Juni 2002

Samstag, 1. Juni 2002

Fertig gestrichen

Nach einem kurzen Einkauf bei Real war ich noch mal gegenüber im Gartencenter, da ich noch auf der Suche nach Spiralstäben für meine Tomatenpflänzchen bin. Ich dachte, diese Stäbe gibt es in verschiedenen Größen, doch bisher habe ich nur solche mit ungefähr zwei Meter Länge entdeckt. Das war mir dann doch ein „wenig“ zu groß für die bisher etwa 20 cm hohen Pflänzchen. Oder muss man sich die Stäbe selbst zurechtschneiden? Dann konnte ich allerdings nicht widerstehen und habe zwei Pampasgräser gekauft. Die ursprünglich im April gepflanzten sind damals oberirdisch abgefroren, weil es noch einmal richtig kalt geworden war. Unterirdisch war wohl auch nichts mehr am Leben geblieben, denn es zeigte sich kein neues Grün. O.k., das ist der Verlust der unwissenden Neu-Garten-Besitzer, mit dem man leben muss.
Nachdem ich die Pampasgräser eingepflanzt hatte, ging es in die Runde 2 des Gartenhaus-Streichens. Aber von wegen nur noch die Vorderseite! Das gesamte Schleppdach wollte auch noch von unten gestrichen werden, und so war ich den ganzen Nachmittag beschäftigt.
Abends haben wir mit den Nachbarn zusammen gegrillt und bis nach 22 Uhr draußen gesessen. Es ist aber noch ziemlich frisch am Abend.

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Sonntag, 2. Juni 2002

Nicht ganz ein Ruhetag

Nachdem das Streichen gestern ganz schön anstrengend war, wollte ich heute eigentlich NICHTS tun, sondern nur faul auf der Terrasse sitzen und lesen. Leider aber konnte ich nicht übersehen, dass der Teppichboden dringend nach dem Staubsauger rief:
Also gut, Staubsauger raus, alle Fliesenböden vom Staub und den Teppichboden von den Katzenhaaren befreien. Hm, die Fliesen müssten aber dringend mal wieder feucht gewischt werden. Könnte ich ja morgen nach der Arbeit machen. Aber das ist Montag, und montags bin ich immer so müde. Dann mach ich es bestimmt nicht. Und wer weiß, was am Dienstag und Mittwoch ist … Nun gut, Flickenteppiche aus dem Flur räumen, Küchenstühle ins Wohnzimmer stellen, Mülleimer auf den Schrank, Katzen-Fressstation ebenfalls wegräumen, dann Eimer und Wischer aus dem Keller holen und los geht’s. Während das Ganze trocknete, habe ich meine Bougainvillea umgetopft und mit Bambusstäben für den besseren Halt versehen. Ich freue mich immer wieder, dass diese Pflanze noch lebt. Sie ist schon Ende 1998 mit nach Hannover gezogen, hat dann drei Jahre als Wohnungspflanze am Südfenster überlebt (allerdings ohne richtig zu blühen) und darf jetzt endlich auf der Terrasse zu einer Schönheit werden.
Dann waren die Böden auch getrocknet, ich habe alles wieder an seinen Platz geräumt und bei der Gelegenheit endlich die Küchenstühle mit Filzgleitern versehen, damit sie auf den Fliesen nicht so unangenehme Geräusche machen.
Jetzt aber auf die Terrasse! Ach nein, halt, zuerst das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine räumen. Die Katzenfressstation möchte auch mal wieder gereinigt werden. Da stehen noch zwei Schälchen Erdbeeren, die ich dringend waschen, von den Stielen befreien und in den Kühlschrank verfrachten muss, bevor sie schlecht werden.
Endlich hatte ich es geschafft und saß auf der Terrasse und konnte mein Buch zu Ende lesen. Und nachdem ich dies geschrieben habe, setze ich mich wieder nach draußen, lege die Füße hoch und fange mit dem nächsten Buch an.

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Montag, 3. Juni 2002

Keine Lesezeit

Mit dem neuen Buch gestern war es dann doch nichts mehr. Gerade als ich mich – frisch geduscht – auf die Terrasse setzen wollte, kam Angela auf dem Rückweg von einer Motorradtour vorbei. Sie verbrachte dann einige Stunden bei uns bzw. unseren Nachbarn. Danach haben wir die erste Hälfte der 80er-Show geguckt und sind dann schlafen gegangen.
Heute Vormittag war wieder mal die (künstliche) Hektik im Büro angesagt. Eigentlich hätte ich nur einige Statistiken für unseren Referatsleiter fertig machen müssen. Dann hatte sich noch der Büromöbellieferant angesagt, um die neuen Möbel auszumessen. Gleichzeitig stand einer der Sachbereichsleiter an meinen Schreibtisch und erklärte mir, er brauche dringend eine Tabelle für die Überstunden des Rohstoffevents. Selbstverständlich habe ich alles schnell und rechtzeitig fertig gehabt. Der Hammer war wieder mal, dass sich dann herausstellte, die Überstundentabelle würde vielleicht doch nicht gebraucht und vor allem hatte sich schon wieder einiges geändert. Würg! Ansonsten habe ich es mit meinen allmonatlichen Bauchschmerzen und der unangenehmen Luft im Büro so einigermaßen bis zum Feierabend durchgehalten.
Zu Hause wollte ich absolut nichts mehr tun, auch keine Gartenarbeit. Jörg hat den Rasen zum ersten Mal gemäht. Der war so schnell gewachsen, dass er nicht einmal auf unseren Rasenmäher warten wollte und wir daher den Rasenmäher unserer Nachbarn ausleihen mussten.
Abends hatte ich leichte Kopfschmerzen, die sich als Spannungen um die Augen herum äußerten. Es war aber nicht allzu schlimm, und ich rechnete damit, dass sie über Nacht verschwunden sein würden.

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Dienstag, 4. Juni 2002

Indisponiert

Von wegen verschwunden! Irgendwann nachts wachte ich auf und hatte heftige stechende Kopfschmerzen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals solche unangenehmen Schmerzen gehabt habe. Zudem hatte ich das Gefühl, im Schlafzimmer keine Luft zu bekommen. Auch das Einnehmen einer Tablette hat nicht geholfen. Eine Stunde später musste ich wieder aufstehen, weil mir so elend war, richtig übel. Nachdem ich zehn Minuten später das Abendessen auf umgekehrten Weg in der Toilette entsorgt hatte, ging es ein klein wenig besser. Aber heute Morgen war ich noch so daneben, dass ich zu Hause blieb. In solchen Situationen bin ich dermaßen froh, einen Arbeitsplatz zu haben, der mir das erlaubt. Denn ich weiß genau, dass es mir im Laufe des Tages wieder besser geht und ich am nächsten Tag wieder arbeiten kann. Dann wäre es nur Stress und absolut nicht genesungsfördernd, wenn ich stundenlang (klar, Termin hat man ja in so einem Moment nicht) bei einem Arzt sitzen müsste, um eine Krankmeldung zu bekommen. Ein paar Stunden länger schlafen und dann vielleicht noch auf dem Sofa ausruhen helfen da viel besser.

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Mittwoch, 5. Juni 2002

Stapelverarbeitung

Kaum bin ich mal einen Tag nicht da, erwarten mich riesige Stapel mit Arbeit. Aber es war nichts Dramatisches, ich habe es heute schnell weggearbeitet. Währenddessen tobte der Wind wild um das Hochhaus, es zog quer durch den Raum, selbst dann noch, als ich das Fenster geschlossen hatte. Und ich sitze nur in der 2. Etage, wie wird das erst weiter oben gewesen sein.
Auch hier zu Hause hatte es wohl heftig gestürmt, denn unsere Gartenstühle waren alle umgekippt und bei unseren Nachbarn hatte der Wind sogar die Dachpappe vom Gartenhaus weggerissen. Von mir aus könnte es jetzt gerne ein paar Tropfen regnen, sonst muss ich auf jeden Fall die Beete mit den eingesäten Pflanzen bewässern. Vor allem die Löwenmäulchen sollen doch schön wachsen, damit ich das fremde Bild links oben endlich durch ein eigenes Foto ersetzen kann.

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Montag, 10. Juni 2002

Vorbeigehuscht …

… ist das Wochenende. Und ich habe wieder einmal das Gefühl, nichts getan zu haben. Jedenfalls nicht das, was ich wirklich GERN tun wollte. Bin ich so schlecht organisiert oder an was liegt es?
Am Freitagabend war ein Arbeitskollege von Jörg da und wir haben seinen PC wieder in Gang gebracht. Er hatte am Tag zuvor wegen diverser Probleme seine Festplatte formatiert, aber Windows ließ sich dann anschließend nicht installieren. Von einer Startdiskette wusste der Kollege nichts, obwohl ich mir sicher bin, die damals mitgegeben zu haben (es handelt sich nämlich um meinen alten PC, ein 166 MHz MMX von 1997, darauf war ich damals ganz stolz!). Aber zum Glück hatte ich irgendwann eine zweite Startdiskette erstellt, die ich auch auf Anhieb gefunden habe. Und danach ließ sich problemlos alles installieren. Leider konnte ich wegen dieser ganzen Geschichte nicht wie geplant auf dem Sofa liegen und einen Film schauen. Müde war ich außerdem, es wär halt eher die Freitagabendentspannung angesagt gewesen. Hm.
Am Samstag haben wir nach dem nicht allzu frühen Frühstück eine Tour übers Land gemacht. Wir mussten zu einem etwas weiter entfernten Baumarkt fahren, um das übrig gebliebene Material von der Gartenhaus-Dachrinne zurückzugeben. So richtig weit mussten wir nicht fahren, nur 10 Kilometer, aber über die Dörfer kam’s mir ziemlich lang vor. Auf dem Rückweg haben wir noch zwei Plus-Märkte abgeklappert, um einen 5-Liter-Drucksprüher aus dem aktuellen Angebot zu ergattern. Im zweiten Laden hat es geklappt, es waren noch jede Menge von den Sprühern vorrätig. Nun können wir an bestimmten Stellen mal drangehen und das wild wuchernde Unkraut bekämpfen. Am Nachmittag habe ich die Vorhänge für das Gartenhaus genäht. Ursprünglich wollte ich den ehemaligen Vorhang von unserem Flurregal in der alten Wohnung verwenden, doch auf der Suche danach fand ich zufälligerweise einen farblich viel besser passenden Stoff. Das war mal ein baumwollener Sofaüberwurf für das Gästeschlafsofa gewesen. Also messen, zurechtschneiden, schnell ein paar Nähte und fertig ist der Sichtschutz. Da unser Gartenhaus im Vorgarten steht, ist es auf jeden Fall praktischer mit den Vorhängen. Es muss ja nicht jeder sehen können, was dort drin steht. Anschließend habe ich mich daran gemacht und ein Kilo Spargel geschält und dann Pellkartoffeln gekocht und auch geschält. Ja, wir hatten mittags zugeschlagen und endlich (zum ersten Mal in diesem Jahr) Spargel gekauft. Den gab es dann mit den Kartoffeln, klein gewürfeltem rohem Schinken und Sauce Hollandaise. Hmmm, das war richtig lecker.
Am Sonntag war das Wetter richtig schön, was wegen der nicht allzu positiven Vorhersagen ziemlich überraschend kam. Eigentlich wollte ich wieder einmal nichts tun außer faul herumsitzen und entspannen. Aber dann sieht man hier und da ein kleines Wild(Un-)kraut aus den Beeten sprießen und so war ich bestimmt eine Stunde lang beschäftigt, dieses Grünzeug herauszuzupfen. Und dann – es ist wahrlich nicht zu fassen – habe ich es doch tatsächlich geschafft, ein neues Buch anzufangen. Und sogar ganze zwanzig Seiten habe ich gelesen. Dann kam Angela an, die bei einem Bekannten zum Geburtstagsbrunch gewesen war. Also saßen wir einige Stunden auf der Terrasse herum, Jörg hat dann noch den Rasen gemäht und ich habe die Beete gegossen. Es war dann schon fast acht, als ich hineinging zum Duschen, danach wollte ich mich gemütlich auf dem Sofa niederlassen und die Lindenstraße anschauen (ja, ich schau’s jeden Sonntag!), die ich aufgezeichnet hatte. Von wegen! Nix war’s! Das VPS hatte versagt bzw. war dort ein falsches Datum einprogrammiert. Mist. Nun ja, dann muss ich eine der Wiederholungen aufnehmen. Ich habe dann eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung an mir vorbeiplätschern lassen. Jörg Definition davon: Das sind die Filme, in denen nur deutsche Schauspieler mitwirken, ausschließlich deutsch gesprochen wird und die Autos das Lenkrad auf der rechten Seite haben. Später gab es noch die Reste von gestern zu essen, alles schön klein gewürfelt, mit Hollandaise übergossen, Käse darüber und dann überbacken. Ja, und als ich dann irgendwann gegen Mitternacht im Bett lag, konnte ich nicht schlafen. Während Jörg vermutlich schon süß träumte oder vielleicht auch im Schlaf Beton anrührte, was weiß ich, stand ich wieder auf, ging nach unten und schaltete den Fernseher ein. Es gab noch einen späten Film, den ich zwar schon einmal gesehen hatte, aber ich dachte mir, schaust halt mal ne halbe Stunde rein. Die halbe Stunde dauerte dann bis zum Ende des Films, das war um halb drei. Puh, das Aufstehen würde nett werden, das ahnte ich schon.
Es war nicht ganz so schlimm wie erwartet, aber ich wäre schon noch gern liegen geblieben. Vier Stunden Schlaf sind einfach nicht genug. Ich war aber trotzdem ziemlich produktiv heute im Laufe des Tages und habe alles weggearbeitet. Sehr brav! Allerdings habe ich mich kurz nach 16 Uhr verabschiedet, um heute wirklich nur zu entspannen.

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Donnerstag, 13. Juni 2002

Die Terrasse kommt

Heute Morgen ging es los mit dem Terrassenbau. Wir lassen uns eine Holzterrasse machen und heute wurden die Betonfundamente mit den Ankern gesetzt. Deswegen musste ich gestern meine kürzlich erst gesäten Löwenmäulchen vorsichtig umpflanzen, denn ein Fundament reicht bis in dieses Beet hinein. Aber ganz ohne Schaden ging es nicht ab, der so schön blühende Rittersporn musste dran glauben und ist abgeknickt. Aber immerhin hat er schon geblüht, und er wird auch wieder nachwachsen. Auf unserer Terrasse sieht es jetzt aus, als ob die Maulwürfe getobt hätten: lauter kleine Erdhügel zwischen den Betonankern. Nächste Woche soll (hoffentlich) das Holz darauf kommen und dann wird es richtig gemütlich. Ich kann es mir noch gar nicht richtig vorstellen, daher bleibt die Spannung, bis alles fertig ist.

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Samstag, 15. Juni 2002

Pause. Umgezogen. Geschlossen.

Es tut sich etwas in den Online-Tagebüchern und Weblogs. Nein, falsch, es tut sich weniger. Viele machen Pause, andere ziehen um, wieder andere schließen bis auf weiteres. „Keine Zeit“, „ich brauche Zeit für anderes“, „ich muss mal Abstand haben“, das sind die häufigsten Gründe. Ich habe auch nicht immer und jeden Tag Zeit und vor allem Lust, hier etwas zu schreiben. Wenn ich nicht mag, gibt’s eben keinen Eintrag. So. Ich lasse mich nicht von meinem Tagebuch und den möglichen Leser (sind sowieso nicht so viele) bewusst oder unbewusst unter Druck setzen, hier etwas schreiben zu MÜSSEN. Wenn ich vielleicht irgendwann gar nicht mehr schreiben werde, weiß ich noch nicht, ob ich das als das Ende bekannt geben werde. Ich denke eher, e wird sich einfach so ergeben.
Und dann gab es in der letzten Woche einen Artikel über Online-Tagebücher in der Brigitte, allerdings nur in der Printausgabe. Die Erwähnung der Links zu einigen Tagebüchern und Weblogs hat ja für ziemliche Aufregung gesorgt. Vieles von dem, was mir dazu durch den Kopf gegangen ist, hat Engelbert gestern bereits treffend formuliert. Wir müssten doch alle wissen, dass wir ganz und gar nicht anonym sind (bis auf die wenigen Ausnahmen, die sich wirklich nicht zu erkennen geben). Es wäre natürlich praktisch, wenn wir selektieren könnten, wer mitlesen darf. Ich fände es herrlich, gelegentlich mal so richtig ablästern zu können: „Gestern war ich bei der Nachbarin aus der 5. Etage eingeladen. War das wieder schrecklich, die ist so doof wie hundert Meter Feldweg …“). Nein, es gibt hier keine 5. Etage und solche Nachbarinnen habe ich nicht! Aber wenn es so wäre, würde ich dies nicht hier und öffentlich schreiben, denn sie könnte irgendwann auf diese Seiten stoßen. Also überlege ich schon, was ich hier preisgebe und was nicht. Alles andere gehört dann in mein Tagebuch, das in der Nachttischschublade liegt. Theoretisch. Denn so etwas besitze ich nicht mehr.
So, nun bin ich mal gespannt, wie sich die „Szene“ so weiterentwickeln wird. Vielleicht geht auch mal wieder ein Trend dem Ende entgegen und wir in einigen Monaten sagen: „Weißt du noch, damals, die Online-Tagebücher, und dann gab es diese Weblogs! Wie viel Arbeit sich die Leute damit gemacht haben! Heute ist das doch viel einfacher, ich habe immer meine mobile Webcam dabei und alle können sich live anschauen, was bei mir passiert.“

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Dienstag, 18. Juni 2002

Zu warm

Ich habe solche Hitze noch nie gemocht, habe es noch nie genossen, in der Sonne zu liegen und mich ö  la Wienerwald in ein braunes Hendl zu verwandeln (gleichmäßiges Wenden nicht vergessen). O.k., sehen wir mal von der Jugend ab, da konnte ich die Sonne noch besser vertragen. Der letzte reine Strandurlaub war damals mit meiner Freundin Petra in Spanien, das war 1984.
Seit gestern ist es mir aber wirklich zu heiß! Später war es dann aber wirklich angenehm, so dass wir gestern den ganzen Abend bis kurz vor Mitternacht auf der Terrasse gesessen haben. Das liebe ich am Sommer und der endlich vorhandenen und lange vermissten Draußen-Sitzgelegenheit.
Letzte Nacht habe ich nicht gut geschlafen (hat jemand bei der Hitze wirklich gut geschlafen) und schon heute Vormittag hatte ich das Gefühl, am Schreibtisch festzukleben. Zum Glück gibt es im Augenblick nicht so viel zu tun, wenn ich mir nur vorstelle, ich müsste bei solchen Temperaturen ungefähr einhundert Absagen ausdrucken, unterschreiben und dann mit den Bewerbungsunterlagen eintüten. Puh, da kommt man schon bei kühleren Temperaturen ins Schwitzen. Im Moment ist es mir draußen noch ein wenig zu warm und so nutze ich die Gelegenheit, dies hier zu schreiben.
Überhaupt stellt sich die Frage, ob man Türen und Fenster aufmachen oder lieber zulassen soll. Im Wohnzimmer hatten wir heute Nachmittag 27 °C, und das trotz halb heruntergelassener Rollläden tagsüber. Als wir zu Hause waren und die Terrassentür ein Weilchen öffneten, stieg die Temperatur gleich auf 29 °C an.
Morgen sollen es „nur“ 25 °C werden, das fände ich ziemlich gut. Ach so, morgen geht’s auch weiter mit unserer Terrasse. Der Terrassenbauer fängt an, das Holz zu montieren und wird entweder morgen fertig oder kommt am Freitag noch einmal und macht den Rest. Gut so, denn gestern Abend habe ich schon die Meisterleistung vollbracht, an einem der Betonanker mit dem Fuß hängen zu bleiben, an den Tisch zu stoßen und die (gerade bis oben hin frisch gefüllten!!!) Gläser zum Umsturz zu bringen. So ein M… Wenigstens ist nichts zu Bruch gegangen, nur zwei der Auflagen durften heute ihren ersten Schwimmversuch in der Waschmaschine machen. Klar, dass mir erst kurz vor Ende einfiel, dass man solche Polster wahrscheinlich nicht in der Maschine waschen darf, weil sonst die Füllungen verklumpen. Ja, stimmt, ich konnte das Handwäsche-Symbol deutlich erkennen, als ich sie vorhin aus der Waschmaschine holte. Ist aber nichts passiert, sie sehen aus wie vorher.

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Freitag, 21. Juni 2002

Blinder Briefträger bringt Post für weibliche Affenmenschen

Gestern fand ich im Briefkasten einen offensichtlich falsch gelandeten Brief. Nun ja, die Anrede „Frau“ stimmte, auch die Postleitzahl und der Ort waren richtig. Wie aber kam die Post dazu, einen Brief an Frau A. Otto, Am Hohen Hahn 27, in die Otto-Hahn-Straße zu schicken, in der garantiert keine Frau Otto wohnt. Vermutlich hat da der Sortierer, weil er diese Straße nicht finden konnte, eine äußerst kreative Idee gehabt. Irgendwohin muss der Brief schließlich ausgeliefert werden, und so veranstaltete er ein kleines Würfelspiel mit der Anschrift und schon kam eine existierende Straße raus. Und wen kümmert es schon, ob der Name am Briefkasten steht, vielleicht möchte die Dame anonym bleiben?
Dies wiederum wäre angesichts des Inhaltes nicht besonders verwunderlich. Absender war ein Make-Up-Studio, und der Brief machte den Eindruck eines Werbeschreibens. Also habe ich ihn aus Neugier geöffnet. Es flatterte mir ein Angebot mit der Überschrift „Haarlos in den Sommer“ entgegen. Bei den Punkten 1 bis 4 stolperte ich lediglich über „Beine halb“. Ich überlegt, wie denn so halb enthaarte Beine aussehen. Ob man sich wohl aussuchen kann, ob die vordere oder hintere Seite enthaart wird? Oder vielleicht wird nur jedes zweite Haar entfernt? Dann stieß ich auf den Punkt 5 des Angebots. Rückenpartie 18,- Euro. Rückenpartie??? Was? Wie bitte? Kann ich das noch mal lesen? Ich hab noch nie eine Frau mit behaartem Rücken gesehen. Aber das Angebot war eindeutig an das weiblich Geschlecht gerichtet, wie man an dem Zusatz „bieten wir selbstverständlich auch für Herren an“ erkennen kann. Nach längerem Nachdenken bin ich darauf gekommen, dass es sich wahrscheinlich doch nicht um eine Behandlung für weibliche Affenmenschen handelt, sondern für eine Spezies der Geschlechtsgenossinnen, die man nicht auf den ersten Blick erkennt. Es müssen wohl genau die sein, die nur ein Salatblättchen essen, weil sie schon wieder 100 Gramm zugenommen haben. Sie rufen schluchzend ihre beste Freundin an: „Ich bin so verzweifelt, ich weiß gar nicht, was ich tun soll.“ „Wieso, was ist los, hat dein Lover mit dir Schluss gemacht?“ „Nein, viel schlimmer, ich hab da schon wieder ZWEI Härchen auf dem Rücken und kriege erst nächste Woche einen Termin bei der Kosmetikerin.“ Schluchz …

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Samstag, 22. Juni 2002

Sommerstimmung

Wenn die Sonne scheint und angenehme Wärme verbreitet, stellt sich auf der Terrasse ein Hauch Urlaubsstimmung ein. Ich sitze auf dem fußwarmen Holz, über mir der rote Sonnenschirm, es fehlt nur noch der Blick auf das Meer … Für das heutige Grillen am Abend habe ich mir einen passenden Salat einfallen lassen:
Mediterraner Reissalat
350 Gramm Reis (3 Beutel) kochen. 2 Zucchini und eine Aubergine in Würfelchen schneiden und in Olivenöl braten. Mit Thymian, Rosmarin und Salz würzen. Mit dem Reis vermischen. Fertig!

Gestern habe ich Löwenmäulchen und Sonnenblumen (zweiter Versuch) gepflanzt sowie zwei Kübel mit Rankgitter und Schwarzäugiger Susanne am Carport aufgestellt. Die Löwenmäulchen habe ich gleich auf einem Foto verewigt und heute das bisherige Fremdfoto auf der Homepage und in den Tagebuchseiten durch mein eigenes ersetzt.

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Montag, 24. Juni 2002

Terrassenkatze und neue Nachbarn

Am Wochenende gab es tierischen Zuwachs im Garten..

Und zum ersten Mal durften die Nachbarshasen (oder Kaninchen?) in das neue Freigehege. Auf das Verhalten der Katzen waren wir nun gespannt. Lizzy lief vorbei und bemerkte erst einmal nicht. Mika entdeckte die Tiere, legte sich auf die Lauer und schlich sich vorsichtig an. Aber da es die Käfigbewohner nicht interessierte und sie vor allem nicht vor ihm wegliefen, bog er dann desinteressiert ab. Als er später ein zweites Mal auf der Lauer lag, raste plötzlich ein Hase auf ihn zu, der Kater bekam einen Riesenschrecken und rannte weg.

Leider klappt das mit den Feldhasen nicht so gut, heute Abend rannte er schon wieder mit einem solchen Pelztier im Maul quer durch unseren Garten und verzog sich ins Gebüsch. Na ja, die Bauern wird es freuen, dann fressen die Viecher nicht das frisch gesäte Getreide ab. Aber ich hoffe doch, dass die Hasen bald zu groß für ihn werden und wenn’s schon sein muss, nur ein paar Mäuse fängt.

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Mittwoch, 26. Juni 2002

Hessisches …

… gab es gestern Abend, nämlich Äppelwoi (ja, den gibt es auch hier zu kaufen, wenn auch nur eine Sorte) und Handkäs mit Musik. Hmmm, das war lecker, obwohl es dafür noch etwas wärmer hätte sein dürfen. Aber das lässt sich jederzeit wiederholen. Und demnächst werde ich mal wieder eine Frankfurter Grüne Soße machen.
Heute habe ich ein Päckchen bekommen!!! Mit einem wunderschönen Gardinenstoff. Nachdem ich überall schon geschaut hatte und mir alles – zumindest im Augenblick – zu teuer war, kam ich kürzlich auf die Idee, bei Ebay reinzuschauen. Und siehe da, teilweise wird dort richtig schöne Meterware zu einem Superpreis versteigert. Ich musste in diesem Fall sowieso nicht viel steigern, mein Gebot blieb das einzige bis zum Ende und nun habe ich 5,50 Meter Voile in blau-grün-gelb für sagenhafte 26 Euro da liegen und muss nur noch nähen. Die Gardinenstange fehlt auch noch, aber wenn’s dann fertig ist, werde ich ein Foto machen.

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Samstag, 29. Juni 2002

Wehe, wenn sie losgelassen …

… und zwar auf einen Baumarkt mit Gartencenter!
So begab es sich heute. Ich wollte eigentlich nur eine Gardinenstange kaufen, um dann die selbst genähten Gardinen im Schlafzimmer aufhängen zu können. Außerdem noch diverse Sorten Dünger für die Pflanzen kaufen. Vor dem Eingang des Gartencenters standen riesige Rittersporn-Stauden, bestimmt einen Meter hoch und ziemlich kräftig. Sollte ich??? Für nur 5 Euro??? Ach nein, ich habe einen Rittersporn im Garten, auch wenn er wegen des Schadens durch die Terrassenbauer gerade mal 5 cm hoch ist. Er wächst ja noch. Nein, ich nehme nichts von draußen mit, aber falls die auch drinnen stehen, kann ich für nichts garantieren.
Eine passende Gardinenstange habe ich nicht gefunden, beim ausgewählten Modell gab es nicht mehr die passende Kombination von Stange und Endstücken. Und in der höheren Preisklasse kostete ein (einziger) Wandhalter schon 24 Euro!!! Sind die wahnsinnig???
Nun gut, ich habe Dünger gekauft, Guano (also Pinguinkacke mit Urgesteinsmehl) für alles Mögliche und dann noch speziellen Buchsbaumdünger und Düngestäbchen für die Tomatenpflanzen.
Jaaa, ich musste dann LEIDER an den vielen schönen Pflanzen vorbeigehen, und in unseren Beeten gibt es doch noch einige Lücken … Zum Beispiel hatte ich ein bestimmt zwei Jahre altes Tütchen Mohnsamen (Kundengeschenk von Enercity = Stadtwerke Hannover) ausgesät, aber das war wohl nicht mehr keimfähig. Tralala, ich will ja gar nichts kaufen, aber meine Mutter schwärmte doch so von Kosmeen, oder nicht? Schließlich landeten 2 Kosmeen, in hell- und dunkelrosa sowie eine Staude Islandmohn mit weißen, gelben und orangefarbenen Blüten auf meinem Wagen. Hach, wie schön :-)))
Ach ja, da war noch die Gardinenstange. Also auf zum zweiten Baumarkt, der glücklicherweise fast nebenan liegt. Dort wurde ich auch zu einem günstigen Preis fündig. Dann schnell noch ein paar Lebensmittel bei Real einkaufen, danach hatte ich die Nase voll vom Einkaufen.
Nachmittags habe ich daran gemacht, die Gardine (= transparenter Voile) für das Schlafzimmerfenster zu nähen. Jörg hat die Stange angebracht, und so sieht das jetzt aus:

Und hier noch einmal im Detail:

Abends kam noch Angela vorbei, die sich nachmittags angekündigt hatte. Sie brachte ihren alten Grillwagen mit, für den sie auf dem Balkon keinen Platz mehr hat. Nach der Restauration (Rost entfernen bzw. überstreichen) werden wir ihn auf der Terrasse einsetzen. Sobald das Wetter wieder besser wird!
Jörg hat dann wieder zwei riesige Formen mit seiner berühmten Lasagne gemacht und auch unseren Nachbarn Tina und Ralf waren zum Essen da.

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Sonntag, 30. Juni 2002

Dahingerafft

Heute musste ich endlich meine neuen Pflanzen einsetzen. Natürlich entdeckte ich vorher wieder einiges an Unkraut, das ich herauszupfen musste. Danach habe ich drei Löcher gegraben, mit Blumenerde aufgefüllt, angegossen, eingepflanzt, wieder zugeschüttet, Rindenmulch darüber, und danach war ich vollkommen platt.
So habe ich auch die erste Viertelstunde des Fußball-WM-Endspiels verpasst, da ich fest der Meinung war, es ginge erst um 13:30 Uhr los. Na ja, bis dahin war noch nichts passiert. Allerdings muss ich sagen, das letzte WM-Endspiel fand ich spannender. Wir waren damals gerade in Frankreich in Urlaub, und Frankreich war im Endspiel!
Auf jeden Fall war ich erledigt, aber nicht nur wegen meiner Pflanzaktion. Ich habe kein PMS und leider nicht darunter, aber ich bin immer heftig von der M (ohne PS betroffen). Meistens jedenfalls am ersten Tag. Alle mitlesenden Frauen werden wissen, um was es geht. Abends habe ich tatsächlich eine Schmerztablette genommen, obwohl ich auch das meistens vermeide. So konnte ich aber noch einige Seiten „Harry Potter und der Feuerkelch“ lesen und habe dann einigermaßen gut geschlafen.

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