August 1979

Samstag, 4. August 1979

August 1979

Am Freitag, dem 27.7. fing es an. Ich arbeitete den letzten Tag bei Opel. Abends waren wir bei Friedel eingeladen, er hatte am 25. Geburtstag. Schon ziemlich zu Anfang fiel er mir auf. Er sah ganz gut aus. Später dann, ich war gerade auf der Toilette gewesen und war auf dem Weg nach draußen, fragte er mich, ob wir mal tanzen wollten. Wir tanzten und gingen dann raus und unterhielten uns, usw.
Um Mitternacht war es soweit. Christine und ich hatten Geburtstag. Es war super, von allen Leuten Glückwünsche zu bekommen.
Mit Jürgen war ich die ganze Zeit zusammen, bis Thommi uns (Joe auch) mach Hause fuhr.
Samstag nachmittag kam Jürgen vorbei. Wir fuhren nach Rüsselsheim zu Lothar. Friedel + Marion, Harald waren auch da. Abends improvisierten wir eine Party, riefen noch ein paar Leute an. War ganz gut. Jürgen fuhr mich nach Hause. Sonntag war er in Hockenheim, wollte aber Montag vorbeikommen. Montag mittag rief er an, er sei krank, käme Mittwoch oder Donnerstag. Ich war wieder mal im Zweifel. Eigentlich liebe ich doch Christof. Aber als er dann nicht kam, reichte es mir gestern. Ich rief bei ihm an, sein Vater sagte, er sei nicht zu Hause.
Heute mittag rief er bei mir an. Er sei bis Donnerstag krank gewesen usw.
Bis es dann schließlich kam: er könne sich keine Freundin zulegen, da er keine Zeit habe. Er hätte gestern auch mit Friedel darüber gesprochen. Er meinte, wenn wir uns mal wieder sehen, könnten wir zusammen einen trinken. Ich sagte ihm, wir werden uns wohl nicht wiedersehen. Im Moment bin ich ziemlich fertig, denn es tut doch weh, immer wieder so sitzengelassen zu werden.
(Noch was: am Mittwoch waren Carola und ich beim Massa einkaufen, für unsere Pfirsichbowle. Wir trafen Iris und sie sagte, sie habe gehört, ich ginge mit Jürgen. Sie kennt ihn vom Maskenball, durch Friedel. Sie sagte, sie habe das Gefühl gehabt, er sei nicht der Typ, der eine feste Freundin haben könnte. Und damit hatte sie recht). Aber ich weiß, ich werde darüber hinwegkommen. Sehr schnell. Das Schlimme ist nur, daß es noch lange dauert, bis ich Chris wiedersehe. Und daß das alles nicht passiert wäre, wenn er nicht schon in Urlaub gewesen wäre.
18:18 Uhr
Mir geht es glänzend!!!
Ich bin um halb 3 ins Schwimmbad gegangen, wenigstens etwas Abwechslung, aber es waren keine bekannten Leute da.
Als ich raus ging, am Fahrradständer war, kam gerade Gerhard K. Ich kenne ihn eigentlich nur vom Sehen (und das auch noch nicht lange), aber er arbeitet auch bei Opel (hat mit mir zusammen angefangen) und als die Betriebsversammlung war, habe ich ihn gesehen und er hat „Hallo“ zu mir gesagt, was mich damals schon gewundert hat.
Jedenfalls, heute kam er zu mir rüber und wir redeten eine Zeitlang miteinander, eigentlich nur über Opel. Er ist jetzt noch 3 Wochen dort. Es hat mich aber ehrlich gefreut, mit ihm zu reden. Ich fühle mich viel besser. Aber ich wußte es ja. Jürgen hat mir nicht viel bedeutet. Das war doch schon am Freitag bei der Party offensichtlich. Ganz am Ende saßen wir drinnen, und da war noch so ein Typ, der sah aber echt unheimlich süß aus. Den hätte ich gern kennengelernt. Ich wollte Jürgen schon fragen, wer das sei, denn er kam mir bekannt vor, aber ich tat es leider doch nicht.

Dienstag, 7.8.79

Mittlerweile war alles ganz schön chaotisch, aber jetzt ist es wieder o.k. Samstag abend hatte gerade das Sportstudio angefangen, als es klingelte. Ich dachte, es sei für Ute aber es war Arno. Er fragte, ob ich mitkomme, raus an den Rhein, da sei ein Fest. Ich war froh für die Abwechslung und sagte zu. Sein Bruder, Herbert, war auch dabei. Es waren kaum bekannte Leute dort. Aber ich unterhielt mich ganz gut mit Herbert. Er hatte übrigens zu Arno gesagt, er solle bei mir vorbeifahren, weil er mich kennenlernen wollte. Sie brachten mich nach Hause, und er fragte mich, ob ich am nächsten Tag (Sonntag) mitkommen wolle, irgendwohin fahren. Warum nicht? Ich sagte ja.
Um 2 Uhr holte er mich ab, wir fuhren nach Wiesbaden, gingen spazieren, spielten Minigolf und waren dann noch mal in Nauheim Eisessen.
Dann bei ihm zu Hause. Es kam, was kommen mußte, Aber wenn einer schon nicht küssen kann – Jürgen konnte es jedenfalls, und wie – aber bei ihm konnte ich überhaupt nicht empfinden. Er sagte, ich solle über Nacht bleiben, aber ich wollte nicht. Als er mit mir nach Hause ging, kam es schließlich zum großen Krach. Weil ich nichts von ihm wissen wollte. Er war richtig gemein und verletzend, er hatte mir von seinen früheren Freundinnen und seiner fast-Verlobten erzählt (blöd, wenn man sich in dem Alter schon verloben will), und deshalb hatte ich ihm von Jürgen erzählt, aber eigentlich nur, um ihm klarzumachen, daß im Moment alles chaotisch war. Aber das machte er mir jetzt zum Vorwurf, glaubte, ich würde Jürgen nachlaufen. Er wollte schon gehen, ich konnte ihn nicht so gehen lassen, so verärgert, und deshalb hielt ich ihn zurück , und sagte, die schlimmen 5 Minuten seien vorbei. Das war mein Fehler. Er sagte, er sei Montag um 7 zu Hause und ich könne ihn anrufen.
Am nächsten Morgen war ich ganz schön down. Ich will frei sein und schon gar nicht so tun, als sei ich in ihn verliebt.
Abends war ich ziemlich im Streß mit Rasen mähen, Gießen. Also erst mal duschen. Ich war noch nicht ganz angezogen, als das Telefon klingelte. Es war Elke. Natürlich mußte ich ihr erst mal von meinen Problemen erzählen. Sie meinte, daß sei ein ekliger Typ und ich solle doch nicht anrufen. Ganz recht. Das wollte ich auch nicht.
Kaum war ich wieder im Bad, als schon wieder das Telefon klingelte. Ich ging ran, es war Herbert. Er war ziemlich sauer, sagte, er warte schon eine Stunde (so wörtlich habe ich das nicht genommen mit dem Anrufen um 7 Uhr) und er habe auch noch was zu tun. Das war’s dann, dachte ich und atmete auf. Zu früh. Ich war gerade unten, als Ute mich rief. Telefon! (Halt! Vorher hatte ich Elke angerufen und mir meinen Erfolg mitgeteilt!) Weiter: er war es schon wieder. Er sagte er habe schlechte Laune, usw. Dann fragte er, ob ich ihn noch mal anrufe, ich sagte, ich muß erst mal überlegen, er fragte ja oder nein, also sagte ich, es habe keinen Sinn, nein, ich wolle ihm nichts vorspielen. Aber dann ging es erst richtig los. Er erzählte viel Mist, fühlt sich jetzt wohl sitzengelassen, schimpfte auf uns (Mädchen wie ich, d. h. wie er glaubt wie ich bin, aber ich tue so was doch nicht ständig. Das war das erste und letzte Mal!). Ich dachte, laß den doch reden und lachte innerlich. Als er aber dann sagte, er wünsche uns einen Idioten, er uns ab und zu mal verkloppt, mußte ich doch laut lachen! Zu blöd. Dem armen Jungen fehlt eine ganze Menge Selbstvertrauen, nicht mir, wie er am Sonntag meinte. Wenn wir uns irgendwo sehen, will er nicht mit mir reden. Ich dachte, ich flipp aus, als ich das hörte. Das könnte ich nie machen. Wie ist es denn mit Volker? Und ich würde mich auch freuen, Jürgen wiederzusehen. Übrigens hat er alles, was ich ihm im Vertrauen und auf sein Verständnis hoffend erzählt hatte, negativ ausgelegt und zum Vorwurf gemacht. Auf den kann ich ganz gewiß verzichten. Nach diesem Gespräch war ich so happy, daß ich erst mal ein paar Luftsprünge machte und dann mit Dolly noch mal wegging. Ich fühle mich wieder sauwohl. Jawohl! Richtig. Toll. Super. Ich freue mich. Auf alles! auf Chris!!!

Donnerstag, 23.08.79

Gestern also sollte Christof von Griechenland zurückkommen.
Ich hoffte, er würde abends zum Training kommen, glaubte aber nicht so recht daran.
Aber ich nahm mir vor: wenn er da ist, höre ich mit dem Rauchen auf. Die große Überraschung: er war tatsächlich da!
Später, als wir unseren üblichen Sekt mit Orangensaft tranken, kamen ein paar von den Männern rüber, schließlich auch Christof, er setzte sich ganz hinten hin, neben mich, aber nur ganz kurz, weil wir dann gleich in die Turnhalle gingen. Thomas sagte, es können noch ein paar mitfahren. Moni und ich fuhren mit, allerdings war Christof diesmal mit seinem Auto da.
Sonst war alles ziemlich blöd, ich war unheimlich nervös und unsicher, und das alles nur wegen Christof. Am Ende waren nur noch Christa, Irmi, Chris, Thomi und ich ad. Christof war es schließlich, der nach Hause wollte. Und nicht Thomas, wie sonst immer, ganz klar, denn er und Christa verstehen sich doch so gut. Sie sind beide genauso frech.
Als wir dann rausgingen, wollten Christa, Irmi und ich eigentlich nach Hause laufen, aber Thomas meinte, wir könnten mitfahren. Christof hatte nichts gesagt. Ich bin ziemlich enttäuscht. Aber es wäre schön, wenn er heute da wäre. Ich glaube aber nicht. Das tut mir leid.
Morgen muß ich zum ersten Mal in die Berufsschule.

Donnerstag, 30.08.79

s. Bild linke Seite. Warum ich es ausgeschnitten habe? Wegen Hubi natürlich! Er ist doch mein heimlicher Geliebter! (Alles Mist!) Jedenfalls habe ich ihn damals bei unserem großen Turnier gesehen, und ich fand ihn süß. Er soll übrigens 1 m hoch springen.
Am Freitag waren wir bei Mario. Ich habe mich in Gianni verliebt, schon wieder. Er sieht ganz toll aus, ist aber erst 16 oder 17, aber er hat mir auch ein paarmal zugelacht. Süß!
Gestern war ich endlich beim Friseur. Ich habe jetzt wieder mal eine Dauerwelle, aber super!!
Gestern abend waren viele Leute davon begeistert, besonders Moni und Friedel. Nur Joe gefällt es nicht. Zum Glück!
Als wir später im Happy Night waren sagte Friedel, er müsse sich mal zu mir setzen, weil ich ihm mit Locken so gut gefalle. Und er nannte mich Engelchen. Süß! Anschließend waren wir (ca. 7 Leute) noch mal bei L.s, bis 4 Uhr. Aber ich bin jetzt ganz munter. Ich fühle mich ehrlich toll mit meiner neuen Frisur, es sieht bestimmt besser aus als vorher, denn viel mehr Typen sehen sich jetzt nach mir um (ich sehe jünger aus!) Leider, leider war Chris gestern abend nicht da. Heute kommt er sowieso nicht. Mist!
Aber am Samstag gehen wir zum Länderspiel Deutschland – CSSR nach Rüsselsheim, ziemlich viele vom TSV. Ich fahre mit dem Auto und nehme Christa, Carola und Britta mit. Ich freue mich. Und sonst – ja, leider (oder auch nicht) fange ich am Montag an zu arbeiten.

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