April 1976

Montag, 12. April 1976

April 1976

Ich bin wirklich glücklich! Am Samstag war WF, und wen habe ich gesehen? Den Jungen aus Nauheim, wegen dem ich an Weihnachten so unglücklich war. Er hat zwar die Haare abgeschnitten, aber ich habe ihn sofort wiedererkannt. Ich hoffte, daß er mal mit mir tanzt, aber erst als ich die Hoffnung fast aufgegeben hatte, kam er tatsächlich und fragte: „Tanzen wir?“ Dann meinte er: „Wir kennen uns schon.“ Und wir unterhielten uns, was ich von ihm weiß, ist nicht viel, er ist 16, aus Nauheim und geht in Rüsselsheim in die Schule. Er ist süß. Später tanzte er noch mal mit mir und dann gingen wir in die Sektbar mit Irmi und einem anderen Nauheimer und dann tanzten wir noch mal, das war das letzte Mal. Später tanzte ich mit einem von der Landjugend, da kam er von der Sektbar und ging an mir vorbei, ich lachte ihm zu und er lachte auch, allerdings ein bißchen schief. Mein letzter Tanz war der mit dem anderen dicken Nauheimer. Er (wenn ich doch nur seinen Namen wüßte!) tanzte mit einem Mädchen (sieht ziemlich alt aus und ist eine blöde Kuh). Hoffentlich ist sie nicht seine Freundin. Als wir gingen sagte Sigrid, ich sollte mich nicht ärgern, aber ich habe mich gar nicht geärgert, nur als ich allein war habe ich geweint, doch schließlich ist das Quatsch, ich sollte froh sein, daß es ihn gibt und daß er sich (wenn auch nur ein kleines bißchen) für mich interessiert. Denn sonst hätte er wohl kaum mit mir getanzt, es waren doch noch viel hübschere Mädchen da. Auf jeden Fall hoffe ich, daß ich ihn beim nächsten WF wiedersehen werden, zum Ostertanz wird er wohl nicht kommen. Mit Ilse und ihrem Freund wollen Sigrid und ich mal nach Goddelau in die Taverne fahren, wo das WF meistens spielt. Dort soll es ganz toll sein, das hat er mir erzählt. Morgen fahre ich nach Rüsselsheim, natürlich über Nauheim.

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