August 1981

Montag, 3. August 1981

August 1981

Am Freitag nach dem Training war ich bei Jutta. Anschließend habe ich nachgesehen, ob Ralf schon wieder da ist. Er war da. Ich habe ihm ein Briefchen geschrieben.
Am Wochenende waren wir bei einem Freiluftturnier in Breuberg (Odenwald). Super. Tolles Wetter. Wir haben auf einem Fußballplatz gespielt, wo 14!!! Volleyballfelder aufgebaut waren. Und einige gutaussehende Typen waren auch da. Besonders der aus Biebesheim, blond, etwas Locken, er sah süß aus. Und der andere aus Naurod hatte unheimlich schöne Augen. Wir haben die eine Nacht dort gezeltet.
Gestern abend kam ich zurück, und es klingelte gerade das Telefon. Es war Claudia. Sie hatte meine Adresse aus einer Freundin-Liste, hatte mir geschrieben, ich hatte ihr geantwortet. Wir werden wahrscheinlich zusammen in Urlaub fahren (ich habe schon meine Fahrkarte bis Nizza). Vorher aber will sie noch mal ein Wochenende zu mir kommen.
Heute morgen war ich ziemlich kaputt, fuhr deshalb auch etwas später nach Rüsselsheim. Ralfs Auto stand schon da, hatte ich mir schon fast gedacht, daß er wieder arbeitet. Abends setzte ich mich in mein Auto, fuhr los, und nach ein paar Metern erst entdeckte ich, daß folgender Zettel unter meinen Scheibenwischer steckte:
Nachricht für Ralf
Antwort von Ralf
Ich kann mir nicht vorstellen, daß das mit der Freundin stimmt, denn er hat sich doch solche Mühe gemacht, mich zu treffen. Es wird ganz einfach so sein, daß er mich nicht mag. Aber merkwürdigerweise macht es mir kaum etwas aus. Eigentlich überhaupt nichts, nur die Art, wie er es mir geschrieben hat, finde ich beschissen. Daß Jungs manchmal so widerlich sein können! Ich werde ihn nicht zu meiner Party einladen. Von mir aus könnte er mit Freundin kommen, aber er ist mir zu blöd.
Heute abend werde ich endlich die Einladungen schreiben und dann einwerfen. Ich werde also 17 Leute einladen, und am 21.-23. (Gabi, Karl und ich fahren wahrscheinlich nach Amsterdam) frage ich Karl, ob er auch kommt. Aber ich glaube, er muß am Wochenende arbeiten. Also los, jetzt schreibe ich die Einladungen!

Dienstag, 11.08.81

Ralf weicht mir aus. Am Freitag bin ich schon um 7:05 gefahren, er hat mich wohl am Bahnhof gesehen, ging nicht wie üblich die Rheinstraße entlang, sondern durch die Unterführung. Ist mir auch egal.
Am Samstag war Claudia bei mir. Ich war ziemlich überrascht, hatte sie mir anders vorgestellt. Sie fährt einen Renault Fuego. Super! Vielleicht fahren wir mit dem Auto nach Frankreich. Ich werde sie diese Woche noch mal anrufen. Abends waren wir in Mainz. Zuerst im Augustinerkeller. Dann zum Schinderhannes. Dort war es zu voll. Ins Goldstein. Zwei Typen setzten sich zu uns, sie waren auch schon im Augustinerkeller gewesen. Wir fuhren dann noch mal zusammen nach Wiesbaden zur Rheingauer Weinwoche. War unheimlich viel los.
Am Sonntag mittag rief Gabi an. Sie war samstags aus Genf zurückgekommen. Ich fuhr nachmittags zu ihr. Gegen abend gingen wir in eine Pizzeria, italienischen Salat essen, dann (natürlich!) zum Schinderhannes. Später lernten wir noch ein nettes Paar kennen, das sich zu uns an den Tisch setzte.
Montag abend blieb ich in Frankfurt und traf mich mit Karin aus Mailand, die jetzt im August in Frankfurt ist. Sie hatte noch ein Mädchen mitgebracht. Es war ganz nett, nur kenne ich mich in FRA zu wenig aus. Wir waren in Sachsenhausen, das „Germania“ (dort war ich mal mit dem DER 14) hatte leider geschlossen, wir gingen in eine Bierstube, dann in die Jugendherberge.
Susanne W. aus Mainz (Adresse von Jutta) hat mir geantwortet, auch schon ein paar Mal angerufen, aber ich war nie zu Hause. Morgen werde ich sie in der Firma anrufen. Und ich habe noch einen Brief von einem Mädchen aus Raunheim bekommen. Sie ist aber gerade in Urlaub.
Diese Woche habe ich Spätdienst. Jeden Tag bis 18:00, am Samstag muß ich auch arbeiten. Ich freue mich auf nächste Woche, dann habe ich um 16:00 Schluß.
Ich möchte möglichst bald wieder in den Schinderhannes gehen. Am Sonntag, dem 26.07. war ich mit Gabi dort, sie hat den Polizisten kennengelernt, der mit dem Griechen dort war; die beiden haben mich überhaupt nicht interessiert, ich habe mit einem Typen geflirtet, den ich dort schon einmal gesehen habe. Er ist nicht mehr so jung. Schwer zu schätzen. Er hat es dann auch irgendwann mal bemerkt und mir auch zugelacht! Einmal war ich auf Toilette und er (zufällig?) auch, beim Rausgehen haben wir uns getroffen, sagten aber nur Hallo zueinander. Es war mir zu blöd, stehenzubleiben. Als wir dann gingen, war er anscheinend sehr enttäuscht, er sah aus, als ob er mich fragen wollte, ob ich denn schon gehen muß. Ich würde ihn gern wiedersehen. Das Spielchen hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Mittwoch, 12.08.81

Heute abend wollte ich zu Gabi. Sie hatte noch nicht angerufen. Aber sie war natürlich nicht zu Hause. Also fuhr ich zu Susanne. Hinter mir war ein Typ im Auto (in der Stadt), der mich nachher überholte und dann vor mir fuhr. Er hatte mich auch bemerkt. In Weisenau bog ich rechts ab, vorher lachte ich ihm noch zu, weil ich es lustig fand. (Ich hatte zuerst überlegt, ob ich ihm hinterherfahren sollte, aber ich laufe doch keinem nach. Nicht mehr. Die Männer mögen das außerdem nicht. Man muß das ein bißchen indirekt machen).
Ich war dann bis 23:00 bei Susanne. Sie lag im Bett (Blasenentzündung). Ich finde sie sehr nett, wir unterhielten uns unheimlich gut. Sie ist schon 24, kommt aus Speyer.
Dann also setzte ich mich ins Auto, wollte gerade losfahren, da sah ich einen Zettel an der Scheibe. Strafzettel? Wohl kaum, denn es war nur ein Fetzen. Ich holte ihn in Auto, und dachte erst mal, das gibts nicht.
Zettel am Auto
Ich weiß zwar nicht, ob mir der Typ gefällt, oder wie er überhaupt ist, aber ich werde ihn anrufen. Bin mal gespannt. Sehr lustig. So was macht immer Spaß.

Samstag, 15.08.81

Ich habe ihn angerufen. Mann, war ich nervös gewesen. Er sagte, er wolle Freitag 19:30 zu mir kommen. Er wohnt übrigens in Raunheim. Abends rief ich Claudia an. Sie sagte, sie wolle samstags nach Mainz kommen, sie habe das mit Martin und Uwe ausgemacht. Ich wollte mit Ute und Sarti Samstag/Sonntag nach Schweinfurt fahren, also habe ich Ute überredet und wir fahren nur morgen. Und heute abend gehe ich nach Mainz. Claudia und ich müssen nämlich unbedingt noch etwas wegen unserem Urlaub besprechen.
Gestern wollte ich nachmittags Gabi telefonisch erreichen, sie war aber bei einem Meeting und rief mich abend zu Hause an. Sie hatte auch schon etwas vor (vielleicht mit dem Polizisten?). Ich sagte ihr, daß ich auch Besuch bekomme, erzählte aber sonst nichts weiter, weil das eine längere Geschichte ist.
Und abends war es also soweit. Ich war unheimlich gespannt, erwartete aber eine große Enttäuschung. Endlich kam er dann. Ich war angenehm überrascht. Aussehen geht. Rothaarig, ein bißchen Ansatz zu Fett (leider), aber ein unheimlich süßes Gesicht. Vor allem habe ich mich ganz toll mit ihm unterhalten. Bei den meisten Typen bisher war es so, daß ich immer Probleme hatte, mit ihnen etwas zu reden (z. B. der Thomas aus Bischofsheim). Bei ihm gar nicht. Wir waren zuerst eine Weile bei mir. Er arbeitet als Werkzeugmacher bei Opel, mußte heute arbeiten (ich auch, aber ich habe nur „Stern“ gelesen). Er ist 19. Ich hatte schon vorher daran gedacht, daß er wohl jünger ist als ich. Finde ich aber gar nicht schlimm. Wir sind nach Rüsselsheim gefahren, ein bißchen spazieren gefahren, dann zu ihm nach Raunheim, fand ich aber unheimlich ungemütlich in seinem Zimmer. Er zeigte mir die Bilder, die er gemalt hat (Bleistift-Zeichnungen). Ganz gut. Aber fast nur Mädchenköpfe. Manche fand ich gar nicht gut.
(Was ich vergessen habe: er heißt Gebhard K., leider ein blöder Name, aber daran sind wohl seine Eltern schuld).
Er fuhr mich dann nach Hause. Ich fragte ihn, ob er heute abend mitkommt. Aber er wollte nicht. Er sagte, er wolle nächste Woche mal vorbeikommen. Mal sehen.
Vor allem freue ich mich jetzt auf Frankreich. Ich werde mir dort sowieso einen tollen Franzosen angeln. Dann werde ich alle Deutschen vergessen, nicht mehr ansehen. In Frankreich gibt es jedenfalls tolle Männer.

Donnerstag, 20.08.81

Am Samstag traf ich mich mit Claudia, Uwe, Martin in Mainz. Claudia hatte noch eine Freundin mitgebracht. Wir waren im Schinderhannes, im Gebirg und im Karthäuser Hof. Ganz gut gewesen. Um halb zwei bin ich nach Hause gefahren, die anderen sind noch mal zum Rhein runter.
Am Sonntag um halb acht mit Ute und Sarti nach Schweinfurt gefahren. War gut. Abends um elf zu Hause.
Am Montag abend habe ich mich mit Gabi getroffen. Wir waren im Schinderhannes. Zwei Typen setzten sich zu uns, Berufssoldaten, zwei Wochen in Mainz auf Lehrgang. Haben mich nicht interessiert. Denn der gut aussehende Mann vom 26.07. war wieder da. Achtete aber kaum auf mich und ging bald wieder. (Harry, der Chef, hat zum ersten Mal mit uns gesprochen).
Am Dienstag mit Susanne getroffen. Wir waren zuerst in der Andau. Dann im Schinderhannes. Sie war erst einmal dort. Es war schon ziemlich voll. Harry begrüßte uns, zeigte uns zwei Plätze. Wir saßen ganz vorn an der Theke. Bei Uwe. Er macht gerade das Abi nach und arbeitet öfters dort. Wir unterhielten uns ganz toll. Susanne erzählte mir von ihrem Freund. Den werde ich wohl demnächst mal kennenlernen. Ich bin ganz schön gespannt. Dann kam er! Der gut aussehende Mann vom 26.07. und Montag. Ich schaute dauern zu ihm rüber, er sah mich auch, und dann lachten wir uns ein paar mal zu. Später zahlten wir. Als wir aufstanden und gehen wollten, winkte er mir zu, ich solle mal zu ihm kommen. Ob wir jetzt gehen, fragte er. Ich sagte, ich kann ja meine Freundin nach Hause fahren und dann noch mal wieder kommen. Draußen erzählte ich Susanne davon. Sie sagte, ich brauche sie nicht nach Hause zu fahren, sie wolle sich ein Taxi nehmen. Also zurück zum Schinderhannes. Susanne setzte sich an den Tisch, zu dem Typ, mit dem wir uns vorher schon unterhalten hatten. Sie bestellt das Taxi dann wieder ab und er fuhr sie später nach Hause. Und ich stand also die ganze Zeit bei dem gut aussehenden Typen. Er sagte mir, er heißt Wilfried, arbeitet bei einer Versicherung. Er ist 27. Gabi hatte montags ganz gut geschätzt. Ich dachte, er sei älter. Wir beschlossen, noch mal irgendwo hin zu gehen. Er wollte zuerst nach Hause fahren. Ich sollte dann mit Harry ins L’Escalier kommen. Also gut. Ich wartete, bis sie geschlossen hatten. Harry fuhr dann vorne weg, zuerst ins Astoria in Gonsenheim. Total leer. Wir waren nur 10 Min. dort. Dann ins L’Escalier. Aber er war auch nicht da. Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt etwas glauben darf, denn Harry sagte einmal, der Typ, mit dem ich geredet habe, hieße Peter. Mist! Jedenfalls kam er nicht. Ich war ganz schön frustriert. Und Harry kann ich auch nicht so besonders gut leiden. Er ist nur mit Abstand zu genießen. Ich hätte mich hinsetzen und heulen können, denn ich war nur mitgegangen, um ihn zu sehen. Harry war dann sauer, weil ich nichts von ihm wollte und kaum mit ihm redete. Er ging und ließ mich einfach sitzen. Ich wartete 5 Minuten, dann ging ich auch. Um 3 Uhr war ich zu Hause.
Gestern rief ich Gabi an, weil ich ihr das unbedingt erzählen mußte. Wir trafen uns abends zum Waldlauf. Ich war total fit. Unglaublich! Dann überredete ich sie, in den Schinderhannes zu gehen. Wir standen draußen und überlegten, wohin wir uns setzen sollten. Da kam ein Typ raus, es war der eine Berufssoldat vom Montag. Wir setzten und zu viert draußen an den Tisch. Sie hatten schon für uns Platz gemacht. Später gingen sie dann, und zwar rüber in die Bodega. Harry hatte zuerst gar nicht mit uns geredet, wegen mir natürlich, später redete er aber doch wieder mit uns. Nach zehn mußten wir die Plätze draußen räume. Drinnen war alles voll, nur noch hinten in dem kleinen Raum war noch Platz. Ist aber nicht gut dort. Ich meinte, wir könnten doch mal rüber in die Bodega gehen, denn da war ich noch nie drin. Dort wars aber auch ziemlich voll. Wir standen an der Tür und überlegten noch. Da kamen gerade zwei von den Jungs, die vorher beim Schinderhannes gesessen hatten. Sie erkannten uns gleich und meinten, ihr seid ja jetzt auch da, ob es drüben zu voll sei. Wir fragten, ob sie noch Platz am Tisch hätten. Sie hatten noch. Sie sind z. T. aus Kassel oder Umgebung, einer aus Limburg (ein Verwandter vom L. DER HBF). Nur der Ebo ist ein bißchen blöd, hatte schon zu viel getrunken, ist jede Nacht unterwegs, verheiratet, aber ständig hinter Frauen her. Sie sind z. Zt. in Wiesbaden, Polizistenausbildung.
Wir beschlossen, noch mal nach Wiesbaden zu fahren. Gabi und ich waren noch mal im Schinderhannes auf Toilette. Aber der gut aussehende Typ war nicht da. Übrigens hatte ich schon beschlossen, daß er mich nicht mehr interessiert. Vor allem, weil er zu alt ist. Am besten sind etwa gleichaltrige.
In Wiesbaden wollten wir zuerst ins Orchilodge. Der Gorilla an der Tür durfte uns nicht reinlassen, es war eine geschlossene Gesellschaft darin, und vor allem der Sohn von F. J. Strauß.
Dann sind wir zum Flanell gegangen. Eintritt nur mit Clubausweis möglich. Also dann ins Big Apple. Dort war nicht mehr viel los. Nicht getanzt, nur Ebo und Gabi. Ich hatte überhaupt keine Lust. Die Polizisten gingen dann, weil sie heute eine Arbeit schreiben mußten. Sie hatten sich schon verabschiedet, dann kamen Roland und Reinhard noch mal und fragten mich, ob wir (Gabi auch) uns noch mal treffen könnten. Ausgemacht haben wir 01.09. 19:30 Schinderhannes.
Roland hat mir sehr gut gefallen, aber er ist wohl befreundet oder verlobt, denn er trägt einen Ring. Trotzdem freue ich mich unheimlich auf das Treffen. Die Berufssoldaten fuhren uns nach Mainz, verabredeten mit uns ein Treffen am nächsten Mittwoch im Schinderhannes.
Morgen muß ich noch arbeiten, dann habe ich Urlaub. Super!!! Ich werde Susanne anrufen, denn wir wollen uns nächste Woche wieder treffen. Wahrscheinlich wird ihr Freund auch dabei sein. Er soll (objektiv) gut aussehen, hat sie gesagt.

Donnerstag, 27.08.81

Von Freitag abend bis Sonntag mit Gabi und Karl in Amsterdam gewesen. War gut, nur ein bißchen zu kalt.
Am Montag wollte ich mich mit Gabi und Sigrid W. treffen, aber Sigrid sagte ab und deshalb ging ich mit Gabi allein weg. Wir waren im Kamin. Ich war unheimlich müde, trotz Urlaub.
Am Dienstag fragte mich Ute, ob ich mit ihr zur Rüsselsheimer Kerb zum Feuerwerk gehe. Ich ging mit. Wir trafen Sarti und zwei andere Typen von ihrer Schule. War ganz lustig. Gestern abend traf ich mich mit Gabi. Wir waren mit den zwei Berufssoldaten im Schinderhannes verabredet. Gabis Schwester mit Freund war überraschenderweise gekommen, und die beiden gingen mit. Die zwei Typen haben uns allerdings versetzt. War mir eigentlich ganz recht. Ich hatte gehofft, der gutaussehende Mann würde kommen. Er kam nicht. Mittlerweile interessiert er mich überhaupt nicht mehr. Gabi meinte einmal, ich sollte mal nachsehen, ob die Typen draußen sitzen. Ich glaubte es nicht, schaute aber ihr zuliebe nach. Sie waren natürlich nicht da. Aber Uwe (der öfters im Schinderhannes arbeitet, ist sonst Schüler, macht das Abi nach). Letzte Woche Dienstag habe ich schon kurz mit ihm gesprochen. Jedenfalls saß er mit einem Freund draußen. Als er mich sah, lachte er mir zu. Ich ging zu ihm hin und setzte mich mal kurz zu ihm. Dann ging ich wieder rein, die beiden kamen dann auch, weil nach 22:00 draußen keiner mehr sitzen darf. Ich schaute ziemlich oft zu ihm rüber, er ab und zu auch zu mir. Ich hoffte, er würde noch nicht gleich gehen. Als Susanne und ihr Freund gingen, wollte er sich zu uns an den Tisch setzen, aber die anderen rückten auf. Ich bemerkte, daß er enttäuscht war und mußte einfach zu ihm hingehen (obwohl Gabi es mir ausreden wollte). Uwe ich ich überlegten, was wir mit dem angebrochenen Abend noch machen sollten. Er sagte, er müsse seinen Freund nach Hause fahren, dann werde er zurückkommen. Ich erzählte es Gabi. Sie glaubte nicht, daß er zurückkommt. Aber ich wußte es. Er kam natürlich. Er setzte sich kurz zu uns. Dann gingen wir, ich ließ Gabi allein mit den beiden Belgiern an unserem Tisch, die wir vorher schon kennengelernt hatten. wir fuhren (mit seinem Superauto Matra Simca, stark, ich war fertig, als ich das Auto sah) zu Tom, Kaffee trinken. Wir unterhielten uns ganz toll. Er fuhr mich dann zu meinem Auto. Ich wäre gern noch ein bißchen länger bei ihm geblieben. Aber es ging nicht. Er sagte, vielleicht sehen wir uns wieder. Freitag oder Montag um Schinderhannes (wenn er dort arbeitet). Ich sagte, mal sehen, vielleicht komme ich am Freitag. Zum Abschied gaben wir uns kurz die Hand (aber nicht normal, sondern viel aufregender) und ein kleines Abschiedsküßchen gab’s auch. Ich bin total verliebt in ihn. Heute morgen war ich um halb acht hellwach, habe im Bett gesessen und mich einfach gefreut. Toll.
Morgen werde ich auf jeden Fall in den Schinderhannes gehen. Ich muß sogar, denn ich habe blöderweise gestern abend meinen Armreifen dort verloren. Aber vor allem will ich Uwe natürlich wiedersehen.

Samstag, 29.08.81

Am Donnerstag mit Gabi bei Uwe S. zum Kuchen eingeladen. Er war allein zu Hause. Ganz nett gewesen.
Gestern einkaufen gewesen für die Party heute abend. Vorher seit Jahren mal wieder beim Zahnarzt. Nichts gewesen. Toll!
Abends mit Claudia, Uwe und Martin in Mainz getroffen. Sie hat jetzt ein neues Auto (Fiat X 1/9). Mit dem fahren wir dann nach Nizza, nicht mit dem Fuego. Ich darf natürlich auch mal fahren. Klasse.
Wir waren zuerst in einer Weinstube in der Altstadt, dann im Quartier Latin. Hat mir nicht besonders gefallen. Ich ging kurz nach 24:00, denn ich wollte unbedingt in den Schinderhannes. War ziemlich voll dort. Ich stand vorn an der Theke. Meinen Armreifen habe ich auch wieder. Sonja hat ihn für mich aufgehoben. Teilweise habe ich mich ganz nett unterhalten. Harry hatte wieder einige blöde Sprüche drauf. Mit Uwe habe ich kaum gesprochen. Er war ziemlich im Streß.
Wilfried, der „gutaussehende Mann“ war auch mal kurz da, war ziemlich zu. Ich kann auf ihn verzichten. Blöd.
Normalerweise ist um 1:00 Feierabend, einige Leute aber wollte nicht gehen. Uwe mußre noch eine Menge Gläser spülen. Mir war es dann zu blöd, noch weiter so rumzustehen, also ging ich. Ich fragte ihn aber vorher noch, ob er zu Tom Kaffee trinken geht. Er sagte ja, falls es nicht zu spät wird. Ich fuhr dann schon zu Tom, wartete draußen im Auto, ob er kommt. Zum Glück kam er dann. Er sah mich nicht, ich ging kurz nach ihm rein. Es saß noch ein Typ drin, der auch ab und zu im Schinderhannes arbeitet.
Uwe fragte mich, ob ich telefonisch zu erreichen sei. Ich gab ihm meine Adresse. Ich war ziemlich überrascht, denn zuvor hatte ich den Eindruck gehabt, daß er sich nicht besonders für mich interessiert. Er schrieb mir auch seine Adresse und Tel-Nr. auf. Ich werde ihm mal aus Nizza schreiben.
Als wir rausgingen, sagte er, ich solle mich mal nach dem Urlaub melden. Klasse. Ich bin wieder so richtig gut gelaunt.
Heute abend wird es bestimmt auch gut werden. Und am Dienstag mit den beiden zukünftigen Polizisten garantiert auch. Und vor allem auf Mittwoch freue ich mich. Toll! Endlich Urlaub! Und Frankreich! Super! Super! Super!

Montag, 31.08.81

Samstag war sehr gut. Alle da gewesen. Elke sogar bis 24:00. Gabi hat es sehr gut gefallen. Sie hat sich gut mit Wilfried unterhalten. Gestern hat sie mich nach seiner Adresse und Tel. Nr. gefragt. Wir waren gestern ca. ab 17:30 bis 1:00 auf dem Mainzer Weinmarkt.
Später, als es schon dunkel war, sahen wir Harry, gingen aber schnell vorbei. Er hatte uns aber gesehen, lief uns nach, um mir zu sagen, daß Uwe auch da sei im Weinzelt. Ich wollte Uwe eigentlich vor dem Urlaub lieber nicht mehr sehen. Aber wir gingen trotzdem mal durch Zelt. Er war nicht mehr da. Wir liefen dann noch ein bißchen herum, sahen zwei Typen, die Gabi schon aufgefallen waren. Wir liefen ihnen nach, nur so aus Spaß, sie bemerkten es und sprachen uns dann an. Gefallen haben sie uns nicht. Vom Aussehen her meine ich. Wir gingen ins Zelt, Wein trinken. Uwe war da! Harry natürlich auch. Uwe sah mich nicht. Wir standen fast neben ihm. Dann ging er auf die andere Seite, redete dort mit jemandem. Ich schaute dauernd rüber. Irgendwann sah er mich, lachte mir zu. Das war alles. Dann ging er. Gabi sagte, ich solle es aufgeben, es habe keinen Sinn wenn er mir nicht nachlaufe. Aber müssen die Männer immer den Frauen nachlaufen? Das ist Unsinn. Ich habe mich natürlich geärgert, daß er nicht zu mir kam. Aber warum hat er nach meiner Adresse und Tel. Nr. gefragt. Er muß doch wohl interessiert sein. Jedenfalls werde ich nicht auf Gabi hören. Diese Mal bestimmt nicht. Heute abend arbeitet er wieder im Schinderhannes. Ich würde ihn gern wiedersehen. Aber es ist besser wenn ich warte bis nach dem Urlaub. Immerhin habe ich mir heute fast den gleichen Pulli gekauft, wie er ihn hat. Dunkelblau mit schmalen weißen Streifen. Ich war auch in unheimlich vielen Geschäften in Mainz, bevor ich ihn gefunden habe. Heute nacht, nach dem Weinmarkt, bin ich noch mal nach Marienborn gefahren. Ich habe auf Anhieb die Straße und das Haus gefunden wo er wohnt. Sein Auto stand schon da.
Heute nachmittag war ich zuerst in Wiesbaden, weil ich die Deutsche Klinik für Diagnostik gesucht habe (ich muß am Mittwoch 9:15 dort sein), anschließend bin ich noch mal nach Marienborn gefahren, doch sein Auto stand nicht da. Dann bin ich in die Stadt gefahren und habe den Pulli gesucht (und gefunden). Heute abend wollte ich mit Susanne weggehen, aber sie hat eine neue Wohnung und heute abend ist Schlüsselübergabe und deshalb hatte sie keine Zeit. Ich habe zuerst überlegt, ob ich Jutta anrufen soll, aber ich bin eigentlich nicht mehr gern mit ihr zusammen. Am Anfang war es toll, weil ich sonst keine Freundin hatte, aber ich komme mit Gabi viel besser zurecht, und seit Jutta schwanger ist, kann ich mit ihr sowieso nicht mehr viel anfangen. Leider. Aber ich habe auch keine Zeit mehr.

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