März 1976

Freitag, 12. März 1976

März 1976

Heute ist ein furchtbarer Tag! Schlimmer war es noch nie gewesen. Vor der Schule sah die die Geinsheimer, als sie vom Bus kamen. Udo war sicher dabei, ich glaube ihn gesehen zu haben. Es war in der zweiten Pause, da gingen wir die Treppen runter und da hörte ich, wie ein Jungen den anderen fragte: „Wie heißt denn der Typ?“ Und der andere antwortete: „Udo U.“ Dann hörte ich auch noch, wie Rolands Bruder ihn erwähnte. Und ein Mädchen aus seiner Klasse unterhielt sich mit anderen: „Er hat gesagt, wir sollen erst mal nichts unternehmen, und die Polizei kommen lassen.“ Heri und der andere Typ liefen in der ganzen Pause im Schulgebäude rum, aber nicht sehr gemütlich. Ich habe solche Angst, daß Udo was passiert ist oder daß er was angestellt hat. Die Ungewißheit ist schlimmer als die schrecklichste Wahrheit. Wenn ich doch wüßte, was los ist. Ich werde sonst noch verrückt. Und dann noch heute morgen und übermorgen weg und so tun, als sei nichts geschehen. Es ist furchtbar. Ich muß mich erst mal wieder beruhigen, zwingen, nicht mehr daran zu denken.

Montag, 15.3.76

Nachtrag Samstag:
Ein bißchen Ungewißheit ist ja noch da, – aber Udo ist auch da!
Heute:
Also, wer so lachen kann, besonders grinsen, wie er, dem ist nichts passiert, da ist alles o.k. In der ersten Pause hab ich ihn überhaupt nicht zu sehen gekriegt, bloß in der 2. als wir aus hatten. Heri ist doch ziemlich groß, und Udo ist höchstens 5 cm kleiner, also ziemlich gewachsen. Voriges Jahr war er ziemlich klein und auch sonst noch babyhaft.

Montag, 29.3.76

Ich bin so glücklich. Wieso, weiß ich eigentlich nicht genau. Samstag ging ich mit Sigrid von der Schule nach Hause, auch die Hauptstraße. Udo und Dietschi gingen 2 m vor uns. Udo ist so süß. K. habe ich leider auch gesehen sogar zweimal. Heute waren sie in der ersten Pause draußen und haben anscheinend gelernt. In der zweiten Pause hatten wir aus und gingen in einer ganzen Gruppe nach unten. Die Geinsheimer saßen natürlich auf der Bank vor dem Aufenthaltsraum (siehe 23.2.) K. ist ein Lackaffe. Der blöde Typ (Thomas oder wie der heißt) rief so irgend was wie „Hallo, Mädchen“ wen er gemeint hat, weiß ich nicht er ist bekloppt. Heute ist das Wetter auch zum Freuen, 18 Grad echt toll, wunderbar, morgen wird hoffentlich auch gut. Ich finde ich doch so süß!

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