Juni 2004

Freitag, 4. Juni 2004

Terrassenleben

Gutes Wetter heißt Garten- und Terrassenwetter. PC und Fernseher bleiben aus, dafür werden Rasenmäher, Gartenbrunnenpumpe und Grill betrieben. Wichtig für alle Katzenbesitzer: Man halte immer genügend (gepolsterte!) Stühle für die Tiger bereit. Siehe gestern:

Nummer 1 und 2:

Nummer 3:

Fehlte noch Nummer 4, die war gerade unterwegs.
Wir haben dann noch den neuen Grill getestet, für gut befunden und bis kurz nach elf draußen gesessen.

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Montag, 7. Juni 2004

Es fungzionierd

Heute habe ich das Datenkabel für mein neues Handy bekommen und war natürlich gespannt, ob es funktionieren würde. Um es kurz zu machen: Es war nicht einfach (werde ich schon zu alt für den PC?), aber nach einigem Hin und Her läuft jetzt alles. Wie soll ein normaler Mensch auch darauf kommen, dass man das Programm nach dem Telefon suchen lassen muss, obwohl man bei der Installation schon den korrekten COM-Port angegeben hat? Nein, das muss ich nicht verstehen …

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Musikalisch

Am Samstagabend schauen wir uns hin und wieder Lämmle live auf SWR3 an. Danach gab’s SWR3 Ring frei!, wo unter anderem der Welt-Superstar Kurt (Kürt auf norwegisch) Nilsen zu sehen war. Ich dachte bisher immer, sein „She’s so high“ sei eigens für ihn komponiert und getextet worden, aber weit gefehlt. Das ist eine Coverversion, das Original stammt von einem Kanadier namens Tal Bachmann. Und die Interpretation von Kurt Nilsen ist nicht einmal etwas Besonderes, denn sie klingt genauso wie das Original. Jedenfalls hat mich dieser Fernsehabend wieder an meine Zeit in Südhessen an der Grenze des SWF3-Lands erinnert. Das war damals der beste Radiosender aller Zeiten. Manchmal hör ich dort noch via Satellit rein, aber das ist eher selten.

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Kulinarisch

Am Samstagabend gab leckeren Spargel, allerdings grünen, da mir der weiße zu teuer war. Neben dem preislichen hatte das griechische Grün auch einen arbeitstechnischen Vorteil: Ich konnte mir das Schälen sparen. Dazu gab es kleine Pellkartöffelchen, dünne Scheiben von Landrauchschinken, flüssige Butter und eine Sauce Bernaise.
Nach dem nieselregengrauen und kühlen Samstag war es gestern wieder richtig schön. Wir haben fast den gesamten Tag im Garten und auf der Terrasse verbracht. Die Katzen schliefen stundenlang in den Beeten oder auf den Gartenstühlen, vorübergehend auch mal platzsparend im Doppelpack: zwei Kater auf einem Stuhl. Der kulinarische Höhepunkt des Nachmittags war Joghurteis mit Erdbeeren aus dem eigenen Hängetopf:

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Dienstag, 8. Juni 2004

So kocht man lecker

Drei orangefarbene Paprikaschoten und zwei Zucchini guckten mich schon ein paar Tage vorwurfsvoll an, denn sie litten schon an Frischeverlust. Gestern Abend hatte ich die Idee, wie ich ihnen trotz des fortgeschrittenen Alters ein würdiges Ende bereiten kann: Ich koche ein Paprika-Zucchini-Relish!

Das geht dann so:
200 g Zucchini, 300 g Paprika, 100 g Zwiebeln und 3 Knoblauchzehen in kleine Würfel schneiden. Mit 150 ml Weißweinessig, 150 ml Weißwein und 250 g Gelierzucker 2:1 in einen Topf geben. Unter Rühren zum Kochen bringen und 10-15 Minuten kochen lassen, dabei ab und zu umrühren. Relish mit Salz und Gewürzen abschmecken. Anschließend pürieren, aber so, dass noch Stücke bleiben. Unter Rühren alles zusammen nochmals aufkochen lassen. Relish sofort randvoll in vorbereitete Gläser füllen, mit Twist-off-Deckeln verschließen, umdrehen und ca. 5 Minuten auf dem Deckel stehen lassen. Dann ist es wochen-, ja sogar monatelang haltbar. Aber natürlich kann man es auch sofort, das heißt, sobald es abgekühlt ist, zu Gegrilltem genießen.

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Neue Einkaufsstrategie

Für alle, die den Lebensmitteleinkauf langweilig bis lästig finden, ist mir gestern per Zufall die rettende Idee gekommen. Der Motto-Einkauf. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass man nur Rotes kauft. Oder nur das, was aus Italien kommen. Denkbar wäre auch, alles mit demselben Anfangsbuchstaben zu nehmen oder nur die Lebensmittel zu kaufen, die dasselbe Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Ich habe gestern das Preismotto gewählt: Kaufe nur das, was 1,99 Euro kostet. Also viermal Pizza zu je 1,99. Eine Packung Rasendünger, ebenfalls 1,99. Eine Schale Nektarinen, auch zu diesem Preis. Einen Strich durch die Rechnung machte mir allerdings ein Sonderangebot, denn unser beliebter Roséwar 20 Cent billiger und kostete somit nur 1,79. Aufgefallen sind mir diese Zufälle allerdings erst, als ich auf dem Weg nach draußen einen Blick auf den Kassenzettel warf. Schade, knapp am 1,99-Einkauf vorbeigeschrammt. Aber die Idee mit dem Motto ist doch gar nicht schlecht, oder? Wer also demnächst ein wenig Spiel, Spaß und Spannung im Supermarkt haben möchte, weiß ja jetzt, wie es geht.

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Beweisfoto

Auf Wunsch einer einzelnen Dame, die noch Probleme mit dem Datenkabel für ihr Handy hat, hier der Beweis:

Zur Großansicht bitte anklicken!
Wie man darauf – hoffentlich – erkennen kann, habe ich nun ein neues „Laufwerk“ namens „Mobile“ auf meinem PC.

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Freitag, 11. Juni 2004

Gewitter?

Heute hatten wir angenehme Temperaturen, zum Glück wurde es nicht so kalt wie angekündigt. 20 bis 25 Grad dürfen es von mir aus gern sein, aber 30 Grad sind mir schon wieder zu viel. Im Moment – es ist jetzt 19:30 Uhr – rumpelt es da oben ein wenig und es könnte sein, dass ein Gewitter im Anmarsch ist.

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Sonntag, 13. Juni 2004

Darf ich vorstellen: Gartenwege

Damit war ich in der letzten Zeit beschäftigt: Gartenwege, mein Gartentagebuch.
Nachdem meine Einträge zum Thema Garten immer mehr Raum eingenommen haben, dachte ich mir, ein spezielles Gartentagebuch wäre gar nicht schlecht. Recht schnell hatte ich das Layout, aber dann hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis ich alles über meinen Garten aus den Hausbauseiten und meinem Tagebuch zusammengesucht und hinüberkopiert hatte. Jede Menge Fotos waren natürlich auch dabei.
Jetzt gibt es eine komplette Dokumentation über die Entstehung und Gestaltung unseres Gartens von Anfang an im März 2002, als dort noch nichts außer dem ehemaligen Ackerboden zu sehen war. Ich schaue mir immer wieder gern die alten Fotos zum Vergleich an und freue mich, wie schön es mittlerweile geworden ist. Vielleicht hat der eine oder andere Gartenliebhaber Lust, ein wenig auf meinen Gartenwegen zu wandeln.

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Montag, 14. Juni 2004

Vor zwanzig Jahren …

… fuhr ich einen roten Golf GTI. Ich wollte schon immer ein schnelles Auto haben und vom ersten eigenen Geld kaufte ich mir diesen gebrauchten Renner.
Im Juni fuhr ich mit einer Freundin und einem Bekannten nach Lausanne. Dort fand ein privates Treffen einiger Fluggesellschaftsmitarbeiter statt. Wir hatten uns über das damalige Reservierungssystem kennen gelernt und schickten uns zum Zeitvertreib, wenn sonst nichts zu tun war – Nachrichten über das System hin und her. Aber das nur nebenbei.
Der Bekannte hatte jedenfalls, wie er mir später gestand, große Bedenken, in ein solches Auto zu steigen, das von einer Frau gesteuert wurde. Nach einer kurzen Strecke auf der Autobahn hatte ich ihn aber derart überzeugt, dass er sogar friedlich schlafen konnte.
Nur wenige Wochen später nahm mir ein Linksabbieger die Vorfahrt, zerquetschte die Vorderfront meines Autos und machte es zu einem wirtschaftlichen Totalschaden. Als ich gestern so darüber nachdachte, fiel mir ein, dass leider kein einziges Foto von diesem Auto existiert. Dafür habe ich aber dieses in meinem Ordner mit den Uralt-Unterlagen gefunden:

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Flach

Manche Filme – wie „Eve und der letzte Gentleman“ gestern Abend – sind witzig und unterhaltsam, flachen aber am Ende ungemein ab. Das erweckt bei mir immer wieder den Eindruck, dass den Schreibern/Produzenten die Ideen oder das Geld ausgegangen sind. Es war mehr als vorhersehbar bei einem solchen Film, dass er ein Happy End haben würde. Aber dieses Ende war so langweilig und banal! Ich hatte bei einer Szene kurz vor Schluss die Idee, wie ich es gemacht hätte: Als Adam und Eve im Keller bei den Eltern stehen und der Vater die Zeitschaltuhr bereits auf zehn Jahre gestellt hatte, hätte ich die Tür zufallen und sich verriegeln lassen. Das wäre wenigstens ein bisschen witzig gewesen.

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Mittwoch, 16. Juni 2004

Talkshows am Nachmittag

Mir war schon seit langem klar, dass diese unsäglichen Nachmittags-Talkshows niemals echt sind, sondern dort zum großen Teil Rollen gespielt werden. Deswegen finde ich den Bericht von Ulrike interessant; sie war bei „Vera am Mittag“ zum Thema „Landleben“ eingeladen. Sie beschreibt, wie es ihr ergangen ist und ich finde ihre Schilderungen noch abschreckender als ich es mir vorgestellt hatte. Das Schlimme ist, dass neben den gekauften Leuten auch ganz normale Gäste eingeladen werden, die aus Überzeugung ihre Meinung zu vertreten versuchen und um der Show willen nicht ernst genommen oder sogar fertig gemacht werden. Ernsthaftes Interesse, deren Beiträge zu hören, besteht da nicht. Warum kauft man denn nicht alle „Gäste“ ein, dann würde man wenigstens keinem auf die Füße treten.

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Nutella auf Portugiesisch

Zum Schmunzeln finde ich den derzeitigen Nutella-Werbesport mit den vier Jungfußballspielern. „Du, Kevin, was sagt man eigentlich, wenn man in Portugal Nutella kaufen will?“ Nö, es fällt gar nicht auf, dass der Satz unverhältnismäßig lang ist und das Wort „Nutella“ überhaupt nicht darin vorkommt. Aber vielleicht heißt Nutella in Portugal „Filha“ oder „Bonita“, wer weiß … Immerhin weiß ich seit gestern Abend (wir als nicht Fußballinteressierte haben uns das Spiel Deutschland – Niederlande angeschaut), wer dieser Kevin ist.
Und noch etwas nebenbei: Die Portugiesen wissen genau, was sie von einer Frau erwarten, wenn sie verheiratet sind. „Quero casar sua filha …“ Man beachte, dass „casar“ – zu deutsch „heiraten“ den selben Wortstamm zu haben scheint wie „casa“, das Haus. Das liegt doch die Vermutung nahe, dass die Männer die Frauen durch die Heirat ans Haus binden wollen, nicht wahr?

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Schade(n)

Aus Schaden wird man klug, sagt ein Sprichwort. Schade, dass es manchmal tatsächlich so ist. Ich werde versuchen, mich nicht länger darüber zu ärgern und das nächste Mal entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen.

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Donnerstag, 17. Juni 2004

Die Highländerin

Gestern habe ich meine Haare wieder einmal getönt, und zwar mit Poly Country Colours, Farbton „Highlands Kastanie“. Das ist eine Intensivtönung, die die grauen Haare gut abdeckt und recht lange hält. Früher habe ich sie oft benutzt und war immer zufrieden. Die Multitonhaarfarbe – also die mit den Strähnchen -, die ich im Februar ausprobiert hatte, fand ich zwar auch ganz witzig, aber Farbe ist eben Farbe und beim Rauswachsen sieht man die grauen Haare am Ansatz nur noch deutlicher. Zwischendurch habe ich auch immer wieder mal die Naturtoncreme benutzt, die den grauen Haaren ihre ursprüngliche Farbe zurückgibt oder zurückgeben soll. Meistens habe ich auch eine Verbesserung bemerkt, aber beim letzten Mal hat sich irgendwie gar nichts getan. Also habe ich wieder einmal die Country Colors gekauft. Ein wenig enttäuscht war ich, dass die Glanzspülung nicht in der Packung war – hatte die etwa im Supermarkt schon jemand gemopst? Dann war ich etwas irritiert, weil die Farbmischung anfangs ein helles Orange war. Hilfe! War da vielleicht versehentlich eine falsche Farbe in die Packung geraten und ich würde ab sofort mit karottenfarbenen Haaren herumlaufen müssen? Doch nach wenigen Minuten konnte ich aufatmen, denn die Pampe auf dem Kopf hatte sich schon in ein Braun verwandelt. Und daher trage ich jetzt wieder Kastanie und weniger Grau.

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Sonntag, 20. Juni 2004

Lost in space

Ich habe erst gestern per Zufall festgestellt, dass die Kommentare nur noch drei Monate gespeichert bleiben und dann ins unerreichbare Archiv verschwinden. Ich finde es völlig in Ordnung, dass man bei kostenlosen Services mit Einschränkungen leben muss. Dauerhaft zugreifen kann man die Kommentare, wenn man einen entsprechenden Betrag an Yaccs spendet. Ich kann im Moment gut damit leben, dass die alten Kommentare verschwinden und werde deshalb nichts daran ändern.

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Dienstag, 22. Juni 2004

Entdeckt

Über die Referrer zu meiner Website bin ich heute darauf gestoßen, dass mein Tagebuch im Bremer Landesportal für Frauen verlinkt ist. Zu finden ist es unter dem Stichwort „Frauen im Internet„. Interessant ist immer wieder die Frage, nach welchen Kriterien solche Linksammlungen aufgebaut werden. Wieso hat man ausgerechnet mein Tagebuch unter der Vielzahl von Online-Tagebüchern bzw. Weblogs ausgesucht? Das kann nur irgendein Zufall sein, denn bekannt und „berühmt“ ist es garantiert nicht.
Übrigens kann man schon meinen Nachnamen herausfinden. Wer schon meinen Lebenslauf gefunden hat, war wohl direkt auf www.loewenmaul.de und dort gibt es ein Impressum.

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Mittwoch, 23. Juni 2004

Der Rote

Da ist er übrigens: mein roter Golf GTI, Baujahr 1979.

Meine Eltern haben dieses Foto vom April 1984 gefunden. Die da neben dem Auto bin übrigens ich.

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Getrödelt

Nachdem wir Jörgs T-Shirt-Bestand mit einer Bestellung beim Otto-Versand aufgefrischt hatten, wollte ich mir auch noch das eine oder andere Kleidungsstück gönnen. Nun habe ich aber so lange im Off- und Online-Katalog geblättert, mir eine Merkliste angelegt, immer wieder überlegt, noch etwas Neues entdeckt, am Sonntagabend zum letzten Mal geguckt, die Entscheidung getroffen „Morgen bestellst du dir zwei oder drei Teile“ – und dann war es zu spät. Da schaue ich am Montagabend in meine Liste und sehe keine Preise und fast keine Fotos mehr. Was war da passiert? Ganz einfach: In ein paar Wochen kommt der neue Katalog raus und daher wird das Sortiment jetzt schon radikal reduziert. Das Ärgerliche: Es war nicht mal ein einziges Teil von meiner Liste noch zu kriegen. Eins nur, das hätte mir doch schon gereicht! Nun gut, so werde ich feststellen, dass ich im Grunde gar nichts Neues brauche und mein Kleiderschrank voll genug ist.
Trotzdem habe ich mir aus Frust gestern eine Kletterrose gekauft. Die schmückt ebenfalls, wenn auch nicht mich.

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Donnerstag, 24. Juni 2004

Dicke Tauben

Da macht ein Hersteller einer Hautpflegeserie seit einiger Zeit Werbung mit molligen Frauen, weil es sich gerade bei denen lohnt, die Haut zu straffen. Aber natürlich muss auch die Nachfrage nach diesen Produkten geschaffen werden. Und siehe da – seit kurzem ist eine Schokoladen- und Pralinenmarke gleichen Namens auf dem Markt. Man könnte glatt auf die Idee kommen, die Kosmetikfirma hätte ein artfremdes Produkt eingeführt, um den Verkauf des ursprünglichen zu unterstützen!

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Wischi-waschi

Vor einigen Jahren geriet ich in eine Büro-Mittagspausen-Unterhaltung zweier Kolleginnen. Ich hatte den Anfang des Gesprächs nicht mitgekriegt und wusste folglich nicht, um was es ging. Die eine Kollegin erwähnte immer wieder „Wischi“. Sie sprach es so aus, wie ich es hier geschrieben habe – also mit der Betonung auf dem Wortanfang. Ich dachte, es handle sich um ein Hausfrauengespräch über Putzmittel. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde mir allerdings klar, dass es keineswegs um solche banalen Dinge ging. Die Kollegin berichtete von ihren Erfahrungen mit der Kosmetikmarke „Vichy“!

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Montag, 28. Juni 2004

Wenn mich jemand sucht …

… ich bin im Garten oder auf der Terrasse.

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Dienstag, 29. Juni 2004

Nein

Konsequent sein. Nein sagen können und es auch tun. Warum nur ist das so schwer? Mir jedenfalls fällt es meistens schwer. Aber irgendwann kommt ein Punkt, da muss es sein. Denn wenn aus dem „Könnten Sie mir mal schnell ein Foto ausdrucken?“ dann eine halbe Stunde Arbeit wird und diese Zeit für die eigentliche Arbeit fehlt, geht es nicht anders.

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Sehr offen

Gestern musste ich Geld holen und war zum ersten Mal in der neu erbauten Sparkassenfiliale am Rathausplatz. Dort sieht es nun gar nicht mehr wie in einer herkömmlichen Sparkasse aus. Es gibt einen großen, sehr offen gestalteten Raum, der sich in zwei Bereiche gliedert. Im vorderen Teil befinden sich die Selbstbedienungsterminals und Geldautomaten, im hinteren Teil stehen lediglich drei Bistrotische, an denen die Kunden bedient werden. Auch wenn es vielleicht schick aussieht, mein Eindruck war jedenfalls, dass durch diese Gestaltung jeder rundherum alles mitkriegt. Da kann man nur hoffen, dass man bei bestimmten Gesprächen über Geldangelegenheiten ins Separée gebeten wird.

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Mittwoch, 30. Juni 2004

Der Horst

Kennt ihr den Horst? Ich habe kürzlich zwei Bücher über ihn gelesen und heute Nacht sogar von ihm geträumt. Besser gesagt, von einem Mann der Gattung „Horst“, denn dieser Name ist der Oberbegriff für eine besondere Spezies.
In meinem Traum lief ich eine Straße entlang, es war stürmisch und ich musste mich festhalten, um nicht weggeweht zu werden. Ich hatte es eilig, denn ich wollte ein Schiff erreichen, aber ich schaffte es nicht, schnell zu laufen, meine Füße waren schwer wie Blei. Auf meinem Weg kam ich durch ein hellgelb eingerichtetes Café. Dort saß er, dieser große, schlanke, dunkelhaarige Mann und sprach mich an. Er wolle mich gern kennen lernen, sagte er, und fragte, ob ich noch am selben Abend Zeit hätte. Ich verneinte und daraufhin sagte er, dann ginge es erst am darauf folgenden Samstag, wenn er wieder in Hannover sei. Ich stimmte zu und wir verabredeten uns für Samstag, den 8. in diesem Café. Im selben Moment fragte ich mich, warum ich das tat, denn schließlich war ich verheiratet. Dann musste ich aus irgendeinem Grund wohl nicht mehr zum Schiff, denn plötzlich saß ich neben diesem Mann auf einer gepolsterten Bank. Fredo, so war sein Name, kaute auf einem Bleistift herum und erzählte etwas. Zwischendurch verstummte er immer wieder und blickte abwesend in die Luft. Ich schaute ihn an und stellte fest, dass er im Grunde nicht besonders gut aussah, gleichzeitig aber eine faszinierende Ausstrahlung hatte.
Als ich aufwachte, grübelte ich, wer dieser Mann gewesen war. Ich kannte ihn nicht und doch kam er mir seltsam bekannt vor. Irgendwann im Laufe des Vormittags fiel es mir ein: Es war der „Horst“ aus dem Buch. Na ja, fast, denn im Buch ist er blond und heißt Niels. Aber was ist ein „Horst“? Kurz gesagt, es ist ein bindungsunfähiger oder -unwilliger Mann, der Angst vor Frauen hat und sich deshalb nach dem Kennenlernen mehr und mehr zurückzieht, bis er plötzlich ganz weg ist. Eine genaue Beschreibung gibt es auf der Website zum Buch „Die Prinzessin und der Horst„. Die Fortsetzung der Geschichte heißt übrigens „Horst go home!„.
Horsts gibt es nicht nur im Roman, sondern auch im Fernsehen. So habe ich den ach so charmanten Briefträger aus der Lindenstraße als Horst enttarnt.
Meine Zuschauerpost an die Lindenstraße vom 17. Mai (ist auf der Website auch noch zu finden):
Die Gabi und der Horst
Wer hätte das geahnt, da ist Gabi Zenker tatsächlich auf einen „Horst“ hereingefallen. Horst? Wieso Horst, der heißt doch Stephan? Sicher, er heißt Stephan, aber der gehört zur Kategorie der Horsts. Ich nenne ihn so, weil ich gerade ein Buch mit dem Titel „Die Prinzessin und der Horst“ lese, und dort ist „Horst“ das Synonym für einen bindungsunfähigen oder -willigen Mann. Ein Mann dieses Typs ist so liebenswürdig und charmant, dass die Frau – wie hier Gabi – sich einfach in ihn verlieben muss. Allerdings gibt so ein Mann wenig bis gar nichts von sich preis. Und was wissen wir Zuschauer denn schon über Herrn Kettner? Wie und wo lebt und wohnt er? Hat er Freunde, Verwandte? Was macht er in seiner Freizeit außer Zeichnen und Konzerte besuchen? Ich denke, Gabi weiß all dies auch nicht. Und wieso schlug er vor kurzem noch vor, eine gemeinsame Wohnung zu suchen, wenn er dann – praktisch von einem Tag auf den anderen – kalte Füße bekommt und sich zurückzieht? Sein ständiges Schweigen, dazu noch der Hundeblick – es war einfach unerträglich. Ich kann gut verstehen, dass Gabi so wütend geworden ist und ihn angeschrien hat. Es wird ihr und uns Zuschauern wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben, was seine wahren Beweggründe waren. Sätze wie „es wird mir zu viel“, „ich kann das jetzt nicht“, „gib mir mehr Zeit“ oder „ich brauche etwas Abstand“ sind doch nur Ausflüchte, um auf bequemem Weg die Flucht anzutreten. Außerdem behaupte ich, sein Rückzug hat mit Gabis Taubheit überhaupt nichts zu tun. Er hätte sich auf jeden Fall früher oder später aus der Affäre gezogen. Arme Gabi, sie tut mir so leid!
(Anmerkung: Meine Überschrift wurde von der Redaktion in „Die Prinzessin und der Horst“ geändert.)
Und man findet diese Spezies auch im wahren Leben. Ich habe auch schon mehrere kennen gelernt, die horstähnliche Züge erkennen ließen und ich wette, fast jede Frau hat schon mal so einen getroffen, ohne zu wissen, dass es ein Horst ist.

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