September 1975

Freitag, 5. September 1975

September 1975

Am Sonntag, das war der 31. wollte ich mit Sigrid auf die Geinsheimer Kerb, wir fuhren aber dann doch nicht, weil Sigrid keine Zeit hatte. Dienstag war ich mit Mutti und Ute in Groß-Gerau, zurück fuhren wir über Geinsheim. Auf dem Kerbeplatz war ziemlich viel los, Heri habe ich nicht gesehen, nur Udo und das Krümelmonster. Sonst sehe ich Heri immer in der Schule. Morgen gehe ich mit Sigrid auf die Astheimer Kerb zum Tanz, Sonntag auf den Kerbeplatz. Erst am Montag sehe ich Heri wieder. Übrigens, Mittwochs haben wir Frühstunde Mädchenbiologie, die Jungen von 9aR und 9bR auch, das ist doch toll. Nächsten Dienstag lasse ich mir die Haare kurz schneiden. Am 4. Oktober ist WF. Hoffentlich (das wäre klasse) kommen die Geinsheimer auch.

Mittwoch, 10.9.75

Samstag auf Astheimer Kerb war es ganz gut, es war aber nicht viel los. Sonntag fuhr ich mit Christina und Sigrid auf den Kerbeplatz. Es war ziemlich voll, alle waren da. Montag wollte ich mit Sigrid zuerst ins Schwimmbad. Es war nichts los, deshalb fuhren wir nach Astheim. Dort war aber auch nichts besonderes. Sigrid erzählte mir, daß sie auf dem Heimweg hinter dem Geinsheimer Bus hergefahren ist. Heri und sein Freund (wer, weiß ich nicht) haben sie gesehen und mit ihr gelacht. Ich hab mich so geärgert. Ob Heri Sigrid gut findet? Ich weiß nicht, was ich dann mache. Aber Udo sieht auch ganz süß aus, er ist nur noch ein bißchen jünger (geb. 18.2.61). Am Samstag sind in der Turnhalle die „Preachers“. Es soll noch besser als WF sein. Wir gehen natürlich hin. Morgen seh ich Heri um 8, in der 1. und 2. Pause. Ist doch toll!

Samstag, 13.9.75

Heute spielte in der Turnhalle die Gruppe „The Preachers“. Es war echt toll, viel besser als WF, bloß nicht so viel los. Einer der Band sieht süß aus, er erinnert mich an Udo. Die Musik war auch sehr gut. Sie spielten z. B. „Jive talking“, „Let me be the one“, „Paloma Blanca“, „Lady Lay“, „I can do it“, „Foe-dee-Oh-dee“, „Only you“, usw. Von unseren Jungs war keiner da, Mike auch nur kurz. Wir tanzten aber doch ein paarmal. Ich freue mich, wenn die Preachers wiederkommen. Auf jeden Fall gehe ich hin.

Dienstag, 16.9.76

Heute war es wieder mal gut. Heri habe ich in der ersten und zweiten Pause gesehen. Er hatte heute ein Nickituch an. Es sah ein bißchen komisch aus. Jedesmal, wenn ich ihn gesehen habe, habe ich einen (oder fast einen) Lachanfall gekriegt. Sigrid meinte später, es würde ihm doch ganz gut stehen, aber das finde ich gar nicht. Morgen haben wir Frühstunde, das ist sehr!!! gut.

Mittwoch, 17.9.75

Heute nacht hatte ich einen sehr schönen Traum, so wie noch nie.
Wir waren in der Schule, in einem dunkleren Raum. Sigrid und ich, Werner, Heri und vielleicht auch noch ein paar andere waren da. Wir ärgerten Werner, d. h. wir kämpften mit ihm, dann fielen wir hin, ich stand als erster wieder auf. Heri kam auf mich zu, er nahm mich in die Arme, es war süß. Später stand ich draußen bei ein paar anderen. Heri kam und sprach mit mir. Er war ganz anders, sah auch anders aus, aber ich weiß genau, daß er es war.

Donnerstag, 18.9.75

Gestern abend wollte ich noch Französisch im Bett machen, aber ich war so müde, daß ich gegen meinen Willen einschlief. Um sechs Uhr wachte ich auf. Ich hatte sehr unruhig geschlafen und nichts geträumt. Nachdem ich schnell die Aufgaben gemacht hatte, legte ich mich wieder hin, schlief ein und träumte doch tatsächlich von Heri. Ich war in der Landjugend. Die Neuen mußten einen Anmeldezettel ausfüllen. Außer mir waren das noch ein anderer Junge und Heri! Sonst war da aber nichts besonderes.
Heute in der zweiten Pause standen wir, d. h. Christina, Sigrid, Sabine, Helga, Christel und Silvia auf dem vorderen Schulhof rum. Heri und Udo und Freunde saßen auf den Steinbänken vor dem ehemaligen Werkraum. Sabine und Helga gingen dorthin, dann einzeln zu den Hecken, neben denen Heri saß und holten je ein Blatt, für Sigrid. Sie gab mir aber ein Stück. Sieht doch süß aus. Nun muß ich immer daran denken, daß Heri ganz dich nebendran gesessen hat. Ich werde mir es immer aufheben. Hoffentlich zerfällt es nicht!
Blatt

Dienstag, 23.9.75

Heute war ein toller Tag. Zuerst sah ich Carsten, beim Doktor, und dann noch mal, als er aus der Apotheke kam. Ich finde ihn auch ganz gut, das kann ich bloß nicht sagen, wegen Sigrid. Später, so kurz nach sechs, fuhr ich zu Oma. In der Astheimer Straße begegneten mir Heri, Udo und Dietschi. Das war ja klasse, daß sie in Trebur waren.

Mittwoch, 24.9.75

Heute morgen hatten wir Frühstunde. Die Geinsheimer Jungs gingen hinter uns. Auf einmal, als die „Drei“ in eine andere Straße einbogen, rief das Monster: „Heri, da vorne ist Sigrid.“ Oder so was ähnliches. Sigrid bekam einen Schock, doch ich fand das gar nicht so schlimm, eher gut. Doch heut nachmittag kam erst der große Schock: Sabine erzählte uns (sie weiß es von Roland), daß Doris mit Heri gehen will, und Heri mit Doris. Das ist unvorstellbar. Möglich, daß sie dann gestern in Astheim waren. Aber was war dann heute morgen, na, wir werden ja sehen, was in den nächsten Tagen los ist. Grausam, aber man hat schließlich immer noch Hoffnung, und außerdem gibt es noch andere Jungen.

Freitag, 26.9.75

Ja, es stimmt, Heri geht mit Doris. Sie ist ein Jahr älter als er, das finde ich überhaupt nicht gut, ein halbes Jahr geht noch (auch 7 Monate – 10 Tage!) Sigrid ist sehr geschockt und kann den Anblick nicht ertragen, mir macht das gar nichts aus, denn ich habe ja jemand anderes. Wer, das sieht man schon aus der Klammer 18.2.61 geboren, aus Geinsheim, ist ein „Monster“ wie Sigrid sagt, es ist Udo. Es hat schon einen Vorteil, daß Heri mit Doris geht. Heute, in der 1. Stunde Sport, waren wir auf der Bühne. Wir hatten die Tür auf. Die „Drei“ haben draußen gestanden und zugesehen, Heri natürlich wegen Doris, die anderen waren bloß dabei. Also, Udo ist süß, Heri überhaupt nicht. Mir ist er ganz egal. Ich freu mich auf morgen!

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