Oktober 1974

Samstag, 12. Oktober 1974

Oktober 1974

Gestern hatte Christina Geburtstag. Wir sind spazieren gegangen, weil die 10Ra Altpapier gesammelt hat und Sabine Carsten sehen wollte. Auf unserem Spaziergang haben wir Joachim gesehen. Ich schwärme nicht mehr für ihn, weil ich ihn so selten sehe. Eigentlich hat mir Achim schon immer gefallen. Mal mehr, in den Ferien hat es nachgelassen, besonders in den Sommerferien, als wir in Holland waren. Aber seit Ende der Herbstferien, besondern seit Donnerstag, bin ich sehr in ihn verknallt. Heute waren Sabine, Helga, Sigrid, Christina, Silvia, Christiane und ich im Schulhof, als er gekommen ist, und als wir „Guten Morgen“ gesagt haben, hat er so richtig goldig mit mir gelacht. Ich finde ihn überhaupt süß. Manche finden ihn blöd, aber ich nicht, wenn er auch noch so doof ist (jetzt nicht mehr so sehr wie früher) kann ich ihn immer gut leiden. Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, daß er mich mag, aber das hoffe ich nicht, denn mir liegt so viel an seiner Freundschaft, was einige nicht verstehen. Nun muß ich abwarten, was in den nächsten Tagen los ist.

Donnerstag, 31. Oktober 74

Das ist ja alles Quatsch, was ich das letzte mal geschrieben habe. Von wegen in Achim verknallt! Und daß Joachim mir nicht mehr gefällt! Nein, das hat sich geändert. Achim hat eine Freundin, der ihr Name fängt mit M an. Er ist sowieso uninteressant für mich. Joachim habe ich das letzte mal an Christinas Geburtstag gesehen. Morgen, wenn es nicht regnet, fahre ich ein bißchen spazieren, vielleicht sehe ich ihn.
Bei uns sind neuerdings die Pausen so aufregend. Die zweiten Pausen. Vorgestern haben welche den Brief von Sabine und Helga an Carsten und Wolfgang ans schwarze Brett gehängt. Von gestern muss ich ausführlicher berichten: In der zweiten Pause standen wir so auf dem Schulhof herum. Da kam ein Junge, den ich nicht kenne, und sagte zu mir: „Der da drüben in dem grünen Parker, der will mit dir gehen.“ Ich sagte: „Du spinnst wohl!“ Er ging dann. Christina sagte dann: „Der kommt sowieso nicht her.“ Und auf einmal stand das blöde Kamel da und sagte: „Da bin ich.“ Ich sagte: „Hau ab!“ Und dann bin ich mit Christina und Sigrid weggegangen. Wir haben es den anderen erzählt, und die Sweet-Fans sind zu ihm gegangen und haben ihm gesagt, dass ich nicht mit ihm gehen will. Da hat er gesagt: „Ist auch gut.“ Das alles soll wohl ein Witz gewesen sein. Wir haben uns nachher halb tot gelacht. Ich finde, der spinnt und ist ein doofes Kamelrinozeros!!!

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