Oktober 1975

Mittwoch, 8. Oktober 1975

Oktober 1975

Zur Zeit haben wir Herbstferien. Schade, denn so sehe ich Udo nicht. Daher kam es wahrscheinlich auch, daß ich Joachim wieder gut finde. Das fing so an:
Am Donnerstag hatte Christiane Geburtstag, ich sprach mit Sigrid und Christina über die Jungen, die wir gut finden bzw. fanden. Sigrid meinte, daß Joachim doch ganz gut aussähe. Vorher war er auch am Haus vorbeigefahren. Und so fing alles an. Udo ist vielleicht doch ein bißchen jung. Am Freitag war in Geinsheim Abschlußball, B. nahm drei Mädchen, Sabine, Petra, Helga, mit, denn dort waren zu wenig. Sie hatten aber unbekannte Partner. Heri machte auch mit, aber nicht mit Doris. Ich war an diesem Abend mit Sigrid und Christina im Erker bei der Landjugend, wir hatten Besuch aus Bayern. Es war ganz gut. Samstag war WF. Nichts los, Sabine sagte, daß Joachim kommt, er war aber nicht da, von den Astheimern nicht alle und von unseren Jungen nur Jens. Sabine war mit ihrem Freund dort, Norbert, 22 J. sieht blöd aus, ist aber o.k. Ihre Eltern wissen nichts davon. Wir drei haben bei der Landjugend gesessen. Der Junge aus Bayern, den Sigrid und Christina gut finden, tanzte aber grausam, wie ein Holzfäller, echt bayrisch.
Ich hoffe, daß ich Joachim bald sehe, vielleicht heute schon. Wenn er jetzt erst in die 10. Klasse geht, muß ich versuchen, aufs Planck zu kommen.
P.S. Christina meinte am Donnerstag, daß wir eines Tages vielleicht zu Sigrids Hochzeit mit Carsten eingeladen werden, na mal sehen.

Sonntag, 19.10.75

Also, Joachim geht in die Klasse 10a, das weiß ich von Ute, denn Jutta hat ihn gefragt. Gesehen habe ich ihn nicht. Gestern feierte Sabine ihren Geburtstag. Marita war natürlich auch da. Sabine hat keinen Freund mehr, dafür aber Helga. Er geht auch zu den Naturfreunden, ist aus Mörfelden und sieht nicht besonders aus. Sigrid hat einen Verehrer aus Bauschheim. Er heißt Rudi und wie er so ist, weiß ich nicht, ich habe ihn bei WF nur mal kurz gesehen. Marita hat mir erzählt, daß ich auch einen habe, ebenfalls aus Bauschheim, er heißt Armin, war beim den Preachers und kurz bei WF. Sieht besser aus als Rudi. Am Samstag vor 1 Woche waren sie hier in Trebur und haben Marita gesagt, daß er mich gut findet und wollten wissen, wo ich wohne, aber sie haben es nicht gefunden. Ich saß zu dieser Zeit ahnungslos vor dem Fernseher.
Am Freitag abend hatte ich keine Lust, in die Landjugend zu gehen, ein Glück, denn er war auch da, hat mir Sigrid erzählt. Am Freitag werde ich wohl wieder hingehen, vielleicht auch nicht, aber in drei Wochen auf jeden Fall, da fahren wir nach Frankfurt zum Schlittschuhlaufen.

Sonntag, 26.10.75

Freitag abend war ich mit Christina und Sigrid doch bei der Landjugend. Armin war nicht da, sehr schade, denn eigentlich ist er ganz süß. Samstag morgen, als ich in die Schule fuhr, sah ich Joachim an der Bushaltestelle. Er sah erst zu mir hin, dann aber drehte er sich um. Es gibt da 2 Möglichkeiten für sein Verhalten: 1. Er erkannte mich und wollte mich nicht sehen. 2. Er erkannte mich nicht, weil ich mein Haar ganz kurz habe und er hat vielleicht nicht so genau hingesehen, und drehte sich rein zufällig um. Abends war ich mit Ute allein zu Hause, denn Mutti und Papa waren bei einer Weinprobe. Eine ganze Zeitlang sahen wir zum Fenster hinaus, aber die Bauschheimer waren anscheinend nicht da. Heute machte ich mit Sigrid und Christina einen Spaziergang nach Astheim, es war aber nichts los in diesem Kuhdorf. Bei uns am Ständchen (Eis – Pommes frites) stand ein Moped, schwarz und lila. Sigrid sagte, daß „meiner“, also Armin, so eins hätte. Er war es aber wahrscheinlich nicht, denn ich sah ihn nicht. Hoffentlich sehe ich ihn oder Joachim bald mal wieder, sonst werd ich noch verrückt!

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