März 1984

Samstag, 3. März 1984

Mittwoch abend. Hexenball. Zunächst mal gut. War wahnsinnig voll. Später habe ich auf Uwe gewartet. Er kam nicht. Mist. Außer Sekt hatten wir Bier mit Strohhalm (hihi), Bier ohne Strohhalm und Hütchen getrunken. Am Ende war ich ganz schön fertig, habe geheult. Um 2:00 bin ich nach Hause gegangen, habe versucht, ihn anzurufen, aber er war nicht da. Dann muß ich einfach ins Bett gefallen sein. Jedenfalls bin ich um halb zehn aufgewacht. Im Bett, angezogen, das Telefon und ein halbes Brötchen nebendran. Na ja, jedenfalls gings mir wieder etwas besser. Ich habe neue Pläne gemacht. Er war ja weg, zum Trainingslager im Odenwald. Also unerreichbar. Ich habe mir den „Tod des Märchenprinzen“ genommen, ein sehr passendes Gedicht herausgesucht und ihm das geschrieben und gleich in den Briefkasten geworfen.
Angerufen hat er nicht.
Donnerstag war ich zu Hause. Gestern nachmittag in Frankfurt, mein Ticket abgeholt. Abends war Petra bei mir, Heike kam später und wir sind dann noch mal ins Eigenheim gegangen, wo die anderen vom Vergnügungsausschuß noch saßen. Bis ca. 1:00. In der Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen. Weil er heute zurückkommt. Aber leider weiß ich nicht wann. Und es ist auch nicht sicher, ob er heute abend zum Maskenball kommt. Denn in Bauschheim ist SKG-Maskenball. Mist. Also muß ich warten. Wieder mal. Heute abend werde ich mich jedenfalls amüsieren. Hoffentlich. Vielleicht ruft er an. Wäre ja auch höchste Zeit.
Maskenball war nicht so gut, ein bißchen langweilig. Petra und ich waren bis 23:00 dort, dann sind wir zu mir nach Hause gegangen und dann zunächst nach Bauschheim gefahren. Ich habe Stefan und Petra B. getroffen. Er sagte, Uwe sei nicht da. Dann sind wir nach Bischofsheim gefahren, weil der andere Stefan (Jumbo) dort war. Petras „Mann“. Dann war’s aber dort auch zu langweilig, und wir sind wieder zurück nach Trebur gefahren. In der Fahrschul-Sektbar ging dann noch mal der Punk ab. Wir haben getanzt und waren naßgeschwitzt. Um 2:45 waren wir zu Hause und haben Uwe aus dem Bett geworfen. Er meinte, es sei die Krönung, daß ich noch mal anrufe. Er hatte den ganzen Abend geschlafen! Sonntags wollten wir uns in Astheim beim Umzug treffen.

Sonntag, 04.03.84

Super-sonniges Wetter. Nach Astheim gelaufen. Zufällig haben wir Uwe getroffen. Aber Astheim ist ja nicht so groß. Wir gingen dann zum TSV-Stand. Ich bin noch mal zurückgelaufen, aber er war verschwunden. Wir waren dann eine ganze Gruppe von ca. 10 Leuten. Super Stimmung. Dann ins Bürgerhaus. Ich hatte furchtbar miese Laune. Wollte nach Hause. Aber was für ein Glückstag. Auf der Hauptstraße traf ich Uwe. Wir sind ins Bürgerhaus gegangen. Ich war wieder gut gelaunt. Übrigens hatte er morgens meinen Brief gefunden. Schien schwer beeindruckt. Wir müßten noch mal darüber diskutieren. Und kennen würden wir uns nicht gut, ich müßte Vertrauen zu ihm haben. Obwohl er etwas unzuverlässig sei. Später verabredeten wir uns für Rosenmontag, Mainz, Augustinerkirche um 12:11 Uhr. Petra und ich sind um ca. 20:00 gegangen. War auch ganz gut so. Montags mußten wir wieder fit sein.

Montag, 05.03.84

Wir sind also zu zweit losgefahren. Heike war fix und fertig. Selbst schuld. Wir warteten bis 12:30, aber Uwe war natürlich nicht da. Also zogen wir los, bis zum Rhein runter und wieder zurück. Dann, in der Altstadt, trafen wir Peter aus Rüsselsheim + einen Ex-Klassenkameraden von Petra + 2 andere Typen. Bei denen blieben wir dann. Standen ein paar Stunden am Dom und haben nur getrunken. Hihi. W10 hatten wir (10 Flaschen Wein). Später gingen wir zu McDonalds. Und dann ins L’Arcade. Natürlich, wen trafen wir da: Uwe und ein Freund. Die ließen wir nicht mehr los. Sie wollten später auch noch mal zum Rosenmontagsball kommen, aber damit habe ich von Anfang an nicht gerechnet. Denen ging es bestimmt nicht besonders gut. Ich war kurz nach acht zu Hause und ging dann zum Rosenmontagsball. Heike und Andrea waren schon dort. Aber es war absolut öde, also blieben wir nur bis 23:00.

Dienstag, 06.03.84

Nachmittags haben Petra und ich unseren Urlaub gebucht. Spanien, Costa Brava, im August. Super!
Danach bin ich noch mal schnell zu Uwe gefahren. Gerade rechtzeitig, er mußte gleich wieder weg, weil er abends nach Mainz zum SWF 3 – Festival ging. Er wollte mich am Mittwoch anrufen, bzw. mal vorbeikommen.

Mittwoch, 07.03.84

Schon wieder so ein Scheiß-Mittwoch. Ehrlich. (Übrigens ist er letzten Mittwoch nicht gekommen, weil Polizeikontrolle war). Also, er hat natürlich nicht angerufen und ist auch nicht gekommen. Abends war ich fix und fertig. Habe ein ganzes Päckchen Zigaretten geraucht und Sekt getrunken. Habe versucht, ihn telefonisch zu erreichen. Nicht zu Hause (er hatte nämlich Training, aber das wußte ich nicht). Irgendwann vor 12 bin ich eingeschlafen. Und um halb vier wieder aufgewacht. Und habe ihn angerufen. Sagte, er sei selbst schuld. Dieses Mal hatte er keine Entschuldigung. Er sagte nur, das sei alles nicht so einfach. Er wollte am nächsten Tag nach Fulda fahren und mich vorher noch mal anrufen.

Donnerstag, 08.03.84

Ich habe dann 3 Stunden wachgelegen. Furchtbar. Jedenfalls nahm ich mir vor, morgens noch mal zu ihm zu fahren. Da konnte er nicht weglaufen. Um halb elf war ich bei ihm. Aber zum Reden hatte er leider keine Zeit. Er sagte nur noch einmal, daß es nicht so einfach sei. Und ich müsse ihm etwas Zeit lassen. Morgen will er noch mal anrufen. Denn morgen fliege ich nach Rom. Zum Glück. Mal ein paar Tage weg. Dann werden wir weitersehen. Wenn er es ist, auf den ich 3 Monate gewartet habe, sollte ich gar keine Bedenken haben. Aber jetzt nur nicht zu viel grübeln. Erst mal ein Super-Rom-Wochenende. Und den Rest werde ich auch noch schaffen!!!

Mittwoch, 28.03.84

Freitag, 09.03. bin ich also nach Rom geflogen. War aber nicht so toll. Sonntag nachmittag wollte ich wieder zurück. Aber der Flug war ausgebucht. Ich habe die ganze Nacht auf dem Flughafen verbracht. Und (natürlich!) Algerier getroffen. So hatte ich wenigstens etwas Unterhaltung. Ich bin also Montag nachmittag zurückgekommen. War dann mal kurz bei Uwe. Er versprach, mal zu mir zu kommen. Ich versuchte, mit ihm zu reden. Aber er sagte nur, es sei alles nicht so einfach und er wisse nicht, was er wolle.
Abends haben wir wieder bei mir gekocht. Und später Uwe angerufen. Petra schlug vor, daß wir Samstag mal zusammen weggehen könnten. (Joe auch dabei). Er wollte bis spätestens Samstag mittag Bescheid sagen.
Mittwochs war ich krank, lag den ganzen Tag im Bett. Uwe kam natürlich nicht. Donnerstags bin ich trotzdem wieder arbeiten gegangen. Freitag abend war ich mit Petra und Peter im Pub. Samstags wartete ich auf den Anruf von Uwe. Nichts. Also hab ich ihn angerufen. Er konnte natürlich nicht. Wollte auf eine Geburtstagsparty. Mist. Aber er war ganz komisch am Telefon. Also beschloß ich, mal kurz zu ihm zu fahren, um die ganze Geschichte wenigstens zu klären. Ich kam hin, er ließ mich rein, und plötzlich meinte er, er habe Besuch und das wäre jetzt wohl nicht der richtige Moment. Ich war im ersten Augenblick wahnsinnig geschockt, bin sofort rau. Konnte kein Wort reden. Er sagte, er käme mal vorbei und machte mir die Tür vor der Nase zu. Die andere habe ich (leider) nicht gesehen. Abends bin ich dann mit Petra ins Pub. Ich habe ihr die Geschichte erzählt. Später, im Italia wurde mir dann noch schlecht. Ich war doch noch nicht so ganz gesund. Jedenfalls beschloßen wir, sonntags zum Fußballspiel zu fahren. Beate, Petras Klassenkameradin, hat einen Freund, der in der 2. Mannschaft spielt.
Also sind wir am Sonntag nach Worfelden gefahren. Beate hatte Uwe schon verraten, daß wir kommen wollten. Als er uns dann sah, kam er rüber und begrüßte und ganz erfreut. Und dann war sein erstes Wort, daß das gestern wohl ein schlechter Einsatz gewesen sei. Petra meinte, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen. Nach dem Spiel redeten wir noch kurz mit Uwe, aber nichts von Bedeutung, und fuhren dann zu mir zum Kaffeetrinken. Heike kam auch noch vorbei. Abends gingen wir drei ins Pub.
Montagabend wieder bei mir. Wir riefen Uwe an, um ihn für Freitag einzuladen. Unser zweites Chili-Essen. Er sollte Joe und Stefan noch anrufen und mir bis Mittwoch Bescheid geben. Als ich Mittwoch abend weg bin (mit Petra und Peter in der Rumpelkammer und im Pub) hatte er wie immer nicht angerufen. Also rief ich ihn am Donnerstag vormittag an. Er hatte natürlich wieder keine Zeit. Idiot! Nachmittags hatte ich frei. Ich versuchte, Stefan zu erreichen, aber er hatte Spätschicht. Dann fuhr ich einkaufen und anschließend habe ich das Chili vorgekocht. Abends waren wir bei Frau E. zur Tuppervorführung. Danach fuhr ich nach Bauschheim, um Stefan einzuladen, aber ich muß ihn gerade verpaßt haben. Ich rief ihn am Freitag morgen an. Er sagte, er würde vielleicht kommen.
Und dann unser Chili-Essen. Super war’s wieder mal. Petra, Heike, Norbert, Peter, Andreas, Schorsch, Andrea, Martin und ich. Peter und Andy haben, wie Petra auch, hier geschlafen. Ab 2:00 Uhr waren wir nur noch zu viert. Petra und ich versuchten, Uwe anzurufen. Um halb drei war er endlich zu Hause. Aber mit der anderen. Und ganz plötzlich mußte ich ihm alles sagen, was sich in der letzten Zeit so angesammelt hat. Super!! Mir ging’s nachher so richtig gut. Der Mistkerl. Hoffentlich fällt er auf die Schnauze mit seinem blonden Gift.
Samstags haben wir zusammen gefrühstückt, dann gespült und als die anderen weg waren, habe ich alles richtig sauber gemacht. Samstag abend waren Petra und ich im Pub. Und zwischendurch im Italia, was essen. Für nächstes Wochenende haben wir schon Pläne. Freitag ist Meisterschaftsfeier der Volleyballer. Und am Samstag Party von Locker und Danny am alten Sportplatz. Das wird gut. Weil da auch ein paar andere Leute kommen. Aus Rüsselsheim. Kumpels von Petra. Der Harry bestimmt auch. Sie zeigte mir ein Foto. Gut sieht er aus. Ich weiß auch schon wo er wohnt. Und seine Telefonnummer. Na, das wird was. Hoffentlich. Hihi. Ich habe schon wieder Absichten. Ab jetzt gibt ’s keine großen Blonden mehr. Nur noch gutaussehende dunkelhaarige Männer!
Sonntag war ich zu Hause. Montagabend wieder bei mir. Später haben wir verschiedene Leute angerufen und geärgert. Uwe auch. Hihi. Das hat er verdient.
Gestern abend waren Petra, Schorsch und ich in Nauheim, in der Pizzeria am Brunnen. Wir haben unser einjähriges gefeiert. Ach ja, das mit der Telefonnummer von Harry. War gar nicht so einfach. Ich wußte nur den Vornamen und die Straße. Also habe ich das ganze Telefonbuch durchgewühlt (fast). Denn er heißt S.! Pfff, Mensch, hätte ich nur von hinten angefangen.
Heute habe ich Ruhetag. Und morgen abend gehen wir schwimmen.

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