November 2003

Sonntag, 2. November 2003

Wochenend-Ausflug

Heute Nachmittag sind wir von unserem Besuch bei einem alten Freund von Jörg zurückgekommen. Er ist Besitzer des Hotels und Restaurants Neetzer Hof in Neetze, unweit von Lüneburg in der Ostheide.
Fachwerkhaus in NeetzeSchmiedeeisernes Tor in Neetze
Gestern kurz nach Mittag losgefahren, waren wir über Nacht bis zum heutigen Mittagessen dort. Leckeres Essen bekommen wir dort immer, meistens verschwindet der Chef in der Küche mit den Worten: „Ich mach euch mal was Leckeres.“ Gestern Abend allerdings haben wir aus der Karte gewählt und ich habe wohl zum zweiten Mal in meinem Leben und nach ungefähr 25 Jahren Wild gegessen. Die Portion war so riesig, dass Jörg noch den Rest vom Nachschlag verdrücken durfte. Ich weiß gar nicht, wo er das nach seiner Kartoffelsuppe und dem großen Rumpsteak noch hingepackt hat. Heute Morgen sah es erst recht trüb aus, aber dann kam doch die Sonne noch raus und ich habe zum ersten Mal bei gutem Wetter einen kleinen Spaziergang durch das Dorf gemacht. Kein Wunder, denn wir waren bisher entweder im März oder im Oktober dort, also in Monaten, wo die Chancen auf schönes Wetter nicht unbedingt so groß sind.

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Montag, 3. November 2003

Ein Jahr und zwei Tage

Aus aktuellem Anlass gibt es hier schon wieder Fotos zu begucken. Sammy (Sparrow’s Nightmare Crazy Sam) ist nämlich im November letzten Jahres bei uns eingezogen und hat sich bis jetzt prächtig entwickelt. Zumindest körperlich, das Selbstbewusstsein muss noch ein wenig wachsen, damit er sich gegen Zicken-Lizzy durchsetzen kann.

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Mittwoch, 5. November 2003

Dunkelgrau

Einen Moment habe ich überlegt, ob ich es fotografiere. Besser gesagt, sie. Meine Haare. Mit der Poly Re-Nature-Creme drauf. Das ist die Creme, die grauen Haare ihre natürliche Farbe wiedergibt. Es ist mir ein Rätsel, wie das funktioniert, aber bei mir funktioniert es erwiesenermaßen. Die paar grauen Haare zwischendrin stören mich nicht so sehr, umso mehr aber die graue Strähne vorne. Früher habe ich öfters Tönungen verwendet, die haben aber den Nachteil, dass man beim Herauswachsen deutlich die ursprüngliche Farbe am Haaransatz sieht. So aber lässt die Wirkung langsam nach und je nach Lust und Laune frische ich es nach 6-8 Wochen oder auch erst später wieder auf. Erschrecken darf man beim Auftragen der Creme allerdings nicht: sie ist grau und wird im Laufe der Einwirkzeit dunkelgrau. Aber das wäscht sich ja wieder raus. Die ehemals graue Strähne ist nach der Behandlung zwar immer noch heller, sieht aber nun aus wie blond und nicht mehr wie aschgrau.

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Rote Punkte

Abendliches Kochen: Bolognese-Sauce mit Reis. Man nehme eine Dose Tomaten (die mit dem Ring am Deckel), klappe den Ring hoch, ziehe am Deckel, ziehe kräftig, damit er komplett abreißt – und schon hat das ehemals saubere graue T-Shirt eine Menge hübscher roter Punkte.

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Donnerstag, 6. November 2003

Nur kurz

Ich habe so viel geschrieben, aber nicht an dieser Stelle. Es wird noch ein paar Tage dauern, bis ich damit fertig bin. Die nächsten beiden Tage werde ich meinen PC wohl nicht sehen, wir haben viel anderes vor.

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Montag, 10. November 2003

Hessisches

Von Freitag bis Sonntag waren wir in meiner alten Heimat und haben meine Schwester und meine Eltern besucht. Zuerst ging es nach Geinsheim zu meiner Schwester, meiner Nichte Jana und meinem Neffen David. Dort haben wir den einjährigen Persermischling Spike bewundert, Spaghetti Bolognese gegessen, die Nacht verbracht und Jörg hat vergeblich versucht, die Störungen an Janas Digitalreceiver zu beseitigen. Da war leider nichts zu machen, weil vermutlich die Konstruktion auf dem Dach zu wacklig und die Schüssel auch etwas vom Schornstein verdeckt ist. Der Kater übrigens geht häufig auf dem Dach spazieren. Puh, ich durfte da gar nicht genauer hingucken, ich bin froh, dass unsere Katzen ebenerdig rausgehen können.

Am Samstagmittag sind wir dann alle zu meinen Eltern nach Reichelsheim in den Odenwald gefahren. Meine Mutter hatte am letzten Montag Geburtstag und sie wollte ihre Kinder und Enkelkinder gern zum Essen einladen. Nach Kaffee und Kuchen (übrigens mit einer absolut leckeren Milkatorte) haben wir abends beim Chinesen gespeist. Die Portion knusprige Ente war gar nicht so riesig, aber ich hatte hinterher trotzdem das Gefühl zu platzen.
Am Sonntag habe ich nach dem Frühstück noch zwei, drei Sachen am PC meiner Eltern korrigiert, die nicht so richtig funktioniert hatten. Jana und David waren am Samstag irgendwann einmal ermahnt worden, nicht so viel „herumzugalern“ – „galern“, das ist Hessisch und bedeutet „herumalbern“. Das hatten wir aus Interesse noch einmal im Internet gesucht und auch gefunden. Jörg lernt auf jeden Fall bei einem der Besuche immer mindestens ein neues hessisches Wort. Beim letzten Mal war es übrigens „gaagelisch“. Wer selbst emol nochgugge will, gliggt uff „Original Hessische Wörter„, do gibbst aach Spreschbrobe, des iss ganz witzisch.
Und dort haben wir auch die Bedeutung von Fisematenten gefunden, die ich am Abend zuvor nur noch ungefähr erklären konnte.

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Verwirrte Bräuche

Kann mir mal jemand verraten, warum manche Kinder – also sprich hier bei uns im Viertel – am 10 November um die Häuser ziehen, singen und Süßigkeiten einsacken? Ich war heute wirklich am Grübeln, zwar standen sie im letzten Jahr schon vor der Tür, aber ich hatte vergessen, wann genau das gewesen war. Glücklicherweise machte unsere Nachbarin Tina Jörg darauf aufmerksam und gab uns eine Schüssel Süßigkeiten ab. Mir ist aber eigentlich nur der Brauch mit den Sternsingern geläufig, wenn auch mehr theoretisch, denn in Hessen gab es das genauso wenig wie hier in Niedersachsen. Im November finden doch normalerweise die Laternenumzüge statt und kein Singen, oder nicht? Ich glaube, da ist etwas durcheinander geworfen worden. Alles in allem war es wie im letzten Jahr harmlos, nur vier oder fünf Kinder im Alter von sechs, sieben Jahren aus der allernächsten Nachbarschaft standen vor der Tür.

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Weihnachten naht

Und deshalb mache ich jetzt mal ein wenig Werbung für dieses Buch:

Das kleine Geschenk zu Nikolaus, zu Weihnachten oder einfach zum Schmökern in der Vorweihnachtszeit: Ein Weihnachtsbuch, entstanden aus dem Internet-Adventskalender 2001 des Tagebuchwebrings „Wellenbrecher“. Die zauberhaften, lustigen, romantischen und nachdenklich stimmenden Kurzgeschichten der Autorinnen und Autoren ranken sich rund um das Thema „Magische Weihnachten“. Bestellen: Im Internet bei Amazon oder in jeder Buchhandlung unter ISBN 3-8311-3170-8. Achtung, die Lieferzeit beträgt 1-2 Wochen, denn es handelt sich um ein Book on Demand, das erst bei Bedarf gedruckt wird. Also schnell bestellen!

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Mittwoch, 12. November 2003

Berufswege

Der erste Teil war schon vor langer Zeit geschrieben, alles andere schwirrte noch in meinem Kopf oder in meinen Tagebüchern herum. Mein Arbeitsleben nach meinem Umzug nach Hannover war so vielfältig und aufregend, aber auch so aufreibend und stressig gewesen, dass ich all die wichtigen Momente für mich noch einmal zusammenfassen wollte. In schlaflosen Nächten quälten mich oft einige unerfreuliche Ereignisse aus diesen Zeiten. Ich stellte fest, dass diese Gedanken so gut wie weg waren, nachdem ich es niedergeschrieben hatte. Ich denke zwar heute manchmal noch an die eine oder andere Situation, doch ich sehe es viel entspannter und mit Abstand. Diese Gedanken rauben mir nicht mehr den Schlaf und lassen mich grübeln: „Warum habe ich nicht …“, „Hätte ich doch …“.

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Samstag, 15. November 2003

Magendrücken

Neulich waren wir bei Bekannten zum Essen eingeladen. Da gerade die Gänsezeit angebrochen war, gab es eine leckere gebratene Gans mit Rotkohl und Kartoffelklößen. Unter den Anwesenden befand sich ein Mann, der auf die Gans verzichtete und stattdessen einen Salat serviert bekam. Später erfuhren wir dann, dass dieser Mann im Alter von ungefähr vierzig Jahren kurz hintereinander zwei Herzinfarkte hatte und damals das Rauchen aufgeben und seine Ernährung umstellen musste. Es ist verständlich, dass so jemand ganz besonders auf seine Ernährung achtet. Allerdings versorgte er im Laufe des Abends auch alle anderen Anwesenden ungefragt mit jeder Menge Tipps zur gesunden Ernährung, die bei mir – zumindest vorübergehend – ein schlechtes Gewissen hervorriefen.
Ich will nur ein paar Bruchstücke nennen:
Alle sitzen vor ihren gut gefüllten Tellern mit dem Gänsegericht.
Gesunder: Habt ihr schon mal beim Arzt euren Cholesterinspiegel kontrollieren lassen?
Ein Gast schiebt sich gerade genüsslich ein Stück Gans in den Mund.
Gesunder: Bloß nicht so viel tierisches Fett essen …
Ich: … (wollte gerade sagen: meistens schmiere ich Margarine aufs Brot, aber der Gesunde kam mir zuvor.)
Gesunder: Aber auch manche pflanzlichen Fette sind schädlich, es kommt drauf an, ob es gehärtete oder ungehärtete sind.
Gast: So ein Espresso soll doch viel bekömmlicher sein als ein normaler Filterkaffee.
Gesunder: Klar! Also wenn du wüsstest, was im Kaffee drin ist, Rattenurin und alles, das kontrolliert doch keiner. Man hat mal Tee untersucht, wenn du das gelesen hast, trinkst du auch keinen Tee mehr!
Gast: Ich fühle mich meistens gleich wacher, wenn ich mal zwei Stückchen Schokolade gegessen habe.
Gesunder: Woher hast du denn das Märchen? Und Schokolade: Da hast gleich den Hammer aus Fett UND Zucker gleichzeitig. Dann lieber ein Stück Traubenzucker …
Gast: Wenn ich zum Beispiel draußen etwas gearbeitet habe, trinke ich gern mal ein Malzbier.
Gesunder: Du trinkst Malzbier? Na, wenn du auf dieses braune Zuckerzeug stehst … Und Cola und all dies Zeugs, das ist sowieso schlecht.
Gast: Also Cola haben wir schon lange nicht mehr getrunken, wir trinken jetzt öfters diese Diätlimonade.
Gesunder: Lass bloß die Finger von diesen Diätlimonaden mit Süßstoffen, alles krebserregend!

Zu späterer Stunde:
Gast: Also ich denke, dass wir uns doch ganz gesund ernähren …
Ich: (oh nein, nicht Stunden später schon wieder dieses Thema, jetzt geht es wieder los!)
Gast: Ich trinke vormittags ein, zwei Tassen Kaffee, mehr aber nicht, dann Wasser, und mittags esse ich drei Scheiben Brot, und dann abends was Warmes.
Gesunder: Besser noch: Morgens ein Brot, vormittags Obst, dann isst du mittags nur zwei Scheiben Brot, nachmittags noch mal Obst oder Jogurt und abends nur noch ne Kleinigkeit. Besser sechs Mahlzeiten als drei.
Gesunder: Habt ihr das schon mal probiert: Tomatenwürfel in Olivenöl leicht anschmelzen lassen, Kräuter dazu, dann einfach die Nudeln dazu, separat brätst du ein Stück Fisch und legst es darauf …
Ich: … (verkniff mir gerade noch auszusprechen, dass man zu den Tomaten auch Mozzarellawürfel geben kann; die wären garantiert zu tierisch und zu fett gewesen)
Gast: Oh ja, wir essen gerne Nudeln mit Lachs. (Die Sahnesoße, die manchmal dabei ist, hat er zum Glück unterschlagen.)
Gesunder: Lachs – ideal! Du darfst dann natürlich keine Forelle oder so was nehmen, die ist viel zu fett! Seefisch muss es sein wegen der Omega-3-Fettsäuren.
Ich: Manchmal nehmen wir auch Tunfisch …
Gesunder: Na ja, wenn du auf Schwermetalle stehst …
Gast: Die Dose machen wir vorher ab.
Danach schaltete ich ab, ich hatte endgültig genug davon. Es ist schon so, dass ich eher Diskussionen meide als sie suche, aber manche Diskussionen sind meiner Meinung nach wirklich überflüssig. Ich muss keinem, der aus guten und nachvollziehbaren Gründen extrem gesundheitsbewusst geworden ist, erzählen, dass ich gerne mal Pommes mit Majo essen, weil ich genau weiß, wie die Antwort ausfallen wird. Dann kann ich mir das ganze Drumherum auch ersparen.
Auch bekamen wir mehr als einmal zu hören, es sei ungesund, nach 18 Uhr noch etwas zu essen. Wenn überhaupt, dann nur noch eine Kleinigkeit. Darüber kann man sich sowieso streiten, es gibt auch Fachleute, die sagen, man kann essen, wann und wie viel man will. Nur darf es eben nicht mehr sein, als der Körper verbraucht, sonst nimmt man zu.
Ich will nicht behaupten, dass wir uns wirklich gesund ernähren, denn da müssten wir viel mehr Obst und Gemüse essen. Im Grunde weiß ich, was nicht so gut ist und was besser wäre, aber ich möchte nicht auf alles verzichten. Kann es denn so falsch sein, wenn man sich rundherum gut und vor allem gesund fühlt? Und wenn ich abends nichts mehr essen dürfte, hätte ich tatsächlich ein (kleines) Problem. Ich bin eher der Genuss-Esser, ein noch so leckeres Mittagessen im Laufe des Arbeitstages wäre reine Nahrungsaufnahme, während ich das Abendessen zu Hause genießen kann.
Diese Gesundheitsbelehrungen hatten jedenfalls zur Folge, dass ich bis um halb vier nicht einschlafen konnte. Oder lag es doch eher am Gänsebraten?

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Sonntag, 16. November 2003

Ruhetag

Nach zwei langen Arbeitstagen ist der heutige Sonntag ein Ruhetag. Am Freitag und gestern hatten wir in der Schule eine Hilfsmittelausstellung, und als organisierende Abteilung mussten wir natürlich präsent sein. Richtige Arbeit war es nicht, dafür aber viel anstrengender. Vor allem dehnt sich die Zeit ins Unermessliche, wenn man nur herumsteht, ein bisschen herumläuft und ab und zu Fragen der Besucher beantwortet. Gestern war ich bis zum Schluss da, das heißt, bis die letzten ihre Kartons gepackt hatten. Um kurz vor sieben war ich dann endlich zu Hause. Den PC hatte ich zwei Tage so gut wie gar nicht an, am Freitag hatte ich auch nur mal kurz reingeschaut. Ich freue mich schon auf ein langes, „planloses“ Wochenende.

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Weggeschleppt

Heute Mittag war ich kurz im Garten, um die Edelrose anzuhäufeln. Als ich zunächst einen Blick auf die Beete warf, fiel mir ein kleines graues Ding aus Kunststoff auf, das auf dem Rasen lag. Wie kommt denn dieser Müll in unseren Garten, fragte ich mich. Ich schaute genauer hin. „Supercat“ stand darauf. Hm? Mit Klappe und Feder? Ich habe es aufgeklappt und einen Mäusekopf darin entdeckt. Aha, Mausefalle! Aber wer bitte schön legt eine Mausefalle in unseren Garten? Ich fragte Jörg, ob er das Ding schon gesehen hatte. Er war auch ganz erstaunt und meinte zuerst, das vielleicht Spaziergänger dies vom Weg hierher geworfen hätten. Auch merkwürdig. Aber dann die Erleuchtung: eine unserer Katzen hatte die in der Falle gefangene Maus mitsamt Mausefalle in unseren Garten geschleppt. Klar, so musste es gewesen sein. Irgendjemand in der Nachbarschaft vermisst jetzt seine Mausefalle und wird hoffentlich keine neue mehr kaufen. Ich finde den Gedanken an herumliegende Mausefallen etwas beunruhigend. Nicht wegen der Mäuse, sondern wegen der Katzen. Katzen sind zwar nicht dumm, aber es könnte doch passieren, dass sie versehentlich mit einer Pfote in eine Mausefalle geraten. Im Internet habe ich nur wenig über diese Fallen gefunden; angeblich sollen sie ungefährlich für Kinder und Haustiere sein. Ich habe es aber nicht gewagt, dies an meinen eigenen Fingern auszuprobieren.

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Donnerstag, 20. November 2003

Verschnaufpause

So, jetzt ist schon wieder Donnerstag und ich war so gut wie gar nicht am PC.
Am Montag musste ich nach der Arbeit eine Shoppingtour machen, denn ich brauchte dringend etwas zum Anziehen für die Feier am Samstag. Im Grunde kann ich mich nicht über die Auswahl in meinem Kleiderschrank beklagen, doch aus verschiedenen Gründen musste ich leider Geld ausgeben:

  1. zu eng – nicht einmal mit viel gutem Willen passe ich da im Moment rein; selbst wenn ich mich hineinzwängen könnte, dürfte ich die Feier dann stehend und ohne Essen verbringen
  2. zu kurz – ein zu kurzes Oberteil sieht nicht gerade gut aus, wenn die Rundungen in der Mitte zu ausgeprägt sind
  3. zu sommerlich – ich friere zwar nicht so leicht, aber auf ein ärmelloses Kleid möchte ich im November doch gern verzichten
  4. zu sportlich – im schlichten T-Shirt gehe ich nicht zur Feier
  5. zu dick – ich habe viele schöne Pullis, aber darin würde mir einfach zu warm werden.

Also auf ins Einkaufszentrum, da würde sich doch etwas Passendes finden lassen! Zum Glück wurde ich auch fündig, zwei schöne Oberteile und eine hellbraune Weste, die ich über beiden tragen kann und die auch schön den Hintern verdeckt. Dazu ein schwarzer Rock aus meinen Beständen und ich kann beruhigt diesen und anderen Festlichkeiten entgegensehen. Nur gut, dass ich diesen Monat Weihnachtsgeld bekommen habe, sonst hätte es mir oder vielmehr meinem Konto arg wehgetan im Moment. Nach dem – immerhin erfolgreichen – Kleiderkauf war ich dann noch im Gartencenter und habe einen Geschenkgutschein besorgt. Anschließend musste ich noch gegenüber zu Real, um Getränke zu kaufen und Verpackungsmaterial für das Geschenk. Während im Fernsehen das Kochduell lief, habe ich das Geschenkkörbchen dekoriert und verpackt, dann sämtliche Zettel aus den neuen Kleidungsstücken geschnitten, dann musste ich dringend duschen und anschließend schnell ein Abendessen zusammenrühren.

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Frauengold

Am Sonntagabend habe ich „Reklame!“ auf Kabel 1 geschaut. An viele der dort gezeigten Werbeklassiker erinnere ich mich noch, aber es gibt auch ganz frühe Werbefilmchen, zum Beispiel aus den 50er-Jahren, die das damalige Frauenbild widerspiegeln. Einer davon: Frauengold.
Frauengold war ein rezeptfreies Herz-Kreislauf-Tonikum „für die besonderen Tage der Frau“. In dem Werbespot lässt eine aufgeregte Sekretärin die Wut über ihren Chef bei der Kollegin aus. Die Kollegin rät ihr zu einem Schluck Frauengold. „Da kann man über den Dingen stehen und objektiver urteilen“, erklärt eine Männerstimme. Die Sekretärin scheint dann auch den geheimnisvollen Wundertrank zu sich genommen zu haben, denn wenig später steht sie gut gelaunt vor dem Chef. „Ich wollte mich gern einmal entschuldigen, es war alles mein Fehler …“ Mein Eindruck: Sie muss mehrere Fläschchen von dem Gebräu mit einem Alkoholgehalt von immerhin 16,5 % zu sich genommen haben und ist jetzt in der Stimmung „mir ist alles egal, der Chef kann mich mal“. Mit benebeltem Verstand gibt sie fröhlich lächelnd Fehler zu, die sie gar nicht gemacht hat.
Auf den Männerseiten kann sich noch einen anderen Frauengold-Werbefilm in Bildern anschauen. Auch hier ist die Botschaft: Gib deiner Frau das Frauengold, dann ist sie immer gut drauf und fängt keine Diskussionen mit dir an. Vielleicht sollte ich das auch ab und zu mal nehmen? Ach nein, zu spät, diesen Zaubersaft gibt es nicht mehr: „Im Jahre 1982 wurde das Tonikum »Frauengold ®« vom Bundesgesundheitsamt aus dem Verkehr gezogen. Dieses Mittel enthielt damals den Wirkstoff der Osterluzei, die Aristolochiasäuren. Aristolochiasäuren gelten als nierenschädigend und als mutagen.“ (Quelle: www.giftpflanzen.com)

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Radio zum Abwürgen

Beim Autofahren brauche ich Unterhaltung – sprich Musik. Meistens finde ich etwas Hörbares, auch wenn ich ständig zwischen den vier gespeicherten Sendern wechsle. Aber manchmal ist es wie verhext. Auf Sender 1 fängt Anastacia an zu knödeln. Grässlich, schnell umschalten! Sender 2 bringt Werbung. Noch schlimmer, denn im Gegensatz zu Fernsehwerbung ist Radiowerbung zum Weglaufen. Also Sender 3 ausprobieren. Dort laufen gerade Nachrichten. Wieso Nachrichten? Um viertel vor? Auf nichts kann man sich mehr verlassen. Ich drücke schnell Taste 4 und da jodelt mir Shania Twain ihren neuesten Hit entgegen. Gruselig! Was nun? Anastacia hat sich auf Sender 1 bestimmt noch nicht ausgesungen. Noch einmal zurück zu 2 – die Werbung scheint auch endlos zu sein. Und bei 3, dem „neuen Rock-Sender“ (könnte sich nach dreieinhalb Jahren auch mal das „neu“ sparen) läuft dröhnt mir jetzt kein fetziger Rock entgegen, sondern es plätschert ein Uralt-Oldie über die Funkwellen – zum Einschlafen! Da bleibt mir nur noch ein letzter Ausweg: Cassette rein! Nein, keine CD, denn mein Auto mitsamt Radio haben schon 12 Jährchen auf dem Buckel und schwören noch auf die guten alten Cassettenzeiten.

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Montag, 24. November 2003

Verkehrte Welt

Gestern Nachmittag schaute ich mir die Video-Aufzeichnung der Alfredissimo-Sendung vom Freitag an. Dieses Mal „kochte“ Barbara Becker, die Ex-Frau von Boris Becker. Während sie das gesunde Frühstück (Porridge mit Joghurt und Obst) zusammenrührte, erzählte sie von ihrem Alltag in Florida: Sie stehe bereits um halb sechs morgens auf, dann bereite sie das Frühstück vor. Anschließend bringe sie die Kinder in die Schule, wo sie den ganzen Tag blieben. Auf Alfred Bioleks Frage, was sie selbst dann mache, antwortete sie, sie tätige ihre Einkäufe, gehe zum Sport, treffe sich mit Freundinnen … aber vor allem gehe sie zum Sport. Ich hatte an dieser Stelle das Gefühl einer verkehrten Welt: Während die Kinder in der Schule arbeiten, geht Muttern spielen.

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Dienstag, 25. November 2003

Synästhesie

Kürzlich wurde in einer Quizshow gefragt, welche Farbe man mit dem Neid verbinde. Gelb war es natürlich. Und da fiel mir wieder ein, dass bei mir einige Buchstaben bestimmte Farben haben. Ein „e“ ist hellrot, ein „i“ immer gelb und ein „n“ selbstverständlich blau. Grün sehe ich das „t“ und ein „s“ muss weiß sein. Dunkelrotes „o“, schwarzes „r“, braunes „d“ und rosa „u“ fallen mir noch ein. Anscheinend ist diese Art der Wahrnehmung bei mir nicht besonders stark ausgeprägt, denn die übrigen Buchstaben sehe ich nicht sofort farbig vor mir. So habe ich zum Beispiel keine Ahnung, welche Farbe ein „a“ hat. Es ist hell, aber nicht weiß, gelb auch nicht … Natürlich gibt es auch einen Namen für dieses Phänomen: Synästhesie.

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Freitag, 28. November 2003

Langer Freitag

Obwohl ich heute nur bis 13 Uhr gearbeitet habe, war ich erst nach 17 Uhr zu Hause. Wir Kollegen aus der Medienzentrale plus eine ehemalige Kollegin aus unserem Team haben heute einen Geburtstags- und Krankenbesuch gemacht. Unser Kollege ist Mitte Oktober ernsthaft an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Ausgelöst wurde sie, wie man später feststellte, durch einen Herpesvirus, aber den Grund, warum es dazu kam, wird man nie herausfinden. Wir haben ihn also heute zu seinem 50. Geburtstag mit dem Besuch überrascht, seine Frau war natürlich eingeweiht. Wüsste man nicht von seiner Krankheit, würde man es nicht glauben. Bis zur vollständigen Genesung wird es aber noch eine Weile dauern, denn noch ist er schnell erschöpft und braucht viel Ruhe. Ich kann das ein wenig nachvollziehen, seit ich 1997 aus heiterem Himmel eine Lungenentzündung bekam. Nachdem das Fieber weg war, ging es mir eigentlich gut, aber wehe, ich hätte es gewagt, einen Spaziergang zu machen. Da die erste Diagnose Bronchitis war, empfahl mir der Arzt viel frische Luft. So trat ich den zweiten Arztbesuch zu Fuß an, und ich war nass geschwitzt, als ich dort ankam. Dann stellte er fest, dass die Lunge schon angegriffen war und verbot mir jegliche Anstrengung.
Nach Kaffee und Kuchen machten wir uns um halb vier wieder auf den Heimweg. Ich nahm noch die beiden Kolleginnen mit und lud die eine in Hannover und die andere in Laatzen ab, und beide Wohnungen lagen so ziemlich auf meinem Weg. Tja, dann kam noch der Freitags-Einkauf und dann hatte ich es geschafft.
Zu Hause erwartet mich ein Päckchen von Pixum. Ich hatte digitale Fotos von der Geburtstagsfeier am Samstag auf Papier drucken lassen. Ich muss sagen, ich bin total begeistert. Meine nur 1,3 Mio Pixel liefernde Kamera hat gute Qualität fabriziert. Mit 1280×960 Pixeln kamen sehr gute Papierfotos im 10er-Format (ungefähr 10×12 cm) heraus. Superschnell ging es außerdem: Mittwochabend bestellt und heute schon im Briefkasten.
Leider war der zweite erwartete Umschlag noch nicht da, manchmal ist die Post doch eine Schnecke.

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