November 2005

Donnerstag, 3. November 2005

Löwenmauls Worte zur Werbung

Das Hüngerchen

Ein Männchen sitzt vor einem Supermärktchen neben seinem Autochen und löffelt aus einem Becherchen. Da nähert sich ein Politesschen. Er begrüßt sie ganz entspannt mit „Hallöchen“. Sie will wissen, ob ihm das Wägelchen gehöre. Er ignoriert ihre Frage und erklärt lediglich, er habe gerade ein Hüngerchen gehabt. Dies genügt ihr jedoch als Bestätigung und sie reicht ihm ein Knöllchen. Doch er ist gestärkt durch sein Puddingchen und sieht noch Lösungsmöglichkeiten für das Problemchen. So greift auch sie gern zu einem Becherchen, und sie sitzen nebeneinander auf dem Bänkchen und genießen das Cremchen. Ich finde diese verniedlichenden Redewendungen wie „Tschaui“, „Tschüssi“ oder „Hallöchen“ eigentlich fürchterlich, aber hier bekommt die Situation durch die konsequente Fortführung der Verniedlichung eine witzige Komponente. Und in gewisser Weise bleiben die Begriffe (zumindest für eine Weile) haften. So fragte ich gestern mein Katerchen, ob es ein Hüngerchen habe und machte ihm dann ein Döschen auf.

Das rote Grauen

Liebe Firmeninhaber, mit diesen Werbespots macht ihr es mir sehr leicht, euren Markt nicht zu betreten. Im Laufe der Jahre versuchten mir drei unsympathische Zeitgenossen zu vermitteln, ich sei nicht blöd, wenn ich bei euch einkaufe. Die Krönung allen Elends war Herr P. und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass man ihn entthronen möge wie es seinerzeit ein anderer Elektronikmarkt mit einem Dieter B. tat. Doch ihr habt mir gezeigt, dass ganz im Gegenteil noch eine Steigerung des Grauens möglich ist. Herr P. hat seine beiden Vorgänger zur Verstärkung hinzugezogen und ich flüchte jedesmal vom Sofa, wenn die Gesellen aufmarschieren. Sollte ich jemals einen eurer Märkte betreten müssen, werde ich angstvoll um die Regale schleichen, und sollte mir einer dieser Herren begegnen, renne ich schreiend aus eurem Laden.

Schwedische Frustration

Während ich die Werbespot-Dreierserie „Landhaus – Kitchen – Baby“ des schwedischen Möbelhauses sehr witzig fand, kann ich über die Schlafzimmerwerbung gar nicht lachen. Eine der Damen wurde vom Freund verlassen, die andere wurde früher von einer Geschlechtsgenossin ausgelacht. Ich vermute, sie versuchten nun, ihren gar nicht weichen wollenden Frust durch den Kauf neuer Möbel zu bewältigen. Doch obgleich sie mit ihrer Ätsch-Haltung sehr überlegen tun, vermitteln sie mir das Gefühl, dass sie nur so laut schreien, weil sie immer noch frustriert sind. Da konnten auch die schönsten Möbel nicht helfen. Übrigens finde ich die neue Schlafzimmerkollektion der Schweden ziemlich gut, solch ein Innenleben für die Schränke gibt es wohl bei kaum einem anderen Möbelhaus in dieser Preisklasse.

Französischer Bauch

Der aktive Jogurt, der für bessere Verdauung sorgen soll, lässt dieses Mal verschiedene Frauen von ihren Erfahrungen berichten. Spricht das Produkt nicht für sich, dann lass andere dafür sprechen, sagen sich hier einmal wieder die Werbemacher. Wir wissen nun mindestens, dass es ein paar Tage dauert, bis die Wirkung einsetzt und dass eine der Konsumentinnen zumindest subjektiv einen flacheren Bauch bekommen hat. Mehr habe ich von dieser Werbung nicht behalten, bin ich doch viel interessierter an den Lippenbewegungen der Frauen. In den Vordergrund tritt da immer wieder der U-Mund, und das heißt, sie sprechen ganz offensichtlich französisch. Ich kann mir direkt vorstellen, wie sie „Je goûte ce yaourt chaque jour et je trouve qu’il est toujours savoureux“ oder Ähnliches sagen, statt von Verdauung und flachem Bauch zu reden.

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Dunkel

Gestern war es zum ersten Mal fast dunkel, als ich nach Hause kam. Natürlich lag es daran, dass es bewölkt war und ich nach der Arbeit noch kurz einkaufen war. Ich traf also etwas später als gewöhnlich zu Hause ein, etwa viertel nach fünf. Wie gut, dass die extreme Dunkelphase durch die Sommerzeit nur siebeneinhalb Wochen dauern wird. Die kalte und dunkle Jahreszeit hat auch ihre schönen Seiten, doch im Moment fühle ich mich nur müde und nicht in der Lage, in meiner Freizeit etwas Vernünftiges zu tun. Irgendwie fehlt mir die Energie und ich hoffe, sie kehrt bald wieder zurück.

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Montag, 7. November 2005

Viel PC und wenig Sauerstoff

Ich könnte viel mehr Wochenende gebrauchen, denn kaum ist der Samstagabend erreicht, ist es nach meinem Gefühl schon fast wieder vorbei.
Der Freitagabend war wieder einmal typisch für den Tag nach einer anstrengenden Arbeitswoche. Ich habe es gerade noch geschafft, die Augen einigermaßen bis zum Ende der Johannes B. Kerner-Show aufzuhalten. Normalerweise wäre ich bestimmt eingeschlafen, aber ich wollte unbedingt Jamie und Tim kochen sehen.
Am Samstag war der Mann im Wald, ich habe zu Hause ein wenig herumgewurschtelt. Staubsaugen, Spülmaschine anwerfen, Rosenfotos im Garten machen, Internetsurfen …
Dann wollte ich mich endlich einmal aufraffen und eine neue Fototour für meine Website erstellen. Aber ich werde nie, nie wieder versuchen, eine Seite farblich am doch etwas betagten Notebook zu erstellen. Ich hätte mich bei der Hintergrundfarbe so was von vertan! Zum Glück bemerkte ich es, weil ich zwischendurch an meinen Rechner im Arbeitszimmer musste. Der hat zwar auch einen alten, aber immerhin „farbechten“ Röhrenmonitor. Dann musste ich noch ein wenig herumbasteln, um beim Ausschneiden und Kopieren von Grafikelementen keinen transparenten Rand zu haben. Tatsächlich hatte ich so etwas seit der Neuinstallation meines Rechners nicht mehr gemacht, und die Programmeinstellungen standen eben noch auf Standard.
Am Sonntag wollten/mussten wir einer Freundin ihren Ersatz-PC bringen. Der ihre hatte das Zeitliche gesegnet, und natürlich kriegt man keinen neuen Prozessor für das Motherboard oder umgekehrt und überhaupt. Sprich: Ist ein solches Gerät ein paar Jährchen alt, muss man in der Regel mehr als das defekte Teil ersetzen, weil es genau das nicht mehr gibt und ein entsprechendes neues nicht mehr zu den vorhandenen alten passt. Weil auch das Geld für eine Neuanschaffung fehlte, hat Jörg also ungefähr zwei Wochen lang den alten Rechner meiner Schwester zurechtgebastelt. Die beiden Festplatten aus dem defekten Gerät mussten kopiert werden, aber sie wurden natürlich erst einmal nicht erkannt oder der PC hängte sich beim Starten auf. Warum soll es auch alles so einfach gehen?
Ich war gestern Mittag noch guten Mutes, dass wir nach dem Aufstellen des Geräts „nur“ gucken müssten, ob Drucker und Scanner funktionieren, dann AOL installieren und könnten dann noch einen schönen Spaziergang machen. Deswegen hatten wir uns auch nicht erst für drei Uhr zum Kaffee verabredet, sondern schon für ein Uhr. Aber eigentlich hätte ich es wissen oder zumindest ahnen müssen: So etwas geht nie schnell über die Bühne. Um kurz vor vier waren wir fertig und da stand die Sonne schon wieder so tief, dass es sehr kühl wurde. Spaziergang gestrichen. Ich fühlte mich danach recht sauerstoffarm, musste ständig gähnen. Vermutlich kommt das auch immer von dem geringen Luftraum in 3-Zimmer-Stadtwohnungen. Natürlich habe ich dann zu Hause auch nichts mehr an meiner Website gemacht, weil mir das dann zu anstrengend war.
Immerhin war ich dann doch so ausgeruht, dass ich heute nach nur fünfeinhalb Stunden Schlaf zu ersten Mal wach wurde. Ich habe mich dann noch ein wenig hin- und hergewälzt und bin endlich wieder einmal so früh aufgestanden, dass ich um halb acht an meinem Arbeitsplatz war.

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Dienstag, 8. November 2005

Natürlich künstlich

Die Frage „Ist das natürlich oder künstlich?“ können heute viele Frauen mit „Natürlich künstlich!“ beantworten. Oft müsste man ihnen diese Frage gar nicht stellen, sieht man doch auf den ersten Blick, dass es sich nicht um ein natürlich gewachsenes Körperteil handelt. Ob Silikonbusen, verlängertes Haar oder künstliche Fingernägel – der Verschönerung sind beinahe keine Grenzen gesetzt. Die Frau möchte doch dem Mann gefallen. Und so verschönert sie das, was dem Männerauge am Herzen liegt. Aber auf welches Körperteil fällt der männliche Blick denn nun zuerst? Je nachdem, wen man fragt, bekommt man eine andere Antwort und fast jeder kann dies mit Untersuchungs- oder Umfrageergebnissen belegen. Nach landläufiger Meinung fallen die Blicke der meisten Männer zuerst auf den Busen einer Frau. Dies sei falsch, las ich vor einiger Zeit im Magazin einer Zeitschrift, tatsächlich fiele der erste Blick auf das Haarkleid. Auch das stimme nicht, so lautet eine dritte Meinung, es seien die Hände, die neunzig Prozent aller Männer anziehen. Welche dieser Behauptungen wahr ist und welches der widersprüchlichen Untersuchungs- und Umfrageergebnisse am ehesten der Realität entspricht, sei dahin gestellt. Tatsache ist, dass die letzte Behauptung bei immer mehr Frauen auf fruchtbaren Boden zu fallen scheint. Natürlich hat eine Frau gern schöne Hände, und wenn ihr diese Schönheit nicht in die Wiege gelegt worden sein sollte, kann sie auch gern ein wenig nachhelfen. Auffallend ist jedoch, dass der neue Trend zur übertriebenen Künstlichkeit hin geht, die man schon auf große Distanz als solche erkennt. Unverkennbar falsch sind diese unnatürlich dicken und zur „Spitze“ hin breiten, eckigen und weißrandigen Fingerverlängerungen. Kein Wunder, wenn sie als sehr viel haltbarer angepriesen werden als die echte Variante. Ein Pappkarton ist ja auch stabiler als ein Blatt Papier. Ob es einem nun gefällt oder nicht, ist die eine Sache, ob man damit den Mann oder die Männer beeindrucken kann, eine andere.
Aber dass die künstlichen Verlängerungen durchaus Auswirkungen auf das alltägliche Leben haben, kann man zum Beispiel im Fernsehen lernen. Es ist fast unglaublich, aber ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass es anscheinend einen direkten Zusammenhang zwischen den Plastikverlängerungen und den Umgang mit Tieren gibt. In einer Tier-Nanny-Sendung traten unabhängig voneinander zwei Hundebesitzerinnen auf, die beide an den Händen zum Verwechseln ähnlich gestylt waren. Von Hundeerziehung hatten sie jedoch beide absolut keine Ahnung.
Schlimmer jedoch sind die Folgen für die Hände. Zum einen müssen sie auf unnatürliche Bewegungen umgeschult werden. Vorbildlich gezeigt hat uns dies eine sehr junge Frau in einer Casting-Show für Gesangstalente. Ihre Veranlagung, ständig in Tränen auszubrechen, passte ganz und gar nicht zu ihren gestalteten Fingern. So war sie nicht in der Lage, sich mit der normalen Handhaltung – also Handfläche zum Gesicht hin – die Augen auszuwischen, sondern musste die Hände um hundertachtzig Grad drehen. Reichlich ungelenk befreite sie sich auf diese Weise mit dem Handrücken vom Nass, anders jedoch hätte sie sich ohne Zweifel die Augen ausgekratzt. Glücklich sind in solchen Situationen jene Menschen, die ihre Finger nach hinten biegen können, aber das nur am Rande erwähnt. Für manche Arbeiten sind diese gestylten Hände vermutlich überhaupt nicht mehr tauglich und böse Zungen könnten da behaupten, bei so mancher Frau sei dies der eigentliche Grund ihrer Verschönerung.
Übrigens erzählte mir kürzlich ein Mann, er meide im Supermarkt Kassiererinnen mit langen, künstlichen Fingernägeln – weil die nämlich Löcher in die Jogurtdeckel pieken.

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Freitag, 11. November 2005

Singende Süßigkeitensammler

Gestern und heute waren sie wieder unterwegs, die Kinderbanden, die zu Ehren des Heiligen St. Martin an den Türen klingeln, singen und dann hoffentlich mit Süßigkeiten belohnt werden. Wie jedes Jahr ist es mir auch diesmal wieder ein Rätsel, warum die meisten Kinder hier schon am 10. November herumlaufen, und anscheinend nur ein paar Nachzügler am 11. November, der doch eigentlich der Martinstag ist, ihre Runde machen. Vielleicht liegt es daran, dass die Laternenumzüge am 11.11. stattfinden da keine Gelegenheit bleibt, um die Nachbarn mit den Sangeskünsten zu beeindrucken; dann muss dieses Vorhaben eben auf den Abend des 10. Novembers gelegt werden.
Ich habe das Ganze in diesem Jahr sowieso verpasst. Natürlich hatte ich rechtzeitig daran gedacht, etwas einzukaufen. Daran gedacht, wohlgemerkt. Meine Einkäufe wollte ich gestern tätigen, aber gestern wurde ich unerwartet etwas zu früh von Regelschmerzen heimgesucht, so dass ich mir nur noch zwei Tabletten und ein Sofa wünschte. Ich lag also danieder, als die Kinderchen klingelten und konnte nicht aufmachen. Es wäre mir auch ziemlich unangenehm gewesen, mir das Singen anzuhören und dann gestehen zu müssen, dass ich gar nichts zu verschenken habe. Heute kam ich auch erst am späten Nachmittag nach Hause und hörte von ferne wieder eine Gruppe Kinder, die unterwegs waren. Vermutlich aber hatten sie schon bei uns geklingelt, als ich noch nicht zu Hause war, denn später ließ sich keiner mehr blicken.

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Sonntag, 13. November 2005

In der Stadt

Gestern war ich seit ewigen Zeiten wieder einmal in Hannovers Stadtzentrum zum Einkaufen. Der letzte Besuch liegt zwar nicht ganz so lange zurück, denn als meine Eltern Anfang Oktober hier waren, haben wir die Markthalle und die Altstadt besichtigt. Doch zum Einkaufen war ich wirklich schon sehr, sehr lange nicht mehr dort. Ich wollte mir etwas in der Haushaltswarenabteilung ansehen, außerdem brauchte ich eine neue kleine Handtasche, weil die alte in die Brüche geht und ich wollte endlich einmal Fotokarton in verschiedenen Farben besorgen. Ich war recht früh in der Stadt, um halb elf fuhr ich ohne Wartezeit ins Parkhaus ein. Gerade rechtzeitig, stellte ich beim Verlassen desselben fest, denn da kam ein Karnevalszug die Straße entlanggelaufen. Nur fünf Minuten später, und ich hätte erst einmal dahinter warten müssen.
Ich habe tatsächlich nur meine paar Kleinigkeiten gekauft, obwohl ich mir viel mehr angeschaut habe. Da dachte ich mir zum Beispiel, ich schaue mal nach einem schönen Pullover, wenn ich schon in der Stadt bin. Aber Fehlanzeige! Hauptsächlich Pastellfarben, die so ganz und gar nicht mein Fall sind, und dann Materialen, bei denen ich schon anfange zu kratzen und zu schwitzen, wenn ich sie nur anschaue. Die Suche nach einer kleinen und nicht zu teuren Tasche gestaltete sich auch als schwierig. Die meisten Modelle sind zwar flach, aber dafür dreimal so breit. Oder heruntergesetzt auf günstige 69 Euro. Schließlich landete ich doch wieder im ersten Kaufhaus und nahm dann einen Mini-Rucksack für 15 Euro. Nicht widerstehen konnte ich dieses Mal auch beim „Filoo“, dem Filtertütenhalter von Koziol. Leider will der Saugnapf nicht auf der Holzseite des Küchenoberschrankes halten, obwohl ich die Fläche für glatt genug hielt. Jetzt müssen wir uns noch eine vernünftige Befestigungsmöglichkeit ausdenken.
Obwohl ich allein in der Stadt war und mich nicht auch noch nach jemanden richten musste, fand ich es anstrengend. Ich hatte mich schon in weiser Voraussicht nicht zu warm angezogen, schwitzte aber trotzdem, und zuletzt taten mir die Füße weh.
Als ich um halb eins zum Parkhaus zurückkam, wurde dort schon „Besetzt“ angezeigt, und die ankommenden Autos stauten sich vor der Einfahrt. Wie gut, dass ich so früh unterwegs gewesen war.
Auf der Rückfahrt blockierte gerade wieder einmal ein Karnevalsumzug die Straße, weil er gerade linker Hand den Friedrichswall überquerte. Ich musste aber sowieso nach schräg rechts in die Lavesallee fahren, so dass mich diese Sperrung nicht betraf.

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Montag, 14. November 2005

Mein neues Auto

Ach, wenn wir die Werbung nicht hätten, wüsste ich gar nicht, welches Auto ich mir kaufen sollte. Aber die Fernsehwerbung hat mir weitergeholfen, und ich weiß nun, was mein nächstes Auto sein wird: der Opel Zorro! Außen schwarz-metallic, innen rote Sitze, ein zackig-flottes, schlankes, nicht zu großes Auto. Ich fürchte nur, die Opel-Werbung mit Zorro arbeitet nicht darauf hin, uns irgendwann ein solch schickes Gefährt vorzustellen. Das finde ich sehr traurig, denn es wäre genau das Auto, auf das ich warte. Schade. Also bleibe ich doch noch eine Weile meinem dreizehneinhalb Jahre alten, pazifikblauen „Erdbeerkörbchen“ treu. Neue Plaketten hat es ja im Oktober dank seiner guten Betreuungswerkstatt erst bekommen.

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Mittwoch, 16. November 2005

So schnell kann’s gehen

Während eines Besuches in einer geschlossenen Anstalt fragt ein Besucher den Direktor, nach welchen Kriterien entschieden wird, ob jemand eingeliefert werden muss oder nicht.
Der Direktor: „Nun, wir füllen eine Badewanne, geben dem Kandidaten einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer und bitten ihn, die Badewanne auszuleeren.“
Der Besucher: „Ah, ich verstehe, und ein normaler Mensch würde den Eimer nehmen, damit es schneller geht, ja?“
Direktor: „Nein, ein normaler Mensch würde den Stöpsel ziehen. Wünschen Sie ein Zimmer mit oder ohne Balkon?“

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Freitag, 18. November 2005

Sprachliche Übelkeit

Es gibt Wörter und Ausdrücke, die ich überhaupt nicht mag und selbst nie verwende – Letzteres hoffe ich jedenfalls.
Meine Abneigung richtet sich zum Beispiel gegen „letztendlich“, noch schlimmer finde ich „schlussendlich“.
Mittlerweile leider sehr häufig zu hören sind die Ausdrücke „das macht keinen Sinn“ und „nicht wirklich“, bei denen es mich immer wieder inwendig schüttelt. Allerdings muss ich beim „Sinn machen“ selbst aufpassen, denn dieser Ausdruck ist schon so geläufig, dass er auch mir immer wieder über Lippen zu rutschen droht.
Ebenso fürchterlich finde ich „Handy“ und „Laptop“. Bei mir heißt es auf jeden Fall „Notebook“, das tragbare Telefon würde ich auch gern anders nennen, aber „Mobiltelefon“ hört sich doch recht gestelzt an.
Völlig daneben finde ich es, bestimmte Dinge nach ihren „Erfindern“ zu benennen, vor allem wenn da so ein übler Nachgeschmack bleibt wie bei „Hartz IV“. Hoffentlich werde ich davon nie betroffen sein, dann kann ich vermeiden, dieses Wort aussprechen zu müssen.
Zu guter Letzt fällt mir noch ein ganzer Satz ein, bei dem ich jedes Mal weglaufen möchte: „Das sind ja XX Mark!“ Leute, begreift es endlich, es gibt keine D-Mark mehr, aber vielleicht könnten wir den Euro zur Abwechslung mal in andere (noch existierende) Währungen umrechnen!

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Der Fluch des Telefons

Ich telefoniere nicht gerne. Ich weiß nicht, ob ich früher, also vor vielen, vielen Jahren, lieber telefoniert habe. Ich weiß aber, dass ich seit meiner Help-Desk-Zeit von 1984 bis 1991 nicht mehr gern telefoniere.
Leider aber scheint häufig der Fluch des Telefons auf mir zu liegen. Bei uns zu Hause klingelt zum Glück nicht alle halbe Stunde das Telefon. Kaum aber geht mein Mann auf die Toilette, ins Bad oder mal kurz nach draußen, klingelt das elendige Ding.
Im Büro ist es noch schlimmer. Mittlerweile spreche in schon in Gedanken vor mich hin: Leute ruft an, meine Kollegin oder mein Kollege ist gerade mal einen Moment zur Toilette verschwunden oder eben in die Mittagspause gegangen. Stundenlang rührt sich der Apparat nicht, aber prompt in diesen Augenblicken muss er Laut geben. Ich habe mittlerweile den Eindruck, die Leute warten genau auf diesen Moment, um anzurufen. Und ich darf ans Telefon gehen!

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Sonntag, 20. November 2005

Fotografischer Spaziergang

Nun haben wir das „richtige“ Novemberwetter mit Kälte und Nieselregen und ich habe eine – zum Glück nur kleine – Erkältung.
Es ist also wieder einmal die Zeit, um es sich zu Hause richtig gemütlich zu machen. Bei mir sah das so aus, dass ich seit langer Zeit wieder einmal meinen Rechner im Arbeitszimmer für einige Stunden in Betrieb hatte. Dabei habe ich gemerkt, dass ich schon lange keine Webseiten mehr gebastelt habe. Ich habe eine neue Fototour erstellt und dabei gleich mal die Seiten von unnötigen Tabellen befreit. Allerdings musste ich wieder einige Male hin- und herprobieren, bis ich das „float: left“ und „float: right“ per CSS so hatte, wie es aussehen sollte. Fotos bearbeiten und alles Verlinken war dann noch einmal Fleißarbeit.
Jetzt ist fertig: Der Spaziergang über den Stadtfriedhof Engesohde in Hannover.

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Dienstag, 22. November 2005

Start in die Adventszeit


In diesem Jahr ist der Real-Markt nebenan zum ersten Mal weihnachtlich beleuchtet. Vor ein paar Tagen hatte man wohl morgens die Beleuchtung getestet. Ich dachte zuerst, es handle sich um die Beleuchtung für die Arbeiten auf der Baustelle nebenan, als ich aus unserer Einfahrt fuhr. Aber nein, es waren Weihnachtssterne.
Ich bin nicht so der Wohnungs-Deko-Mensch, der alle paar Wochen nach Jahreszeit umdekoriert, deshalb gibt es auch keine großartige Weihnachtsdeko.
Trotzdem hätte ich heute beinahe einen Adventskalender gekauft, weil ich es einfach witzig fände, jeden Morgen ein Türchen mit einer Überraschung aufmachen zu können. Als ich mir die Preise für diese Kalender anschaute, überlegte ich schon, ob das eine gute Idee war. Fünfzehn bis zwanzig Euro für einen nicht allzu schlichten Adventskalender fand ich doch ziemlich teuer. Zuletzt stand ich vor dem Kalender mit den Köstlichkeiten von Ferrero. Nein, dachte ich mir da, für 24 Stückchen Schokolade mit ein bisschen Pappe drumherum gebe ich nicht so viel Geld aus. Ich kaufte stattdessen eine Packung Mon Chérie und eine Packung Rocher, da haben wir insgesamt 48 Stück für ungefähr ein Drittel des Preises. Unromantisch, unweihnachtlich, aber garantiert genauso lecker.

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Konfrontation auf dem Parkplatz

Neulich war es wieder einmal soweit: Ich hatte zum wiederholten Mal eine erheiternde Begegnung auf dem Parkplatz des nahegelegenen Supermarktes.
Auf diesem Parkplatz gibt es zwei Einmündungen zur Straße; die eine ist gleichzeitig Ein- und Ausfahrt, bei der zweiten handelt es sich lediglich um eine Ausfahrt. Weitere Verkehrsregelungen gibt es auf dem Parkplatz nicht. Nun sind manche Leute der Meinung, sie befänden sich auf einer Einbahnstraße, wenn sie auf den Parkplatz fahren. Lustig wird es dann manchmal am Ende des Parkplatzes, wo der Weg neunzig Grad nach links abknickt. Dort kurven diese Fahrer ganz links eng um die Autos herum, immer der irrigen Ansicht, es könne und vor allem dürfe ihnen keiner entgegenkommen. Falsch gedacht, denn heute kam ich wieder einmal entgegen. Es bleibt mir auch nichts anderes übrig, denn die einzige Möglichkeit, vom Parkplatz nach links auf die Straße abbiegen zu können, führt über diesen Weg. Ich rollte also auf diese Kurve zu und prompt kam mir wieder einmal ein Auto ziemlich weit auf meiner Spur entgegen. Sofort brüllte mich die Fahrerin hysterisch an und gestikulierte wild. Ich fand es lustig, verstehen konnte ich durch die geschlossenen Fenster sowieso nichts. Daher lachte ich ihr freundlich zu und fuhr davon. Einen Moment dachte ich noch daran, das Fenster zu öffnen, auf ein nicht vorhandenes Schild zu zeigen und sie darauf hinzuweisen, dass sie die Einbahnstraße in falscher Richtung befuhr. Aber wahrscheinlich hätte sie mir dafür eins auf die Nase gegeben.
Übrigens: Auf Parkplätzen gilt nur der § 1 der Straßenverkehrsordnung (ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht), also nicht einmal die Regel „rechts vor links“. Ich war doch überrascht, als ich das vor einiger Zeit las, war ich doch bis dahin der Meinung, wenigstens daran müsse man sich halten. Auch falsch gedacht.

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Mittwoch, 23. November 2005

Geschafft!

Ich bin wirklich nicht sportlich und seit dem Frühjahr habe ich nichts gemacht, außer einige Male mit dem Fahrrad zu fahren. Schon längst wollte ich mal wieder auf unseren Crosstrainer im Keller gehen, aber irgendwie ist es doch gemütlicher, sich nach der Arbeit erst mal aufs Sofa zu legen. Heute habe ich es aber endlich wieder einmal geschafft und bin da unten eine halbe Stunde lang gelaufen. Mit einem unterhaltsamen Fernsehprogramm vor der Nase macht das auch gleich viel mehr Spaß. Ich bin ja ganz froh, dass ich beim ersten Mal nach so langer Zeit gleich eine halbe Stunde durchgehalten habe, auch wenn ich es recht vorsichtig angehen ließ. Wenn ich mich noch an die allerersten Male auf dem Gerät erinnere … da war ich nach zehn Minuten schon fix und fertig. Jetzt muss ich mir nur regelmäßig in den Hintern treten, dass ich wenigstens zweimal in der Woche in den Keller gehe.

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Mein Blog-Ich

Dank Melodys Kriterienkatalog können wir endlich unser Blog-Ich analysieren. Hier ist meines:

Mein Blog ist nicht interessant.
Ich habe nichts Besseres zu tun.
Mein Blog ist nicht cool genug.
Das Design ist billigste Massenware.
Ich verfasse überflüssige Banalitäten.
Ich bin anspruchslos.
Ich bin arrogant und unhöflich.
Ich kann sowieso nicht mithalten.
Das Bloggen ist mir kein echtes Blog wert.
Ich bin nicht vernetzt genug.
Ich bin ignorant und sowieso von vorgestern.
Ich bin zu hässlich dafür.
Mir fehlt die Durchschlagkraft.
Ich bewege mich im Sumpf verfilzter Kreise.
Ich halte mich für zu wichtig.
Ich bin oberflächlich, wahlweise verkorkst.
Ich bin arrogant.

Und mit diesem Eintrag übers Bloggen will ich nur Reaktionen fischen. *g*

P.S.
Und zum Bloggen bin ich offensichtlich sowieso zu doof, weil ich das mit dem Trackback noch nie hingekriegt habe. *gg*

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Donnerstag, 24. November 2005

Ruf doch da mal an!

Gerade rief meine Mutter an. „Du weißt doch bestimmt net, dass der Onkel Werner heut siebzisch werd!“ „Ach – nö, das wusst ich nicht!“ Mir war heute zwar beim Blick auf den Kalender in Erinnerung gekommen, dass mein Onkel, der ältere Bruder meiner Mutter, Geburtstag hat, ich wusste aber nicht, dass es sich um einen runden Geburtstag handelte. Manches kann ich mir wirklich gut merken, obwohl ich dafür keine „Verwendung“ mehr habe, anderes vergesse ich sofort wieder. „Ruf doch einfach mol o, der freut sisch bestimmt!“ „Ja, gut, mach ich.“ Nachdem ich mir noch die Telefonnummer notiert hatte (im Kopfgedächtnis, vierstellige Nummern kann ich mir doch noch merken), legte und seufzte ich auf. Och nö, eigentlich wollte ich nicht anrufen. Wir hatten noch nie einen besonderen Kontakt und seit meinem Umzug nach Hannover schon gar keinen mehr. Mein Ehemann motivierte mich mit den Worten: „Ruf jetzt gleich an, dann hast du’s hinter dir.“ Gut, gesagt, getan. Ich habe sofort angerufen, Glück gewünscht, drei Sätze gesprochen und das war’s. Dazu muss man wissen, dass mein Onkel überhaupt keine gesprächige Person ist und sehr viel mehr als „jo“, „hm“ oder Ähnliches hört man da nicht. Ich bin auch nicht der Typ, der jemanden in Grund und Boden quatscht und Small Talk über nichts und wieder nichts bringe ich auch nicht zustande.
Wie dem auch sei, ich habe meine Glückwünsche überbracht und kann mich jetzt einigermaßen zufrieden zurücklehnen.

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Samstag, 26. November 2005

Gedächtnis

Gestern Abend war die Juniormeisterin im Gedächtnistraining in der Talkshow auf N3. Sie erklärte an einem Beispiel, wie man sich anhand von Bildern Ziffern merken kann. Die „7“ sind also die sieben Zwerge, die „5“ wird durch eine Hand mit fünf ausgestreckten Fingern symbolisiert etc.
Ich dachte daran, dass ich solche Eselsbrücken zumindest früher gar nicht benötigte. Ich konnte mir zum Beispiel Telefonnummern merken – einfach so. Das machte sich vor allem in meiner Help-Desk-Zeit von 1984 bis 1990 bemerkbar. Damals mussten wir auch Störungen an die (damalige) Post melden. Natürlich gab es eine einheitliche Rufnummer, aber immer mit einer anderen Vorwahl. Jeder von uns hatte eine Liste mit den Telefonnummern vor sich liegen, aber ich hatte die meisten Vorwahlen im Kopf. Meine Kollegin meinte damals, wir sollten doch mit dieser Nummer zu „Wetten, dass …“ gehen. Auch privat hatte ich so gut wie alle Telefonnummern im Kopf. Leider kommt mir bei diesem Gedächtnistraining die heutige Technik in die Quere. Kurzwahlen, Telefonbücher im Mobiltelefon, über die man nach Namen suchen kann … Selbstverständlich könnte ich zum Training des Hirns darauf verzichten, was aber, wenn mir im Ernstfall die dringend benötigte Nummer nicht einfällt?
Zum Gedächtnistraining fiel mir aber noch etwas anderes ein: In den neunziger Jahren besuchte ich einmal ein Rhetorikseminar. Die Kursleiterin machte zur Auflockerung nach der Mittagspause immer eine anscheinend spielerische Übung. An einem Tag lautete diese: Ich lese Ihnen jetzt langsam zwanzig (es können auch fünfzehn oder dreißig gewesen sein, das weiß ich nicht mehr) Begriffe vor, die Sie sich merken und danach aufschreiben. Ich geriet einen kurzen Moment in Panik, weil man sich so etwas gar nicht merken kann. Dann hatte ich spontan, ohne etwas Ähnliches jemals gemacht oder auch nur davon gehört zu haben, eine Idee: Ich bastele mir eine Geschichte aus diesen Wörtern. Es hat tatsächlich funktioniert. Durch meine Geschichte konnte ich alle genannten Begriffe so gut verbinden, dass ich sie anschließend aufschreiben konnte. Natürlich war ich das geniale Beispiel für die Kursleiterin, die meisten Teilnehmer, inklusive mir selbst, waren überrascht. Nun ja, da blieben noch die zwei Machos, die zumindest nach außen hin meinen Erfolg belächelten. Aber das ist eine andere Geschichte und handelt von Männern, die nur solche Wesen für Frauen halten, die in das Kindchenschema passen und ihr Hirn für eine perfekte Figur eingetauscht haben.

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Montag, 28. November 2005

An die Wand gebannt

Nach gut zwei Wochen hängt der Filoo endlich:

Der Filoo, ein Kind aus dem Hause Koziol, verfügt über einen Saugnapf. Der saugte aber nicht kräftig genug an der Holzplatte des Schranks. Ich reinigte die Oberfläche, befeuchtete den Saugnapf, doch er wollte nicht haften. Ich klebte ihn mit Powerstrips und anschließend mit Teppichklebeband fest – beides ohne Erfolg. Das Entfernen des Saugnapfes aus dem Körper und das ganzflächige Ankleben schien eine gute Idee zu sein, jedoch scheiterte sie an der unebenen Rückseite des Kerls. Dann schaffen wir ihm eben eine absolut glatte Fläche zum Saugen: Auf das Holz wurde ein Stück Laminierfolie geklebt. Saugen: fünf Minuten – Kleben: zehn Minuten. Dann lag wieder alles unten und eine Hand und ein Bein waren ab. Die abgefallenen Körperteile stellten nicht das eigentliche Drama dar, denn sie waren nur gesteckt und hatten sich schon bei den ersten Fallversuchen verselbstständigt. Wieder ließ ich den Filoo tagelang liegen, um zu überlegen und dann schließlich und endlich eine Idee durchzusetzen, die ich schon eine Weile im Kopf hatte. Die Problemstelle war der Saugnapf, der sich trotz Fixierung mit Kleber immer so stark wölbte, dass innerhalb kürzester Zeit nur noch der äußerste Rand klebte und diese schmale Stelle dem Gewicht des Kerls nicht mehr standhalten konnte. Ich schnitt also den Saugnapf an vier Stellen ein, machte also Viertel aus ihm. Dann beklebte ich ihn wieder mit Teppichklebeband und presste ihn an die Schrankwand. Im ersten Moment sah es gut aus, aber dann wölbte sich der unsägliche Napf trotzdem wieder! Kurzerhand habe ich den Bauch des Filoos mit Tesafilm an der Wand fixiert, so dass sich der Saugnapf nicht mehr aufwölben kann. Ein paar Tage lang wollte ich das so lassen, aber hinter den Kaffeefiltern sieht man die Klebestreifen sowieso nicht. Es riecht also verdächtig nach einem endlos dauernden Provisorium …

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