September 1981

Mittwoch, 23. September 1981

September 1981

FRANKREICH WAR TOLL!
Alles nach der Reihe:
am 02.09., Mittwoch nachmittag, bin ich losgefahren, mit dem Zug von Mainz nach Homburg. Claudia hat mich vom Bahnhof abgeholt, dann sind wir losgefahren. Die ganze Nacht durch. Ich bin auch einmal gefahren, gegen morgen. Um ca. 9:00 waren wir in Nizza. Ziemlich viel Verkehr. Gleich weitergefahren. Nach Villefranche. Zum Verkehrsbüro. Hotelliste bekommen. Wir beschlossen aber, zurückzufahren, Richtung Cannes. In Juan-les-Pins Hotel gesucht. Es hat geregnet. Kein Hotel gefunden. Zu teuer. Am Cap d’Antibes im Hotel Baie Dorée gegessen. Robert kennengelernt. Gutaussehender, junger Franzose. Wollte uns sein Appartement in Juan-les-Pins vermieten. Fand noch etwas billigeres. In einer Villa. Nach dem Essen angesehen. Die letzte Hütte. Die ganze Küste entlanggefahren. Nichts gefunden. Zurück nach Juan-les-Pins. Ins „Astoria“. Zimmer ohne Dusche/WC genommen. Nicht besonders gut. Am nächsten Morgen umgezogen ins Appartement gegenüber. Eigentlich zu teuer. Wir blieben bis Mittwoch, dann hatten wir ein billigeres, gutes Hotel gefunden, auch näher zu unserem Strand. Robert hatte uns das PAM-PAM empfohlen. Er wollte uns mal einladen. Wir haben ihn dann allerdings nicht mehr wiedergesehen.
Am Freitag also nach dem Umzug zum Strand. Abends zum ersten Mal im „Acapulco“ gegessen. Philippe bediente uns. Hat mir sofort gefallen. Beim rausgehen fragte er Claudia, was wir abends machen, sie sagte, sie wisse es nicht. Dann ein bißchen rumgelaufen, im PAM-PAM gesessen. In der Band dort spielte der „schönste Mann Europas“ mit.
Samstags: am Strand, abends im „Girasole“ gegessen, anschließend wieder ins PAM-PAM.
Sonntags: am Strand, Gilles hat Claudia angesprochen, sie wollte nichts von ihm wissen, findet ihn zu jung (23), erst Männer ab 25 interessieren sie, ihr Freund ist 31. Abends war Abschlußabend vom Festival des Chansons in Juan-les-Pins, beim PAM-PAM schräg gegenüber. Zunächst aber haben wir mal im „Acapulco“ gegessen. Philippe bediente uns nicht, kam aber zu uns rüber und fragte uns, was wir anschließend machen. Claudia sagte ihm, daß wir wahrscheinlich ins PAM-PAM gehen. Wir standen dann ein bißchen herum (Straßen waren abgesperrt, unheimlich viele Leute unterwegs) und hörten den Chansons zu. Claudia wurde von ein paar Tunesiern angesprochen. Sie wollten mit uns irgendwo hin gehen. Ich wollte aber nicht, weil sie mir zu blöd waren, und außerdem wollte ich auf Philippe warten. Claudia sagte, entweder gehen wir zusammen oder überhaupt nicht, wir stritten uns. Sie war ziemlich sauer. Schließlich sagte ich, o.k. gehen wir mit. Nachher war es noch ganz lustig. Zuerst gingen wir Eis essen. Dann wollte Claudia ihren Freund anrufen, erreichte ihn aber nicht. Die Tunesier luden uns dann in eine Discothek ein. (50 FF Eintritt). Claudia wollte auch nicht da bleiben. Wir hatten schon ausgemacht, wie wir abhauen: sie mußte sowieso noch mal telefonieren und ging nach 10 Minuten. Ich sagte, ich komme nach. Der eine Tunesier tanzte gerade, ich erzählte dem anderen, ich müsse auch noch mal telefonieren und ging. Die hatten wir abgehängt. Claudia ging dann bald ins Appartement, ich wollte aber auf Philippe warten. Ich setzte mich auf eine Treppe auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Von dort aus konnte ich das „Acapulco“ genau sehen. Als sie fertig waren, gingen sie aber nicht Richtung PAM-PAM. Ich ärgerte mich schon, ging aber hinterher; aber sie liefen nur einen „kleineren“ Umweg zum PAM PAM. Also trafen wir uns doch noch. Ich begleitete sie zum Essen. Philippe und ich gingen dann noch ein bißchen „spazieren“ an der Strandpromenade, dann fuhren wir zu ihm, d. h. in die Wohnung eines Freundes. Ich kam um 10:00 am nächsten Morgen zurück, Claudia war entsprechend sauer, nachmittags haben wir uns allerdings wieder vertragen. Beim Frühstück hatte sie einen alten Bonzen kennengelernt, dem hat sie erzählt, daß ich „verschwunden“ bin, er sagte, das sei normal in Juan-les-Pins. Er hatte sie auch eingeladen, mit nach Monaco zu fahren. Hat sie aber nicht gemacht.
Ich war dann noch mit Philippe Kaffee trinken, dann ging ich zum Strand. Sonst war nichts besonderes. Philippe habe ich abends nicht gesehen, denn er sagte, er wäre zu müde.
Dienstag: am Strand, abends an der Promenade spazieren gegangen. Zwei Typen haben uns verfolgt, haben sich Im Pam Pam an den Nebentisch gesetzt, wußten aber nicht, wie sie ein Gespräch anfangen sollten. Schließlich fragten sie uns, ob wir tanzen gehen wollten. Wir gingen in den In’s Club. War aber nicht besonders gut, die Typen waren auch ein bißchen komisch. Ich ging dann, weil ich Philippe noch sehen wollte. Ich wartete, ging etwas spazieren, als ich einmal schaute, ob sie schon fertig seien, rief mir ein Typ etwas zu. Es war der Brasilianer, der in der Küche vom „Acapulco“ arbeitet. Er und ein Mädchen warteten gegenüber in einem Straßencafé (war schon geschloßen, wir saßen draußen). Ich wartete dann auch dort.
Philippe brachte mich zum Appartement, ich sollte dort warten, er habe noch etwas zu erledigen, in einer halben Stunde sei er zurück. Es dauerte ewig, ich fragte mich schon, ob er überhaupt wieder kommt. Natürlich kam er. Wir fuhren (mit dem Auto) nach Cannes auf die Hügel, von dort aus hat man eine fantastische Aussicht. Anschließend noch mal durch die Stadt.
Mittwoch:
Es war etwas kühl. Wir zogen morgens mit der Liste los und suchen und fanden ein billigeres Hotel, zogen gleich um. Claudia hatte nachmittags eine Verabredung mit Marcel (40 J., gutaussehend, Sohn vom Hotelbesitzer vom Astoria, sie hatte ihn dort kennengelernt, er spricht ziemlich gut deutsch, fährt einen Porsche 911 Turbo). Ich kaufte französische Zeitungen, setzte mich ein bißchen an die Promenade, ging dann zurück ins Hotel. Abends trafen wir Gilles. Wir saßen im Pam Pam, aber Claudia fühlte sich nicht wohl, sie ging ins Hotel. Gilles war ziemlich enttäuscht. Der arme Junge! Ich wartete dann noch lange auf Philippe. Wir fuhren dann mit 2 Freunden von ihm die ganze Küste entlang bis Menton, weil sie unbedingt noch etwas essen wollten. Philippe brachte mich dann noch zum Hotel. Ich fragte ihn, was er am nächsten Tag machen werde, er sagte, er wisse es noch nicht, er müsse ausschlafen (wie immer).
Donnerstag: schlechtes Wetter, ab und zu Regen. Also kein Strand. Wir fuhren nach Eze-Village, haben billig gegessen. Claudia hat mich auf die Idee gebracht, meinen Urlaub telefonisch zu verlängern. Denn ich wollte unbedingt noch länger bleiben.
Abends war wieder schönes Wetter. Wir saßen im „Festival“, aßen Eis, und da setzten sie sich plötzlich zu uns: Phil, Chris, Jean-François und Fred. Ziemlich jung, ein bißchen ausgeflippt, aber toll. Frédéric und Christophe sprechen auch ein bißchen deutsch. Wir zogen dann mit ihnen durch Juan-les-Pins. Fred hat mir sofort am besten gefallen. Da es ein bißchen kühl war, hat er mir sein Jeansjacke gegeben. Die hat mir wahnsinnig gut gefallen. (Am nächsten Tag bin ich gleich losgezogen, habe mir auch eine gekauft und ein T-Shirt dazu).
Aber irgendwie hat es bei Fred und mir schon gleich an diesem Abend gefunkt. Philippe war dann total uninteressant.
Phil, Chris, und J. F. gingen dann mitten in der Nacht baden, mit Jeans. Verrückt! Dann fing es auch zwischen Claudia und Jean-François an. Sie brachten uns zum Hotel, wir verabredeten uns für Freitag abend, 21:00.
Freitag: am späten Nachmittag sahen wir die vier plötzlich am Strand. Sie legten sich zu uns.
Abends warteten wir an der Promenade, Fred und Jean-François hatten allerdings 15 Min. Verspätung, aber sie hatten sich beeilt. Wir gingen ein bißchen spazieren.
Wir trafen (auch an den anderen Tagen noch) In’s Club oder Tunesien naht, einmal der eine mit Saustalltürchen, der andere mit einer alten Schachtel, was ihm sichtlich peinlich war.
Um 22:00 gingen wir in den In’s Club, Phil und Chris kamen auch. War relativ voll. J. F. war ständig bei Claudia. Später sagte sie mir, es ginge ihr auf die Nerven, daß er so verschmust sei, ihr Freund sei da ganz anders. Ich ärgerte mich, daß sich Fred überhaupt nicht um mich kümmerte. (Übrigens fanden wir an diesem Abend heraus, wie alt sie sind, J. F. ist 17 1/2, Claudia war ziemlich geschockt, denn sie hatte ihn auf 22 geschätzt, Phil und Chris sind etwa gleich alt, Fred ist 18 J. 7 Mon.) Dann sprachen uns zwei Mädchen an. Ich hoffte, sie würden sich mit Chris und Phil befassen, aber Fred unterhielt sich allzu häufig mit der einen.
Dann gingen die beiden Mädchen, Phil, Chris und auch Fred weg. Sie haben etwas gegessen, wie ich später erfuhr. Es war ziemlich blöd, denn Claudia und Jean-François saßen nur zusammen und waren mit sich beschäftigt.
Als die anderen zurück waren, ging ich weg! Ich war frustriert und wollte Philippe sehen. Aber es war schon geschlossen.
Also wieder zurück. Fred und Jean-François brachten uns zum Hotel, ich war wieder glücklich.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag am Strand.
Übrigens hatte ich vormittags K. angerufen, wegen Urlaub. 3 Tage verlängert. Immerhin! Toll!
Samstag: Am Strand. Abends für 21:30 verabredet. Natürlich mußten wir wieder warten. Schließlich kam J. F. und holte uns, die anderen waren noch im Spielsalon. Wir gingen anschließend in die Stadt, Phil und Chris trennten sich von uns, sie waren mit irgendwelchen Mädchen verabredet. Wir saßen vor dem „Ruban Bleu“, dort spielt eine ganz gute Band. Dann gingen wir in die Crêperie gegenüber vom „Acapulco“. Fred hat unheimlich schöne blaue Augen. Toll. Die beiden brachten uns zurück zum Hotel. Ich hatte vorher schon erzählt, daß am Montag Claudias Freund kommt, nachher wußten es alle außer J. F., aber sie erzählte es ihm noch am gleichen Abend, ich vermute beim Abschied vor dem Hotel.
Sonntag: am Strand. Abends wollten wir uns um 22:00 treffen. Wir warteten bis 22:30, dann war Claudia sauer. Ich hätte noch gewartet. Zwar finde ich es auch unmöglich, aber sie sind noch sehr jung, außerdem im Urlaub, dann auf dem Campingplatz, d. h. es wird meistens etwas später mit dem Essen. Wir setzten uns in ein Straßencafé, dann haben wir im Festival ein Eis gegessen. (Halt! Vorher waren wir im Hotel, haben unsere Jacken geholt, da sahen wir die vier im Spielsalon, wir paßten aber auf, daß sie uns nicht sahen). Im Festival setzten sich zwei blöde Typen zu uns, der eine durchlöcherte uns mit Fragen. Ich sagte dann zu ihm auf deutsch: wir machen jetzt die Flatter, dann gingen wir; sie liefen uns zum Glück nicht nach. Ich begleitete Claudia ein Stück, dann ging ich zurück. Ich fand die vier auch. Ich sagte ihnen, d. h. Chris, daß wir ziemlich sauer waren. Er hatte natürlich alle möglichen Erklärungen parat. Dann fragte er mich, ob ich mitkomme. Aus Prinzip wollte ich sowieso nicht. Und da es Fred egal zu sein schien, wollte ich sowieso nicht. Ich wartete auf Philippe. War dann mit ihm und seinen Kollegen in der Crêperie gegenüber. Dann mit ihm und dem Brasilianer in einer Discothek. Philippe wollte nicht dort bleiben, ich auch nicht. Er brachte mich zum Hotel. Sonst war nichts mehr. Trotzdem war ich am Dienstag noch mal bei ihm und habe mir seine Adresse geben lassen. Vielleicht schreibe ich ihm mal.
Am Montag nachmittag kam Claudias Freund. Ich blieb mit den anderen länger am Strand. Ich hatte dann ein Einzelzimmer die letzte Nacht. Abends ging ich erst mal allein in die Stadt. Ich wollte mich mit den vier Jungs im In’s Club treffen (ohne Uhrzeit). Zunächst aber traf ich Claudia und Hermann. Wir waren im Pam Pam, dann haben wir an der Promenade zwei Bier getrunken. Ich ging zum In’s Club, die vier waren noch nicht da. Schließlich kamen Chris und Phil, Fred und Jean-François kamen später. Ich merkte sofort, daß sie etwas getrunken hatten, besonders bei Fred. Irgendwann waren sie alle weg, ich tanzte zuerst ein bißchen, saß dann allein da. Dann spielten sie Blues. Der eine Typ hatte mir vorher schon gefallen, ausgerechnet der holte mich zum Tanzen. Ich ging natürlich mit, aber er redete überhaupt nicht mit mir. Dann kamen Chris und Fred zurück. Ich winkte Fred zu, wir küßten uns, dann tanzte ich noch ein bißchen weiter, bis sie sich etwas zu trinken geholt hatten, dann setzte ich mich zu ihnen. Fred war süß. Zwar etwas zu, aber süß! Er sagte mir: tu as des yeux brillant, und: tu es très jolie dans ce lumière. Weil überhaupt nichts los war, gingen wir weg, in eine Crêperie, etwas weiter hinten Richtung Casino. Die anderen waren auch alle da. Ich habe nur gelacht. Fred war zu süß. Er hat mir sogar eine Zigarette gedreht, ich habe versucht, sie zu rauchen, habe es aber nur halb geschafft, weil ich das nicht vertrage. Wir gingen zusammen zurück, ich verabschiedete mich von ihnen an der Promenade. Dort küßten wir uns auch zum letzten Mal, Fred und ich.
Dienstag: dieses Mal also war Hermann mit am Strand. Die vier kamen erst ca. 14:00 natürlich wieder mit Valerie und Pascale, was mich immer schon geärgert hat. Diese beiden Mädchen sind bestimmt nett, aber in diesem Fall empfand ich sie als Konkurrenz. Leider! Etwas später ging ich einkaufen und verabschiedete mich von Philippe. Dann von den anderen. Vorher hatten Claudia und Chris Photos gemacht und wir alle hatten die Adressen ausgetauscht.
Claudia brachte mich nach Antibes zum Bahnhof, am Mittwoch mittag war ich zu Hause, unheimlich braun.
Samstag: erstes Volleyballspiel in dieser Runde. Ich wollte natürlich wieder mitspielen. Beim Einschmettern passierte es: wieder das Knie verstaucht.
Ich bin aber rumgelaufen und arbeiten gegangen. Dienstag abend war ich beim Arzt. Er meinte, es sei ziemlich ernst. Mittwoch morgen war ich wieder da zum Röntgen, nichts gefährliches, hat sich auch schon gebessert, bin aber bis 30.09. krankgeschrieben, darf nicht laufen. Knie muß evtl. punktiert werden. Hoffentlich nicht.

Donnerstag, 24.09.81

Ich bin also jetzt brav jeden Tag zu Hause, habe nur alle möglichen Leute angerufen (Uwe leider nicht erreicht).
Einmal habe ich von Philippe geträumt. Weiß aber nicht mehr, was. Letzte Nacht habe ich von Fred geträumt. Ich war mit einer Freundin abends unterwegs, wir haben ihn gesucht, ich stand auf einer Treppe, plötzlich stand er vor mir, als wir uns dann erkannten, leuchteten seine blauen Augen auf. Toll.
(Übrigens, was ich vergessen habe, er arbeitet im Hotelgewerbe, Küche und Service).
I’ve got a plan. Gestern abend habe ich mal kurz beim Training reingeschaut, bin dann nach Mainz gefahren, um nachzusehen, ob Uwe arbeitet. Sein Auto stand vor dem Schinderhannes. Ich fuhr gleich zurück. Unterwegs kam mir ganz plötzlich ein Idee: meine Eltern fahren Samstag morgen in Urlaub. Ich bin bis Mittwoch krank geschrieben. Also könnte ich ohne weiteres am Samstag abend losfahren und Fred besuchen. Ich glaube, man fährt ca. 8 Std. Das wäre kein Problem. Aber morgen muß ich noch mal zum Arzt. Mal sehen, wie es dann weiterläuft. Das wäre super!!!!!

Freitag, 25.09.81

Aus meinem Plan wird leider nichts. Mein Knie mußte punktiert werden. War nicht weiter schlimm, es besteht aber Infektionsgefahr. Am Montag muß ich wieder hin.
Heute nachmittag war ich beim Friseur, habe mir endlich die Haare kurz schneiden lassen. Es sieht super aus! Morgen werde ich im Automaten Fotos machen lassen, dann Briefe schreiben und die Fotos mitschicken. Ansonsten sitze ich dann nur zu Hause. Sehr spannend. Heute werde ich wieder mal versuchen, Uwe telefonisch zu erreichen. Und Elke.

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