Juni 1977

Mittwoch, 1. Juni 1977

Juni 1977

Nichts war los!
Gestern war Elke bei mir, und ich habe ihr von Frieda, d. h. von Andreas erzählt.
Heute morgen habe ich ihn in der ersten Pause gesehen, aber er hat mich nicht weiter beachtet. Ich wünschte, wir wären noch mal in Berlin und würden mit der 11c zusammen wohnen. Sonntag gehen wir zum Tanztee, vielleicht ist Andreas dort. Aber am Samstag haben wir ja wieder mal zusammen Sport. Ich freue mich schon. Hoffentlich wird es diesmal besser. Ich könnte mich totärgern, schon heute morgen. Und das alles nur wegen Andreas. Wenn das so weitergeht, habe ich zu überhaupt nichts mehr Lust. Ich glaube, ich suche mir immer den falschen aus. Aber anfangs sah es doch so aus, als würde er sich für mich interessieren. Doch wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein, wie es immer ist. Ich freue mich trotzdem darauf, ihn wiederzusehen.

Freitag, 3. Juni 77

Heute morgen habe ich Andreas wieder gesehen. Aber nur in der ersten Pause. Ich habe ihn bei dieser Gelegenheit Elke gezeigt. Sie fragte mich, ob er mir gefällt, und ich sagte, ja, bis jetzt. Dann meinte sie, daß ich mich mal mit ihm unterhalten sollte und ich fragte sie wie doch das wußte sie auch nicht. Schließlich ist es nicht so einfach. Ich weiß ja nicht mal, ob ich ihm gefalle, und ich kann ja nicht einfach so mit ihm reden, wo ich ihn doch eigentlich überhaupt nicht kenne. Beim Tanztee zum Beispiel wäre es einfacher. Wenn er schon dort wäre, könnten wir uns zu ihm an den Tisch setzen oder so. Morgen sehe ich ihn ja auch, beim Sport. Wenn ich noch daran denke, einmal haben wir Bälle gebraucht, und, … nein, unser Ball ist uns weggerollt und deshalb ging ich zu ihm hin und ließ ihn mir geben. Ich glaube, es war der Samstag, an dem es begann.

Montag, 13.6.77

Eine gute und eine schlechte Nachricht!
Zuerst die schlechte: in der Mathearbeit 3 Punkte. Die gute: in der Englischarbeit 11 Punkte. Und ein tolles Gefühl. Gestern waren wir, d. h. Elke und ich nämlich beim Tanztee. An sich nicht besonderes. Aber Andreas war da. Nicht Andreas F., nein, Andreas M., der aus der 10. in Raunheim. Das ist auch nichts besonderes, denn er war bis jetzt immer beim Tanztee. Aber dieses Mal war es doch anders. Ich weiß auch nicht wieso. Als wir hinkamen, war er schon da, und ich habe mich sehr gefreut, weil er mir doch immer ein bißchen gefiel. Beim Tanzen habe ich immer nach ihm gesehen und hoffte, daß er auf mich aufmerksam würde. Und das tat er dann schließlich auch. Ich war natürlich unheimlich froh.
Übrigens tanzten wir auch Bus-Stop. Dieser Tanz macht Spaß. Er ist ganz leicht zu lernen. Der Song dazu ist „Car Wash“ von Rose Royce.
Am Ende dann tanzte ich mit dem Typen vom Kant und Andreas tanzte mit Christiane. Einmal hatten wir das Glück nebeneinander zu stehen und ich sprach kurz mit Christiane. Um halb zehn dann, als es zu Ende war, gingen wir die Treppe runter, Andreas vor mir, und er schaute noch mal kurz hoch. Er war mit dem Fahrrad da. Anscheinend ist es bis Raunheim nicht so weit.
Ich freue mich schon auf den nächsten Tanztee. Zum Glück fährt Elke mit ihren Eltern nicht weg (wir haben nämlich 3 Tage frei) und daher gehen wir wahrscheinlich hin. Ich finde es in dem neuen Raum ganz toll, ich glaube man kann viel besser Leute kennenlernen, weil es nicht so groß ist. Es ist bloß zu heiß da drin. Aber sonst macht es sehr viel Spaß.

Montag, 20.6.77

Gestern, beim Tanztee, war es überhaupt nicht toll. Natürlich hoffte ich, Andreas würde mal mit mir tanzen, das tat er aber nicht. Charly war auch nicht da. Schließlich habe ich festgestellt, daß ich Andreas überhaupt nicht mehr mag. Charly ist das einzige, was ich noch habe. Am letzten Dienstag hatten wir in der 6. Std. Bio und als wir hochkamen, war H. noch in unserem Saal drin und Charly auch. Als er rauskam, beachtete ich ihn überhaupt nicht. Erstens war mir das zu blöd wegen den anderen und außerdem habe ich doch nichts davon. Heute habe ich ihn in der Pause kurz gesehen. Ich hoffe, daß er morgen da ist.

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