie der Thermentechniker annahm (und bei dieser Vermutung durfte er auch bleiben). Wie dem auch sei und welches Heinzelmännchen es war, selbst gepfuscht bleibt selbst gepfuscht und die Rechnung dafür kommt bestimmt.

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Löwenmauls Worte zur Werbung

Spracherziehung für Kleinkinder

Ob Geldinstitut, Fischfilet oder Brille: bestimmte Produkte sind so toll, dass schon kleinste Kinder ihren Namen vor sich hin plappern, bevor sie „Mama“ oder „Papa“ sagen können – das wollen uns jedenfalls die Werbemacher einreden. Im aktuellen Fall schaut das Kleinkind die bebrillte Mutter an und sagt nicht etwa „Mama“, sondern spricht deutlich den Namen des Brillenherstellers aus. Sieht man aber genauer hin, so fällt auf, dass das Kind nur zweimal den Mund auf und zu macht und keinesfalls in der Lage ist, dieses Wort auszusprechen. Natürlich bekommen solche Minidarsteller die Stimme eines anderen, doch ich frage mich, wer in der Lage ist, die Stimme eines Babys zu imitieren, ohne es nachgemacht klingen zu lassen. Oder gibt es etwa modernste Technik, die man sprechen lassen kann? Ich kann mir das alles nicht recht vorstellen und hätte da noch eine Alternative anzubieten: Das Unternehmen schließe rechtzeitig – also kurz nach der Geburt des Kindes – einen Werbevertrag mit demselben ab. Dann muss nur noch festgelegt werden, ob Mama, Papa oder das Kuscheltier den Namen des Produkts bekommen sollen. Ab sofort heißt es dann „Guten Abend, DiBa“, wenn der Papa nach Hause kommt, „Die Fielmann liest dir eine Gute-Nacht-Geschichte vor“, wenn Mama das Kind ins Bett bringt oder „Willst du mit deinem Schlefi spielen“, wenn man dem Kind das Plüschtier reicht. Das muss dann konsequent durchgezogen werden, bis das Kind für den Werbespotauftritt reif ist und es bleibt nur noch zu hoffen, dass das Produkt bis dahin noch existiert.

Paral heißt bald Raid

Wieder einmal ändert ein altbekanntes Produkt seinen Namen. Paral wird international und nennt sich dann Raid. Mir fiel in diesem Zusammenhang sofort der Wandel von Raider zu Twix ein und ich dachte mir: „Aha, das Raider lag einige Jahre eingestaubt in der Ecke und konnte günstig erworben werden – da hat wohl die Firma Paral zugeschlagen. Sparsam war sie darüber hinaus, denn sie hat das ‚er‘ nicht mitgekauft.“ In der Realität hat diese Wandlung allerdings den schlichten Hintergrund, dass das amerikanische Unternehmen die Insektenbekämpfungsprodukte in anderen Ländern bereits unter dem Namen Raid vertreibt.

Gallo-Figuren lassen die Galle hochsteigen

Rund um die Koch-Doku „Das perfekte Dinner“ laufen Werbespots für Gallo-Weine. Ich habe keine Ahnung, wie diese Weine schmecken und nach Anblick dieser jämmerlichen Werbefiguren vergeht mir die Lust, jemals eine Flasche davon zu kaufen. Dreiteilig muss man diese Werbung ertragen, in der Fachsprache wird das Opener-, Reminder- und Closer-Trailer genannt. Zuerst steht dieser Typ am Herd und leert den gesamten Inhalt des Salzstreuers in das Essen. Nach mehrmaligem wirren Hin- und Herdrehen des Kopfes grinst er irre und meint: „Aaahhh – wird schon klappen!“ Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen muss er schon einige Flaschen Wein gekippt haben, und so wird das mit dem Kochen bestimmt nicht klappen. In der Werbepause bekommen wir die Bestätigung: die Gäste am Tisch lehnen einen Nachschlag ab und verlangen lediglich nach weiterem Wein. Der muss wohl dringend nötig sein, um den Kummer über das versalzene Essen zu ertränken. Es bleibt auf jeden Fall der Eindruck, dieser Wein könne gerade mal gut genug sein, um über schlechtes Essen hinwegzutrösten. Auch die Frau im abschließenden Werbespot kann mit ihrer Ansage über die Qualität des Weins nichts mehr gutmachen. Ihr verlebtes, faltiges Gesicht lässt eher darauf schließen, dass sie eine ganze Nacht lang ungenießbares Essen in Gallo ertränkt hat als dass dies ein Wein ist, von dem man gerne einmal ein Gläschen genießt.

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Samstag, 5. Mai 2007

Das Anstoßen beim Trinken oder: Mathematik verständlich erklärt

Vor zwei oder drei Jahren kam bei einem Grillabend die Frage auf, wie oft vier Personen mit einem Getränk miteinander anstoßen, wenn jeder mit jedem genau einmal anstößt. Das ließ sich recht leicht durch Ausprobieren herausfinden: sechsmal war das Ergebnis. Ich dachte mir gleich, dass mit Sicherheit eine mathematische Formel dahintersteht, hatte aber keinerlei Ahnung, welche das sein könnte.
Ein Jahr lang war die Geschichte vergessen, im darauf folgenden Sommer kamen wir in derselben Runde irgendwann wieder auf das Thema. Dieses Mal ließ es mir keine Ruhe, und während sich die anderen weiter unterhielten, stellte ich mir virtuelle Personen vor, die miteinander anstoßen. So kam ich auf eine eigene Berechnungsmethode: Man ziehe von den vorhandenen Personen eine ab und addiere ab der verbleibenden Anzahl alle Ziffern miteinander. Ein Beispiel: 6 Personen sind anwesend. Man zieht eine Person ab und erhält 5. Dann addiert man von 5 an abwärts alle verbleibenden Ziffern miteinander (5 + 4 + 3 + 2 + 1) und erhält 15. So lässt sich das mit jeder beliebigen Anzahl von Personen durchspielen.
Gestern stieß ich per Zufall auf die Lösung. Ich weiß ja schon lange Zeit, dass meine Arbeit schlau(er) macht, und da ich gerade ein Mathematikbuch für die 11. Klasse bearbeite, fand ich dort diese sehr anschaulich beschriebene Erklärung:

Der Begriff der Folge

Bei einem Treffen von sieben Personen gibt jeder jedem die Hand. Wie viele Händedrücke werden ausgetauscht?
Am einfachsten ist diese Frage zu beantworten, wenn wir uns vorstellen, dass die sieben nacheinander eintreffen. Solange nur einer da ist, gibt es überhaupt keinen Händedruck.
Der zweite, der eintrifft, gibt dem ersten die Hand, unter zwei Personen wird also ein Händedruck ausgetauscht. Wenn der dritte dazukommt, begrüßt er die anderen beiden.
Es kommen also zwei Händedrücke hinzu; insgesamt haben die drei sich dreimal die Hand gegeben. Der vierte, der hinzukommt, begrüßt die anderen drei. Unter vier Personen gibt es also 6 Händedrücke usw.
Wir können in einer Tabelle der Anzahl der Personen die Anzahl der Händedrücke gegenüberstellen.

Personen: Händedrücke
1: 0
2: 0 + 1 = 1
3: 1 + 2 = 3
4: 3 + 3 = 6
5: 6 + 4 = 10
6: 10 + 5 = 15
7: 15 + 6 = 21

Wenn bei sieben Personen jeder jedem die Hand gibt, werden insgesamt 21 Händedrücke ausgetauscht.
Es ist kein Problem, diese Tabelle fortzusetzen: 8 Personen geben sich 28-mal die Hand, 9 Personen 36-mal, 10 Personen 45-mal usw.

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Sonntag, 13. Mai 2007

Drei Kilo Spargel

An diesem Wochenende wollten wir wieder einmal Spargel essen. Dieses Mal wollte ich reichlich davon kaufen und habe zunächst einmal zwei Kilo weißen Spargel eingetütet. Der meiste Spargel ist in diesem Jahr ungewöhnlich dick und ich hatte Bedenken, dies könnte den Geschmack beeinträchtigen. Aber gut, ich wollte es ausprobieren. Danach lud ich noch spontan zwei Päckchen grünen Spargel in den Einkaufswagen. Wenn schon, dann richtig. Also gab es schon am Freitagabend Spargel. Da der grüne aus Italien kam, habe ich ihn ein klein wenig auf italienisch Art zubereitet. Halbiert und knapp gegart, Schweinefiletmedaillons angebraten, dann den Spargel dazugegeben, Zitronenhollandaise, etwas Sahne und ein paar Tomatenstückchen darüber und alles im Backofen fertig gegart. Vor dem Servieren noch ein wenig geriebenen Parmesan darüber gestreut – das war lecker!
Gestern wagte ich mich dann an den dicken weißen Spargel und probierte beim Schälen gleich mal eine Stange in roher Form. Und siehe da, er war sehr saftig, ich glaube sogar, ich habe noch nie solch saftigen Spargel gegessen. Den gab es dann ganz klassisch mit Schinken, Hollandaise und Kartöffelchen.

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ESC – Eurovision Song Contest zum Entfliehen

Ich weiß gar nicht, warum wir den „Grand Prix“ jedes Jahr wieder anschauen, denn die Ergebnisse fallen doch fast immer ziemlich traurig aus. Gefreut habe ich mich gestern auf den Auftritt von Lordi. Das gefällt mir richtig gut, wobei ich keine Ahnung habe, ob die restliche Musik dieser finnischen Rocker auch mein Geschmack wäre.

Doch kommen wir jetzt zu den Eindrücken von den diesjährigen Teilnehmern – gewürzt mit einigen Anmerkungen vom Mann des Hauses:

  1. Bosnien-Herzegowina
    Ein leidenschaftlich vorgetragenes Lied, in der Landessprache bosnisch gesungen, mir bleibt aber nur der Tannenrock der Sängerin in Erinnerung.
  2. Spanien
    Eine Boygroup, vier Jungs in weiß, mindestens einer davon ein wenig moppelig; sie singen viel vom Herzen (corazö³n), und dazwischen immer wieder „Ih – Eh – Oh“.
  3. Weißrussland
    Ein Zauberer in Schwarz, könnte der ältere, singende Bruder von Harry Potter sein; ich weiß gar nicht, warum er immer wieder mit James Bond verglichen wurde.
  4. Irland
    Irische Folkmusik, könnte ja ganz nett sein, ist aber ziemlich langweilig und die Sängerin leidet unter starker Nasenverstopfung – so jedenfalls hört sie sich an.
  5. Finnland
    Die Sängerin mit den langen schwarzen Haaren und ebensolchen Kleid möchte mit düsterer Rockmusik überzeugen und vielleicht an den Erfolg von Lordi anknüpfen; ganz nett, aber es reißt auch nicht vom Hocker.
  6. Mazedonien
    Die Sängerin tritt im extrem kurzen Kleid mit Ausschnitt bis zum Bauch auf; vom Gesang blieb mir nur dieses fürchterliche „na-na-na-na-nei-na“ im Ohr, die Frage des Kommentators nach der Farbe ihres Kleides konnte ich aber spontan mit „petrol“ beantworten.
  7. Slowenien
    Eine in Tüll gewandete Opersängerin tritt für Slowenien auf, der Gesang mit viel „hu-hu-hu-hu-hu“ erweckt die Assoziation, dass ihr auf den Fuß getreten wurde.
  8. Ungarn
    Da kommt die Sängerin mit Koffer und besingt die Bushaltestelle; ich weiß nicht, wovon ihr Lied handelte, aber die Stimme ist gut, der Blues ist nicht zu sehr blueslastig und sie ist unser Favorit.
  9. Litauen
    Hinter der Sängerin in Leder und mit Gitarre sitzen die übrigen Bandmitglieder wie Scherenschnittfiguren; die akustischen Gitarrenklänge sind zwar sehr schön, wirken aber eher einschläfernd.
  10. Griechenland
    Der griechische Sänger wird bei seinem „Shake it up – oh – oh“ von Tänzerinnen mit bauchfreien Oberteilen und Miniröcken umtanzt; bei seinen Bewegungen fragt man sich immer wieder, wieso die Marionettenfäden nach oben nicht zu sehen sind; doch nein, hier kommen die Fäden zur Seite: griechischer Gummitwist.
  11. Georgien
    Eine Sängerin im langen, roten Kleid tritt mit vier tanzenden, springenden und schwertkämpfenden Kosaken auf; der Gesang klingt etwas abgehackt und trifft nicht so sehr meinen Geschmack.
  12. Schweden
    Eine Glitzerrockband aus Schweden und der Sänger entzückt mit einem kurzen Bolerojäckchen und einer lätzchenartigen Paillettenkette; diesen Glitzer- und Stampfrock gab’s vor vielen, vielen Jahren schon mal, mir fällt beim Hören Status Quo ein, vom Aussehen her passt T. Rex natürlich besser.
  13. Frankreich
    Welch Überraschung, mal kein klassischer Chanson aus Frankreich, sondern eine schwarz-rose gekleidete Punkrockband, die Franglais singt; ganz witzig, aber mit den ständigen Wiederholungen nicht die Musik, die in meinen Ohren angenehm klingt.
  14. Lettland
    Ein Schornsteinfeger mit Rose in der Hand tritt auf die Bühne – ach nein, da ist noch ein zweiter, oh, und ein dritter … sie vermehren sich bis zur maximal zugelassenen Anzahl von sechs und singen italienisch: ein schleppender Operngesang, der höchstens zum langsamen Schunkeln verleitet.
  15. Russland
    Oh je, oh nein, drei schreiende Gören in kurzen schwarzen Kleider treten nun auf; was ich zunächst für Stiefel hielt, entpuppte sich als schwarze, bis übers Knie reichende Strümpfe; au – das tut meinen Ohren weh!
  16. Deutschland
    Roger Cicero wie man ihn kennt mit dem unvermeidlichen Hut; sicher musikalisch sehr gut gemacht, aber ich mag absolut keinen Swing und kann damit überhaupt nichts anfangen.
  17. Serbien
    Die Sängerin im schwarzen Anzug trägt eine herzergreifende Ballade vor; verstärkt wird das Drama noch von den schaufensterpuppenartigen Frauen, die sich langsam um sie herum bewegen; der Inhalt des Werkes offenbart sich uns jedoch nicht, da sie serbisch singt.
  18. Ukraine
    Hilfe, die Außerirdischen kommen! Ein Mann als Frau verkleidet, alle in Silberglitzerklamotten mit spitzen Hütchen gewandet und eine sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern zu einer Art Ententanz – lailailailula – wie gruselig!
  19. Großbritannien
    Es kommt noch schrecklicher! Eine Band von künstlich anmutenden Flugbegleitern singt fröhlichen Disko-Pop ö  la „Bap-bara-bap-barara-bap-bara“ – kann man bitteschön dieses Mal Minuspunkte vergeben?
  20. Rumänien
    Die sechs Herren spielen uns auf der Bühne eine Reise durch vier verschiedene Länder vor; was zunächst wie eine Wanderung beginnt, wird zum Ende hin eine Reise mit dem Düsenjet und man kann erst wieder richtig durchatmen, wenn das hektische Gesinge zu Ende ist.
  21. Bulgarien
    Blitze und Trommeln, ein beschwörender Gesang – eine außergewöhnliche Nummer, die interessant klingt; dem Titel „Water“ nach zu urteilen, muss es sich um einen bulgarischen Regentanz handeln.
  22. Türkei
    Pop mit orientalischen Elementen: Der Sänger ist umgeben von Tanzfrauen, die Bauchtanz ohne Bauch präsentieren; er hat keine erwähnenswerte Stimme und der Text seines Liedes reduziert sich in der zweiten Hälfte auf ungefähr zwei Zeilen Text; alles in allem aber denkt man: „Das habe ich doch schon mal gehört.“
  23. Armenien
    Wieder einmal eine Ballade, davon gab es dieses Mal nicht viele; der Sänger hat zu kurze Arme für sein Hemd, jedenfalls auf der linken Seite und die Dekoration besticht durch Klopapierstreifen an einem Baum.
  24. Moldau
    Wieso sagen die immer Moldau? Heißt das Land nicht Moldavien? Ich lerne später, dass es heute tatsächlich Moldau heißt; die Sängerin wird groß als Rocksängerin angekündigt, die Rockmusik mit der Geige macht; eine Geige hat sie allerdings nur die ersten zehn Sekunden in der Hand und ob sie die Hintergrundgeige gespielt hat, weiß man nicht; nun ja, gleichzeitig Geige spielen und singen geht tatsächlich nicht so gut.

Bei der Punktevergabe konnte man oft wieder voraussagen, wer wem und vielleicht sogar wie viele Punkte gibt. Kein Wunder ist es, dass die Länder aus dem Osten gut abschneiden. Früher gab es mal ein Jugoslawien und eine UdSSR, heute sind das unzählige einzelne Länder und nun haben sich sogar Serbien und Montenegro getrennt. Vielleicht sollten wir aus jedem Bundesland ein eigenes Land machen? 😉
Sehr überrascht war ich über das gute Abschneiden der Ukraine, von Russland und der Türkei, die bei mir alle auf den hinteren Plätzen gelandet waren. Zu Recht sind jedoch Großbritannien und Irland ganz hinten gelandet, so etwas Schlechtes habe ich lange nicht mehr gesehen.

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Freitag, 18. Mai 2007

Gekauft

Heute habe ich richtig viel Geld ausgegeben. Während neunzig Prozent aller Leute nach dem Feiertag gestern wieder Lebensmittel horten mussten, habe ich das leere Geschäft eines Gebrauchtwagenhändlers nebenan aufgesucht und einen kleinen, schwarzen Opel Corsa gekauft!
Ich schaue mich ja schon seit einiger Zeit nach einem neuen (gebrauchten) Auto um. Zunächst hatte ich einen Nissan Micra im Blick, dann auch immer wieder über einen Smart nachgedacht. Der Nissan-Händler nebenan hatte auch kleine Suzuki Swifts da stehen … VW kam nicht in Frage, da mir der Golf zu groß und der Polo zu hässlich ist und außerdem beide zu teuer in der Anschaffung. Die richtig schönen Autos kann ich mir sowieso nicht leisten. Dann Testberichte gelesen, in denen die kleinen Micras und Swifts nur mittelmäßig abschneiden, weil sie mit 8 Litern Verbrauch nicht so günstig liegen. Vom Smart abgekommen, weil ich doch ein Auto brauche, in dem ich auch mal zwei Getränkekisten und einen Einkaufskorb problemlos transportieren kann, wahlweise auch mal ein bis zwei Katzentransportboxen. Tja, und dann kam ich auf den Corsa. Schließlich habe ich früher schon mal zwei davon gefahren und war immer sehr zufrieden. Und irgendwie scheine ich als in Rüsselsheim geborene Hessin nicht von Opel wegzukommen …
Seit einigen Wochen beobachtete ich den Automarkt und am letzten Mittwoch stolperte ich über einen Corsa in Hemmingen. Siehe da, der nahegelegene Skoda-Händler hatte einen in seinem Gebrauchtwagenzentrum stehen. Gestern haben wir ihn schon mal von außen angeschaut. Abends fiel dann die Entscheidung, das Auto zu kaufen. Alternativ hätte ich meinen alten vor dem nächsten TÜV-Termin noch mal komplett durchschauen und alles Nötige reparieren lassen, als Entschädigung hätte ich dann aber sofort die teure Lampe gekauft, die ich mir schon lange wünsche. Gut, ich werde sie mir noch weiter wünschen, denn jetzt bekomme ich erst einmal ein neues Auto.
Heute Vormittag bin ich ruhelos im Haus herumgeschlichen, ich fühlte mich gar nicht wohl. Sollte ich jetzt dorthin gehen und möglicherweise das Auto kaufen? Ich traute mich nicht, schließlich ist es schon fünfzehn Jahre her, dass ich so etwas getan habe. Gegen Mittag entschloss ich mich, zu Fuß zum Händler zu gehen und das Auto wenigstens noch einmal von außen anzuschauen. Dann stand ich dort, gab mir einen Tritt, trat ein, fragte, schaute, handelte und kaufte. Man liest ja immer wieder, heutzutage gäbe es keine Rabatte mehr bei Barzahlung, aber dem ist nicht so. Ich fragte den Verkäufer, welches Angebot er mir bei Barzahlung machten könne. Überleg, überleg … – „Wie schnell könnten Sie sich denn entscheiden?“ – „Ich könnte mich sehr schnell entscheiden!“ – grübel, grübel … Dann nannte er einen Preis, der 400 Euro unter dem lag, der auf dem Schild stand und damit war der Kauf perfekt.
Danach musste ich mich erst einmal von der Aufregung erholen und vor allem mein altes Auto waschen und innen reinigen. Dann habe ich Fotos gemacht und ein Angebot ins Internet gestellt.
Hat vielleicht irgendjemand Interesse an einem schönen, pazifikblauen Kadett Cabrio?
pazifikblaues Cabrio

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Dienstag, 29. Mai 2007

Autoverkauf

Ich ahnte schon, dass sich der Verkauf meines alten Autos irgendwo zwischen interessant, lustig und nervig gestalten würde. Ich ahnte auch, dass ich den Preis zunächst wahrscheinlich zu hoch angesetzt hatte. Die Anzeige steht seit dem 18. Mai im Internet. Ganze drei Anrufer haben sich bisher nach dem Auto erkundigt. Zwei davon waren anscheinend ernsthaft interessiert, der erste meldete sich sogar ein zweites Mal und die Fragen des dritten zeugten von Fachwissen. Der zweite Anrufer Mitte letzter Woche war jemand, der einen beinahe schreiend das Telefon an die Wand werfen lässt. Zunächst faselte er irgendwas von wegen nur mal schnell die Telefonnummer aus dem Internet abgeschrieben. Es schien mir, als habe er die Anzeige gar nicht (richtig) gelesen. Eine seiner Fragen war, warum ich denn mein Auto nicht beim Händler in Zahlung gegeben habe. – Entschuldigen Sie, es bleibt doch wohl mir überlassen, wie ich mein Auto verkaufe! – Die zweite unverschämte Frage war die, wo denn meine Schmerzgrenze liege. Ich atmete tief durch und antwortete sachlich, dass ich einen Preis angegeben habe und ich diesen Betrag auch gerne bekommen möchte. Passender wäre jedoch diese Antwort gewesen: „Meine Schmerzgrenze ist erreicht, wenn mir jemand so eine Frage stellt.“
Interessent Eins hatte sich zum zweiten Mal am Donnerstag erkundigt, ob das Auto nach da sei; kurz darauf rief Interessent Drei an. Da wir am Freitagabend nicht zu Hause sein würden, schlug ich eine Besichtigung am Samstag oder einem darauf folgenden Tag vor. Beide wollten sich wieder melden, doch den ganzen Samstag über rief keiner an. Interessent Drei hat am Sonntag versucht, mich zu erreichen, aber da hatte ich mir pfingstfrei genommen und das Telefon nicht eingeschaltet. Mal schauen, ob er heute noch einmal anruft.
Heute soll ich mein neues Auto bekommen. Ich bin bespannt, ob sie es herausrücken, denn bezahlt habe ich noch nicht. Ich würde eine Auftragsbestätigung mit den notwendigen Daten für die Überweisung bekommen, hatte mir der Autoverkäufer gesagt. Die ist aber bisher noch nicht eingetroffen, obwohl ich letzte Woche darauf hingewiesen hatte. Na ja, wird schon irgendwie klappen.
Meine neue Mitfahrerin wartet auch schon auf das Auto. Aber dazu mehr, wenn es dann endlich in meinem Besitz ist.

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Merkwürdiges Pfingsten

Am Freitagabend waren wir bei Dieter Nuhr im Theater am Aegi gewesen. Das Programm war gut und wir hatten auch gute Plätze. Blöd finde ich es allerdings, dass man erst zu Hause rumhocken muss, bis man dann am Abend losfahren kann. So ’ne Vorstellung um 17 Uhr wäre doch viel praktischer. Jedenfalls wurde es am Freitagabend spät – man kann ja nicht gleich schlafen gehen, wenn man um kurz nach elf nach Hause kommt. Am Samstag hatte ich jedenfalls Kreislauf und legte mich nach dem ersten Aufstehen noch einmal hin. Vielleicht lag es auch am Wetter, unangenehm schwül war es jedenfalls. Am Sonntag nutzte ich die trockene und teilweise sonnige Zeit, um hier und da im Garten ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Ich vermute, dass meine Rückenhaltung bei der Arbeit an dem großen Blumenkasten nicht die richtige gewesen war. Denn später verspürte ich ein zunehmendes Ziehen von der rechten unteren Rückenseite aus ins Bein. Am Abend hielt sich das noch in Grenzen, doch in der Nacht wurde es so schlimm, dass jedes Umdrehen im Bett zur Qual wurde. Im Halbschlaf hatte ich schon Horrorvorstellungen, dass ich mindestens einen Arzt aufsuchen müsste oder sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden würde. Das Aufstehen war mühsam und so mancher Bewegungsablauf war fast unmöglich. Nach einer kurzen Inforunde im Internet wusste ich, dass mich nicht die Hexe angeschossen hatte, sondern die Beschwerden vom Nervus ischiadicus, dem größten Körpernerv, stammten. Das zieht dann vom Rücken über die Hüfte bis in den Oberschenkel. Den gestrigen Tag verbrachte ich also zu großen Teilen auf dem Sofa, abwechselnd mit einem Buch und dem Gucken von Auswanderer-Dokus und alten Lindenstraßenfolgen. Das war auch die passende Beschäftigung beim Regen, der bis nachmittags anhielt. Im Laufe des Nachmittags zeichnete sich allerdings schon eine deutliche Besserung ab, sodass ich heute fast normal am Schreibtisch sitzen kann. Etwas schwierig gestaltete sich jedoch das Autofahren mit den Beschwerden im rechten Bein; hoffentlich wird das schnell wieder besser.

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Mittwoch, 30. Mai 2007

Der Neue

Gestern geholt, nur kurz gefahren, weil das wegen des Dauerregens keine Freude machte. Heute hin zur Arbeit, zurück nach Hause, später beim Umparken des Fuhrparks festgestellt, dass sich die Kupplung vom Kadett nur noch mit Gewalt treten lässt (bis gestern ging die garantiert noch viel leichter!), endlich klimatisiert fahren und zum Beispiel eine CD mit über 80 MP3s hören können – das macht sehr viel Spaß.
schwarzer Opel Corsa

Und hier ist meine Mitfahrerin: Miss Moo (ausgesprochen: Miss Muh)
Opel Corsa-Puppe Moo von den C.M.O.N.S.

Da schrieb ich doch im Dezember 2006 wieder einmal über die Werbung und ahnte überhaupt nicht, dass ich mir nicht allzu lange danach tatsächlich einen Opel Corsa kaufen würde:

Auf geht’s!

Noch fahre ich einen Opel, und wenn ich mir den neuen Corsa kaufen würde, dann nur mit einer Zugabe. Ich würde nämlich darauf bestehen, eines der C.M.O.N.S., dieser kleinen Stoffwesen als Geschenk zu bekommen, die in der Werbung mit dem neuen Modell unterwegs sind. „Das kuhähnliche Geschöpf bitte“, wäre dann mein Zusatzwunsch bei einer Autobestellung. Leider tut mir Opel diesen Gefallen nicht, wer so ein Vieh haben möchte, muss es schon kaufen.
Hintergrundinfo: Opel führt mit Guerilla-Kampagne den neuen Corsa ein
Website der Stoffmonster: The C.M.O.N.S.

Als ich mich für den Corsa entschieden hatte, stand für mich fest, dass dieses Kuhmädel mitfahren muss, auch wenn ich das Vorgängermodell gekauft habe. Kommentar des Mannes, als ich ihm die Beifahrerin zeigte: „Das ist ja wieder mal typisch!“ 😉

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Der Alte

Er steht noch hier. Anders war es auch gar nicht geplant, denn ohne neues Auto hätte ich das alte nicht verkaufen können. Immerhin war heute mal ein Interessent da. Ein Auskenner sozusagen. Falls es in Frage kommt, wird mein Auto ein „Aufbauprojekt“ mit einem Kumpel zusammen werden. Aber er erwähnte schon nebenbei, der Kumpel würde sagen: „Lass es bleiben.“ Immerhin war er freundlich und zurückhaltend und kein Meckerer. Zwar musste ich mir gegen Ende anhören, der Wagen hätte ja schon 200.000 runter, und vielleicht wären es sogar schon 300.000 … Darüber konnte ich heute noch lächeln und freundlich erwidern, dass wir so viel doch nicht geschafft hätten. Nun ja. Falls der Kumpel zustimmen sollte, würden sie vielleicht 800 Euro zahlen, auf keinen Fall aber 1300. Ich signalisierte, dass ich damit auch leben könnte, weil ich wie vermutet mit den geratenen und einfach mal so angesetzten 1300 zu hoch lag (der Gebrauchtwagenverkäufer würde mir übrigens noch 500 Euro geben). Nicht so schön fand ich es allerdings, als er zufälligerweise kurz vor Schluss noch nachfragte, ob die Reifen überhaupt eingetragen wären. Häh? Wieso? Es gibt doch nur bestimmte Größen, die eingehalten werden müssen. Ich konnte jedenfalls nichts dazu sagen und er deutete auf einen Schlauch, den man sieht, wenn man von der Seite aus am Reifen vorbeiguckt, und sagte, der sei ja schon bis aufs Gewebe abgewetzt. Tja, ich hab nichts dazu gesagt, was auch, da ich nicht einmal weiß, was für ein Schlauch das ist und ob ein falscher Reifen (he, ich hab nur die zulässige Breite drauf!) so etwas bewirken kann.
Alles in allem war der Typ aber ganz okay, ich hab vor Jahren schon schlimmere kennen gelernt, die offensichtlich keine Ahnung hatten, aber über jeden winzigen Kratzer an einem acht oder zehn Jahre alten Auto meckerten.
Nach diesem Besuch und der ersten – kostenlosen – Käufereinschätzung habe ich den Preis erst einmal auf 950 Euro reduziert, was ich sowieso schon an Pfingsten vorhatte. Gerade kam der erste Anruf. Hej, isch habb hundertprosentisch nix geggen Türken, abber der Mensch will nur vorbeikommen, wenn ich ihm einen niedrigeren Preis nenne. Aber hej, orientalischer Geschäftsmann, erst mal guggen, dann du Preis nennen, dann ich meinen neuen Preis nennen … Nee, Spaß beiseite, ich sagte ihm, er solle sich das Auto erst einmal anschauen. Daraufhin wandte er ein, dass er beinahe hundert Kilometer fahren müsse und das erst dann täte, wenn der Preis stimme. Ich konnte nur entgegnen, dass mein Preis 950 Euro wäre und ich dieses Geld auch haben möchte. Was soll immer diese Frage nach dem Mindestpreis? Sobald ich einen nennen würde, zahlten die Leute doch garantiert keinen Euro mehr. Trotzdem fand ich diesen Anruf noch recht lustig und ich werde versuchen, mich auch von den noch bevorstehenden Anrufern nicht nerven zu lassen.

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