Mai 2005

Montag, 2. Mai 2005

Angebrannt

Heute habe ich in der Mittagspause gerade zusammen mit meiner Kollegin die Rücksendung ihrer Bestellung fertiggemacht, als sich mein Rechner verabschiedete. Ohne einen Mucks, ganz still und heimlich. Ich drehte mich um und wunderte mich, dass der Monitor schwarz war. Und der schaltet sich nicht automatisch ab. Erst mal die Stromzufuhr geprüft, doch die war in Ordnung. Für einen Moment roch es auch recht angebrannt und es könnte sein, dass irgendetwas durchgeschmort ist. Unser Systemverwalter hat das gute Stück mitgenommen, konnte zwar keine direkte Fehlerursache finden, aber macht jetzt alles neu. Also Herz und Nieren und auch das Betriebssystem, weil das nun auch nicht mehr ordentlich laufen will. Da kam es mir heute sehr gelegen, dass unsere beiden Kollegen krank sind. Ich hatte die freie Auswahl zwischen drei Rechnern, denn außerdem steht noch ein Aushilfs-PC im Raum nebenan. Ohne PC dazusitzen, wenn neunzig Prozent der Arbeit an diesem Gerät stattfindet, ist dann doch etwas unpraktisch.

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Mit Geschrei in den Mai

Was für ein herrliches Ende April-/Anfang Mai-Wochenende! Als es mir am Samstag wieder besser ging (alle vier Wochen hasse ich es, Frau zu sein), war ich natürlich wieder im Garten. Abends haben wir lecker gegrillt und lange draußen gesessen. Vielerorts wurde ja in den Mai getanzt und auch wir bekamen ein wenig davon mit. Kurz nach halb neun erscholl wunderschöne Stimmungsmusik der allerfeinsten Art von irgendwo her. Zunächst dachten wir an eine größere Veranstaltung in der Stadt und an eine günstige Windrichtung, die uns die Musik brachte. Doch ein Blick um die Hausecke machte mich schlauer. Eine neu erbaute Gewerbehalle in etwa fünfhundert Metern Entfernung war hell erleuchtet und von dort kam die Musik. Zum Glück hörten wir auf der Terrasse nur sehr gedämpft, was dort gespielt wurde, und manches „Humpf-humpf-stampf-stampf“ konnte man erst bei genauem Hinhören erraten. Kurz bevor wir nach drinnen gingen, waren gerade die „Lala-hey-hey“-Version von „Country Roads“ und das kleine grüne Reptil an der Reihe gewesen. Die Party ging jedoch noch länger. Ich ging um halb zwei ins Bett, während Jörg noch „Das Boot“ zu Ende guckte. Mit geschlossenem Fenster kann ich nicht schlafen, also habe ich es gekippt, und schon war ich wieder auf dem aktuellen Stand der Festlichkeiten. „Hölle, Hölle, Hölle“ hielt mich zunächst doch sehr vom Einschlafen ab, und ich wälzte mich schon hin und her. Das letzte was ich hörte, war irgendetwas aus der sanfteren Schlagerecke und damit muss ich dann wohl auch eingeschlummert sein.

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Freitag, 6. Mai 2005

Spargelpäckchen

Das war lecker! Vielen Dank für die Anregung an Helen (web-logo-mania).

Was sich in den Blätterteigpäckchen versteckt: gekochter Schinken, grüner Spargel, geriebener Käse. Und das Ganze habe ich mit Zitronen-Hollandaise serviert. Übrigens war es nicht nur lecker, auch heute wird uns das noch schmecken, denn ich habe gleich vier Päckchen zubereitet.

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Männer im Supermarkt

Einkaufen im Supermarkt finde ich meistens entspannend – und darüber hinaus kann es bisweilen auch interessant bis amüsant sein.
Meist sorge ich allein für das Heranschaffen der Verpflegung im Hause D. Wenn hin und wieder mein angetrauter Ehemann mich darin unterstützt, dann kann ich tatsächlich davon profitieren. Er ist in der Lage, nach meinen Ansagen vom Einkaufszettel selbstständig die richtigen Regale mit den gewünschten Produkten zu finden und das Benötigte in den Einkaufswagen zu legen, während ich bereits zwei Reihen weiter Ausschau nach leckeren Sonderangeboten halte. Ebenso verfügt er über die Fähigkeit, durch Mitdenken und entsprechende Vorschläge die Einkaufsliste um praktische Dinge zu erweitern, die man immer im Vorrat haben sollte. Und man glaubt es kaum, er schiebt freiwillig den voll beladenen Wagen zur Kasse und übernimmt dort das Aus- und Einpacken, so dass ich meistens untätig warten muss, bis es ans Bezahlen geht. Das ist dann meine Sache, so haben wir das aufgeteilt.
Meinen letzten Beobachtungen zufolge gibt es jedoch genügend Männer, die einen Ausspruch von David Ben Gurion allzu wörtlich nehmen. Als er sagte: „Die Frau ist das Kamel, das uns hilft, die Wüste des Lebens zu durchqueren“, dachte er gewiss nicht an die beschwerliche Durchquerung einer Supermarktwüste.
Das Paar Eins entdeckte ich zwischen Käse und Wurst. Sie schob ächzend die bereits gut gefüllte Einkaufskarre durch die Gänge, hielt an, hechtete zum Regal, lud etwas in den Wagen, rollte weiter, immer hektisch den Einkaufszettel studierend, während er gelangweilt nebenherschlenderte und sie mit keinen Handgriff unterstützte. Kein Wunder, er hatte ja auch seine Hände in den Hosentaschen versenkt.
Paar Zwei überholte ich am Konservendosengang. Auch hier war sie wieder die Wagenschieberin, er trug immerhin das Kleinkind auf dem Arm. Im Schneckentempo bewegten sie sich den Hauptgang entlang und im Vorübergehen hörte ich, wie er sehr gelassen die Feststellung: „Du, wir brauchen auch noch Fondor“ fallen ließ. Sie war zumindest rhetorisch geschickt und antwortete ihm: „Dann musst du eben dorthin gehen und Fondor holen!“ Richtig so, erklär ihm, dass das Gewürz nicht auf Zuruf in den Wagen geflogen kommt, dachte ich mir. Leider versäumte ich es, die weitere Entwicklung zu beobachten und weiß daher nicht, ob die Frau konsequent geblieben ist oder doch noch selbst zum Gewürz geeilt ist.
Auf Paar Nummer Drei stieß ich an der Kasse. Auch hier konnte ich die klassische Rollenverteilung studieren. Die Frau wuchtete alle Lebensmittel aus dem Einkaufswagen auf das Band, während der Mann geduldig wartend hinter ihr stand. Den leeren Wagen schob sie an der Kasse vorbei, damit sie ihn auf der anderen Seite wieder beladen konnte. Der Mann, offensichtlich schon übermüdet von der anstrengenden Einkaufstour, lehnte mit lang ausgestreckten Beinen neben der Kasse an der Wand. Immerhin, das konnte ich erkennen, hatte auch er schwer zu tragen, denn in der linken Hand hielt er ein Bündel Geldscheine. Als ich meinen Wagen ein Stück nach vorne schob, um an das Band zu kommen, wäre ich um ein Haar über seine Füße gerollt. Doch er musste schon sehr erschöpft sein, denn er bewegte sich keinen unnötigen Zentimeter zur Seite. Endlich hatte seine Frau alles eingepackt und er konnte sich der verantwortungsvollen Tätigkeit des Bezahlens widmen. Wie gut, dass er nun die Geldscheine losgeworden war, denn nur so schaffte er es vermutlich, hinter seiner Einkaufswagen schiebenden Frau das letzte Stück Weg zum Auto zurückzulegen.

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Sonntag, 8. Mai 2005

Stadtfest

Heute war das Wetter einigermaßen gut, zwar kühl, aber großteils doch sonnig bis leicht bewölkt. Also entschlossen wir uns, einen Spaziergang zu machen und bei der Gelegenheit beim Stadtfest auf dem Rathausplatz vorbeizuschauen.
Gestern hatten die Veranstalter viel Pech gehabt, denn es regnete den gesamten Nachmittag und Abend, und es waren alle Varianten von Nieselregen bis Hagel vertreten.

Immerhin sah der Platz dieses Mal nicht so traurig aus wie beim völlig unweihnachtlichen Weihnachtsmarkt. Neben den üblichen Ess- und Trinkständen hatten auch die meisten Geschäfte rund um den Platz geöffnet.

Auf dem Rückweg erwischten uns doch noch einige Regentropfen, und da wir gerade in der Nähe der Post waren, stellten wir uns dort unter. Ich nutzte die Wartezeit, um Kleingeld in Briefmarken zu verwandeln. Irgendwann habe ich herausgefunden, dass die Briefmarkenautomaten Münzen jeglicher Art fressen. Also sortiere ich die 1-, 2- und 5-Cent-Stücke aus, bevor sie mein Portmonee zum Bersten bringen und kaufe hin und wieder ein paar Briefmarken dafür. Man darf allerdings maximal 15 Münzen einwerfen; beim ersten Mal wusste ich das natürlich nicht, und es war schon recht ärgerlich, dass sie alle wieder ausgeworfen wurden und ich von vorne anfangen musste.
Nach dem kurzen Regen ging’s zurück und wir kehrten noch im Gartencenter nebenan ein. Auch dort war wegen des Festes verkaufsoffener Sonntag, jedenfalls mit längeren Öffnungszeiten als an den normalen Sonntagen, wenn mittags zum Blumenverkauf geöffnet ist. Kaufen wollten wir nicht, nur mal ein bisschen schauen. Ich guckte mir draußen die Bäume an, denn wir suchen noch einen Baum für den Vorgarten. Neben einem Zierapfel bin ich auch auf einen Eisenbaum gestoßen. Der ist mir bisher völlig unbekannt und da muss ich einmal nachforschen, was das ist.
Drinnen sprangen mich dann sozusagen die Bougainvilleas an. Ich habe meine nicht über den Winter gekriegt und daher erlaubte ich mir, eine ganz kleine für 5 Euro zu kaufen.
Die steht jetzt allerdings noch drinnen am Fenster, weil sie mir im Moment für draußen noch zu empfindlich ist.

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Unsauberes Kochen

Wenn ich koche, ist es in der Küche immer einigermaßen aufgeräumt. Zwischendurch wische ich hier und da, räume beiseite und weg, so dass alles übersichtlich und relativ sauber bleibt. Ich könnte niemals in Ruhe essen, wenn es in der Küche wie auf dem Schlachtfeld aussieht. Manchmal gehe ich aber zugunsten eines absolut leckeren Essens Kompromisse ein. So habe ich gestern Abend Rindersteaks gebraten. Ich hasse es, dass es beim scharfen Anbraten immer spritzt und zumindest das gesamte Ceranfeld voller Fettspritzer ist. Es beruhigt mich ein wenig, dass alles schnell und einfach zu reinigen ist, aber wenn es spritzt, finde ich es erst einmal nicht so prickelnd. Trotz allem war das Essen äußerst köstlich: medium gebratene Rindersteaks mit Pfeffer-Sahne-Soße, grüne Bohnen und Kroketten.

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Der rettende Einbrecher

Gestern Abend gegen halb acht Uhr klingelte es bei uns. Die Tochter der Nachbarn von gegenüber mit Freundin stand vor der Tür, die beiden hatten sich ausgeschlossen. Sie riefen jemanden von unserem Telefon aus an, doch offensichtlich erfolglos. Jedenfalls waren die Eltern übers Wochenende in Berlin und nicht auf die Schnelle erreichbar. Da wäre noch ein gekipptes Fenster … doch Jörg begrub die Hoffnungen erst einmal, indem er sagte, bei Neubauten können man ein gekipptes Fenster nicht von außen öffnen, weil heutzutage die Fenster gegen Einbruchsversuche gesichert seien. Die beiden Mädels verabschiedeten sich wieder, wollten noch mal schauen…
Während Jörg Freunde im Nachbarort anrief, um zu fragen, ob man dort einen Schlüsseldienst kenne, surfte ich mit wenig Erfolg im Internet. Da sieht man doch immer diese Schreckensberichte aus dem Fernsehen, wo die Notdienste bei Türöffnungen so richtig abzocken – ich bin aber in Hannover und Umgebung weder mit den Suchbegriff „Schlüsseldienst“, „Schlüsselnotdienst“ und „Türöffnungen“ auf nur ganz wenige Ergebnisse gestoßen. Unter welchem Suchbegriff sind denn die alle zu finden? Ich habe sowohl in den Gelben Seiten als auch über Google gesucht, wie gesagt, die Ergebnisse waren ziemlich mager.
Dann standen die beiden Mädchen zum zweiten Mal vor unserer Tür. Jörg sagte, er ginge mal mit rüber, um zu schauen. Na ja, was sollte er da schon groß ausrichten können? Ich überlegte schon, wie und ob wir die beiden bei uns übernachten lassen könnten, suchte nochmals im Internet, schaute dann aus dem Fenster, sah Jörg von außen am Fenster des Nachbarhauses hängen und dachte plötzlich: Huch, da sah es doch so aus, als ob eines der Mädchen durch die Haustür nach drinnen gegangen ist.
Ja, es war tatsächlich so gewesen. Zum Glück hatte Jörg vor kurzem bei Freunden mitgeholfen, neue Fenster einzubauen und kannte sich nun recht gut mit der Funktionsweise aus. Er schaffte es also, das gekippte Fenster so weit hinunter zu kippen, dass die Freundin der Nachbarstochter einsteigen konnte. Sie hatte eine für solche Zwecke geeignete Figur, sehr groß und schlank und dementsprechend lange Beine.
Auf jeden Fall war der Abend gerettet. Vor allem bei den beiden, die sturmfreie Bude hatten. Denn Jörg berichtete, er habe an der Haustür einen Zettel entdeckt, auf dem stand: „Hallo Jungs, wir sind gleich wieder zurück, müssen nur noch Bier kaufen.“
Unser Fazit: Nach einem kurzen Check meinte Jörg, unsere Fenster machten einen etwas sichereren Eindruck. Doch wissen wir nun, dass Einbrecher ohne größere Probleme durch gekippte Fenster ins Haus kommen können. Ich würde sowieso kein Fenster offen lassen, wenn ich aus dem Haus gehe, aber das war jetzt noch mal eine Bestätigung.

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Dienstag, 10. Mai 2005

Tütenhausen

o sieht es aus, wenn Jörg mal wieder einen Stapel Brottüten aus dem Büro mitbringt.
In diesen Gefrierbeuteln transportiert und bewahrt er das selbst gebackene Brot auf, das seine Mittagsverpflegung im Büro ist.
Zwar sind in den Beuteln nur Brotkrümel, aber sie müssen trotzdem ausgespült und dann getrocknet werden. Deshalb sieht es von Zeit zu Zeit auf der Spüle wie in Plastiktütenhausen aus.

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Donnerstag, 12. Mai 2005

Mathehieroglyphen

„In Mathematik-Formeln muss auf der linken Seite des Operators ein Zwischenraum stehen. Dieser darf z.B. aus projektionstechnischen Gründen durch den Lückenfüller „(„) ersetzt werden. Beim Malpunkt kann auf den Zwischenraum verzichtet werden. Auf der rechten Seite folgt der Ausdruck immer direkt dem Operator. Beim Schrägstrich (durch) werden keine Zwischenräume geschrieben. In Text- und gemischten Formeln werden die Textausdrücke durch Zwischenräume vom Operator getrennt und die Operatoren mit Lückenfüller versehen …“
Das ist nur ein kleiner Teil aus dem Handbuch „Mathematikschrift für Blinde“. Es ist mit reichlich manueller Arbeit verbunden, ein Mathematikbuch in Blindenschrift umzusetzen. Viele der Feinarbeiten müssen direkt in der ASCII-Datei vorgenommen werden und das sieht dann meistens so kryptisch aus, vor allem, wenn es sich um Kurzschrift handelt:

Natürlich muss ich nicht diese Hieroglyphen selbst eintippen, die eigentliche Umsetzung übernimmt schon ein Programm. Aber wenn man darin etwas ergänzen oder ändern muss, erfordert das schon ein hohes Maß an Konzentration. Nach acht Stunden sehe ich dann nur noch wilde Zeichen vor den Augen.

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Dienstag, 17. Mai 2005

Fernsehtipp für Häuslebauer

Auch wenn wir längst mit dem Hausbau fertig sind, schaue ich mir gern diese Dokusoaps rund um den Hausbau an. Gerade laufen auf RTL2 wieder einmal neue Folgen von „Vorsicht Baustelle“. Heute bin ich besonders gespannt, denn es soll laut Vorschau auch um das Allkauf-Haus von Stefan aus Nordhessen gehen. Er war einer der Interessenten, die auf meinen Hausbaubericht auf www.hausnummer27.de gestoßen sind, und dem ich gern ein paar Fragen zu unseren Erfahrungen beantwortet habe.
Also, heute Abend schauen: Vorsicht Baustelle, 21:15 Uhr, RTL2.

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Pfingsten

Das war unser Pfingstwochenende: Am Samstag wurde ich gegen vier Uhr wach, weil mein Kopf dröhnte. Das hatte mir gerade noch gefehlt: Migräne am Tag einer Geburtstagsfeier! Um halb acht stand ich auf und warf erst einmal ein Aspirin ein. Während ich duschte und mich anzog, überlegte ich immer wieder, ob ich mich zwischendurch mal übergeben sollte und ob ich bis unterwegs warten und dann auf der Autobahn den Kotzbeutel benutzen sollte. Ich tat Ersteres nicht und hoffte auf Besserung. Um neun Uhr fuhren wir los. Tatsächlich erholte ich mich auf dem Weg, und als wir an der letzten Raststätte kurz Halt machten, ging ich erst einmal zur Tankstelle und kaufte einen Schokoriegel. Kurz vor elf, also fast auf die Minute rechtzeitig, trafen wir ein. Begrüßung, Gratulation, Überreichen der Geschenke, Sekt und Orangensaft zum Empfang, Plätze suchen, andere Gäste begrüßen … Um 12 Uhr wurde das Essen eingeläutet. Nach der Vorspeise mit Melone und Schinken gab es ein klares Süppchen mit verschiedenen Klößchen. Als Hauptgericht wurde Schweinefilet mit Pilzen, Putenschnitzel und kleine Rouladen aufgetragen, dazu Gemüseplatten (auch mit Spargel), Kartoffeln und Kroketten. Nach einer Pause und kurzem Füßevertreten an der frischen Luft folgte die Nachspeise: Vanille- und Fürst-Pückler-Eis, Zitronencreme und Erdbeeren. Dazwischen gab es einige kleine Reden und es wurden Gedichte vorgetragen. Wir nutzten die Gelegenheit, zwischen Dessert und Kuchen noch einmal nach draußen zu gehen. Um halb vier ging es weiter: 11 Kuchen und Torten wurden aufgebaut. Ich dachte an meine mühsam runtergequälten zwei Kilo und verzichtete selbst auf die leckere Marzipantorte. Immerhin habe ich von zwei Torten gekostet, indem ich bei Jörg ein Stück gemopst habe. Gegen halb sechs war die Feier zu Ende, wir haben die restlichen Kuchen und das übrig gebliebene Fleisch noch in die Wohnung gebracht, die zum Glück nur ein paar Häuser entfernt war. Nach einem kurzen Aufenthalt dort mit Fleisch und Kuchen verteilen, sind wird dann wieder Richtung Heimat gedüst. An dem Abend musste ich mir keine Gedanken mehr über das Kochen machen, denn wir hatten wahrlich genug zu uns genommen.
Am Sonntag und gestern haben wir außer ein wenig Gartenarbeit nichts Großartiges gemacht. Doch, auf eines bin ich ganz stolz, ich habe nämlich am Sonntag endlich unsere Einkommenssteuererklärung fertig gemacht! Gestern überlegten wir noch, ob wir am späten Nachmittag grillen sollten, aber ich gab zu bedenken, dass es vermutlich genauso kühl werden würde wie am frühen Sonntagabend und außerdem war natürlich wieder einmal Regen angesagt. Tatsächlich bewölkte es sich am späteren Nachmittag und um 17 Uhr war mir so kalt, dass ich mein Buch zuklappte und meinen Terrassenplatz verließ.

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Sonntag, 22. Mai 2005

Beinahe ein Sommergeschmack

Das Wochenendwetter war besser als befürchtet, und so konnten wir ein wenig das „Draußen“ genießen. Zum abendlichen Grillen hat es aber doch noch nicht gereicht. Gestern war ich fleißig und habe zuerst die Fenster im Obergeschoss geputzt. Jörg ist am Nachmittag wieder in den Nachbarort zu einem befreundeten Paar gefahren und hat geholfen, die Küche aufzubauen. Ich nutzte die Gelegenheit zu einem Gartencenterbesuch. Zwar ist es am Samstag immer recht voll, aber das störte mich nicht. Ich wollte noch eine Kübelpflanze für die Terrasse kaufen – es sind nun zwei geworden – und auch noch ein paar niedrige Stauden für die Beetränder. Mitgebracht habe ich außerdem zwei riesige Blasen an den Fersen. Es war nicht so, dass ich so viele Kilometer durch das Gartencenter gelaufen bin, aber ich hatte die falschen Schuhe ohne Socken an. Ich hätte mal auf die Idee kommen sollen, mich in der Gartenmöbelausstellung niederzulassen und die Fersen notdürftig mit Papiertaschentüchern auszustopfen. Das fiel mir aber erst zwei Stunden später zu Hause ein. So schlich ich dann mit fürchterlich schmerzenden Füßen Richtung Ausgang, und wer mich auf dem Parkplatz gesehen hat, war sicherlich der Meinung, ich hätte einen schweren Hüftschaden. Zu Hause habe ich dann um- und eingetopft und jetzt ist auch der Topfgarten fertig. Abends haben wir leckeren Spargel mit zwei Sorten Schinken, Kartoffeln und Sauce Hollandaise gegessen und uns den Eurovision Song Contest angeschaut. Irgendwie war der Großteil der Musik sehr ähnlich, und vieles hatte diesen osteuropäischen Klang, so dass ich sogar den britischen Beitrag zunächst für den türkischen hielt. Meine Favoriten waren die Schweiz und Norwegen, Gracia fand ich auch nicht so schlecht, jedenfalls hätte sie mehr als diese mickrigen vier Punkte verdient. Da hätte ich doch eher die drei spanischen Damen punktlos nach Hause fahren lassen.
Heute Nachmittag gab es Lesestunde auf Terrassien und diese Erdbeeren mit Sahne.

Allerdings schmeckten sie noch nicht besonders aromatisch. Mit dem geplanten Grillen wurde es wieder nichts, denn gegen 17 Uhr regnete es ein wenig und es scheint, als ob noch mehr Regen aus dem Südwesten zu uns kommt. Und so kam es, dass ich doch wieder einmal eine Weile am PC saß und dieses hier geschrieben habe. Gleich werfe ich mich aufs Sofa und gucke die Lindenstraße, werde dann Essensplanung und Ausführung derselben angehen, und dann schauen wir uns eine DVD an. Ich habe nämlich wieder einmal zwei Filme ausgeliehen und wir werden es hoffentlich rechtzeitig schaffen, diese anzusehen. Irgendwie kommt ja immer etwas dazwischen …

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Mittwoch, 25. Mai 2005

Nicht verallgemeinern

Gestern Abend gab es eine neue Folge von „Vorsicht Baustelle!“ auf RTL2. Natürlich haben wir uns dieses sehr interessiert angeschaut, denn es ging auch wieder um die Familie, die als Bauinteressent Kontakt mit uns aufgenommen hatte, schließlich ein Allkauf-Haus gebaut hat und dabei gefilmt wurde.
In der gestrigen Folge konnten wir mitverfolgen, wie die so genannte Bemusterung abgelaufen ist, also die Auswahl der Ausstattung wie Türen, Fliesen, Bodenbeläge, Tapeten, Sanitär etc. Im Gegensatz zu uns damals – und auch unseren Nachbarn, die am selben Tag „bemustert“ haben – zeigten sich diese Hausbauer als äußerst schwierige Kunden.
Prompt hat sich heute Morgen eine Allkauf-Haus-Interessentin bei mir per E-Mail gemeldet, die auf meine Hausnummer27 gestoßen war. Sie ist nun sehr verunsichert und fragte nach unseren Erfahrungen, speziell mit der Bemusterung.
Die Erlebnisse dieser Hausbaufamilie in der gestrigen Sendung empfand ich als ein ziemlich negatives Beispiel. Natürlich erwarte ich kein Werbefilmchen für eine Firma, in dem gezeigt wird, wie wunderbar alles funktioniert. Aber neben solchen überkritischen und schwer zufriedenzustellenden Kunden gibt es außer uns auch eine Menge anderer – das unterstelle ich mal – bei denen alles zur Zufriedenheit ablief.
Wenn man sich für dieses Konzept eines Ausbauhauses entscheidet, muss einem klar sein, dass ein gewisser Standard im Preis enthalten ist und alles andere in der Regel teurer wird. Auch muss man eben wissen, dass der Lieferant seine Produktpalette anbietet und man eben dort nicht ALLES bekommt, was es überhaupt irgendwo zu kaufen gibt. Und bei den verfügbaren Produkten handelt es sich keineswegs um „Pappteile aus dem Osten“; wer sich überzeugen will, schaue auf Ausbaupakete nach. Und wer auf eine bestimmte Sorte Fliesen fixiert ist, muss damit rechnen, dass er diese vielleicht nicht bekommt, sondern nur ähnliche.
Man sollte sich also vorher zum Beispiel fragen: Möchte ich ein weiß gefliestes Badezimmer, vielleicht mit Dekor oder will ich unter allen Umständen die Flieseserie „Apachi“ von Steuler? Gefällt mir eine helle Buchenholztreppe oder muss es auf jeden Fall eine Treppe mit handgeschnitztem Geländer sein? Bin ich mit einem Teppichboden guter Qualität und schöner Farbe zufrieden oder bestehe ich auf dem Vorwerk-Teppichboden mit Blumenmuster?
Wenn man zu viele Fragen mit dem Teil hinter dem „oder“ beantwortet hat, dann sollte man sich überlegen, ob ein Fertighaus mit Ausbaupaketen und einer – sicherlich etwas eingeschränkten Auswahl – die richtige Wahl ist oder ob es nicht lieber das individuelle Architektenhaus sein soll.
Einen großen Vorteil sollte man aber nicht außer Acht lassen: Man wählt die gesamte Ausstattung in nur wenigen Stunden aus. Das erspart viel Zeit, die man ansonsten mit unzähligen Besuchen in verschiedenen Baumärkten und bei Herstellern verbringen würde; diese Zeit kann man dann viel sinnvoller mit dem Ausbau des Hauses verbringen. Sämtliche Materialien werden ans Haus geliefert und man muss sich um den Transport nicht mehr kümmern.
Unser Bemusterungstag ging schnell und problemlos über die Bühne. Wir wählten alles aus dem Standardprogramm (auch da hat man mindestens zwei Alternativen), suchten lediglich einen Teppichboden höherer Qualität für das Wohnzimmer aus und bestellten eine größere Dusche. Das Einzige, was wir herausnehmen ließen, waren die absolut hässlichen Badezimmerlampen und – bis auf zwei Dinge – die nicht besonders schönen Bad-Accessoires.
Wir sind also das Gegenbeispiel zu den gestern gezeigten Hausbauern und auch mit unserem Standardhaus sehr zufrieden.

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Sonntag, 29. Mai 2005

Unnatürlich warm

Am Freitag ist also der Sommer zumindest kurzfristig ausgebrochen. Eine gute Gelegenheit für eine Fahrradtour, auch wenn diese nicht ganz freiwillig war. Am Donnerstag habe ich nämlich mein Auto in die Werkstatt verfrachtet, weil es häufig ruckelte und manchmal gar nicht mehr die volle Leistung hatte. Dann machte auch noch der Auspuff Geräusche. Jedenfalls musste das in Ordnung gebracht werden. Ich sollte für den Freitag auch ein Ersatzauto bekommen. Die Kundin wollte es um 17 Uhr zurückbringen, um 17:30 Uhr war es immer noch nicht da. Ich hatte aber schon die ganze Zeit einen Gedanken im Hinterkopf und so entschied ich kurzfristig, nicht mehr länger zu warten und am Freitag mit dem Fahrrad zu fahren. Ich stand dieses Mal tatsächlich beim ersten Weckerklingeln um 6 Uhr auf und schwang mich um halb sieben aufs Fahrrad. Zwölf Kilometer lagen vor mir. Die Luft war frisch, es war wenig los auf den Straßen und ich hatte fast auf der gesamten Strecke Radwege. Nur ein wenig erhitzt kam ich nach 12,7 Kilometern und 55 Minuten an. Zum Glück haben wir ein kühles Büro und ich konnte mich dort abkühlen.
Um halb zwei machte ich mich auf den Rückweg. Oh je, sofort merkte ich, dass mir der Hintern weh tat und auch die Beine wollten nicht so recht in Schwung kommen. Aber ich musste schließlich nach Hause und ließ mich davon nicht irritieren. Es war warm, eher schon heiß, eigentlich zu heiß für meinen Geschmack. Aber auch das musste ich ignorieren, schließlich konnte ich mich nicht nach Hause hexen. So radelte ich trotz der brennenden Sonne zügig zurück, nahm auch noch zwei Abkürzungen und landete nach 11,7 Kilometern und 45 Minuten zu Hause. Ui, war das heiß! Ich öffnete als erstes die Sonnenschirme auf der Terrasse, damit wir es später dort überhaupt aushalten konnten. Als Jörg nach Hause kam, mussten wir aber zuerst einkaufen fahren. Ich hatte bei der Hitze überhaupt keine Lust, aber auch das musste erledigt werden. Schließlich wollten wir am Samstag mit einigen Freunden zusammen grillen und benötigten dafür noch das eine oder das andere. Immerhin war es so warm, dass wir lange draußen sitzen konnten. So ganz genießen konnte ich es nicht, denn ausgerechnet zum Beginn des Wochenendes plagten mich die allmonatlichen Beschwerden, und auch noch heftiger als sonst. Nur gut, dass ich dieses Mal rechtzeitig in der Apotheke war und Tabletten besorgt hatte.
Am Samstag wollte ich gar nicht aufstehen, neben Bauchschmerzen hatte ich auch Kopfschmerzen und durch die Hitze wurde das nicht so schnell besser. Immerhin hatten wir gestern 35 Grad im Schatten! Ich stand am Nachmittag einige Zeit in der Küche, habe einen Nudelsalat angerichtet und dann auch noch türkische Hackfleischspieße gemacht. Das Kochen des Tomaten-Pfirsich-Chutneys habe ich auf einen kühleren Tag verschoben. Das abendliche Grillen war sehr schön und es ging recht spät los. Tja, da fehlte die Erfahrung mit dem großen Grill, beim nächsten Mal weiß der Grillmeister Jörg, dass er ihn eine Stunde früher als gestern anheizen sollte. Essen gab es also erst gegen halb zehn, aber wegen der Hitze war das überhaupt nicht schlimm.
Heute haben wir „nur“ 26 Grad, trotzdem klebe ich überall. Nein, aber ich beschwere mich nicht, man muss es nehmen wie es kommt und morgen sollen die Höchsttemperaturen nur noch bei 13 Grad liegen. Gerade habe ich auch noch mein Auto zurückbekommen, das vorher noch eine Testfahrt hinter sich bringen musste. Entgegen meinen Befürchtungen waren es doch nur Kleinigkeiten, die Zündkabel wurden erneuert und am Auspuff hatte sich nur ein Teil gelöst und deswegen geklappert. Ich war ja in Gedanken schon unterwegs gewesen, um mir ein neues Auto zu kaufen. Es läuft es aber wieder einwandfrei und so flott wie in jungen Jahren.

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Dienstag, 31. Mai 2005

Wachmacher

Heute Morgen waren wieder einmal die Wachmacher auf Hannovers Straßen unterwegs. Das sind die Leute, über die ich mich je nach Tagesform so aufregen muss, dass der Adrenalinspiegel im Blut steigt und ich dann richtig wach bin. Der erste versuchte, sich kurz vor der Ampel auf die rechte Spur zu drängeln. In dem alten Golf saßen zwei jüngere Typen der Marke „Halbstark“. Bei meinem Hintermann hatten sie mit dem Reinquetschen kein Glück, vor meinem Auto war leider auch kein Platz und da preschten sie noch weiter nach vorne. Mein Vordermann war überfreundlich und ließ den Dränglern zuvorkommend den Vortritt, was mich zu heftigem Kopfschütteln veranlasste. Man hätte sie alle an den Ohren aus ihren Autos ziehen sollen! Auf dem Schnellweg war ich gerade dabei, den rechts fahrenden Drängler zu überholen, als dieser – natürlich ohne Blinker – knapp vor mir rausfuhr. Bei nächster Gelegenheit hängte ich ihn aber locker ab, denn mit meinem 115-PS-Auto konnten die Kerle mit ihrem Altgolf nicht mithalten. Dann befand ich mich am Ende einer langen Schlange Autos, die eine lange Schlange Lkws überholte. Da kam schon der nächste, der mir einen Weckschub verpassen wollte. Ein Kleinwagen der Sorte „Vorne ein bisschen Auto, hinten nichts“ raste von hinten heran und fuhr sehr dicht auf. Was soll denn so ein Blödsinn, wenn es definitiv nicht schneller geht? Vor mir wurde gebremst, ich musste auch kurz auf die Bremse treten, und da hat sich der Dichtauffahrer doch ein wenig erschrocken. Zum Glück fuhr ich kurz darauf vom Schnellweg ab, sonst hätte mich der Kleinwagenraser doch noch mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h überholt. Ich könnte zwar viel schneller fahren, aber wenn nur 100 erlaubt sind, soll man es ja nicht übertreiben. Überhaupt denke ich öfters, dass man Geschwindigkeitsbegrenzungen nur macht, damit langsame Autos auch mal überholen können.

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